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#1

Grün ist die Angst

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 18.01.2007 14:42
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
Grün ist die Angst

Wer sich in den letzten Jahren noch vor Radio, Zeitung oder Fernseher wagte,
wurde täglich mit Horrormeldungen über menschgemachten Klimawandel
und dem Höllenfeuer der Apokalypse überschüttet.
Winter und Herbststürme waren nicht mehr normal, sondern klar von uns angezettelt.
Extreme Kälte oder jahreszeitlich ungewöhnliche Wettermilde ebenfalls und auch warme Sommer. Die hatten hier nass und kalt zu sein, und waren sie das, dann war das auch der Mensch mit seinen großen Autos, Flugreisen, dem warmen Ofen im Winter und dem Stromverbrauch. Klar. Wir fühlten uns, egal was wettermäßig passierte, im Dauerschuldstress.
Manche überlegten schon ob ein vorzeitiges Ableben nicht ein kleiner Beitrag zu
besserem Klima sei.
Heute habe ich mich, angesichts des „Jahrhundertsturmes“, von denen habe ich, in den 70er Jahren, bereits einige in Norddeutschland erlebt und zwar mit Windgeschwindigkeiten über 200km/h, getraut wieder eine Zeitung aufzuschlagen. Die „Weinheimer Nachrichten“ mein kleines Provinzblatt. Ich war überrascht, von dem Mut eines Schreibers, der folgendes zu Papier brachte:

„Warme Winter gab es schon früher“. „Hups“, dass interessierte mich. So stand dort:
Kein geringerer als Johann Peter Hebel hatte 1808 in der Postille „Rheinischer Hausfreund“ geschrieben.
Er hatte in Chroniken seinerzeit recherchiert, dass,

1289 „die Jungfrauen am Dreikönigstag Kränze von Veilchen
und Kornblumen getragen haben.

1420 Winter und Frühjahr so gelind waren, dass im März schon
alle Bäume verblüht waren und es im April bereits Kirschen gab.

1538 Dass um Weihnachten alle Blumen blühten.

1572 In den ersten Monaten des Jahres schlugen die Bäume aus
und im Februar brüteten die Vögel.

1585 Stand Ostern schon das Korn in den Ähren.

1617 und
1659 Brüteten die Vögel schon im Januar.

1722 hörten die Bürger schon im Januar auf zu heizen, da es . schon warm war.


Das machte mir Mut. Kann es sein, dass die Natur auch ohne unser Zutun macht was sie will?



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#2

Grün ist die Angst

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 19.01.2007 15:14
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
Hallo Knud,
das hab ich jetzt erst gelesen, und - ich wusste zwar keine Jahreszahlen - aber dass dieses Dauerschuldgefühl, angefangen, jedenfalls aus meiner Erinnerung, mit FCKW, auf uns lastet, obwohl diese Wetter-/Klimaphänomene schon weiter früher aufgetreten waren, das war mir bewusst.
Ich denke, dass Vieles propagandistisch und auch wirtschaftlich, vor allem (wirtschafts)politisch, ausgeschlachtet wird. Forschung und Wissenschaft mit staatlichen oder auch privaten Geldern werden das wohl als 'Nebenprodukte' proklamieren (wer weiß schon genau, woran sie in Wirklichkeit arbeiten. Halt! Nein. Ich bin kein Verschwörungstheoritiker *lach*), die Presse hat 'Stoff', es verdienen einfach Viele daran, und letztlich ist der Mensch 'voll' von Informationen, er muss sich auf nicht viel Weiteres mehr einlassen. Da gäb es noch die Frage: Was macht eigentlich die Pharmazie, was die Weltraumforschung? - Um nur 2 zu nennen .... die Öldindustrie hat einen gemein hohen Anteil durch Altöle im Meer.. - Ulkigerweise sind's die Privatmenschen, denen das schlechte Gewissen suggeriert wird. Aber ob das so stimmt? Ich erinnere mich auch noch dran, wie die Wissenschaft Wind- und Sonnenenergie verlacht wurde und von wem.... da war einfach Atomenergie 'wirtschaftlicher'.
Das Thema ist also schon auch ein brisantes, obwohl es so 'hingenommen' wird.
Ach - bin ich jetzt ins Schwafeln geraten? Hoffentlich nicht...

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#3

Grün ist die Angst

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 19.01.2007 19:10
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
liebe Uschi,
ja ich glaube wir werden etwas verarscht. Nachhaltig nachfassen und fragen "was wollt ihr wirklich" wäre schon ein guter Ansatz.
Gruss
Knud

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#4

Grün ist die Angst

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 19.01.2007 22:02
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Ich finde auch, dass – von verschiedenen Seiten her – die Meinungen beeinflusst werden und den Leuten ein schlechtes Gewissen eingeredet wird, um sie diesem oder jenem Verhalten zu bewegen.
Doch genau so, wie Angstmacherei gefährlich ist, ist auch die *es-gab-das-schon-immer-Mal*-Haltung gefährlich. Aus dem einfachen Grund, weil sich bei so einer Einstellung das persönliche Verhalten nicht ändern wird und es einem Verschliessen vor Tatsachen gleich kommt. Überspitzt formuliert, könnte ich sagen, Mord und Totschlag gab es auch schon seit Anbeginn, demzufolge kann das so schlecht nicht sein.

Wir hier, in der Schweiz, sind Zeugen davon, wie die Gletscher jährlich immer mehr zurückgehen. Das ist sogar mit blossem Auge zu sehen und ist erschreckend. Gerade weil es vor meiner Haustüre geschieht und ich es nicht in einem Artikel lese, der vom Abtauen des Permafrostes oder dem El Ninjo-Phänomen handelt, das sich zig tausend Kilometer weit weg abspielt.

Wir sind nicht in der Lage, Grossmächte oder Weltkonzerne zum Umdenken zu bewegen, doch können wir in unserem persönlichen Umfeld etwas dagegen tun. Wir wissen alle, wie das aussieht und ich muss die Massnahmen, die uns möglich sind, nicht aufzählen.

Das ist nichts, ich weiss, nicht mal der berühmte Tropfen auf dem heissen Stein und vielleicht auch nur pure Illusion, doch es einfach hinzunehmen und die Achseln zu zucken, ist zwar sehr bequem, aber setze ich mit Billigung gleich.

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#5

Grün ist die Angst

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 19.01.2007 23:37
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
Liebe Marg,
Du hast ja so recht wenn Du den Einwand bringst, dass das was menschgemacht ist möglichst geändert werden sollte. Menschgemacht ist aber nur ein verschwindend kleiner Teil. Ich halte nichts von politisch-medialer Totschlagspropaganda mit erhöhtem Angsteffekt. Da muss sich jeder denkende Mensch verarscht vorkommen. Gletscher schmelzen, ja. Bei Euch und an den Polen. Das ist wirtschaftlich für Gebiete mit Wintersporttouristik eine Katastrophe. Aber glaubst Du wirklich, dass das das erste Mal in der Weltgeschichte war? Es hat immer Kalt-und Warmperioden der Erde gegeben und natürlich in vorindustrieller Zeit. Da hatte der Mensch keine Chance das Klima zu verändern. Das Thema ist so vielschichtig und es ist nicht damit getan, dass wir Müll trennen oder Fahrrad fahren. Hast Du Dich auch schon einmal gefragt warum, obwohl sich diese Entwicklung lange abzeichnete, hochindustrielle Länder sich nicht in der Lage sahen Alternativen zu fossilen Brennstoffen früher zu entwickeln?
Hauptursache ist unser Zentralgestirn, die Sonne. Dann gibt es noch eine Vielzahl hocheffektiver natürliche Emmissionsquellen. Methan von Rindern und anderen Tieren, Co2 von Termiten , Vulkanismus. Alles in mengenmässig grösserer Dimension als es der Mensch produziert.
Wir in den nördlichen Breiten können nur auf diesem Gebiet leben weil der Golfstrom uns das ermöglicht. Diese Warmwasserströmung wird durch eine gewaltige Pumpe angetrieben deren Triebkraft der hohe Salzgehalt der nördlichen Polregion ist. Hier fallen in unterseeischen Wasserfällen gigantische Wassermassen in die Tiefsee. Wenn durch Polabschmelzung der Salzgehalt des Kaltwassers herabgesetzt wird kommt diese Pumpe ins Stocken und die Pole und Gletsche wachsen wieder. (wie in jeder Eiszeit) Dann haben wir zu viel Eis und Schnee
und mit Windmühlen oder Solarpaddeln (wo bei uns die Sonne selten scheint) kann man kaum eine Industrienation betreiben. Etwas mehr Augenmass und hütet Euch vor den Ökodemagogen.

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#6

Grün ist die Angst

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 19.01.2007 23:48
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Ja, dann ist das doch alles ganz einfach, nicht? Ich warte einfach ein paar Millionen Jahre, bis sich das alles wieder eingerenkt hat, und gut ist. In der Zwischenzeit konsumiere ich munter vor mich hin, schere mich keinen Deut darum, was mit der Natur geschieht, weil nach mir eh die Sintflut kommt.

Soll meine Kurze und deren Nachkommen doch schauen, was sie mit meinen Aludosen und dem Feinstaub, den mein Auto absondert, Schönes anstellen können. Mich juckt das ja dann nicht mehr.

Danke, ich fühle mich gleich besser.

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#7

Grün ist die Angst

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 20.01.2007 01:19
von Joame Plebis | 3.484 Beiträge | 3363 Punkte
In gewissem Maß stimmt es schon, Knud, nicht alles Extreme sind dem menschlichen Einfluß zuzuschreiben.
Der Mensch, der selbst ein Extrem in der Natur (soweit er noch dazugehört) darstellt, trug und trägt aber gewaltig dazu bei, daß bisher übliche Schwankungen extremer und mit unabsehbaren Folgen geschehem.
Schon rechnerisch genügte diesem Planeten nicht, das Menschliche Tun sofort zu beenden, was ja keinesfalls geschieht.
Es liegt in der schäbigen Natur des Menschen, genauer genommen in jener, die Macht besitzen die Geschicke zu steuern, sogar aus Unglück und Leichen noch Kapital zu schlagen. - Ist ja lustig, wie tüchtig die Erdbewohner sind.

Dein Beitrag ist auf jedenfall interessant, zeigt er doch auch auf, daß wir ohne Zündeln und Giftspritzerei nicht in einem wohligen geborgenen Nestchen sitzen, wo uns nichts passieren kann und alles bestens geregelt vonstatten geht.

Freundlich grüßt
Joame

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#8

Grün ist die Angst

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 20.01.2007 09:43
von Alcedo • Mitglied | 2.529 Beiträge | 2351 Punkte
hallo Knud

keinesfalls möchte ich dir deine liebgewonnene Feindbilder nehmen. nur gebe ich zu Bedenken, dass die von die gebrachten, weit zurückliegenden, "Beweisjahre" ein gravierendes Manko beinhalten: zu jener Zeit bestimmten Päpste in ihrer Allmacht über den Kalender. bloss waren es dem gemeinen Bauer und dem gemeinen Seefahrer sicher aufgefallen falls die Tagundnachtgleiche nicht mehr Mitte März sondern schon im Februar stattfand. das haben sie dann sicher über die Beichte bin ins vatikanische Herrscherhaus getragen - und was taten die Herren der Welt? sie bestimmten in ihrer Unfehlbarkeit, dass mal eben ein paar Wochen übersprungen werden, als sei nichts gewesen. die gregorianische Kalenderreform von 1582 ist ein letztes Faktum. ich persönlich habe da starke Zweifel ob da nicht auch schon früher herumgewurschtelt wurde, gerne auch in die falsche Richtung. wie mit fähigen Astronomen in jener Zeit umgegangen wurde ist ja bekannt.

im Mittelalter hatte das Neue Jahr zu unterschiedlichen Zeit begonnen. mal Weihnachten, mal Ostern, mal Mariä Verkündung. und die Berechnung von Ostern ist wieder eine "Wissenschaft" für sich.
da gibt es auch bis zur Neuzeit erhebliche Diskrepanzen. so hat die Oktoberrevolution am 7. November stattgefunden und die orthodoxe Weihnacht wird immer noch noch Julianischem Kalender gefeiert (also im Januar).

da traue ich persönlich doch eher den Erkenntnissen die Bohrkerne aus dem "ewigen" Eis der Arktis und Antarktis zu Tage fördern. oder aus Gletschereis. im Monte-Rosa-Gebiet erzählt ein 85-Meter-Bohrkern nach der Radiokarbonmethode dass dort der Gletscher in den Alpen seit 10000Jahren besteht. in der Antarktis wurde das Eis bis in drei Kilometer Tiefe angebohrt und dabei ein Alter von sieben Millionen Jahren nachgewiesen. das war ein europäisches Gemeinschaftsprojekt (August+September 2004) und hat übrigens schlappe 12Mio. Euro gekostet. die vollständige Auswertung wird sich noch viele Jahre hinziehen und laufend komme neue Forschungen dazu. desweiteren lässt sich im Eis wie in einem Archiv rückwärts blättern. jahreszeitliche periodische Ablagerungen und einmalige nach großen Vulkanausbrüchen (z.B. Krakatau) sind global gegeben und zeichnen sich ab, analog wie bei Wachstumsringen in den Bäumen. ebenfalls ist durch die Inklusionen die Zusammensetzung der damaligen Atmosphäre erkennbar. Kohlendioxid und Methangasmengen in unserer heutigen Atemluft sind zum Beispiel wesentlich höher als in den vergangenen 650000Jahren(!).

du kannst dich aber gerne auch mit den Kreationisten zusammentun, Knud, und munter Warnhinweise auf Biobüchern anbringen. Darwin ist sicher auch mindestens so gefährlich wie die Grünen.
nicht?
gut. lassen wir die Kirche im Dorf.

liebe Grüße
Alcedo


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#9

Grün ist die Angst

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 20.01.2007 14:13
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
das gefällt mir, macht weiter, bitte Euere Meinung ist gefragt.
Übrigens habe ich nie geschrieben, dass man nicht gegensteuern soll. Hier geht es um Medienpolitik mittels Angst, Demagogie und die Erkenntnis, dass wir nicht alles beeinflussen können was uns nicht genehm ist. (in diesem Zusammenhang sind wir ein Nichts)Unsere rührenden Versuche sind vielleicht ein Funken der unser Allmachtgefühl noch am Leben hält.
Alcedo.
Ja es hat Kalenderumstellungen gegeben, das ist jedoch zeitlich klar nachzuvollziehen und fand bestimmt nicht im 18. Jh. statt. Die wissenschaftlichen Untersuchungen im Eis sind auch mir nicht neu. Wir wissen auch, dass es Umpolungen der Erdachse gegeben hat und die verlaufen in längeren Zyklen als 10.000 Jahre.
Also bitte bitte macht weiter ich finde das spannend. Vielleicht noch:
versucht objektiv zu bleiben und lasst Euch nicht von politisch dogmatischen Eigenvorstellungen leiten. Ich danke Euch.
Liebe Grüsse
Knud

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#10

Grün ist die Angst

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 20.01.2007 14:44
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
Nachtrag zu Kalenderreformen

Zitat:


Kalenderreformen stellen Einschnitte in der Zählung von Zeiträumen dar. Viele Kalenderreformen entstanden aus dem gesellschaftlichen Bedürfnis nach höherer Genauigkeit bei der Planung der Aussaat in der Landwirtschaft. Daneben finden sich aber auch rein politisch und / oder religiös motivierte Kalenderreformen.

Die wichtigsten Reformen der ersten Art sind die Ablösung des alten römischen Kalenders durch den julianischen Kalender im Jahr 46 v.Chr., die des julianischen Kalenders durch den augusteischen Kalender im Jahre 8 unserer Zeitrechnung und die Schaltjahreskorrektur durch den Gregorianischen Kalender im Jahre 1582. Die Einführung der christlichen Jahreszählung durch den Mönch Dionysius Exiguus im Jahr 525 kann nicht als Kalenderreform im engeren Sinne angesehen werden.

Während der Julianische Kalender wesentliche Verbesserungen bei der Orientierung an dem (scheinbaren) Lauf der Sonne in den Jahreszeiten bewirkte, wurde die Kalender-Ordnung von Augustus dadurch verbessert, dass eine durch falsche Anwendung der Julianischen Schalttags-Vorschriften (“quarto quoque anno“) in der Zeit nach dem Tode Cäsars erfolgte Verschiebung des Kalenders gegenüber den astronomischen Wendemarken wieder korrigiert wurde. Zusätzlich wurden in der Ägide von Augustus aber auch noch rein politisch motivierte Veränderungen am Julianischen Kalender vorgenommen: Der Monat “sextilis“ wurde in “augustus“ umbenannt. Dieser Monat und auch die Monate Oktober und Dezember wurden mit einem zusätzlichen Tag auf 31 Tage erweitert. Die Monate September und November hingegen wurden jeweils um einen Tag auf 30 Tage verkürzt. Durch diese augusteische Kalenderreform wurde schließlich der Monat Februar in Gemeinjahren auf 28 Tage, in Schaltjahren auf 29 Tage gekürzt. Die so entstandene augusteische Kalenderfassung wurde bis in die Gegenwart beibehalten.

Der französische Revolutionskalender stellte dagegen einen Kalender dar, der bewusst mit der christlichen Tradition brechen und einen auf rationalen Prinzipien basierenden und international akzeptablen Kalender einführen wollte.

Siehe auch: Kalenderentwürfe – Vorschläge zur Reform des Gregorianischen Kalenders.

Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Kalenderreform“



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#11

Grün ist die Angst

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 20.01.2007 15:07
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
Nachtrag zum Thema Eiszeitalter und Vergletscherung (Wikipedia)

Zitat:


Als Eiszeitalter bezeichnet man eine Periode der Erdgeschichte, die durch Vereisung beider Pole gekennzeichnet ist und innerhalb derer es zu deutlichen Klimaschwankungen mit Warm- und Kaltzeiten kam. Gemäß dieser Definition leben wir seit etwa 2,6 bis 2,7 Millionen Jahren in einem Eiszeitalter. Seit dieser Zeit, vor allem aber seit etwa 1 Million Jahren, ist das Klima der Erde relativ kurzfristigen Schwankungen unterworfen, den Kaltzeiten (Glaziale) und Warmzeiten (Interglaziale).


Der Mendenhall-Gletscher in AlaskaInhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Verwendung der Begriffe Eiszeit und Eiszeitalter
2 Eiszeitalter in der Erdgeschichte
3 Das aktuelle Eiszeitalter – Ursachen
3.1 Erdbürtige Ursachen
3.2 Astronomische Ursachen
4 Struktur des aktuellen Eiszeitalters
5 Gliederung und Nomenklatur
5.1 Probleme der Gliederung
5.2 Internationale Gliederungen
5.3 Gliederung in Mitteleuropa
6 Auswirkungen auf die Erde
6.1 Vergletscherungen
6.2 Meeresspiegel
6.3 Klima und Atmosphäre
6.4 Lebewelt
7 Siehe auch
8 Literatur
9 Weblinks



Verwendung der Begriffe Eiszeit und Eiszeitalter [Bearbeiten]Der Begriff Eiszeit wird oft synonym zu Kaltzeit bzw. Glazial verwendet. Er wurde in diesem Sinn 1837 von Karl Friedrich Schimper eingeführt, später aber auch gleichbedeutend mit Eiszeitalter verwendet. Um Verwirrungen zu vermeiden, benutzt man für die gesamte Periode der letzten 2,6 Millionen Jahre und auch für die älteren Vereisungsphasen besser den umfassenderen Begriff Eiszeitalter, der sowohl die Eis-/Kaltzeiten als auch die dazwischen liegenden Warmzeiten (im Sinne von Interglazial) umfasst.

Das gegenwärtige Eiszeitalter wird in der Fachsprache als Quartär bezeichnet und in das Pleistozän (das eigentliche Eiszeitalter) und das Holozän (die Nacheiszeit) untergliedert. Seit den Entscheidungen der Internationalen Stratigraphischen Kommission (International Commission on Stratigraphy, ICS) im Jahre 2005 umfasst das Quartär (und damit das aktuelle Eiszeitalter) nunmehr das Holozän, das Pleistozän und die jüngeren Abschnitte des Pliozäns.


Eiszeitalter in der Erdgeschichte [Bearbeiten]Eiszeitalter sind auf der Erde relativ selten. Die Erde ist, betrachtet man ihre gesamte Geschichte, ein normalerweise weitgehend eis- und frostfreier Planet, auf dem es jedoch periodisch relativ kurze Kältephasen von ca. 15–20 Millionen Jahren Dauer gibt. Während dieser Phasen kommt es zur Eisbedeckung an Polen und in Gebirgen, sowie zu Gletschervorstößen bis in mittlere und teilweise auch niedere Breiten. Dies sind die Eiszeitalter. Eine der bekanntesten Vereisungsphasen gab es im jüngeren Präkambrium. Nach der so genannten »Schneeball Erde«-Theorie war die Erde vor etwa 750 bis 580 Millionen Jahren mehrmals fast komplett von Eis bedeckt. Die Entwicklung des Lebens wurde durch die großflächige Vergletscherung stark gefährdet. Eventuell wurde aber dadurch die Evolution der Vielzeller, die kurz nach dem Ende dieser Vereisungsphase einsetzte, deutlich beschleunigt. Klimamodelle der frühen Erde unterstützen diese Theorie mittlerweile zunehmend.

Bekannt ist auch das permo-karbonische Eiszeitalter. Vor allem die Südkontinente, das alte Gondwana, wurden von den Eisvorstößen dieser Epoche überprägt. Mitteleuropa lag zu dieser Zeit in Äquatornähe und hatte tropisches Klima. Die Vermutung eines Eiszeitalters als Ursache für das Artensterben zu Beginn des Mesozoikums wurde dagegen mittlerweile widerlegt.


Das aktuelle Eiszeitalter – Ursachen [Bearbeiten]Unser jetziges Eiszeitalter hat vor etwa 2,6 Millionen Jahren, im Pliozän, begonnen. Andere Quellen geben den Beginn mit 2,7 Millionen Jahren vor heute an.

Bei den Klimaschwankungen des Eiszeitalters muss man zwischen einem generellen Abkühlungstrend auf der Erde unterscheiden, der bereits im älteren Tertiär (Paläogen) einsetzte und sich im jüngeren Tertiär (Neogen) fortsetzte. Dieser Trend wirkt langfristig. Unabhängig davon gibt es (geologisch gesehen) kurzfristige Klimaschwankungen, die zwischen 100.000 Jahren und wenigen Jahrzehnten dauern können. Die letztgenannten Schwankungen laufen meist periodisch ab.

Als Ursachen der allgemeinen Abkühlung seit dem Paläogen werden im Moment vor allem Änderungen auf der Erde selbst diskutiert, während die kurzfristigen Klimaschwankungen sich am besten mit periodischen Änderungen der Erdbahnparameter oder mit periodischen Schwankungen der Sonnenaktivität erklären lassen.

Die Suche nach den Ursachen für die zyklisch auftretenden Kalt- und Warmzeiten gehört auch heute noch zu den spannendsten Herausforderungen für die Paläoklimatologie. Sie ist eng mit den Namen James Croll und Milutin Milanković verbunden. Beide hatten Ideen des Franzosen Joseph Alphonse Adhémar weiterentwickelt, wonach Veränderungen der Erdbahngeometrie für wiederkehrende Kaltzeiten verantwortlich waren.


Erdbürtige Ursachen [Bearbeiten]Hauptantrieb für die allgemeine Abkühlung im Paläogen und Neogen waren Prozesse der Plattentektonik, das heißt die Verschiebungen der kontinentalen Platten.

Öffnung und Schließung von Meeresstraßen: Durch das Schließen bzw. Öffnen von Meeresstraßen veränderten sich entscheidend die Meereströmungen (und damit der Wärmetransport) auf der Erde. So öffnete das Wegdriften Australiens und später Südamerikas von der Antarktis im Oligozän zwei Meeresstraßen (Tasmanische Passage und Drake Passage). Dadurch konnte sich ein Strömungssystem rund um die Antarktis etablieren. Dieser kalte zirkumantarktische Strom isolierte Antarktika vollständig von warmen Oberflächenwassern. Antarktika kühlte ab und die Bildung einer Eiskappe über dem Kontinent am Südpol wurde vor ca. 35 Mio. Jahren eingeleitet. Zuvor waren die Meeresströmungen um die Antarktis stark zum Äquator hin abgelenkt, so dass wärmere Wassermassen den Kontinent erreichen und aufheizen konnten.

Die Bildung einer Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika vor 4,2 bis 2,4 Millionen Jahren sorgte für die Umlenkung warmer Meeresströmungen nach Norden und damit auch für die Entstehung des Golfstroms. Der Transport von warmem Wasser in den hohen Norden bewirkte zwar zunächst eine Erwärmung der Nordhalbkugel, stellte aber auch die notwendige Feuchtigkeit bereit, um in Grönland, Nordamerika und Nordeuropa mit der weiteren Abkühlung Gletscher entstehen zu lassen.

Bildung von Hochgebirgen: Durch den Zusammenstoß von Platten kam es ab dem jüngeren Tertiär (Neogen) zu verstärkter Gebirgsbildung. Die Heraushebung von Festland in bedeutende Höhen verändert in erster Linie groß- und kleinräumig die Luftströmungen. Die Entstehung der Faltengebirge, wie z.B. der Alpen, der Rocky Mountains oder des Himalayas, die für die Änderung der Zirkulationsmuster in der Atmosphäre sorgte, brachte ebenfalls die notwendige Feuchtigkeit auf die Kontinente, die zur Vergletscherung weiter Teile der Nordhalbkugel beitrugen. Gleichzeitig sind Hochgebirge auch bevorzugte Gebiete der Gletscherentstehung.

Weitere erdbürtige Ursachen: In der Kreide und im Paläogen gab es deutlich stärkeren Vulkanismus als im Neogen und Quartär (Geologie). Da mit jedem Vulkanausbruch eine umfangreiche Freisetzung von Kohlendioxid verbunden ist, war der CO2-Gehalt der Atmosphäre zu dieser Zeit höher. Dementsprechend stärker wirkte in der Kreide und im Paläogen auch der natürliche Treibhauseffekt der Erde.


Astronomische Ursachen [Bearbeiten]Erdbahngeometrie Die Veränderung der Erdbahngeometrie wird durch wechselseitige Gravitationskräfte im System Sonne, Erde, Mond hervorgerufen. Sie ändern die Form der elliptischen Erdbahn (Exzentrizität) um die Sonne mit einer Periode von etwa 100 000 Jahren, die Neigung der Erdachse zur Umlaufbahn mit einer Periode von etwa 40 000 Jahren (Schiefe der Ekliptik), während die Tag-und-Nacht-Gleiche auf der elliptischen Umlaufbahn etwa nach 25 780 Jahren wieder die selbe Position auf der Ellipse einnimmt (Präzession). Durch diese so genannten Milanković-Zyklen verändert sich periodisch die Verteilung der Sonnenenergie auf der Erde.

Angeregt durch den deutschen Meteorologen Wladimir Peter Köppen formulierte Milutin Milanković 1941 in seiner Arbeit »Der Kanon der Erdbestrahlung und seine Anwendung auf das Eiszeitproblem« die Hypothese, dass eine Kaltzeit immer dann auftritt, wenn die Sommersonneneinstrahlung in hohen nördlichen Breiten minimal wird. Kühle Sommer sind nach Köppen für den Eisaufbau entscheidender als kalte Winter. Milanković suchte also dort nach den Ursachen für Eiszeiten, wo sie am offensichtlichsten sind, in den hohen nördlichen Breiten.

In jüngster Zeit gerät die klassische Milanković-Theorie immer mehr in die Kritik. Die Vorstellung von einer wichtigen Rolle der Tropen und der Südhemisphäre bei Kaltzeit-Warmzeit-Wechseln gewinnt seit Ende der 1990er-Jahre zunehmend an Bedeutung. Statt eines Antriebs in hohen nördlichen Breiten allein muss nun von generellen Veränderungen des globalen Strahlungshaushalts ausgegangen werden, unter anderem durch Änderungen der Zusammensetzung der Atmosphäre. Komplexe interne Wechselwirkungen durch ozeanische und atmosphärische Zirkulation – vor allem im Zusammenhang mit dem Golfstrom –, die Wirkung der Treibhausgase und andere Prozesse führen zu einem komplizierteren Mechanismus der Steuerung von Kaltzeit-Warmzeit-Wechseln.

Aktivitätszyklen der Sonne In der letzten Kaltzeit gab es zwei Dutzend erhebliche Klima-Umschwünge, bei denen innerhalb nur eines Jahrzehnts die Lufttemperatur über dem Nordatlantik um bis zu zwölf Grad Celsius anstieg. Diese Dansgaard-Oeschger-Ereignisse traten meist alle 1470 Jahre auf. Diese Periodizität kann mit einer Überlagerung der drei bekannten Aktivitätszyklen der Sonne von elf, 87 und 210 Jahren erklärt werden: Nach 1470 Jahren ist der 210er-Zyklus sieben mal und der 86.5er-Zyklus 17 mal abgelaufen. In der heutigen Warmzeit traten diese Dansgaard-Oeschger-Ereignisse nicht mehr auf, da die schwachen Sonnenschwankungen die stabilen Atlantikströmungen der letzten 10.000 Jahre nicht mehr stören konnten.


Struktur des aktuellen Eiszeitalters [Bearbeiten]Innerhalb der einzelnen Eiszeitalter gibt es relativ warme und extrem kalte Zwischenphasen. Die Kältephasen eines Eiszeitalters (Kaltzeiten bzw. Glaziale) sind gekennzeichnet durch massive Gletschervorstöße. Sie sind mit etwa 90.000 Jahren deutlich länger als die Wärmephasen (Warmzeiten bzw. Interglaziale), die nur rund 15.000 Jahre dauern. Warmzeiten beginnen häufig recht plötzlich, während die Abkühlung eher schleichend erfolgt. Dabei verläuft die Klimaveränderung selten gleichmäßig, sondern mit abrupten Änderungen und dazwischenliegenden gegenläufigen Entwicklungen.

Ein gesamter Zyklus von einer Warmzeit zur nächsten dauert derzeit etwas mehr als 100.000 Jahre. Diese Zyklendauer ist allerdings erst seit 600.000 - 800.000 Jahren gültig. Von 2,7 Mio. Jahren vor heute bis vor ca. 700.000 Jahren lag die Dauer eines Zyklus nur bei etwa 40.000 Jahren. Dies ist mit der etwa gleich langen Periode, mit der die Schiefe der Ekliptik (Stellung der Erdachse) schwankt, in Verbindung zu bringen. Der aktuell gültige 100.000-Jahre Zyklus beruht vor allem auf Änderungen der Exzentrizität der Erdbahn. Warum es zu dem Wechsel in der Dauer der Warm-Kaltzeit-Zyklen kam, ist im Moment nicht eindeutig geklärt.

Die aktuelle »Nacheiszeit«, in der geologischen Zeitskala als Holozän bezeichnet, ist eine Warmzeit innerhalb eines globalen Eiszeitalters, die seit etwa 11.000 Jahren andauert. Auch in den Wärmephasen eines globalen Eiszeitalters bleibt das Klima im erdgeschichtlichen Vergleich relativ kalt, die Eisbedeckung von Polen und höheren Gebirgen wird meist erhalten. Gletschervorstöße bis in die Mittelbreiten werden aber zurückgebildet, und es kommt dort zu wesentlich gemäßigterem Klima, insbesondere mit milderen Wintern.


Gliederung und Nomenklatur [Bearbeiten]
Probleme der Gliederung [Bearbeiten]Ursprünglich wurde die Gliederung des Eiszeitalters auf der Grundlage terrestrischer (festländischer) Ablagerungen vorgenommen. Man unterschied die einzelnen, übereinander vorkommenden Ablagerungen der verschiedenen Kalt- und Warmzeiten. Probleme traten und treten jedoch mit dem Vergleich und der Korrelation der eiszeitlichen Ablagerungen über weite Entfernungen auf. So ist man sich zum Beispiel bis heute nicht sicher, ob die Ablagerungen der Saaleeiszeit in Norddeutschland gleich alt denen der Rißeiszeit im Alpenvorland sind. Aus diesem Grunde hat jede Region auf der Erde eine eigene quartärstratigraphische Gliederung erhalten und bis heute bewahrt.

Die zahlreichen lokalen Gliederungen mit ihren Eigennamen, die selbst von Fachleuten kaum übersehen werden können, wirken auf Nichtfachleute oft verwirrend. So wird der jüngste kaltzeitliche Eisvorstoß vor etwa 20.000 Jahren im nördlichen Mitteleuropa als Weichsel-, im nördlichen Alpenraum als Würm-, in Nordrussland als Waldai-, auf den Britischen Inseln als Devensian-, in Nordamerika als Wisconsineiszeit usw. bezeichnet. Auch für ältere Kalt- und Warmzeiten existiert eine Fülle von Lokalnamen.

Eine weitere Schwierigkeit der eiszeitlichen Ablagerungen auf dem Festland besteht darin, dass sie nicht kontinuierlich (ununterbrochen) abgelagert wurden und werden. Vielmehr folgen auf Phasen schneller Sedimentation (z.B. bei Gletschervorstößen), Phasen ohne Sedimentation oder sogar Abtragungsereignisse. In Norddeutschland ist zum Beispiel kein Ort bekannt, an dem alle Geschiebemergel der drei großen Vereisungsphasen und die Ablagerungen der dazwischen liegenden Warmzeiten übereinander vorkommen. Die Korrelation muss auch hier über große Entfernungen erfolgen und kann Fehler aufweisen.


Internationale Gliederungen [Bearbeiten]Die international anerkannte Gliederung des Eiszeitalters beruht daher auf den Eigenschaften von marinen (Meeres-) Ablagerungen. Sie haben den Vorteil, dass sie an günstigen Stellen kontinuierlich abgelagert werden und sowohl die warm- als auch die kaltzeitlichen Ablagerungen enthalten.

Marine Sauerstoff-Isotopen-Stratigraphie: Wichtigstes Hilfsmittel bei der Gliederung des Eiszeitalters sind die Verhältnisse der stabilen Isotope des Sauerstoffs 16O und 18O in kalkschaligen Mikroorganismen (Foraminiferen). Da das leichtere Isotop 16O im Vergleich zum schwereren 18O bei der Verdunstung angereicht wird, kommt es zu einer isotopischen Fraktionierung des Sauerstoffs. Auf Grund der Speicherung des leichten Isotopes 16O in den kontinentalen Eismassen während der Kaltzeiten ist der Ozean in dieser Zeit isotopisch schwerer (Eiseffekt).


Rekonstuktion des mittleren Temperaturverlaufs während der letzten 5 Millionen Jahre.Lokal wirken sich die reduzierten Ozeantemperaturen während der Kaltzeiten auch auf das Isotopenverhältnis der Kalkschale der Foraminifere aus, denn diese fraktioniert bei der Kalzifizierung das 16O/18O-Verhältnis bei geringeren Temperaturen hin zum schwereren Isotop (Temperatureffekt). Eine erhöhte Verdunstung im Lebensraum der Foraminifere, aber auch ein erhöhter Eintrag von isotopisch leichterem Schmelzwasser führt zu einer Verschiebung des 16O/18O-Verhältnis im Wasser und somit im Gehäuse der Kalkalge (Salinitätseffekt). Aufgrund der Tatsache, dass der Eiseffekt den größten Einfluss und der Temperatureffekt Verschiebungen des 16O/18O-Verhältnisses in dieselbe Richtung bewirkt, kann man hieraus eine Stratigraphie für marine Sedimente entwickeln, die marine Sauerstoff-Isotopen-Stratigraphie.

Man hat das komplette Eiszeitalter in 103 Isotopenstadien untergliedert. Ungerade Zahlen werden an Warmzeiten (Interstadiale bzw. Interglaziale) vergeben, gerade hingegen an Kaltzeiten (Glaziale). Die gegenwärtige Warmzeit entspricht dementsprechend dem marinen Sauerstoff-Isotopenstadium 1 (abgekürzt MIS 1 für das international gebräuchliche Marine Isotope Stage 1), der Höhepunkt der letzten Kaltzeit entspricht dem MIS 2.

Magnetostratigraphie: Eine weitere, verbreitete Gliederung geht von den Schwankungen und Umpolungen des Magnetfeldes der Erde aus. Vor etwa 0,78 Mio. und 2,58 Mio. Jahren gab es große Umpolungen des Magnetfeldes. Weiterhin gab es kurze Umpolungsphasen innerhalb der großen Epochen, so zum Beispiel vor 1,77 Mio. Jahren. Findet man Spuren davon, etwa durch die Ausrichtung magnetischer Minerale in eiszeitlichen Ablagerungen, kann man so die Ablagerungen datieren. Diese Methode ist sowohl für festländische als auch für Meeresablagerungen geeignet. Deshalb ist eine von vielen Wissenschaftlern anerkannte Grenze des Eiszeitalters gegen das Pliozän die große Umpolung des Erdmagnetfeldes vor 2,58 Mio. Jahren, die gut mit dem ersten Auftreten von Vergletscherungen auf der Nordhalbkugel übereinstimmt.


Gliederung in Mitteleuropa [Bearbeiten]In Mitteleuropa werden die Kaltzeiten nach Flüssen benannt, die im Allgemeinen die weiteste Ausdehnung der jeweiligen Eisschilde angeben. In Süddeutschland ging die Vereisung von den Alpengletschern aus, in Norddeutschland kam das Eis aus dem skandinavischen Raum. Es ist, mit Ausnahme der jüngsten Kaltzeit nicht gesichert, ob die Vergletscherungen im Alpenraum und in Norddeutschland wirklich synchron abliefen. Daher können die angeführten Werte mit weiterer Forschung durchaus verändert werden. Der Begriff Eiszeit anstelle des heute bevorzugten Kaltzeit ist aber in Deutschland nach wie vor gebräuchlich.




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#12

Grün ist die Angst

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 24.01.2007 14:34
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Herr Knudsen,
ich stimme Ihnen insofern zu, als daß ich auch stets glaube, daß unsere Medien liebend gerne aufbauschen und verzerren. Es gab fürchterliche Faunenschnitte ohne Meteroit und zu Zeiten wo die Menschheit noch nichtmal als Quark im Schaufenster lag. Alles wahr.

Aber, die margotschen Gletscher sind mir Hinweis, daß es vielleicht doch nicht so natürlich zugeht wie vermutet. Und, was hier glaube ich noch nicht erwähnt wurde, ist die extreme Häufung von Wetterextremen bzw. -rekorden. Im letzten Jahrzehnt verging ja kaum ein Monat, der nicht in irgendeiner Weise einen Rekord brach.

Wettergötter sind wir Menschen vielleicht nicht, aber bestimmt fürchterliche Katalysatoren.

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#13

Grün ist die Angst

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 24.01.2007 15:17
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
hi Brot,
Veränderungen gibt es, dass ist Tatsache, aber Veränderungen sind immer nötig um von einem in den anderen Zustand zu gelandgen. Sicher ist auch, dass ein Teil dieser Änderungen von Menschen gemacht wurde.
Indikator für diese Phase sind Extremzustände, ja. Hier soll es auch nicht um Verharmlosung gehen sondern um die Art und Weise mit der uns mediale Dauerangst gemacht wird und alles immer auf der Basis von statistischem Material das kein TV- Seher, Radio-Höhrer oder Zeitungsleser nachvollziehen kann. Wenn man dann doch einmal feststellt das diese medialen Klimaexperten einer bestimmten politischen Gruppe zuzuordnen sind kommt man zwangsläusfig ins Grübeln.
Danke für Deinen Beitrag,
Gruss
Knud

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