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#1

Blindes Verständnis

in Mythologisches und Religiöses 20.04.2006 16:52
von Mattes | 1.141 Beiträge | 1141 Punkte
Blindes Verständnis


Um Deine Wunder, Herr, zu schauen,
bedarf es keiner Religion.
Man muss nur den Gefühlen trauen,
denn auch der Blinde spürt es schon,

wenn laue Lüfte ihn umflüstern
und Frühlingssonne wohlig wärmt,
wenn Blütenduft in seinen Nüstern
von neu erwachtem Leben schwärmt.

Dann hebt er, nur für den Moment,
das Haupt zur Sonne, atmet tief,
und spürt, wer dort am Firmament
so zärtlich seinen Namen rief.

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#2

Blindes Verständnis

in Mythologisches und Religiöses 21.04.2006 00:01
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi Mattes

Das ist hübsch (ich weiss, ein grässliches Wort, aber mir fällt kein besseres ein ... oder vielleicht leicht? lieblich?) ... anyway. Es gibt viele Menschen, die in der Natur die Allmacht Gottes sehen oder, wie hier, spüren. Eine gute Einstellung, wie ich finde, denn die Natur ist perfekt und wundersam genug.

Der flüstern/Nüstern-Reim eckt etwas an. Vom Klanglichen und auch deshalb, weil ich das unweigerlich mit Pferden in Verbindung bringe. *g Ansonsten.... eben, sehr hübsch.

Gruss
Margot

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#3

Blindes Verständnis

in Mythologisches und Religiöses 10.05.2006 13:38
von Roderich | 645 Beiträge | 645 Punkte
Hallo Mattes,

vorab: Wenn mir jemand die Gretchenfrage stellen würde, dann würde ich wahrscheinlich nur hilflos mit den Schultern zucken.

Dennoch gefällt mir dein Gedicht sehr gut. Du bringst, souverän wie immer, deinen Inhalt in eine sehr routiniert dargebrachte und dabei dennoch hier zarte Sprache rüber und auch inhaltlich hat es mich angesprochen, obwohl ich eben nicht so recht weiß, woran ich glauben soll. Allerdings finde ich, dass die Natur - ob man nun an Gott glaubt oder nicht - Wunder genug ist und unsere volle Beachtung verdient, da wir viel Lebensenergie aus ihr schöpfen können. Viele Menschen scheinen das heutzutage vergessen zu haben, was mehr als bedauerlich ist.

Grüße

Thomas

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#4

Blindes Verständnis

in Mythologisches und Religiöses 12.05.2006 16:10
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Ein wunderbares Gedicht. Es ist so, als hätte ein Künstler ein wunderschönes Frauengesicht gemalt - und ihr dann aus irgendeinem Grund im Nachhinein Nüstern statt einer filigranen Nase gegeben!

Anders gesagt: Ohne die Nüstern würde das Gedicht nicht mehr gut riechen, sondern duften!

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#5

Blindes Verständnis

in Mythologisches und Religiöses 12.05.2006 21:27
von Mattes | 1.141 Beiträge | 1141 Punkte
Ihr seid mir so Poeten! Oder ich bin zu alt. Oder beides. Denn es war mal ziemlich normal auch von den Nüstern eines Menschen zu sprechen, zumal wenn es ans Dichten ging. Aber sei es drum. Wenn ich mich dort auch nicht wiederfinde, sind es doch wohlwollende Kommentare. Habt Dank dafür.

Ach ja, Marge, du hast Recht. Bei mir ist das so. Wenn ich dann wieder die überwältigende Schönheit der doch so rein funktionalen und evolutionären Natur sehe und erlebe, dann bin ich gleich wieder ein wenig frommer.

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