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#1

freiend

in Philosophisches und Grübeleien 12.05.2006 11:58
von Mattes | 1.141 Beiträge | 1141 Punkte
freiend

Das Reich der Freiheit ist auch das Reich der Täuschungen
Hermann Hesse


argus innen augen
blenden blindend
geben grab gegraben

reine mache frauen
unten liegend
nehmen nach genommen

dirnen lohn
taxierend

in brunst
emittierend

fallen viel gefallen

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#2

freiend

in Philosophisches und Grübeleien 12.05.2006 22:48
von Ulli Nois | 554 Beiträge | 554 Punkte
Armer Mattes,

dass du so abgrundschlechte leser hast, dass du uns die botschaft jetzt unter die augen reiben musst... Wäre ich Juror gewesen, hätte ich dir drei Punkte allein dafür gegeben, dass du dich selbst unkenntlich machtest, und als einziger wirklich was wagtest!

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wer wagt, aber auch nicht unbedingt gewinnt. Obwohl der zweite Platz natürlich auch ein Gewinn ist!

Alles Quatsch! So wie wan über Sieg und Niederlage viel Dummzeug reden kann, so natürlich auch über Freiheit. Mattes als Freier - daran hätte man dich erkennen koennen. Aber was tut ein Freier überhaupt? Gibt er jemandem Freiheit oder gräbt er seiner Frau ein Grab? Wer war Argus? Hier sind jede Menge wortspieleende Vieldeutigkeiten, denen ich jetzt nicht nachgehen moechte. Die These ist doch offenbar: jede Definition von Freiheit verliert sich in den Abgründen des menschlichen Geistes und seiner schwingenden Sprache. Auch eine Definition freilich. Du läßt dich und uns in den Abgrund fallen und willst damit auch gefallen, stimmts?

Mir gefällts ia auch, aber für den puren Relativismus bin ich letztlich dann doch nicht zu haben. Es gibt Freiheiten, für die es keine Beweise gibt, aber ein Tiefenwissen, das einen an sie glauben läßt...

P.S. vorletzte Zeile: heisst natürlich: "imitierend?" Wenigstens diese Freiheit hast du dir nicht nehmen lassen...

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#3

freiend

in Philosophisches und Grübeleien 12.05.2006 23:03
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte

Zitat:

Ulli Nois schrieb am 12.05.2006 22:48 Uhr:
P.S. vorletzte Zeile: heisst natürlich: "imitierend?" Wenigstens diese Freiheit hast du dir nicht nehmen lassen...



Ich denke, da stand der Emitter Pate? Ja- nein -vielleicht? Impulsgebend, sendend? Hm.

Mehrmals habe ich heute schon angefangen und wieder abgebrochen bei Deinen Zeilen, Mattes. Ich habe auf jeden Fall vor, es später nochmal zu versuchen und mehr zu verstehen...

Auf jeden Fall ist das ein hartes Brot, was Du servierst, auch wenn es - man merkt es schon an diversen Kanten - seinen Reiz hat. Bislang muss ich aber vor allem den Juroren Lob aussprechen, dass sie Dein Gedicht auf den 2. Platz gehoben haben - denn es ist wahrlich nicht einfach zu verdauen. Wie gesagt, ich kaue nun schon ein Weilchen - ohne vernünftiges Ergebnis. Aber es fesselt.

Don

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#4

freiend

in Philosophisches und Grübeleien 12.05.2006 23:06
von Mattes | 1.141 Beiträge | 1141 Punkte
Ja, ich bin immer verdammt hin und her gerissen mit diesen verdammten Akrostichen. Hier aber ist die Verbindung des Titels mit dem letzten Wort "freiend abgrundtief gefallen" elementar und ich war so froh, dass ein Juror es erkannte, so dass ich jetzt nicht widerstehen konnte.


Zitat:

Ulli Nois schrieb am 12.05.2006 22:48 Uhr:
... und willst damit auch gefallen, stimmts?


Lesen wir doch mal weiter:

Gewagt hat eher GerateWohl etwas. Ich habe mit der Freiheit gespielt und bin auf die Schnauze gefallen. Irgendwo vermutlich gerecht, denn ich wollte ums Verrecken Erster werden (sic!) und bin an dem Juror, der das Werk vermutlich am stärksten durchdrungen hat, gescheitert. Und gewonnen hat Margot, die mir mal riet, nicht anderen gefallen zu wollen. Ha! Quelle blamage!

Also schuldig im Sinne der Anklage. Danke für deinen Kommentar.

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#5

freiend

in Philosophisches und Grübeleien 12.05.2006 23:11
von Mattes | 1.141 Beiträge | 1141 Punkte

Zitat:

Don Carvalho schrieb am 12.05.2006 23:03 Uhr:
Ich denke, da stand der Emitter Pate?


Ich denke das auch. Ich fand einfach nur zu schön, dass man es auch mit "imitierend" verwechseln/assoziieren konnte. Wenn ich jetzt aber denken sollte, dass Ulli mir ein echtes Verwechseln zutraut, fände ich das gar nicht mehr schön.


Zitat:

Aber es fesselt.


Say no more.

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#6

freiend

in Philosophisches und Grübeleien 12.05.2006 23:13
von Ulli Nois | 554 Beiträge | 554 Punkte
Auf die Schnauze gefallen, gescheitert?


Zitat:

Klinge ich immer so barsch? Das tut mir leid. Aber solche Kaliber, wie du einer bist, haben doch Claqeure genügend, da muss man schon etwas auf die Pauke hauen, um euch zu rühren.




Dass du mit diesem Gedicht nicht unter die ersten drei kommst, darauf hätte ich meinen Arsch verwettet!

Wie säße ich etzt da????

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#7

freiend

in Philosophisches und Grübeleien 12.05.2006 23:21
von Mattes | 1.141 Beiträge | 1141 Punkte

Zitat:

Ulli Nois schrieb am 12.05.2006 23:13 Uhr:
Auf die Schnauze gefallen, gescheitert?


Bescheidenheit ist eine Zier,
doch weiter kommt man ohne ihr.

Zitat:

Klinge ich immer so barsch? Das tut mir leid. Aber solche Kaliber, wie du einer bist, haben doch Claqeure genügend, da muss man schon etwas auf die Pauke hauen, um euch zu rühren.



Wie kommt denn dieses Zitat hier rein?

Zitat:

Dass du mit diesem Gedicht nicht unter die ersten drei kommst, darauf hätte ich meinen Arsch verwettet!


Ich hätte auch wetten mögen, dass ich Letzter werde. Oder eben Erster. Alles andere ist so unbefriedigend, wie ohne Arsch herumzusitzen.

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#8

freiend

in Philosophisches und Grübeleien 12.05.2006 23:30
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Weint doch!

Ein ganz und gar mittelmäßiger Don

P.S.:
Zitat:

Say no more


Nur wenn Du Glück hast.... aber im Ernst: ich würde gerne noch mal tiefer einsteigen, soweit es meine Zeit (und die würde ich brauchen) erlaubt. Kann aber auch sein, dass ich scheitere und Du nichts mehr hörst...

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#9

freiend

in Philosophisches und Grübeleien 13.05.2006 00:57
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Mattes, hattest du, als du damals die Mail an Margot sandtest, vielleicht die Befürchtung, die Juroren würden das Gedicht nicht verstehen?
Man sieht es nicht nur an den Kommentaren der Juroren, sondern auch hier: Der Einstieg in diese Zeilen ist schwer. Hier liegt kein Odeuvre vor uns, dass man im Vorbeigehen einschiebt, sondern ein Hummer, den man erstmal knacken muss...
O.k. ich geb ja zu ich hab gerade noch einen Mitternachtssnack eingeworfen

Wenn der Autor zu viel will, wird aus Gekonntem Verkanntes.

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#10

freiend

in Philosophisches und Grübeleien 18.07.2006 17:49
von Mattes | 1.141 Beiträge | 1141 Punkte

Zitat:

Wilhelm Pfusch schrieb am 13.05.2006 00:57 Uhr:
Mattes, hattest du, als du damals die Mail an Margot sandtest, vielleicht die Befürchtung, die Juroren würden das Gedicht nicht verstehen?


Vielleicht eher die Furcht, sie könnten es verstehen?

Ah, ach was, ich war sicher, die Mühe würde nicht unternommen, ich käme auf den letzten Platz und hätte dann mit assoziativer Wucht die Juroren hinweggefegt. Oder aber auf den ersten Platz, weil man ja in diese fragmentarischen Gedichte, die dollsten Interpretationen basteln könnte. Dann hätte ich mich amüsiert zurücklehnen können. So aber war der zweite Platz eine geniale Leistung der Jury und Anlass größter Verbitterung meinerseits und kurzzeitig erwog ich ja auch halbherzig den Ausstieg.


Zitat:

Wenn der Autor zu viel will, wird aus Gekonntem Verkanntes.



Wobei der Ansatz so einfach gewesen wäre, wenn man sich die Mühe gemacht hätte, nachzuschauen, wer oder was denn der Argos war, dieser Riese mit 1.000 Augen, der von Hera beauftragt wurde, die in eine Kuh(!) verwandelte Geliebte ihres Gatten Zeus zu bewachen. Dem gelang in der Gestalt eines Stieres dann doch die Besteigung der Io, doch das genügte ihm nicht. Er entsandte den Götterboten Hermes, der Argos mit Flötentönen erst den Schlaf und dann den Tod brachte. Hera verwandelte darauf Argos in einen Pfau und auf dessen Gefieder sind die 1.000 Augen denn auch heute noch zu bestaunen. Die Schönheit der Pfauenaugen blendet die Betrachter, macht sie blind für das, was in dem Pfau steckt.

Wer jeweils aktiv und wer passiv ist, Argos oder der Betrachter (upps), das kann man in beide Richtungen interpretieren, so wie man jede Zeile, jedes Wort entsprechend durchkonjugieren kann, woran drei Zeilen des Gedichtes ja auch gemahnen, deren Wortfolgen nicht zufällig so gewählt wurden. In diesem Reigen kann jeder alles sein, alles geben und schaufelt sich am Ende doch sein eigenes Grab, wenn er der Täuschung unterliegt, alle(s) freien zu können.

DG
Mattes

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#11

freiend

in Philosophisches und Grübeleien 28.07.2006 16:04
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Das habe ich erst spät gefunden - Asche auf mein Haupt.
Damals bei der Interpretation machte ich mir nicht die Mühe - da haben wir den Salat. Ich dachte nur an die "Argusausgen" der Gemeinsprache ohne näher darauf einzugehen.
Nun diese schmerzhafte Bildungslücke hast du nun geschlossen.

Nimms mir nicht übel,
Willi

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#12

freiend

in Philosophisches und Grübeleien 28.07.2006 17:07
von Mattes | 1.141 Beiträge | 1141 Punkte

Zitat:

Wilhelm Pfusch schrieb am 28.07.2006 16:04 Uhr:
Nimms mir nicht übel,



Könnte ich irgend etwas?

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#13

freiend

in Philosophisches und Grübeleien 28.07.2006 19:15
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Sieh dich als moralischen Sieger der an einer unfähigen Jury scheiterte

Wie in so vielen anderen öffentlichen Wettbewerben auch

So gesehen waren wir eine sehr realitätsnahe Jury

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