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#1

Phönix nach der Sommerglut

in Philosophisches und Grübeleien 23.08.2006 09:56
von kein Name angegeben • ( Gast )
Phönix nach der Sommerglut

Magischer Ort,
Liebe auf den nullten Blick,
Vibrationen durch sämtliche
Poren, Fasern, Moleküle.
Heiß verstrudeltes Ich,
den Blick ganz tief
in mir versenkt, auf Orte,
die es schon immer gab.
Keine Selbstverliebtheit
sondern Ausrichtung
nach allen Seiten.
Reiches Innen- und Außenleben.
Sinfonische Klänge.

Immer schneller laufend
(oder fliegend?),
ohne Wankelmut,
als ob der Weg schon
seit Anbeginn klar vorlag,
nur unsichtbar für mich,
und sichtbar bis heute...(?!)

Dann ein schreckliches Gewitter,
eine verschreckte Muse,
vom Blitz getroffen, sich spaltend,
zu gleichen Teilen nun ganz weg
und doch auch leise in mir
weiterstreuend...

Flirrende Hitze weicht.
(noch nie zuvor habe ich mich
nach Überhitzung gesehnt)

Z e i t l u p e.

Ich sehe jede einzelne Karte
wieder und immer wieder
fallen, lautlos,
in gleißendes Licht gesetzt
und mit ihr fällt so vieles hinab,
zurück in den dunklen Abgrund
meines Ichs,
das in der Glut des Sommers
durchtränkt war von Glauben,
Liebe.
A n g e k o m m e n s e i n.

Man wird niemals ankommen.
Magische Orte
sind schwer zu finden
und aufrecht zu halten?
Phönix. Asche. Flugsucht.

Jetzt erst einmal Asche.
Entschleunigung
und gefühlte Groß-Winzigkeit.

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#2

Phönix nach der Sommerglut

in Philosophisches und Grübeleien 23.08.2006 20:13
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Hallo Bosch,

ich bin mir nicht sicher, ob ich zu dem Text überhaupt etwas schreiben sollte, denn mir ist der Zugang zu ihm überhaupt nicht geglückt. Im Gegenteil: ab er Hälfte des Textes musste ich mich regelrecht zwingen, weiterzulesen...

Es ist schwer für mich, exakt auszumachen, wo der Hase im Pfeffer liegt; ich vermute, da spielen mehrere Aspekt hinein. Zum einen kommt es mir vor, als würden die Gedanken dem Leser in leicht verkünstelter Sprache einfach vor die Füße geworfen, das Zusammenspiel innerhalb des Textes bleibt aber irgendwie aus - ich fühle mich schlicht nicht mitgenommen... und dieses Problem habe ich sowohl sprachlich wie in inhaltlich. Zum anderen ist mir der Text auch schlicht zu lang, naja, ich bin eben eher der Kurzstreckenleser, ab einer gewissen Länge beginnt das Monitorbild irgendwie unkonzentriert zu flimmern .

Üblicherweise bemühe ich mich, wenn ich Verständnisschwierigkeiten habe, etwas tiefer in den Text einzusteigen und Autor wie Intention auf die Schliche zu kommen, aber die Sprunghaftigkeit und Wirrnis des Gedichtes hält mich davon ab. Vielleicht habe ich aber auch einfach nicht die Ruhe zur Zeit, um hinter komplexere Texte zu kommen.

Tja, womöglich einfach nicht mein Fall. Mir gefällts auf jeden Fall nicht sonderlich.

Gruß,

Don

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#3

Phönix nach der Sommerglut

in Philosophisches und Grübeleien 23.08.2006 20:29
von kein Name angegeben • ( Gast )
Danke für dein (leider qualvolles, mühsames) Lesen, Don!
Nett von dir, dass du es immerhin versucht hast.

Wie wäre es, wenn du ALLES noch einmal mit dem Filter von MAGIE und Flow lesen würdest?
Hach ist das traurig, dass man meine rote Schnur nicht sehen kann.

LG
B.

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#4

Phönix nach der Sommerglut

in Philosophisches und Grübeleien 23.08.2006 20:55
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Ich muss gestehen, dass ich mich ohnehin zur Zeit recht magielos fühle - von Flow ganz zu schweigen ! Aber womöglich vermag ja wer anderes die rote Schnur zu sehen, ich bin ja glücklicherweise nicht das Maß aller Dinge ...

Don

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#5

Phönix nach der Sommerglut

in Philosophisches und Grübeleien 23.08.2006 21:16
von Maya (gelöscht)
avatar
Hallo Bosch,

ich kann in den Zeilen schon einen roten Faden entdecken und das Geschriebene ganz gut nachvollziehen, auch wenn ich den Text vielleicht nicht in Deinem Sinne verstehe.
Im Grunde geht es um den Verlust eines magischen Ortes, den das Ich zu lieben gelernt hat. Es fühlte sich da zu Hause, konnte sich frei entfalten und seine Energien ausschöpfen. Es lebte in und für diesen Ort, liebte ihn mit jeder Faser seines Herzens. Doch ist der Sommer, die Hitze vorbei, denn das Kartenhaus fiel nach einem Gewitter in sich zusammen.
Es brannte ab und mit ihm zerfiel auch der Phönix zu Asche. Das bunte Treiben ist vorerst vorbei, doch wird vielleicht bald ein neuer magischer Ort entstehen, wie Phönix aus der Asche, zu dem der Vogel dann fliegen kann. Ich sehe aber auch einige Punkte der Anklage in den Zeilen, die auf eine andere Person abzielen könnten, denn die Begriffe "Selbstverliebtheit, Wankelmut, Groß-Winzigkeit", die das Ich für sich selbst ja negiert, scheinen auf negative Aspekte eines anderen Menschen anzuspielen.

Wie auch immer, gelesen habe ich Deine Zeilen gerne, nur stört mich die Zeichensetzung ?! sowie die Formulierung "auf den nullten Blick", weil ich damit nichts anzufangen weiß.

LG, Maya

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#6

Phönix nach der Sommerglut

in Philosophisches und Grübeleien 23.08.2006 21:35
von kein Name angegeben • ( Gast )
Liebe Maya,

du liegst immer erstaunlich nahe, in deinen Interpretationen meiner Texte.
Uff, das freut mich.
Die 3 Dinge, die du ansprichst, bezüglich eines LD (Selbstverliebtheit, Wankelmut, Groß-Winzigkeit), sind mir erst durch dich bewusst geworden.

Es stimmt- das könnte eine Art Abgrenzung sein. Ursprünglich war das LI im Text fast nur auf sich selbst fixiert- in einer Art Selbstgespräch. Aber nun ist das klassische Bsp. einer unentdeckten (mir bislang unbewussten) 2. Ebene dazu gekommen, jedes Ding geht ja mit seinem Gegeteil schwanger.

Nullter Blick sollte eine euphorische Steigerung zu "Liebe auf den ersten Blick" darstellen.

?!- war ein Kunstgriff, um zu sagen, dass das lyrische ich in diesem Punkt der Aussage zeifelt UND hofft, ja fleht

Die Interpretation von Groß-Winzigkeit scheint nicht klar anzukommen?

Ich danke dir nochmals für deinen Kommentar!

@Don: Vielleicht schaffe ich es ja ein anderes Mal, dich mit meiner roten Schnur magisch zu umwickeln.

LG
B.

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#7

Phönix nach der Sommerglut

in Philosophisches und Grübeleien 23.08.2006 21:46
von Maya (gelöscht)
avatar
Jetzt, wo Du es nochmal ansprichst und ich es genauer bedenke, habe ich die Groß-Winzigkeit doch glatt dem Du zugeordnet. Falsch, denn es bezieht sich vermutlich auf das Ich, das sich - ob des verlorenen Ortes - nun nicht mehr so in seiner Vielfalt präsentieren kann, wie es möchte. Es ist in der "normalen" Welt zu einer Winzigkeit unter vielen Anderen zusammen geschrumpft, oder zumindest sein Ego.

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#8

Phönix nach der Sommerglut

in Philosophisches und Grübeleien 23.08.2006 23:09
von kein Name angegeben • ( Gast )

Zitat:

Es ist in der "normalen" Welt zu einer Winzigkeit unter vielen Anderen zusammen geschrumpft, oder zumindest sein Ego.



Ach, du lieber Augustin!
Ich wollte eigentlich NUR das Gleichzeitigkeitsgefühl von Größe und Winzigkeit, dass dem LI innewohnt, ausdrücken. Es ist ein Stück gewachsen (am magischen Ort) und andererseits fühlt es Angst, wieder vollständig zurückgeschrumpft zu sein.

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#9

Phönix nach der Sommerglut

in Philosophisches und Grübeleien 23.08.2006 23:46
von Maya (gelöscht)
avatar
Ich habe einfach das Kopf-und Stammprinzip von zusammengesetzten Nomina zugrunde gelegt, demzufolge das bedeutungstragende Element auf dem letzten Wort liegt, der erste Begriff dagegen lediglich der näheren Beschreibung dient (wie z.B. bei Tischbein).
Nun könnte man dagegenhalten, dass bei Dir der Bindestrich maßgeblich ist, aber Deine Intention daraus abzuleiten, fällt schwer. Die Angst vor der Winzigkeit erschließt sich mir so nicht. Wenn Du also Wert auf Gleichzeitigkeit legst, dann überarbeite die Stelle nochmal, denn so versteht es wohl kein Mensch.


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#10

Phönix nach der Sommerglut

in Philosophisches und Grübeleien 24.08.2006 01:20
von Haselnuss (gelöscht)
avatar
Nur EIN roter Faden? Ein ganzes Knäuel doppelt zusammengeknotener Fädchen verschiedenster Coleur ist es, die sich, wenn man an einem zieht, von ganz allein auseinander pusseln!?

Wenn wir alle objektiv schreiben könnten, wäre das Subjekt zum Objekt geworden.

Gute Nacht!
Haselnuss

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#11

Phönix nach der Sommerglut

in Philosophisches und Grübeleien 24.08.2006 08:20
von kein Name angegeben • ( Gast )
Danke Haselnuss! Ich habe herzlich geschmunzelt...du hast ein herrliches Bild vom Wuselknäuel ins Spiel gebracht.
Wahrscheinlich ziehen wir nur immer an den falschen Enden. *andenkopfkratz* Ja, so wird es wohl sein.
Hach, ich denke, dein Bild ergäbe schon den Stoff für ein neues Gedicht, Haselnuss.
Zum Glück (für mich) hast du nicht alle Fäden offen gelegt.

LG
B.

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