http://www.E-LIEratum.de
#1

Wer einmal hörte

in Natur 02.11.2006 12:13
von Joame Plebis | 3.402 Beiträge | 3363 Punkte
-

nach oben

#2

Wer einmal hörte

in Natur 02.11.2006 14:29
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi Joame

Was Ihr nur alle gegen den Winter habt?!

Was mir sofort auffällt, ist der Perspektivwechsel von ‚ich’ zu ‚man’. Gefällt mir nicht besonders, ich hätte die Ich-Form durchgezogen, aber das ist Geschmackssache. Winterszeit ist zwar um eine Spur poetischer, aber ich würde das ‚s’ weglassen.

Es juckt mich, Dir ein paar alternative Wendungen vorzuschlagen. Du erlaubst?

Wer einmal hörte Vogelsang

Zu rasch naht jetzt die Winterzeit.
Ich mag nicht Kälte, mag nicht Schnee.
Der Frühling ist noch allzu weit;
mir bleibt nur Sehnsuchtsweh.

Die langen Nächte machen bang;
wer einsam ist, erträgt sie schwer.
Wer einmal hörte Vogelsang,
vergisst ihn nimmermehr.


Ich habe jeweils die letzten Zeilen in den Strophen verkürzt. Dadurch ist es zwar nicht mehr ganz so rund, aber es verdeutlicht die kürzer werdenden Tage. 'Sehnsuchtsweh' ist etwas dick aufgetragen und das zweimalige 'wer' in der 2. Str. konnte ich auf die Schnelle auch nicht eliminieren, aber vielleicht inspiriert Dich mein Vorschlag … und wenn nicht, ist’s auch nicht schlimm.

Gruss
Margot

nach oben

#3

Wer einmal hörte

in Natur 02.11.2006 15:38
von Joame Plebis | 3.402 Beiträge | 3363 Punkte
Hallo, Danke Margot!

Da kommt doch einmal ein Echo, das freut mich!

Gleich zu Deinem Vorschlag: vergisst ihn nimmermehr.Ja, der ist sehr gut, gefällt mir auch,
nur wollte ich ganz deutlich ausdrücken, wie sehr er fehlt (der Vogelsang),
was auch durch dieses vergißt ihn nimmermehr zum Ausdruck kommt, doch auf eine etwas andere Weise.

(Ich werde mir das noch ansehen und je nach Stimmungslage ändern - oder auch nicht.

Hier ist ganz klar, daß ich tatsächlich der Held des Gejammeres bin,
habe auch entsprechent begonnen.
Dann - die Erklärung, wie ich zu 'man' gekommen bin -,
was in der zweiten Strophe geschieht,
sprach ich für alle, denen es ebenso ergeht.

Es werden nicht Wenige sein, welche die langen Nächte bang machen,
die eine eventuelle Einsamkeit schwer ertragen,
denen der Vogelsang so sehr fehlt, weil sie ihn einmal hörten.

Deine Vorschläge sind durchwegs richtig.
Aber, bei so einem kleinen Gedichtchen, wäre es fast klüger, noch
eines zu machen, in dem das hier nicht Angesprochene zum Ausdruck
kommt.

Jedenfalls bedürfen diese paar Zeilen keiner Interpretation,
wo man sich richtig hineinknieen muß, so wie bei einigen
Deiner schwierigeren und tieferen Werke.

Deshalb mein besonderer Dank, auch hier Deine Meinung gesagt zu haben.
(Vielleicht sollte ich den Versuch wagen, es vor endgültiger Fertigstellung für Kritik freizugeben, doch dann wären ja Gedanken anderer eingeflossen und es wäre nicht von mir.)

Freundlichen Gruß
Joame

nach oben

#4

Wer einmal hörte

in Natur 02.11.2006 16:03
von Roderich (gelöscht)
avatar
Hallo Joame,

würde bezüglich der letzten Zeile auch eher zu Margots Variante tendieren, aber das ist wohl Geschmackssache. Ansonsten: Ein sehr rundes Gedicht, bei dem du wieder einmal gekonnt auf den Punkt kommst. Das mag ich an vielen deiner Gedichte: Du sagst, was du sagen willst und zwar so, dass man es versteht und damit hat sich die Sache. Klar und deutlich.

Was mir noch zu sagen bleibt: Ich selbst bin ein großer Fan des Winters und insofern kann ich mich inhaltlich dir nicht anschließen, aber gern gelesen habe ich dein Gedicht dennoch.

Viele Grüße

Thomas

nach oben

#5

Wer einmal hörte

in Natur 02.11.2006 17:13
von Joame Plebis | 3.402 Beiträge | 3363 Punkte
Danke Thomas!

Und wenn es nur einem einzigen Leser gefällt, so wurde es nicht unnütz geschrieben.
Die Sachlage ist ja diese, der Vogelsang konnte einfach nicht vergessen werden, er fehlt nur sehr.

Wahrscheinlich durch die Freude auf das Schifahren bist Du ein Freund des Winters. So soll in Deinen Gefielden Winter mit Pulverschnee sein,
hier aber kann ich ihn einfach nicht gebrauchen! Wasserschi wäre eine Alternative, nachher am Strand trocknend, von Schönheiten umrungen und bestaunt, könntest Du Deine Gedichte viel besser schreiben.

Freundlich grüßt
Joame


nach oben

#6

Wer einmal hörte

in Natur 03.11.2006 00:06
von Roderich (gelöscht)
avatar
Hallo Joame,

ich denke, wenn ich von Schönheiten umrungen und bestaunt werden würde, dann könnte ich überhaupt keine Gedichte mehr schreiben.

Muss dazu sagen, dass ich - atypisch für einen Österreicher - kein Wintersportler bin. Allerdings mag ich Kälte einfach mehr als Hitze. Aber da prallen wohl verschiedenen Weltsichten aufeinander und ich möchte dir den Sommer auch gar nicht ausreden.

Viele Grüße

Thomas

nach oben

#7

Wer einmal hörte

in Natur 03.11.2006 00:45
von Joame Plebis | 3.402 Beiträge | 3363 Punkte
Lieber Thomas!

Ich habe Dich erwischt bei einem 'Kapitalverbrechen'.
Ich muß es überbetonen, so merkt man es sich leichter.
Obwohl ich weder Dein Vater und auch nicht Dein Lehrer bin
und sich einige jetzt lustig machen werden, aber so merkst Du es Dir:
Zitat:

werden würde


Du wirst es nicht vergessen; jedesmal wenn Du es schreiben willst,
wirst Du zusammenzucken!

Freundlich grüßt
Joame

nach oben

FSM Listinus Toplisten Die Top100 Literatur-Seiten im Netz Listinus Toplisten Die Top100 Kunst-Seiten im Netz Listinus Toplisten FSM

Besucher
0 Mitglieder und 19 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: ArielVonLenor
Forum Statistiken
Das Forum hat 8836 Themen und 70881 Beiträge.

Heute waren 0 Mitglieder Online:


Besucherrekord: 420 Benutzer (07.01.2011 19:53).