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#1

Geisterstunde

in Diverse 22.08.2008 15:27
von Stigma | 95 Beiträge | 95 Punkte
Geisterstunde

Mein Haar ist verblasst, die Stirn
zerfurcht, auch das Lächeln
hat sich eingegraben.

Im Fenster spiegelt sich der schwache
Mond und weckt die alten Geister:
Sie lauern hinter den Lidern,

Sie leben im Duft
des Eau de toilettes und jagen
mich durch die Zeit meines Lebens.

Ich locke sie, lass’ mich von ihnen
necken, erschrecken. Dann duck’ ich mich
weg – wie im Spiel.

Es ist ein Spiel
geworden, denn mein Haar ist längst
grau. Doch die Augen leuchten

noch immer.
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#2

Geisterstunde

in Diverse 05.09.2008 07:34
von Pog Mo Thon | 569 Beiträge | 569 Punkte
Hallo Stigma,

deine Gesiterstunde gefällt mir, inhaltlich allerdings besser, als von der Ausführung her. Die teilweise gelungenen Wendungen verschenkst du durch überflüssige Wiederholungen, seltsame Zeilenbrüche und Füllsel. Zum Schluss gerät es gar aus den Fugen, wenn es ein Spiel geworden ist, weil die Haare längst ergrauten ("Es ist ein Spiel, denn"...). Und das nachgestellte "noch immer" ist mir eindeutig zu melodramatisch.

Dennoch, ich bastelte mir das im Geiste um, begradigte die Verse, ließ Überflüssiges weg und hatte insofern eine ganz gute Zeit damit. Die Anregung ist also gelungen, insofern anerkennenswert.

Beste Grüße
Mattes
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#3

Geisterstunde

in Diverse 05.09.2008 10:55
von Stigma | 95 Beiträge | 95 Punkte
Hallo mattes,

erst mal danke für's Lesen


Zitat:

Die teilweise gelungenen Wendungen verschenkst du durch überflüssige Wiederholungen, seltsame Zeilenbrüche und Füllsel.


zum Beispiel?


Zitat:

Zum Schluss gerät es gar aus den Fugen, wenn es ein Spiel geworden ist, weil die Haare längst ergrauten


Es ist ein spiel geworden, weil das lyr. Ich gealtert ist...


Zitat:

Und das nachgestellte "noch immer" ist mir eindeutig zu melodramatisch.


Wäre es besser, wenn ich es wegließe? Da würd dann doch was fehlen, oder nicht?

Lg, Stigma
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#4

Geisterstunde

in Diverse 05.09.2008 23:12
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Ahoi Stig

Ich möchte den Text einmal interpretieren.
Die Geisterstunde ist hier die hervorragende Metapher.
Daran hängt sich der Text auf. Die Metapher in dem Zusammenhang, den du nebenbei ausgesprochen gut herausgearbeitet hast, bedeutet, das Spiel mit dem Leben und das Spiel mit dem Tod.
Es ist noch nicht alles gelebt worden, dies deutet das Lächeln am Ende an. Es ist noch nicht alles bekämpft worden. Anders als in anderen Gedichten, sind hier nicht die Geister der vergangenheit das Hauptthema, sondern sie sind die ganze zeit um deine lyrische Figur.
Sie jagen deine Figur durch die Zeit deines Lebens. Ein Satz, den ich übrigens für ausgesprochen gelungen befinde.

Alles in Allem gefällt mir dein Gedicht sehr gut.

Lieben Gruß

Gem

Über mich erzählten sie endlose Schrecklichkeiten und Lügen, dass einem schier die Phantasie platzen wollte. Offenbar stärkte es sie innerlich, derart über mich herzuziehen, es brachte ihnen Gott weiß welche Art Mut, den sie brauchten, um immer erbarmungsloser zu werden, widerstandsfähiger und regelrecht bösartig, um durchzuhalten, um zu überstehen. Und auf diese Weise schlecht zu reden, zu verleumden, zu verachten, zu bedrohen, das tat ihnen ganz offenbar gut.

L.F Celine

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#5

Geisterstunde

in Diverse 07.09.2008 19:59
von Stigma | 95 Beiträge | 95 Punkte
Hallo Gem,

freut mich, dass es dir gefällt Aber mit der Interpretation liegst du daneben.


Zitat:

Es ist noch nicht alles gelebt worden, dies deutet das Lächeln am Ende an. Es ist noch nicht alles bekämpft worden.


Richtig. Dennoch sind es Geister der Vergangenheit, die immernoch anwesend sind, bzw. immer wieder zurückkommen bzw. gelockt werden.


Zitat:

Sie jagen deine Figur durch die Zeit deines Lebens. Ein Satz, den ich übrigens für ausgesprochen gelungen befinde.


Danke. Der Satz hat übrigens noch eine andere bedeutung: "The time of my life", ein Lied, welches viele Erinnerungen weckt, bei mir und meinem lyr. Ich

Danke fürs Lesen und kommentieren!

Lg, Stigma
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#6

Geisterstunde

in Diverse 08.09.2008 08:56
von Pog Mo Thon | 569 Beiträge | 569 Punkte

Zitat:

Stigma schrieb am 05.09.2008 10:55 Uhr:
zum Beispiel?


Wie bitte? Nimm einfach alle Zeilenbrüche, ich verstehe keinen einen davon.


Zitat:

Es ist ein spiel geworden, weil das lyr. Ich gealtert ist...


Ja, hier benötigte ich einen zweiten Anlauf. Heute erschrecken die Geister nicht mehr, heute hat es etwas spielerischer. Ja, da saß ich auf meinen Rezeptoren, sorry.


Zitat:


Wäre es besser, wenn ich es wegließe? Da würd dann doch was fehlen, oder nicht?


Mir nicht. "Doch meine Augen leuchten". Das hätte mir nicht nur ausgereicht, sondern eben auch besser gefallen.

Beste Grüße
Mattes

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#7

Geisterstunde

in Diverse 09.09.2008 13:44
von Stigma | 95 Beiträge | 95 Punkte

Zitat:


Wie bitte? Nimm einfach alle Zeilenbrüche, ich verstehe keinen einen davon.

Ich versteh nicht, was dein Problem ist. Durch die Brüche werden die Worte am Zeilenanfang bzw. -ende mehr betont... oder nicht?
Außerdem sprachst du auch von "überflüssige Wiederholungen (...) und Füllsel"; was denn zum Beispiel? Ich habe mir beim Schreiben Gedanken gemacht, zu jedem Wort und dann wüsste ich gerne, welche davon auf dich den Eindruck eines Füllsels machen.

Gut, zum letzten Vers werde ich mir noch mals gedanken machen.

Lg, Stigma
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#8

Geisterstunde

in Diverse 09.09.2008 14:18
von Simone • Mitglied | 1.674 Beiträge | 1674 Punkte
Hi Stigma


das wären für mich logische Zeilenumbrüche:

Mein Haar ist verblasst, die Stirn zerfurcht,
auch das Lächeln hat sich eingegraben.

Im Fenster spiegelt sich der schwache Mond
und weckt die alten Geister:
Sie lauern hinter den Lidern.

Sie leben im Duft des Eau de toilettes
und jagen mich durch die Zeit meines Lebens.

Ich locke sie, lass’ mich von ihnen necken, erschrecken.
Dann duck’ ich mich weg – wie im Spiel.

Es ist ein Spiel geworden,
denn mein Haar ist längst grau.
Doch die Augen leuchten noch immer.


oder:

Mein Haar ist verblasst,
die Stirn zerfurcht,
auch das Lächeln hat sich eingegraben.

Im Fenster spiegelt sich
der schwache Mond
und weckt die alten Geister:
Sie lauern hinter den Lidern.

Sie leben im Duft des Eau de toilettes
und jagen mich durch die Zeit
meines Lebens.

Ich locke sie,
lass’ mich von ihnen necken,
erschrecken.
Dann duck’ ich mich weg
– wie im Spiel.

Es ist ein Spiel geworden,
denn mein Haar ist längst grau.
Doch die Augen leuchten
noch immer.


Gruß Simone
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#9

Geisterstunde

in Diverse 09.09.2008 17:50
von Pog Mo Thon | 569 Beiträge | 569 Punkte
Mann, Stigma, bist du empfindlich. Was machst du erst, wenn du verrissen wirst?

Nun hat Simone meinen Impuls und deine Beschwerde aufgenommen und ihre Les- bzw. Zeilenbruchart abgeliefert, da fühle ich mich ermuntert, dir aufzuzeigen, wie ich es las. Ich möchte aber intensiv darauf hinweisen, dass ich nicht etwa in dein Kunstwerk pfuschen wollte. Folgendes stellt lediglich dar, wie es bei mir ankam! Das ist also sozusagen Ausdruck meiner Interpretation, meine Cover-Version.


Geisterstunde

Mein Haar verblasst,
die Stirn zerfurcht,
das Lächeln hat sich eingegraben.

Im Fenster spiegelt sich
der schwache Mond und
weckt die alten Geister:

Sie lauern hinter Lidern(, leben)
im Duft des Eau de Toilette
und jagen mich zeitlebens.

Ich locke sie und lass’
mich necken, schrecken
Dann ducke ich mich weg.

Es ist ein Spiel geworden,
denn mein Haar ist längst ergraut.
Doch meine Augen leuchten.


Nichts für ungut, Stigma und beste Grüße.
Mattes
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#10

Geisterstunde

in Diverse 09.09.2008 19:57
von axolotl
Hallo Stigma,

was die Zeilenumbrüche anbelangt, so kann ich nizza sehr gut verstehen, auch mit den Wiederholungen trifft er den Nagel auf den Kopf. Nichtsdestotrotz gefällt ihm der Text - und hier scheiden sich nun die Geister: mir nicht.

Um nochmal auf den Punkt der Wiederaufgriffe einzugehen:

Mein Haar, S1 / mein Haar, S1
ist verblasst, S1 / ist längst grau, S5 (im übertragenen Sinne)
sie leben, S3 / meines Lebens, S3
wie im Spiel, S4 / Es ist ein Spiel, S5


Wiederholungen können Stilelement, rhetorische Figur sein, wirken hier aber mehr unschön und beliebig, wenn nicht sogar überflüssig. Es ist ja nicht so, dass sie nur wortwörtlich vorkämen, nein, sie kommen obendrein szenarisch vor (vgl. Spielpassagen, Einbau des Haars), also sprachlich wie inhaltlich.

Ich bin mir durchaus im Klaren darüber, dass man die ähnlich aufgebauten Begebenheiten sehr wohl als Textklammer (siehe e.g. Haarelement) und als Sinnbild der Wiederkehr begreifen kann. In meinen Augen ist aber die Art Weise, wie dies hier eingebunden wird, aufdringlich und erscheint - auch wenn Du angibst, gedankenschwer an die Textarbeit herangegangen zu sein - mehr dünnmaschig als strickfest.
Wiederholungen wirken im besten Fall, zum Beispiel bei geschickten Anaphern oder Anadiplosen, strukturgebend, rhythmisierend oder stärkend. Im schlimmsten Falle lassen sie den Eindruck aufkommen, dass es um den Aktivwortschatz des Schreibers nicht sonderlich gut bestellt ist, er im Grunde wenig zu sagen hat.

In diesem Zuge frage ich mich, was von dem Gedicht bliebe, wenn man ihm genau diese Konzeptionsfäden / Wiederaufgriffe nehmen würde. Nicht viel, wenn Du mich fragst, ein dürrer Gedanke, der, nachdem man ihm die Staffage genommen hat, recht nackt und kurzatmig im Raum steht.
Nun, jetzt könnte man sagen: Tja, und wenn der Mond Stiefel anhätte, würde er auf der Erde spazieren gehen, aber vielleicht verstehst Du dennoch, dass die Wiederholungelemente, auch wenn explizit so angedacht, kontraproduktiv und monoton bis langweilig wirken.

Und auch, wenn durch Brüche die jeweiligen Zeilenanfänge ein Mehr an Betonung erfahren, ergeben Deine Umbrüche gerade aus diesem Aspekt heraus für mich kein Plus im Sinne einer Unstreichung oder Hervorhebung. Klär' mich bitte auf, was die Zeilenumbrüche in dieser Form unerlässlich macht, was sie dem Gedicht geben, dass seine Intention verstärkt.
Nach aller Logik haben Simone und auch nizza für meine Begriffe gute Verbesserungen hinsichtlich der Struktur angedient. Daran würde ich mich im Zweifel halten oder den Text weiter abstrahieren, und zwar mit dem Gewicht auf solitäre und gleichsam mehrschichtige Bedeutungen der einzelnen Zeilen.

Ferner: Wozu ist das Initial in Z1, S3 nötig? Nizza hat das über einen Doppelpunkt in S2 ausgeglichen, was stimmiger ist, als Deine Variante mit einem Komma.

Was mir überdies noch sauer aufstößt, sind 'Schönwörterei' und 'Phrasenrasen' in Deinem Gedicht. Ich sehe da wenig an eigenständiger Formulierung, eher vorgefertigte Konstrukte (vgl. mein Haar ist verblasst, mein Haar ist längst grau, zerfurchte Stirn, ein eingegrabenes Lächeln, alte Geister wecken, Zeit meines Lebens, leuchtende Augen). Ein Akkordeon feststehender, eingesessener Formulierungen, die den ganzen Text nicht nur durchziehen, sondern im Grunde schon das ganze Gedicht sind, ja, und damit dann auch noch eine Eigenständigkeit an Sprache und Handlung innerhalb eines Textes anspielen wollen. Das funktioniert für mich nicht, tut mir leid. Ich vermisse kreative, wie erwähnt eigene Umschreibungen und Begriffe. Das Gedicht ist für mich üblich und wenig erfrischend in seinem Sprachgebrauch, ein Baukastensatz.

Eine weitere Frage ist, warum Du gerade das "Eau de Toilette" in den Text einbaust. Ich kann verstehen, dass die Geister beim geringsten Duftgehalt aktiv werden, olfaktorischer Trigger also. Dass Du hier also nicht ein "Extrait (de) Parfum" oder "Eau de Parfum" anführst, erscheint mir sinnvoll. Vor dem "Eau de Toilette" kommt aber mit noch geringerem Gehalt an Duftölen das "Eau de Cologne". Warum also das Mittelmaß an Duftstufe?

Was mir letztlich nicht in den Sinn will, ist, warum die Geister lauern, aber das lyr. Ich sie an anderer Stelle 'locken' will. Lauern impliziert einen Angriff in spe, ein Locken wäre also nicht erforderlich. Auch wenn das lyr. Ich den Spieß umdrehen mag, ist die Vokabel widersinnig. Da würde ich nach einem Synonym suchen, um die Diskrepanz auszubügeln. Eine Wende skizzierst Du so nämlich nicht, eher Fraglichkeit. Stünden die Wörter in umgekehrter Reihenfolge, wäre es noch plausibel (man denke zum Beispiel an Katzen im Spiel), in der jetzigen Aufstellung aber beißen sie sich in den Arsch.


Soweit zum Eindruck, Stigma. Nichts für ungut, aber ich kann dem Gedicht nichts abgewinnen.


Grüße
axo
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#11

Geisterstunde

in Diverse 11.09.2008 20:51
von axolotl
btw: Stigma, es ist nett zu sehen, dass Du scheinbar aus nizzas' und Simones' Vorschlägen Ansätze übernimmst oder anhand ihrer Skizzen das Gedicht teils überdacht hast und anderorts den Text im 'überarbeiteten' Outfit feil bietest, Dich hier aber ausschweigst.

Bei sowas könnte ich kotzen, ganze Regenbogen sogar

Grüße
axo
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#12

Geisterstunde

in Diverse 12.09.2008 22:59
von Stigma | 95 Beiträge | 95 Punkte
Guten Abend,

erst mal danke für die vielen Korrekturvorschläge - das ist doch mal was handfestes

Nizza, ich bin für gewöhnlich nicht besonders empfindlich, aber ich kann's icht haben, wenn jemand dinge in den Raum wift, ,ohne diese zu begründen oder zu belegen.

Hallo Axo,


Zitat:

btw: Stigma, es ist nett zu sehen, dass Du scheinbar aus nizzas' und Simones' Vorschlägen Ansätze übernimmst oder anhand ihrer Skizzen das Gedicht teils überdacht hast und anderorts den Text im 'überarbeiteten' Outfit feil bietest, Dich hier aber ausschweigst.


Ich bin halt nicht so schnell. Ich hatte die Idee zur Überarbeitung, bin aber noch nicht dazu gekommen, hier was zu schreiben, weil ich dann auch angemessen auf eure KOmmentare antworten wollte. Und dafür ist - bei deinem Roman - etwas mehr Zeit nötig.

Was die Wiederholungen betrifft: Wie dir wohl aufgefallen ist sind diese vor allem in der ersten und letzten Stropfe vorhanden, und bilden, wie du richtig erkannt hast, eine Klammer um eben einzuprägen, dass das LI schon alt ist.
Die Wiederholung von "leben" habe ich geändert (Version 2 poste ich am Ende), mit dem doppelten "Spiel" will ich verdeutlichen, dass es nicht nur wie ein Spiel wirkt, sonder tatsächlich eines geworden ist. Ursprünglich hatte ich vor, das "geworden" mit einem GEdankenstrich abzutennen, um zu betonen, dass es nicht immer ein Spiel war. Aber das wirkte dann optisch zu zerrupft, weswegen ich mich für das Enjambement entschlossen hatte.

Das Initial in S3Z1 ist schlichtweg ein Tippfehler, den ich in Version 2 beseitigt habe.

Zum "Phrasenrasen" (schönes Wort, hab ich noch nie gehört): Da hast du wohl recht, insbesondere was die beschreibungen des lyr. Ich betrifft. Ich arbeite daran und hoffe noch auf einen kreativen Schub.
"Zeit meines Lebens" wird aber stehen bleiben, weil es an den Soundtrack von Dirty Dancing angelehnt ist. Dieses Gedicht hat seine persönlichen Aspekte und dieses Lied weckt Erinnerungen

Der Begriff "Eau de toilette" an sich hat hier eigentlich keine spezielle Bedeutung. Inhaltlich hätte auch "Duftwasser" gereicht. "Au de toilette" habe ich rein des Klanges wegen gewählt, denn: "Duftwasser" war mir zu unspeziefisch, "Parfum" oder "Eau de Parfum" klingt meines Erachtens zu sehr nach einem schweren und aufdringlichem Duft.
Bleiben als Abstufungen noch das Eau de toilette", "...cologne" und "...solide". Warum also das EdT? Weil es meiner Meinung nach das Gängigste ist. Sowohl vom Wort her (was hätte ich denn davon, wenn der Leser erst nachschlagen müsste was ein EdS ist?) als auch vom Gebrauch - ich habe zumindest nur EdT's im Schrank stehen un meine Freunde haben auch kaum intensivere Duftwässerchen.

Dann zum letzten Kritikpunkt, das Lauern der Geister. Der Kampf mit den Geistern geht über mehrere Stationen:
lauern->(wohnen)->jagen (was auch Flucht des LI impliziert)->locken->necken->erschrecken->wegducken
Und zwar in genau dieser REihenfolge. Dem LI wird aufgelauert und es kann fliehen. Ich dachte eigentlich, dass die Flucht deutlich wird dadurch, dass es gejagt wird (wieso sollten die Geister jagen, wenn das LI nicht flüchtet?). Wenn ich mal deinen Vergleich mit dem Katz-und-Maus-spiel aufgreifen darf: Das LI ist die Maus, jedoch eine todesmutige, die zwar zunächst auf die Flucht geht, dann jedoch die Katze näher kommen lasst (locken, necken, erschrecken) und im letzten Augenblick wieder die Flucht ergreift (wegducken).

Ich hoffe, das hilft dir, axo, und auch allen anderen, den Text besser zu verstehen.

Die überarbeitete Version (aber nicht die schlussendliche )

2te Version

Mein Haar ist verblasst,
die Stirn zerfurcht,
auch das Lächeln hat sich eingegraben.

Im Fenster spiegelt sich der schwache
Mond und weckt die alten Geister:
Sie lauern hinter den Lidern,

sie wohnen im Duft
des Eau de toilettes und jagen mich
durch die Zeit meines Lebens.

Ich locke sie, lass’ mich necken,
erschrecken. Dann duck’ ich mich
weg – wie im Spiel.

Es ist ein Spiel
geworden, denn mein Haar ist
längst grau.
Doch meine Augen leuchten.


Einen schönen abend noch,
Stigma
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