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#1

Des Gevatters Tod

in Düsteres und Trübsinniges 11.05.2006 16:25
von Olaf Piecho | 111 Beiträge | 111 Punkte
In alten Zeiten stand der Gevatter
dem Sterbenden bei
Immer wenn die Lebensuhr

Zwölf

schlug, stellte er nur kurz
die Sense ab und blies es aus
Das Licht
so erzählten sich die Alten
leuchtet manchmal

tausend Menschen

aus der Dunkelheit
Und diese Frage sei gestellt
warum gerade dieser oder jene
und außerdem und sowieso
wer hat den Sensenmann bestellt?

Wurden täglich

auch die Tränen auf dem Friedhof abgesenkt
in alter Zeit war sterben Teil
des Lebens und der Lieben man gedenkt

In Auschwitz

hat sich der Gevatter übernommen
was so nicht vorhergesehen war
Völlig entkräftet starb der Tod
und wurde mit Millionen Seelen

ll: Verbrannt :ll

ist seither unser Leben
Wer immer das Erinnern bannt
ihm oder ihr gedenk ich nicht

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#2

Des Gevatters Tod

in Düsteres und Trübsinniges 13.05.2006 10:29
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hallo Olaf

Hier ist es mir etwas peinlich einen Kommentar unter das Gedicht zu schreiben, da ich mich darin leider wiederfinden kann. Ich habe vor einiger Zeit einen Faden eröffnet, in dem ich propagierte, dass man doch endlich die damalige Zeit ruhen lassen soll. Es haben sich in dem Faden doch sehr viele user gemeldet, die überwiegend ganz anderer Meinung waren. Ein Kommentar unter den vielen, hat mich aber doch bewegt. Es war dies der Komm. von GW, der meinte, dass es so lange eigentlich gar nicht her ist.
Das hat mir ein wenig zu denken gegeben, denn es gibt noch viele Menschen, die damals tatsächlich gelebt haben und ich kenne sogar Menschen, die im KZ waren. Mein Fehler ist in dieser Beziehung gewesen, dass ich von meiner Warte ausging. Mir erscheint es unmöglich einen anderen Menschen aufgrund seiner Rasse zu diskriminieren oder gar zu verletzen. Aber so sehen es womöglich nicht alle Menschen.
Ich denke nun, dass es doch sehr wichtig ist, diese Dinge nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Zum Gedicht:

Normalerweise finde ich Gedichte die zu handwerklich gestaltet sind nicht besonders. Hier denke ich, dass es sehr viel Mühe gekostet hat es zu erstellen. Auch ist es wohl überlegt geschrieben.
Ich denke, dass man hier gar nicht viel dazu sagen kann, weil sich der Text von selbst erklärt.
Toll gemacht auch, dass man den Text auf verschiedene Art und Weise lesen kann und muss.

Gefällt mir inhaltlich wie handwerklich sehr gut

LG Gem

edit: Rechtschreibfehler korrigiert...*grummel*

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#3

Des Gevatters Tod

in Düsteres und Trübsinniges 13.05.2006 17:41
von Olaf Piecho | 111 Beiträge | 111 Punkte
eigentlich hatte ich nicht erwartet, dass es zu diesem Gedicht Kommentare gibt, um so mehr freue ich mich über deine Reaktion!

Ja, es spricht für Dich, dass Du nachdenklich wirst, wenn Meinungen Dich überzeugen. So oft ist das nicht.

Gibt es nicht die täglichen Diskreminierungen? Sind z.B. Blondienenwitze nicht auch in ihrer Form herabwürdigende Witze?

Grüße von Olaf

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#4

Des Gevatters Tod

in Düsteres und Trübsinniges 13.05.2006 17:54
von Olaf Piecho | 111 Beiträge | 111 Punkte
Hallo Uschi,

stimmt ja nicht...Ich kenne gar keine Männer, die blonde Frauen bevorzugen...Lacht.

Nein, keine Rasse. Aber diskreminiert werden nicht nur Rassen, sondern Menschen die aus der Norm fallen.

Grüße nach Berlin...(da wäre ich jetzt gern).

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#5

Des Gevatters Tod

in Düsteres und Trübsinniges 14.05.2006 00:23
von kein Name angegeben • ( Gast )

Zitat:

Olaf Piecho schrieb am 13.05.2006 17:41 Uhr:
eigentlich hatte ich nicht erwartet, dass es zu diesem Gedicht Kommentare gibt, um so mehr freue ich mich über deine Reaktion!

Ja, es spricht für Dich, dass Du nachdenklich wirst, wenn Meinungen Dich überzeugen. So oft ist das nicht.

Gibt es nicht die täglichen Diskreminierungen? Sind z.B. Blondienenwitze nicht auch in ihrer Form herabwürdigende Witze?

Grüße von Olaf



Mir hat Dein Gedicht sehr gefallen, doch so sehr ich dem Gedich zustimme, so fühle ich mich genötigt, diesem Beitrag zu widersprechen. Spott, vor allem in so oberflächlicher Form, ist keine Diskriminierung. Diskriminierend wäre es erst, wenn ich eine Blondine aufgrund ihrer Haarfarbe nicht in meiner Firma einstellte. Wir dürfen nicht den Fehler machen und aus falsch verstandener political Correctness unsere Sprache, unsere Kultur kastrieren und Mauern um unser Denken bauen.

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#6

Des Gevatters Tod

in Düsteres und Trübsinniges 14.05.2006 08:36
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Genau! Blondinen sind blöd!





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#7

Des Gevatters Tod

in Düsteres und Trübsinniges 14.05.2006 10:50
von Olaf Piecho | 111 Beiträge | 111 Punkte
Ach Swann, da hast du Recht. Und froh bin ich, dass du hier differenzierst. Ich gebe es ja zu, ein wenig wollte ich provozieren...

Und Gemini provoziert wohl auch...oder?

Grüße von Olaf

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