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#1

moritat vom missglückten gedicht

in Mythologisches und Religiöses 28.10.2006 22:09
von Albert Lau (gelöscht)
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hört nun wie es mir geschah
als ich jüngst den teufel sah
ich schrieb eben ein gedicht
hatte mir tu ich sonst nicht
ein konzept zurechtgelegt

fremdwort bildet satzkonstrukt
auf den kopf gestellt verruckt
formen die man niemals sah
hosiann’ halleluja
gott zu loben war mein weg

doch die worte sollten fein
und zugleich bedeutend sein
reime maße sollten schlicht
doch erhaben das Gedicht
heben dass es größe zeigt

ja ich grübelte bereit
willig opferte die Zeit
hier ein reim und da ein wort
immer weiter zog’s mich fort
bis es inhaltlich vergeigt

und am ende stand ein schreck
das gedicht mein gott war weg
von der eitelkeit gebannt
wurde mir von unbekannt
ungewollter rat zuteil

denn nun stand in strenger form
ein gedicht nach alter norm
welches eines deutlich zeigt
wenn der ruhm zu kopfe steigt
steckt der teufel im detail

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#2

moritat vom missglückten gedicht

in Mythologisches und Religiöses 31.10.2006 00:04
von pringles (gelöscht)
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hört nun wie es mir geschah
als ich jüngst den teufel sah
ich schrieb eben ein gedicht
hatte mir tu ich sonst nicht
ein konzept zurechtgelegt

XxXxXxX
XxXxXxX
XxXxXxX
XxXxXxX
XxXxXxX


fremdwort bildet satzkonstrukt
auf den kopf gestellt verruckt
formen die man niemals sah
hosiann’ halleluja
gott zu loben war mein weg

Xx(XX)XxXxX
XxXxXxX
XxXxXxX
XxX/XxXx
XxXxXxX

doch die worte sollten fein
und zugleich bedeutend sein
reime maße sollten schlicht
doch erhaben das Gedicht
heben dass es größe zeigt

XxXxXxX
XxXxXxX
XxXxXxX
XxXxXxX
XxXxXxX

ja ich grübelte bereit
willig opferte die Zeit
hier ein reim und da ein wort
immer weiter zog’s mich fort
bis es inhaltlich vergeigt

XxXxXxX
XxXxXxX
XxXxXxX
XxXxXxX
XxXxXxX

und am ende stand ein schreck
das gedicht mein gott war weg
von der eitelkeit gebannt
wurde mir von unbekannt
ungewollter rat zuteil

XxXxXxX
XxXxXxX
XxXxXxX
XxXxXxX
XxXxXxX

denn nun stand in strenger form
ein gedicht nach alter norm
welches eines deutlich zeigt
wenn der ruhm zu kopfe steigt
steckt der teufel im detail

XxXxXxX
XxXxXxX
XxXxXxX
XxXxXxX
XxXxXxX

Hallo
Die reime sind sehr einfach gehalten, einmal sogar unsauber
Weg – schreck
Nach dem wortklang sollte man meinen das sie sich ähneln, nach der schreibweise sieht man aber, dem ist nicht so...da es der einzigste unreine reim im gedicht ist vermute ich das es nicht unbewusst gesetzt wurde, dennoch finde ich es etwas unglücklich geschrieben
In vers 2, zeile 1 ist dir bewusst oder unbewusst ein spondäus untergekommen, ich betone die erste silbe damit es ins metrische muster passt da es diesen in der deutschen silbenbetonung nicht gibt
Das reimschema ist in einem a,a,b,b,c gehalten
Unglücklich fand ich die umbrüche in manchen zeilen, ich weiß zwar das sie für die metrik so gesetzt wurden, kann mich aber mit dem fortgang des zeilenschaltens nicht anfreunden
In vers 2, zeile 4 ist eine zäsur eingetreten, nur frage ich mich ob das an der betonung liegt, hier oben betonen wir es auf der ersten silbe (ha)
Mag aber am regionalen sprachgebrauch liegen
Die unvorhandene interpunktion und die fehlende groß- kleinschreibung lassen dein werk auf mich eher klein erscheinen, es nimmt sich zurück und kommt unaufdringlich bei mir an, allerdings sollte man, da man mit der schrift auf sich aufmerksam machen will, versuchen sie auch richtig anzuwenden, es wäre schön wenn du die rechtschreibung beachten würdest, mich persönlich stört es beim lesen
Durch die fehlende interpunktion bekomme ich das gefühl durch den text gehetzt zu werden, ich kann nirgendwo pause machen
Würdest du es nicht in strophen unterteilen sähe es aus wie ein einziger textblock
Im großen und ganzen denke ich gehört dieses werk in eine andere rubrik, denn scheinbar bezieht sie sich auf eine handlung einer weiteren person, welche belehrend daher kam und ein anderweitiges werk so aufführte wie es zu sehen gewünscht war, entweder spricht das lyr.ich aus der sicht des spottes oder aber es hat wirklich hilfe in der formellen ausbesserung des anderen gesehen
Wie auch immer, das der teufel im detail steckt und der ruhm zu kopf steigt kann entweder bedeuten das man sich selber auf den boden der tatsachen zurück weiß oder aber das man einem anderen mitteilen möchte das er scheinbar nichts verstanden hat
Liegt in der betrachtungsweise
Du hast gut gearbeitet, nur muss ich gestehen das es in meinem kopf nicht nachhallt, der trochäus ist eher für kraftvollere wortlaute geeignet, du wolltest etwas eindringlich vermitteln, durch die hebungen am ende jeder zeile wird dies noch verstärkt, nur denke ich sind die worte nicht aussagekräftig genug die metrik zu unterstützen, sie wirken eher zurückhaltend auf mich, auch kommt es mir vor als wenn in einigen zeilen weiterführende worte fehlen, fast jeder satz wirkt auf mich unvollständig und mitunter zurecht gedreht damit sie sich dem reim fügen, die metrik ist wie gesagt sauber, dennoch hatte ich das gefühl das ich mitunter leicht über die worte stolperte, allerdings kann ich nicht beschreiben woran das gelegen hat

heben dass es größe zeigt
stimmt es so? ich komme mit dem ss immer nicht so ganz klar
ich denke schon dass es so stimmt, da man nicht jenes,welches,dieses einsetzen kann, oder irre ich mich? keine ahnung
Gruß pringles

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#3

moritat vom missglückten gedicht

in Mythologisches und Religiöses 10.11.2006 02:18
von Maya (gelöscht)
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Tach!

Die Idee, die hinter dem Ganzen steckt, finde ich stark. Ich habe es so verstanden, dass sich der Dichter auf den Hosenboden setzt, um ein besonders großartiges Gedicht über Gott zu verfassen. Doch übernimmt er sich in seinem Eifer und verliert sich während des Schaffensprozesses so sehr in den Details und in seiner Eitelkeit, dass er sich gleichsam überhebt und somit die Sünde Hyperbia begeht. Das Besondere daran ist, dass dies geschieht, während er ein Gedicht für Gott schreibt. Darauf muss man erst einmal kommen! Aber nun der Reihe nach: Entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten, legt sich der Dichter für sein Gedicht über Gott extra ein Konzept zurecht (S1). Wie das aussieht, erfahren wir in Strophe 2:

fremdwort bildet satzkonstrukt
auf den kopf gestellt verruckt
formen die man niemals sah
hosiann’ halleluja
gott zu loben war mein weg
.

Dieses „verruckt“ mochte mir beim ersten Lesen gar nicht recht gefallen, weil es mir dem Reim geschuldet erschien. Doch steckt auch hier der Teufel im Detail, weil man dieses Wort nicht losgelöst, sondern in Zusammenhang mit der Aussage, die da getroffen wird, betrachten muss: „verruckt formen die man niemals sah“. Genau so ist es und dieses verruckt ist der Beweis dafür. Dieser merkwürdig anmutende Begriff wird sofort mit dem Inhalt gerechtfertigt und jedem Kritiker so der Wind aus den Segeln genommen. Klasse!
Das darauffolgende „hosiann’ halleluja“, Ausdruck für die Freude und das stinkende Eigenlob des Dichters über diese neuartigen Konstrukte, mag mich dagegen sprachlich nicht überzeugen – ich finde es grausam.

doch die worte sollten fein
und zugleich bedeutend sein
reime maße sollten schlicht
doch erhaben das Gedicht
heben dass es größe zeigt


Der Dichter hält an dieser Stelle zwar Wort, was die gewählten schlichten Reime (aabbc), nicht aber was die Feinheit der Worte anbelangt. So erhaben, wie er es gerne hätte, klingen diese Zeilen nicht. Und warum?

ja ich grübelte bereit
willig opferte die Zeit
hier ein reim und da ein wort
immer weiter zog’s mich fort
bis es inhaltlich vergeigt


Darum! Er reimt und pfuscht so lange an seinem Werk herum, verzettelt sich vielleicht in Details, die ihn den roten Faden verlieren lassen, bis er das Gedicht inhaltlich versemmelt hat. Was pringles übrigens als metrische, reimtechnische oder sprachliche Schwächen erkannt haben will, wirkt auf mich durchaus gewollt. Ich glaube weniger an die handwerkliche Schwächen des Autors, eher daran, dass Inhalt und Form nicht im Zusammenhang betrachtet wurden.

und am ende stand ein schreck
das gedicht mein gott war weg
von der eitelkeit gebannt
wurde mir von unbekannt
ungewollter rat zuteil


An dieser Strophe gefällt mir die Doppeldeutigkeit der zweiten Zeile: „das gedicht mein gott war weg“ – weil man „mein gott“ zum einen als Ausruf „oh mein Gott“ verstehen oder als Titel des verfassten Gedichtes deuten kann. Die Eitelkeit und Selbstüberhöhung des Dichters haben sein Werk verschwinden lassen, weil er für seine Sünde gleich von dem bestraft wurde, für den das Gedicht verfasst worden war, nämlich Gott, der hier als „unbekannt“ bezeichnet wird, weil Gott ja weg war, wie Z2 ausführt.

denn nun stand in strenger form
ein gedicht nach alter norm
welches eines deutlich zeigt
wenn der ruhm zu kopfe steigt
steckt der teufel im detail


Der Dichter ist wieder dazu übergegangen, nach alter Norm, in strenger Form zu dichten, also das zu tun, was ihm angemessen ist.
Ein paar Kommata hätten dem Lesefluss sicher nicht geschadet, da stimme ich mit pringles überein. Die Kategorie dagegen hätte nicht besser gewählt sein können (oder wurde es im Nachhinein verschoben?).

Gefällt mir gut.
Gruß, Maya

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#4

moritat vom missglückten gedicht

in Mythologisches und Religiöses 10.11.2006 11:10
von Albert Lau (gelöscht)
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guten tag, herr pringles,

verzeihen sie bitte, wenn ich ihnen erst jetzt antworte. meine eitelkeit gebot mir, mindestens eine weitere stellungnahme abzuwarten. jetzt ist das eingetreten und daher möchte ich ihrem ausführlichen kommentar die ehre erweisen, die ihm gebührt.

einfache reime, das ist ebenso wahr, wie inhaltlich nachvollziehbar. das lyrische ich ist just mit einem oberkracher von gedicht voll auf die fresse gesemmelt, es hat sich erhöht, um erniedrigt zu werden und es hat seine lektion gelernt: immer hübsch bescheiden bleiben, dann klappt es auch mit der aussage.

den von ihnen als unrein bezeichneten reim trifft es allerdings ganz schuldlos, denn das wörtchen „weg“ im sinne von fort habe ich nie anders betont gehört, als „weck“ oder „wech“. ich weiß nicht, welches häufiger benutzt wird, ich selbst benutze situativ beide formen. Ich denke also, das geht in ordnung.

ihren hinweis mit dem „spondäus“ verstehe ich überhaupt nicht, ich bedauere. "fremd-wort“ wird, nach allem, was ich weiß und mein duden spricht, auf der ersten silbe betont!?

und so geht es leider weiter: außer in s4z1+2 kann ich keinen einzigen unglücklichen umbruch erkennen, im gegenteil. die sind doch regelmäßig so standardisiert, dass es schon fast langweilig ist, zumal mit dem paarreim! daher gönnte ich mir wenigstens diesen einen gag. vielleicht bezogen sie ihr unglück ja auf diese alte leier, dann hätte ich sie falsch verstanden und verstünde sie dafür aber jetzt hundertprozentig.

strophe2zeile4 ist mit sicherheit der tiefste punkt des gedichtes. bei der entstehung rief ich hosiannah, mittlerweile ist ein kreuzige! daraus geworden. ihr betonungshinweis ist zwar auch nicht korrekt, ich kann mich zu meiner verteidigung dennoch nur auf künstlerische freiheit berufen, die vor mir auch schon der eine oder andere kirchenliederkomponist für sich reklamierte. eifrige kirchgänger werden mir folgen und zustimmen können: da wird hin und wieder auf der zweiten (statt auf der dritten!) silbe überbetont. aber, das bleibt bestehen, hier kommt das – zumal mit der elision im vorwort – gar nicht gut an.

alle ihre einwände will ich nicht entkräften, schließlich sind es geschmacksfragen, lediglich meine sicht der dinge darlegen. ihren jetzt folgenden vorwurf aber, nehme ich ihnen übel. sie schreiben, ich möge die rechtschreibung beachten und das ist schon ein starkes stück, wenn man im glashaus sitzt, zumal ich keinen einzigen rechtschreibfehler entdecken kann, wenn man von der kleinschreibung und der gewollten verrucktheit absieht. also nehmen sie das gefälligst zuruck oder erklären sich. danke.

zum inhaltlichen möchte ich sie auf die interpretation der frau maya verweisen, die sich als besonders hellsichtig erweist. ich danke, dass sie mir gute arbeit attestieren. zum gefallen lässt sich immer wenig sagen außer, dass ich bedauere, dass es ihnen nicht besser gefällt. die unvollständigen sätze sind eine recht typische gedicht-eigenschaft, allerdings gehe ich mit ihnen konform, dass sie nicht zwingend für hohe dichtkunst stehen. genau die stünde hier aber auch im totalen widerspruch zum inhalt (siehe frau maya). allerdings sehe ich nur sehr wenige ellipsen und recht eigentlich keinen verdrehten satz (syntax). bitte helfen sie mir auf die sprünge, wenn sie fast jeden satz unvollständig empfinden.

ein kleiner satz noch zu einem häufigen missverständnis. sie schreiben, die metrik sei korrekt und befinden sich damit in großer gesellschaft, was den falschen gebrauch dieses wortes betrifft. die metrik ist die lehre vom versbau und den versmaßen und insofern immer stimmig und korrekt, klar. das metrum ist das versmaß, das metrische schema eines gedichtes. das kann unregelmäßig sein und den lesefluss erschweren. „falsch“ im eigentlichen sinne kann es nicht sein.

das „dass“ an der bezeichneten stelle ist korrekt und die von ihnen zitierte regel sollte auch ihnen den korrekten gebrauch ermöglichen. Schauen sie doch einmal spaßeshalber durch ihren kommentar, für den ich ihnen dank schulde.


liebe frau maya,

verzeihen sie die vertrauliche anrede, aber ich war so beeindruckt von ihrer genauen analyse, dass mich eine ansonsten unübliche herzlichkeit überkam. denn ihre interpretation trifft sich nahezu deckungsgleich mit meiner intention. Ich kenne zwar die sünde hyperbia nicht, vermute aber, dass sie superbia meinen und stimme daher zu.

ich freue mich sehr, dass diese verruckte stelle ihr gefallen findet bzw. wenigstens nachvollziehbar ist, denn sie erklären es perfekt. das tröstet mich über den tiefpunkt hinweg, denn nachdem es jetzt vier fäuste gegen ein halleluja sind, müssen wir darüber wirklich nicht mehr reden, sondern lieber den mantel des schweigens darüber legen.

des weiteren schreiben sie zwar korrekt, dass die worte hier alles andere als erhaben und fein sind, ein gewisses missverständnis liegt jedoch vor. ich begreife, dass ich nicht klar genug transportierte, dass nicht etwa dieses vorliegende werk dasjenige ist, welches von gott zu berichten antrat, aber mit dem teufel zuging. nein, der dichter berichtet nur von einem anderen werk, welches er derart in szene setzte, erschrak und geläutert ward. vermutlich zerschieße ich mir jetzt ihr gefallen, aber ich muss ja leider bei der wahrheit bleiben.

nun, ich kann mich damit trösten, dass z.b. auch die zweite zeile der vierten strophe ihr gefallen fand. sie sehen das richtig, wobei es sogar dreideutig gemeint war. neben den von ihnen genannten, ist auch das goldene kalb „gedicht“ gemeint.

so bestärkt muss ich mich an die zweite offenbarung wagen. mit „unbekannt“ ist nicht gott gemeint, sondern der teufel. wer sich derart versteigt, der wird nicht mehr von gott, sondern von seiner eigenen hoffart und mithin vom teufel angeleitet. ja, ich gestehe, das ist ein wenig mittelalterlich, aber das bin ich ja auch.

was die kommata und die kleinschreibung angeht, wird meine eigene überzeugung immer schwächer. ich spüre förmlich, wie ich vom glauben abfalle und immer mehr in mir dazu drängt, die apokryphen zu verlassen und zur Schrift zurückzukehren. Da, sehen Sie, schon ist es passiert, Sie haben mich glatt bekehrt. Nun, dann hat das Gedicht doch wenigstens etwas Gutes gehabt. Verschoben wurde es übrigens nicht.

Für die Bekehrung bedanke ich mich ebenso, wie für den nahrhaften Kommentar.

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#5

moritat vom missglückten gedicht

in Mythologisches und Religiöses 10.11.2006 13:37
von Maya (gelöscht)
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Zitat:

Ich kenne zwar die sünde hyperbia nicht, vermute aber, dass sie superbia meinen und stimme daher zu.



Stimmt, da ist mir eine Verwechslung untergekommen, die mich sofort als vom Glauben Abtrünnige entlarvt hat. Die Superbia meinte ich natürlich, aber Sie haben es ja erkannt.


Zitat:

dass nicht etwa dieses vorliegende werk dasjenige ist, welches von gott zu berichten antrat, aber mit dem teufel zuging. nein, der dichter berichtet nur von einem anderen werk, welches er derart in szene setzte, erschrak und geläutert ward.



So sicher war ich mir tatsächlich nicht, weil der Autor nun auch in diesem Gedicht auf neue Konstrukte (verruckt) zurückgegriffen hat. Dies war für mich Anlass, zu vermuten, dass sich in diesem Gedicht beide Werke miteinander vermischt haben - in dem Sinne, dass eben jener Dichter, dem das damals wiederfuhr, auch das vorliegende Gedicht verfasst hat. Zwar wurde er geläutert, doch sind Spuren seiner Überheblichkeit zurückgeblieben, was sich beispielsweise an diesem verruckt bemerkbar macht.


Zitat:

vermutlich zerschieße ich mir jetzt ihr gefallen, aber ich muss ja leider bei der wahrheit bleiben.



Falsch vermutet.


Zitat:

neben den von ihnen genannten, ist auch das goldene kalb „gedicht“ gemeint.



Das hatte ich mit dem Verweis auf den Titel des Gedichts eigentlich berücksichtigt. Im Grunde habe ich ebenfalls 3 Bedeutungsebenen bezüglich dieser Stelle aufgezeigt, es aber, schusslig, wie ich bin, unter dem Begriff Doppeldeutigkeit statt Dreifachbedeutung manifestiert. Liest man meine Stellungnahme dazu noch einmal nach, offenbart sich das (Ausruf: "Oh mein Gott", Titel des Werks "Mein Gott" sowie die tatsächliche Abkehr des Herrn vom Dichter - ganz zuletzt).


Zitat:

so bestärkt muss ich mich an die zweite offenbarung wagen. mit „unbekannt“ ist nicht gott gemeint, sondern der teufel.



Das habe ich nun wirklich missverstanden, Sie haben aber auch einen strengen Gott, das muss ich schon sagen - ein Patzer und er ist wech. So richtig will mir das hier nicht einleuchten, denn wenn nun der Teufel mit "unbekannt" gemeint ist, dann hieße es doch eigentlich, dass er den Dichter bestraft und belehrt hat. Warum aber sollte er dieses tun, handelt der Schreiberling - aufgrund der Sünde, die er begeht - doch im Sinne des Teufels. Oder nicht?

Schön übrigens, dass Sie nun zur Großschreibung übergegangen sind.

Gruß, Maya

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#6

moritat vom missglückten gedicht

in Mythologisches und Religiöses 01.12.2006 14:26
von Albert Lau (gelöscht)
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Dank der gestrengen Bürste darf ich jetzt hier auch noch einmal spammen, da es mir natürlich ferner als fern liegt, dass Kommentatoren sich vor den Kopf gestoßen fühlen, weil Autoren sich nicht auf Kommentare melden.

Allerdings habe ich außer Dank kaum noch etwas hinzuzufügen. Ich habe in fast allen meinen Bemerkungen daneben gelegen und voller Arroganz übersehen, dass völlig richtig, nachvollziehbar und vollständig analysiert worden ist. Ich bitte um Entschuldigung.

Auch was den letzten Punkt angeht, habe ich offensichtlich zu wenig eindeutig gedichtet: Gott wendet sich nicht ab und der Teufel auch nicht in dem Sinne persönlich zu. Aber es gibt kein richtiges Leben im Falschen: Wenn ich, um Gott zu preisen, sogar eine Todsünde in Kauf nehme, preise ich am Ende nicht Gott, sondern habe mich vom Teufel verleiten lassen und ehre eher diesen.

Aber eines ist natürlich völlig richtig: Dieser Gott ist ein strenger, ein herrsch- und rachsüchtiger Gott. Ich dachte, das wäre klar.

Vielen Dank für die intensive Beschäftigung und die anregenden Kommentare.

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