Diese Zerrissenheit scheint die Zerrissenheit und Unvereinbarkeit der Licht- und Schattenseite des lyrIch zu sein, wie vor allem der letzte Vers vermuten lässt.
Bei der Zeichensetzung scheinst du etwas freigiebig mit Gedankenstrichen gewesen zu sein, aber wir haben ja Margot

Der nach Strophe 2 Zeile 2 ist auf jeden Fall falsch, da muss ein Punkt hin.
Ich finde die beiden Terzette lassen in Sachen Qualität etwas nach.
was dieser böse Geist mir immer zischt
Ich finde dieser Vers bricht sehr unschön aus. Da sowieso schon ein Drängen-Drängen-Reim drin ist wäre ein doppelter spricht-spricht-Reim die bessere Wahl.
Vielleicht solltest du aber die ganze Reimstruktur der Terzette über den Haufen werfen, sie wirken provisorisch.
Auch die Aussage des Gedichts ist etwas dürftig: Die dunkle Seite erringt die Oberhand - und?
Es liegt vielleicht an mir, aber das Gedicht haut mich weder klanglich noch inhaltlich um.
Sicherlich, die düstere Stimmung ist gegeben, doch so sehr verliert sich der Inhalt in dem zugegebenermaßen engen Korsett des Sonetts, dass nicht viel verbleibt.
Vielleicht war es nicht die richtige Wahl hier die Form des Sonetts zu wählen?
Was mir hier auch fehlt ist die andere Seite. Das Gute haben wir gehört. Aber was hat die Schattenseite, die dunkle Zwillingsschwester zu sagen? Hier würde es sich anbieten zwei Sonette nebeneinander zu stellen... das gäbe diesem an sich guten aber nicht sehr originellen Gedicht einen durchschlagenden Effekt.
lg,
Willi