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#1

verdorbene fische

in Natur 15.07.2006 01:36
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
verdorbene fische

in manchen phasen spüre ich kaum einen makel
aktiv wie ein tintenfisch in jedem tantakel
doch habe ich bange vor trübsinnstagen
an denen bin ich aus- und abgeschlagen

was als leicht beschrieben per federhalter
trifft plötzlich in mir auf diffuse schalter
die patronen im füller scheinen dann leer
die bleistifte geben nur grautöne her

meine stolzen tantakel ziehe ich ein
im glauben, noch eine flunder zu sein
schwimme allerdings nicht in süßwässern
und den zustand kann ich kaum verbessern

so grabe ich mich wie ein krebs in den sand
zieh mir besser nur kleinste fischlein an land
erinnre mich noch an mein leben als krake
dass ich mich selbst verzehrt – die eigene Marke.

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#2

verdorbene fische

in Natur 15.07.2006 04:30
von Arno Boldt | 2.759 Beiträge | 2758 Punkte
Hallo Uschi.

Das Tier quält sich durch deinen Text. Der Inhalt. Die Reime. Eine einzige Kloake entwickelt sich. Der Tintenfisch wird zu einem Krebs. Eine weise Stimme sagte mir, dass Tintenfische u.a. Krebse als ihre Beute ansehen. Insofern wird das Tier zum Gejagten, wenn man das denn so will.

Der Text wirkt ungelenk, krampfhaft. Das passt natürlich zum Inhalt, doch z.B. die Zeile "und den zustand kann ich kaum verbessern" (Str3/Z4) kann mich dann nicht begeistern, auch wenn es sicherlich in den Text passt.
"Süßwässer", gibt es das? Süßwasser, ja - aber heißt die Mehrzeit hier nicht "Gewässer"? Ich bin ahnungslos. Himmel, hilf!
Die Überschrift, bezieht sie sich auf die kleinen Fischlein am Ende.. die kleinen Brötchen, die man backt? Warum sind diese verdorben? Das möchte mir noch nicht auffallen.
Großschreibung nicht beachtet. Die Niedergeschlagenheit unterstreicht es leicht. Auch ist kaum Interpunktion vorhanden. Es ist ein "Runterschreiben".
Das Eingraben am Ende hat was Tod-Ähnliches; aber auch das "nicht-gesehen-werden(-wollen)". Tod. Scham. Erinnerung dient hier nicht mehr als Katalysator für eigene Stärken, sondern sorgt für die Ausweitung des Todes, für die eigene Ausweidung.

Soweit erst einmal.

LG,
AB.

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#3

verdorbene fische

in Natur 15.07.2006 10:51
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Tja, Schuster bleib bei deinen Leisten heißt es doch. Aber so schlecht finde ich das Gedicht nicht. Gut, ich habe natürlich auch nicht so viel Ahnung davon und bin durch ABs Kommentar erst auf die Feinheiten aufmerksam gemacht worden.
Ein paar schöne Umschreibungen sind aber doch darinnen und das Gedicht würde es sich verdienen überarbeitet zu werden.
Wenn du etwas mehr üben würdest, dann würden dir solche Gedichte sicher auch sehr gut gelingen. Bei mir wird das nichts.
Habe ich dir so etwas Ähnliches nicht schon einmal geschrieben?
Hm...

LG Gem

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#4

verdorbene fische

in Natur 15.07.2006 12:48
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
Hallo Ihr Beiden,
ja, erst mal Arno: diese Zeile, die Du anspricht: mir fiel da einfach nix so richtig ein - Du hast da ein gutes Auge. Vielleicht hast Du einen Vorschlag? Die Wässer, da bin ich mir schon fast sicher, denn eigentlich kann man, wenn die Vorsilbe 'Ge' ist, wie bei Ge-Hirn, Ge-Därme usw. das Ge auch weglassen, also bei Substantiven. Die Interpunktion: da wäre fast am Ende jeder Zeile ein Komma zu setzen, da es jedoch das Zeilenende ist, habe ich sie absichtlich weggelassen.
Ich schreibe von einer immensen Wandlung, von einer in das Gegenteil: Wenn ein Jäger zum Gejagten wird sozusagen, oder wenn ein Leichtsinniger zum Trübsinnigen wird bzw. wenn jemand so wird wie der/die/das ehemals Verachtete - von einer Selbstverzehrung in dieser Erkenntnis. Das Verdorbensein bezieht sich als Eigenurteil auf die ganze Wandlung letztlich und ist Ausdruck eines harten Selbsturteils.
@Gem: Danke. Ja, ich würde es auch gern überarbeiten - diese Zeile dort, die ist nicht 'reif'.
Dann sammle ich mal Ideen von Euch und bedanke mich schon mal, hier erst mal bei Euch Beiden :-)
LG U

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#5

verdorbene fische

in Natur 18.08.2006 11:23
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Hallo Uschi,

den Inhalt finde ich eigentlich ganz hübsch, die Umsetzung möchte ich dagegen als - naja - schwierig bezeichnen. Einige Reime sind ganz hübsch, zT (die Wässer wurden bereits angesprochen, Krake/ Marke überzeugt mich auch nicht) jedoch aber auch reichlich verkrampft, der Paarreim an sich stimmt mich auch nicht sehr glücklich.

Ein gleichmäßiges Metrum ist leider auch nicht vorhanden, man stolpert sich beim Lesen ziemlich durch Deine Zeilen, dadurch wirkt Dein Gedicht - da muss ich mich meinen Vorpostern anschließen - reichlich ungelenk.

Und warum Tantakel? Man sagt doch Tentakel, oder bin ich jetzt gänzlich verwirrt? Der Makel reimt sich auf jeden Fall auch auf Tentakel, hierfür muss man den Oktopoden zumindest nicht verbiegen .

Formal und handwerklich überzeugt mich das daher gar nicht, sorry, wegen der hübschen Idee solltest Du Dein Handwerkszeug aber auf jeden Fall nochmals herausholen und mit der (Über)Arbeit(ung) beginnen.

Gruß,

Don
P.S.: Da Du kein nachvollziehbares, durchgängiges Metrum hast, nur ein völlig unmetrischer Voschlag:
schwimm allerdings nicht in süßen gewässern
und den zustand kann ich kaum verbessern

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#6

verdorbene fische

in Natur 18.08.2006 14:11
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
Danke Don :-)
Ich kann da nix dran ändern - reimen ist nicht mein Fall. Ich sollte mich nicht weiter bemühen
(ich seh es ein!)
Grüße
Uschi

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#7

verdorbene fische

in Natur 19.08.2006 09:35
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
So habe ich das aber nicht gemeint, Uschi... vielleicht wird es ja irgendwann ! Abgesehen davon ist es offenbar mehr die Metrik, die Dich schafft, als die paar gleichtönenden Endungen.

Aber ganz ernst gemeint: warum denn nun Tantakel? Ist das mehr als ein Rechtschreibfehler? Ich bin irritiert...


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