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#1

Geh bitte einfach schon mal vor

in Düsteres und Trübsinniges 15.07.2007 18:53
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Geh bitte einfach schon mal vor

Geh bitte einfach schon mal vor;
ich komme nach, sobald ich kann.
Ich fühle mich komplett verlorn,
jedoch ich arbeite daran.

Ich weiß nicht aus, noch ein, und du
weißt wenigstens den Weg hinaus.
Ich hab zwar Angst und gebe zu,
es reißt mir fast das Herz heraus,

doch wenn du jetzt nicht von mir lässt,
so wirst du bald schon sagen: Geh!
Dann halte ich mich an dir fest
so sehr ich kann, und das tut weh.

_____________________________________
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#2

Geh bitte einfach schon mal vor

in Düsteres und Trübsinniges 16.07.2007 18:41
von Erebus (gelöscht)
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Hallo GW,

Auch hier ist Dir ein schönes rundes Gedicht geglückt.
Ich habe garnichts daran auszusetzen und glaube nicht, dass das an der Hitze liegt.
Doch, halt, der Titel gefällt mir nicht so sehr, obwohl ich vermutlich schon verkorkstere geschrieben habe.
Der zieht irgendwie in Richtung Bedeutungslosigkeit - besser hätte ich etwas gefunden, was inhaltlich an den Text anknüpft, sowas wie "geh du" oder "ich komme nach" - nee, das paßt auch nicht...

LG
Ulrich

edit - 17.07. 16:43
Ich habe nochmals über den Titel nachgedacht und halte ihn doch eigentlich für passend. Das etwas Devote, Kümmerliche, das darin liegt - eine Bitte..! -
kommt doch ganz gut mit dem LI zusammen.
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#3

Geh bitte einfach schon mal vor

in Düsteres und Trübsinniges 06.08.2007 20:18
von Haselnuss (gelöscht)
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Hallo, GerateWohl!

Mich wundert, dass deine Verse bisher nur wenig kommentiert wurden, ohne Erebus’ Gedankentiefe in Zweifel ziehen zu wollen.
„Geh bitte einfach schon mal vor!“ Wie oft hören wir diesen Satz und achten kaum noch auf ihre Bedeutung. Er klingt so ’dahin gesagt’. Vielleicht hat es mich gerade deshalb gereizt, dein Gedicht zu lesen. Dabei habe ich festgestellt, dass du Bewegung mit Zeit verknüpfst, Zeile für Zeile zur Lösung des ’Rätsels’ führst, das ’Leben’ heißt, ’Leben’ aus verschiedenen Blickwinkeln; eines der schier unerschöpflichen Themen, die die Gesellschaft doch immer wieder neu auflegt.

Meine Gedanken zum Inhalt deiner Verse:

Weit geht dein Blick.
Ins Jetzt und Gestern führt er sanft ins Morgen hoch.
Leise Stimmen in den Nestern prophezeien Schmerz und Tod.

Abschied ist ein neuer Anfang, wenn Erfahrung Hoffnung beißt
und Gedanken ruhig wandern zu dem Ziel, das Zukunft heißt.

Sich zu klammern an die Freiheit,
die des Menschen höchstes Gut,
ist gleich einem Skalenpendel
unter einem Regenhut.

Ich habe mir deine Verse noch einmal bezüglich der Interpunktion angesehen. (Nein, nicht ’Zwischenpunktation’) Die Grammatik-Zeichenregeln haben sich zwar im Laufe der Jahre geändert und langsam bin ich es leid, mich mit den Neufassungen auseinander zu setzen. Aber ich versuche es bei deinen Versen einmal, ohne Duden-Garantie. Nimm sie als Zweitversion deines Gedichts, wenn du möchtest, aber nicht als Gegenüberstellung. Oder lösche sie. Du bist der Moderator.

Zeitzeichen

Geh bitte einfach vor, nicht raus!
Ich komme nach, so bald ich kann.
Ich bin zwar ohne dich verlorn;
jedoch auch hier steht Arbeit an.

Ich weiß nicht ein noch aus. Doch du
kennst, wenn nichts sonst, den Weg hinaus.
Zwar hab ich Angst; ich geb’s doch zu,
sie reißt mir fast das Herz heraus.

Und wenn du es nicht bei mir lässt,
werd ich dir bald schon sagen: „Geh!“
Doch dann umklamm’re ich dich fest,
bis dass du sagst: „Hey, das tut weh!“



Und jetzt kann wer wen zerfleischen.

Lieben Gruß,

Haselnuss



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#4

Geh bitte einfach schon mal vor

in Düsteres und Trübsinniges 06.08.2007 21:26
von bipontina (gelöscht)
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ja, zerfleischen wir uns doch (wie Fleischtomaten mich zerfleischen):
:Geh bitte einfach schon mal vor;
ich komme nach, sobald ich kann.
Ich fühle mich komplett verlorn,
jedoch ich arbeite daran.

Vorschlag: um das "r" der Anfangszeile in der dritten Zeile ohne das "n" zu quälen:
Ich fühl, daß ich den Kampf verlor
Ich weiß, daß ich Dich heut verlor
Ich fühl, daß ich uns jetzt verlor
etc pp
und in den letzten Worten finde ich einen Widerspruch :
Das "GEH!!" tut weh, nicht das Festklammern (das ja womöglich gut enden könnte), aber ich kann total daneben liegen, wär nicht das erste und garantiert nicht das letzre Mal!
lieben Gruß von bipontina (keine geübte Kommentatorin! Alles gefühlsmäßig...)



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#5

Geh bitte einfach schon mal vor

in Düsteres und Trübsinniges 06.08.2007 21:54
von Haselnuss (gelöscht)
avatar
- gelöscht, da spam -

Boldt.
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#6

Geh bitte einfach schon mal vor

in Düsteres und Trübsinniges 06.08.2007 22:07
von bipontina (gelöscht)
avatar
- gelöscht, da spam -

Boldt.
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#7

Geh bitte einfach schon mal vor

in Düsteres und Trübsinniges 07.08.2007 13:58
von Haselnuss (gelöscht)
avatar
- gelöscht, da spam -

Boldt.
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#8

Geh bitte einfach schon mal vor

in Düsteres und Trübsinniges 07.08.2007 16:10
von Waldameise (gelöscht)
avatar
Hallo GerateWohl,
hmm. Liebe macht schon Angst, gel? Ich finde Dein Gedicht toll, (blöder Ausdruck), weil es wahr ist. Aber, wer nicht wagt, gewinnt nicht, würde das LD antworten. Hoffen wir doch, nicht?
Dennoch, trotz meines Lobes, ja, ich lobte still, muss ich doch meinen, auch wenn es schön in Form ist und und und (ich bin die Anti - a - meise im Gedichteschreiben, also hätte ich gar kein recht zu reden, aber ich muss... tapps tapps tapps) also, obwohl es schön in Form ist, liest es sich wie eine FESTSTELLUNG. Ich rätsle noch, ob das gut ist. Bin nicht sicher.
Der Inhalt ist auf jeden Fall TOP. Ich mag`s.
al waldameise
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#9

Geh bitte einfach schon mal vor

in Düsteres und Trübsinniges 08.08.2007 16:19
von Simone • Mitglied | 1.674 Beiträge | 1674 Punkte
Hi GerateWohl

ich hab nur mal festgehalten, wie ich es gelesen habe. und um ehrlich zu sein, ich habe ich es nicht kapiert.

die beiden haben ein gemeinsames Ziel. welches? keine Ahnung, ist vielleicht auch nicht wichtig.
das LI bittet das LD vor zu gehen, mit dem Versprechen nach zu kommen.
es arbeitet daran. woran? sich nicht mehr verloren zu fühlen oder nachzukommen?
das LI weiß nicht aus noch ein. ist verzweifelt, steckt irgendwie fest, während das LD den Ausweg kennt. den Ausweg aus der Beziehung oder auch aus der Verzweiflung?
das LI bittet das LD zu gehen, obwohl es das eigentlich nicht möchte, doch es geht davon aus, dass das LD es doch bald wegschickt und es sich dann an ihm (LD) festklammert.

also
geh (obwohl ich das eigentlich nicht will) ich komme nach.
du kennst den Weg hinaus, ich nicht.
wenn du nicht gehst, schickst du mich bald weg.
und dann will ich dich halten. (obwohl ich eigentlich will, dass du gehst)

LG ninn

Nachtrag

oder es bedeutet:
Geh bitte einfach schon mal vor, bis ich herausgefunden habe, was ich eigentlich will.

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#10

Geh bitte einfach schon mal vor

in Düsteres und Trübsinniges 12.08.2007 16:01
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Uiuiui! So viele Kommentare, und ich Schlappi hab nicht geantwortet. Entschuldigung dafür erst einmal vorab.

@Erebus: Das Thema Titeloptimierung scheine ich ja erfolgreich ausgesessen zu haben. Danke Dir für Deine Auseinandersetzung.

@Haselnuss: Ich zerfleische niemanden. Das dürfen wir als Moderatoren leider nicht.
Aber ich hänge dann doch eher an meiner Version.
Interessante Gedanken, die Du mit dem Text verbindest.
Es ging mir halt auch ein bisschen darum,diese Klarheit in der Verzweiflung bzw. die Stärke in der Schwäche darzustellen, ein lichter Moment, in dem das Ich sagt, geht weiter, lasst mich zurück, die Mission ist wichtiger" Wie in einem Actionfilm.
Hoffe, das hat einigermaßen geklappt. Danke für Deinen Kommentar.

@Bipo: Nein, es ist genau das Festklammern, das weh tut und nicht das "Geh".
Bzgl. des Reims bin ich mit der vorliegenden Assonanz sehr glücklich. Trotzdem danke für den Vorschlag.

@Waldameise: Ich danke Dir vielmals für Deinen Kommentar und das Lob!
Mich würde natürlich das Ergebnis Deines Grübelns interessieren. Aber watt will ich denn? Erst ewig nix kommentieren, nich mal antworten und dann noch Fragen Stellen.

@niniach: Dein Kommentar ist interessant. Da muss ich mich doch nochmal genauer mit der Semantik des Textes auseinandersetzen.

Zitat:

ninniach schrieb am 08.08.2007 16:19 Uhr:
die beiden haben ein gemeinsames Ziel. welches? keine Ahnung, ist vielleicht auch nicht wichtig.


Das Ich und das Du haben ein gemeinsames Ziel. Sie hatten eine Beziehung. Da sollten sie ein gemeinsames Ziel haben, und sei es auch nur eine gemeinsame Zukunft.

Zitat:

ninniach schrieb am 08.08.2007 16:19 Uhr:das LI bittet das LD vor zu gehen, mit dem Versprechen nach zu kommen.
es arbeitet daran. woran? sich nicht mehr verloren zu fühlen oder nachzukommen?

Beides. Aber eines nach dem anderen. Das Nichtverlorenfühlen ist die Voraussetzung für's Nachkommen.

Zitat:

ninniach schrieb am 08.08.2007 16:19 Uhr:das LI weiß nicht aus noch ein. ist verzweifelt, steckt irgendwie fest, während das LD den Ausweg kennt. den Ausweg aus der Beziehung oder auch aus der Verzweiflung?


Ist ja interpretationssache. Intendiert war der Weg aus der Situation, die das lyr. Ich verzweifeln lässt. Davon wird die Beziehung nicht unberührt sein.

Zitat:

ninniach schrieb am 08.08.2007 16:19 Uhr:das LI bittet das LD zu gehen, obwohl es das eigentlich nicht möchte, doch es geht davon aus, dass das LD es doch bald wegschickt und es sich dann an ihm (LD) festklammert.

also
geh (obwohl ich das eigentlich nicht will) ich komme nach.
du kennst den Weg hinaus, ich nicht.
wenn du nicht gehst, schickst du mich bald weg.
und dann will ich dich halten. (obwohl ich eigentlich will, dass du gehst)


Was soll ich dazu sagen? Genau so sind die Menschen nach meiner Erfahrung. Und darum geht's in dem Gedicht.
Danke Dir vielmals für die Auseinandersetzung und den Kommentar.

Entschuldigung nochmal an alle wegen der späten Rückmeldung und viele Grüße,
GerateWohl

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