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#1

Blatt

in Düsteres und Trübsinniges 13.08.2006 00:15
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
Blatt


Es ist jetzt meins
doch es ist nicht von mir

und ich verstecke
dieses Stück Papier
gerade weil es das Einzige ist
womit du vom Leben sprichst.

Solang' ich es halte
empfinde ich meine Hand
kaum, fast wie abgetrennt
indem ich es falte
besinn' ich mich, wie Sand
kribbelnd durch Finger rinnt.

Auf ihm schreit
lebendig deine Trauer
endlich offenbar
nimmt es den
Schleier, reißt die Mauer
nur du bist nicht mehr da.




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#2

Blatt

in Düsteres und Trübsinniges 13.08.2006 13:00
von Fabian Probst (gelöscht)
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die dritte Strophe verstehe ich nicht so richtig.

Was hat das "Nichtempfinden" der Hand mit dem Schmerz zu tun, den lyrich empfindet?

Ansonsten finde ich es ein schönes Bild, was du hier benutzt.
Wenn auchn icht neu, doch gefühlvoll umgesetzt.
Der Gegenstand, der etwas auflöst, was eine Liebe umschattet. Etwas Bleibendes, wenn der Mensch fort ist.

Vielleicht erklärst du ja ncoh mal Strophe drei.

lg,Fabian

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#3

Blatt

in Düsteres und Trübsinniges 13.08.2006 18:36
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Ohne Einleitung.

Die Hand, ist hier nicht das Ausschlaggebende. Es ist das Abdriften der Gedanken. Diese rinnen wie Sand durch die Finger. Die Hand faltet mechnisch das Blatt. Der Geist wandert. Abgetrennt ist hier das Körperliche vom Geistigen. In einem anderen Zusammenhang ist das "abgetrennt" auch als eine Trennung an sich zu verstehen.

Es ist dies eine Botschaft, welche zu einem Zeitpunkt empfangen wurde, als es schon zu spät war. Das bewußtsein ist nun vorhanden, aber das Blatt hat sich gewendet.

Insgesamt ein nettes Gedicht, welches aber zu einem großen Teil Klischees wie Schleier, Blatt, Mauer und Sand der durch Finger rinnt, beinhaltet.

LG Gem

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#4

Blatt

in Düsteres und Trübsinniges 13.08.2006 20:05
von Maya (gelöscht)
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Das Blatt steht wohl für eine andere Person oder für etwas, was sie hinterlassen hat. Das Ich klammert sich an dieses Blatt, an die Erinnerung. Der Sand könnte für ein Leben stehen, das dem Ich durch die Finger rann und das es nicht zu halten vermochte.
Gefällt mir, Uschi.

LG, Maya

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#5

Blatt

in Düsteres und Trübsinniges 13.08.2006 21:12
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
Hallo Ihr!

..ja, das stimmt schon so, wie ihr es seht. es soll natürlich ein blatt sein, auf dem letzte worte stehen, die eines ehemals nahestehenden. die abgetrennte hand hat 2 ebenen, sie steht auch für tatsächlich abgetrennte gliedmaßen hier. ein nachempfinden des leids beim leser ... alles andere habt ihr ja schon 'erlesen' :-)
danke für die auseinandersetzung mit dem kurzen gedichtlein.
LG

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