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#1

Rubikon II

in Diverse 10.06.2008 19:14
von Habibi (gelöscht)
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Rubikon II – Für meinen Sohn

Musst dich einrichten
In deiner Haut
Die wächst so weit
Zum Himmel hin
Und nachts zur Hölle
Noch deutlich die Spuren
Der Mutterhand
Die wäschst du nicht ab
Mit frechem Mund
Und abends fließt
Dir das Sehnen
Zum Aug raus.
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#2

Rubikon II

in Diverse 13.06.2008 18:41
von Maya (gelöscht)
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Hallo Habibi,

auch wenn ich den Anfang recht gut finde, überzeugt mich der Text insgesamt noch nicht. Das Einrichten in der Haut symbolisiert für mich das Ausschöpfen aller Entwicklungsmöglichkeiten und Potenziale bis an die individuellen Grenzen (Metapher: Haut). Wie der Titel andeutet, scheint es um ein Kind zu gehen, das nun "aufgefordert" wird, zu wachsen, sich zu entfalten. Bis zu der Stelle mit dem Himmel kann ich dem Gedanken gut folgen, bei der Hölle komme ich nicht mehr mit. Warum wird die Nacht derart düster dargestellt? Die deutlichen Spuren der Mutterhand lassen an Ohrfeigen denken, geht es um Gewalt, um ein adoptiertes Kind, das sich abends nach der leiblichen Mutter sehnt? Ich könnte jetzt noch 4 andere Sichtweisen darlegen - und das ist der Knackpunkt. Mir ist das zu unpräzise formuliert, ich weiß nicht mal im Ansatz, worauf der Text hinaus will.

Gruß, Maya
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#3

Rubikon II

in Diverse 14.06.2008 18:40
von Habibi (gelöscht)
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Hallo Maya, die Hölle sind die Albträume, die Kinder, vor allem, wenn sie auf dem Weg aus der Kindheit hinaus sind, auch in die Selbständigkeit, weg von der Mutter, oft haben. So um 7 Jahre herum. Deshalb auch die Überschrift. Der Rubikon beschreibt ja in der Psychologie eine Grenze, die überschritten wird. Wie der Fluss damals beim historischen Kampf.

Du hast recht, die Spuren der Mutterhand können sehr als Gewaltanwendung (miss)verstanden werden. Ist hier nicht so gemeint, es meint eher den Einfluss der Mutter, das Behütetsein und Umsorgtwerden. Werde mir ein anderes Bild einfallen lassen.

In dem Gedicht geht es mir einfach um das Hin- und Hergerissensein des Kindes an der Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt, wo einerseits noch die Abhängigkeit von der Mutter, andererseits aber auch die Angst vor dem Neuen, dem Eingenverantwortlichen und auch der Wunsch Abgrenzung da ist.

Tut mir leid, dass das bei dem Gedicht augenscheinlich nicht rüber kommt. Sollte es natürlich - auch ohne lange Erklärung.
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#4

Rubikon II

in Diverse 14.06.2008 20:08
von Joame Plebis | 3.371 Beiträge | 3363 Punkte
Guten Tag, Habibi!

Tatsächlich könnten die Spuren der Mutterhand mißgedeutet werden und entgegen Deiner Vorstellung ausgelegt werden.

Bemüht in Knappheit viel auszudrücken, das läßt üblicherweise viel Platz für Phantasie, die hier aber nicht besonders gefordert ist, bis auf die 'Spuren'.

Ich bin kein Freund derartiger Werke; in die allzuviel hineingedeutet werden kann - wer brächte schon Albträume ins Spiel?. Der Titel Rubicon kann auch für jene, die nicht an den Fluß alleine denken sehr viele Trugschlüsse zulassen, doch auffallend und Interesse erweckend ist er jedenfalls.

Mit Gruß
Joame
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