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#1

Die Protagonistin

in Parodien und Persiflagen 24.03.2006 15:00
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Die Protagonistin in meinem neuen Roman ist eine dumme Kuh. Ich kann das Weib nicht ausstehen. Kein normal denkender Mensch verhält sich auf diese Weise. Was denkt sich die Frau eigentlich? Will sie mich verscheissern?
Gestern noch hat sie dem Einen geschworen, sie würde ihn immer lieben und heute geht sie bereits mit dem Anderen ins Bett. Von Verhütung spricht natürlich kein Schwein. Es fehlt nur noch, dass sie sich etwas einfängt. Am Ende muss ich das wieder erklären, nur damit sie sich weiterhin amüsieren kann.

Und dann die Sache mit der Pistole. Wie kann man nur so dämlich sein, eine Waffe aufzuheben, die neben einem Toten liegt? Jedes Kind, das schon einmal einen Krimi gesehen hat, weiss doch, dass man das nicht tut. Aber nein, das dumme Ding geht hin und hebt die Knarre auf. Klar, dass der Polizist, der just in dem Augenblick zur Türe hereinkommt, denkt, dass sie die Mörderin ist. Würde ich ja auch tun. Man kann dem Mann wirklich keinen Vorwurf machen.
Jetzt hockt sie im Gefängnis und weint sich die Augen aus, weil ihr niemand glaubt. Geschieht ihr ganz recht! Ich bin wirklich gespannt, wie sie aus dem Schlamassel wieder heraus kommen will. Aber das hübsche Lärvchen wird sicher einen Dummen finden, der die Kaution für sie bezahlt. Mit dem wird sie dann vermutlich auch gleich wieder in die Kiste steigen. Wundern würde es mich nicht.

Nun ja, soll sie halt, wenn’s ihr so Spass macht. Aber ich glaube nicht, dass das ein gutes Ende nehmen wird. Nein, so viel Dummheit wird irgendwann mal bestraft. Da bin ich mir fast sicher.



(c) Margot S. Baumann

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#2

Die Protagonistin

in Parodien und Persiflagen 24.03.2006 15:04
von Roderich (gelöscht)
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Hallo Margot,

und warum soll ich jetzt noch deinen Roman lesen?

Nein, ist schon ganz witzig geschrieben, nichts Großartiges, aber unterhaltsam. Ich denke, mehr wolltest du schließlich auch nicht erreichen, oder?

Viele Grüße

Thomas

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#3

Die Protagonistin

in Parodien und Persiflagen 24.03.2006 15:10
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
..... war nur Stress-Abbau, Rodie.

.... dann darf ich dich schon mal auf die Käuferliste setzen?

Gruss
Margot

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#4

Die Protagonistin

in Parodien und Persiflagen 24.03.2006 15:15
von barfly (gelöscht)
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gefällt mir, schon lakonisch rausgerotz. erinnert mich von der idee ein wenig an bukowski und seine zwölf fickende affen. obwohl in dieser text ja damit spielt, dass der autor den prot. in seinen handlungen nicht lenken könnte.

grüße
barfly

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#5

Die Protagonistin

in Parodien und Persiflagen 24.03.2006 15:16
von Roderich (gelöscht)
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Käuferliste? Das klingt so offiziell - mit Verpflichtungen und so. Ui ...

Nein, wenn du das große Geheimnis preis gibst, wie das Büchele denn getauft wird und wo man es sich käuflich (oder andersweitig) aneignen kann UND wenn es nicht nur in der juwelenverzierten Goldeinband-Luxusausgabe zu haben ist, dann kannst du mit mir rechnen.

Grüße

Thomas

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#6

Die Protagonistin

in Parodien und Persiflagen 24.03.2006 16:01
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
@ barfly

Ich tue den Zeilen vielleicht etwas Unrecht, wenn ich sage, es sei lediglich Stressabbau. Im Grunde ist es so, dass ich seit 2004 an einem Roman arbeite, der sich jetzt langsam dem Ende nähert. Die Charaktere darin sind mir – in der Zwischenzeit – schon so vertraut, dass sie für mich praktisch zu realen Personen geworden sind. Und wie man manche eben mag und andere nicht, geht mir zuweilen „meine Heldin“ auf den Wecker! *g ….. Die Geschichte schreibt sich zwischendurch, wie von alleine und manchmal beschleicht mich das Gefühl, ich hätte die Fäden dazu nicht mehr in der Hand und die Personen darin würden mir den Text bzw. die Handlung diktieren. Verrückt, nicht?

@ Rod
Da ich nicht die Tüchtigste bin, wenn’s um Prosa geht, wird’s wohl noch ein Weilchen dauern. Aber bis 2007 sollte es geschafft sein…. ich geb dir dann Bescheid. (War übrigens ein Scherz mit der Liste, keine Angst. Fühle dich also nicht genötigt)

Grüsse
Margot

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#7

Die Protagonistin

in Parodien und Persiflagen 24.03.2006 16:39
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
Ja, die Geister die man rief. aber aus irgendeiner Schicht Deines Unterbewussseins muss sich diese Person ja wohl bedienen.
Gruss
Knud

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#8

Die Protagonistin

in Parodien und Persiflagen 24.03.2006 17:08
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Marge,

ups! Es geht also um ein echtes Buch, das Du schreibst. Ich will es unbedingt lesen, weil da gewiss endlich die Frage beantwortet wird, wann eine 10 Zentimeter tiefe Messerstichwunde verheilt.
Ich fand es ansonsten bei dem Text oben witzig mir vorzustellen, wie der Autor, der sich so über seine Figur aufregt einen trivialen Groschen- oder Erotikroman schreibt und sich hier über die unrealistischen und hirnrissigen Umstände aufregt, unter denen die eigene Hauptfigur immer wieder mit irgendwelchen Typen ins Bett geht.
Aber so etwas flaches wird das echte Werk kaum werden können.
Hm. Spannung, Spannung...
2007. Viel Erfolg noch. Gibt's dann im Tümpel eine Leseprobe?

Lieben Gruß,
GerateWohl

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#9

Die Protagonistin

in Parodien und Persiflagen 24.03.2006 17:20
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
@ Knut
Lach - du Frechling! Ähnlichkeiten mit lebenden Personen ist beabsichtigt und gewollt.

@ GW
Oh Gott! Ich bemühe mich schon, es nicht ins Triviale abgleiten zu lassen, jedoch wird's keine Hochliteratur werden. Ich hoffe aber, es unterhält wenigstens ein bisschen. Und ja, das mit dem Messerstich kann man dann nachlesen ... *g

Ich wollte mir (selber) einfach mal beweisen, dass ich die nötige Geduld und das Sitzfleisch habe, eine lange Geschichte aufbauen zu können und alle angerissenen Fäden am Ende miteinander zu verknüpfen. Hätte ich aber gewusst, dass es so arbeitsintensiv ist, wäre ich wohl bei meinen Gedichten geblieben. Im Ernst, jeder Romanschreiber geniesst ab jetzt meinen Respekt für seinen Durchhaltewillen.

Grüsse
Margot

P.S. Meine Protagonistin ist übrigens kein Flittchen!

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#10

Die Protagonistin

in Parodien und Persiflagen 24.03.2006 17:50
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte

Zitat:

P.S. Meine Protagonistin ist übrigens kein Flittchen!



Sowas zieht aber Leser.

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#11

Die Protagonistin

in Parodien und Persiflagen 24.03.2006 21:44
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
vielleicht könntest Du noch eine Gefängnisliebelei mit einbauen das kommt gut, die dann später der Protagonistin in Freiheit wieder begegnet?
Gruss
Knud

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#12

Die Protagonistin

in Parodien und Persiflagen 24.03.2006 22:37
von Roderich (gelöscht)
avatar

Zitat:

Knud Knudsen schrieb am 24.03.2006 15:44 Uhr:
vielleicht könntest Du noch eine Gefängnisliebelei mit einbauen




In einem Frauengefängnis? Ja, das würde mir auch gefallen!

Grüße

Thomas

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#13

Die Protagonistin

in Parodien und Persiflagen 24.03.2006 23:17
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Ich seh schon, ihr seid nicht meine Zielgruppe.

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#14

Die Protagonistin

in Parodien und Persiflagen 25.03.2006 12:32
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
wen es interessiert in "broken roses" habe ich eine solche klassische Szene Sex and crime

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#15

Die Protagonistin

in Parodien und Persiflagen 10.01.2007 21:35
von Joame Plebis | 3.551 Beiträge | 3502 Punkte
In Ermangelung aktueller Lustbarkeiten, stöbere ich hier umher, stelle mit Entsetzen fest, was Margot hier geschrieben hat. Entsetzen deshalb, da ich den Sitz sofort verlassen habe und aufgestanden bin. Ich bin richtig ent-sessen, da kann man ja auch entsetzt dazu sagen?
- Wenn das sündteure Porto nicht wäre, dann stünde ich ja schon auf der Käuferliste und würde mich über eine einmalige Widmung freuen.

Damit könnte ich angeben, erzählte jedermann, etwas stotternd und atmelos,
daß ich die Schriftstellerin 'persönlich' kenne, würde mit gewaschenem Zeigefinger hintippen auf die Signatur, dabei die Zuhörer zwar etwas verwirren, aber zugleich auch Mitleid erregen.
Das ist nötig, um auch Abnehmer dafür zu ködern.
Immer wieder würde ich glänzenden Auges, die ich etwas feucht werden ließe, beteuern "...und diese Widmung ist für mich!".

Ja eventuell würde ich versuchen, einige Exemplare an Deutsche Touristen an den Mann/Frau zu bringen. Weil die Deutschen halten viel von Kultur, zumindest tun sie so. Auch wenn das Büchlein oder Buch nachher irgendwo im Schrank ungelesen verstaubt.

Es stellt aber doch eine Erinnerung an den Urlaub in Österreich dar,
wo so ein netter Mensch es ihnen gemeinsam mit einer Ansichtskarte verkauft hat. - ja leider, nachdem die Post aber schon eine höhere Zustellgebühr will, wie der Verleger oder der Schriftsteller nie erhalten werden, - so als hätte die Post das Werk geschrieben, ja so leider kann daraus nichts werden. So befürchte ich, daß ich nicht ein Exemplar bestellen kann (außer es gibt ein Auslieferungslager für schweitzer Literatur im Balkan, von wo aus die Zusendung halbwegs normal hoch wäre - wäre ja möglich).

Aber die Protagonistin geht mir einfach nicht aus dem Sinn,
da ist jetzt Neugier entstanden, die ich kaum niederkämpfen kann, weil ich wissen muß, unbedingt wissen muß, wie ging das weiter - und wer war wirklich der Täter.

So besehen, gehöre ich schon zur Zielgruppe, auch wenn diese nur aus einer Person besteht.

Freundlichen Gruß!
Joame

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#16

Die Protagonistin

in Parodien und Persiflagen 10.01.2007 23:18
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Huch, Joame, da hast Du ja was ganz Altes ausgegraben. *g

Ich würde Dir das Buch natürlich gerne zusenden, auch mit Widmung, nur ist es leider (noch) nicht gedruckt.

Das Problem besteht darin, dass beide Manuskripte - ich war ja fleissig und habe 2 Romane im 2006 geschrieben - zur Zeit immer noch bei meinem Literaturagenten sind, der damit von Verlag zu Verlag zieht, um sie an den Mann zu bringen. Nun bin ich ja nicht Stephen King, dem man die Geschichten aus der Hand reisst, noch hat man auf mein Geschreibsel gewartet, daher sind beide Romane noch nicht käuflich zu erwerben.

Ich könnte sie natürlich im Selbstverlag herausbringen, aber dazu müsste ich sie professionell korrigieren lassen und das kostet mich, so über den Daumen gepeilt, ca. 3'000 SFR pro Buch. Das ist natürlich ein vertiabler Betrag, den ich kaum wieder "herein bekomme", auch wenn ich meinen ganzen Kollegenkreis beliefern würde. Deshalb hoffe ich immer noch darauf, dass mir ein Verlag die Geschichten abkauft und das Lektorat übernimmt.

Du siehst, es ist nicht damit getan, einen Roman zu schreiben, man muss das Ding auch verkaufen können, damit es sich in irgend einer Weise lohnt ... für alle Beteiligten.

Aber manchmal findet ja auch ein blindes Huhn ein Körnchen. Drück mir die Daumen. Und wenn das hilft, dann kriegst Du eine ganz tolle Widmung!

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#17

Die Protagonistin

in Parodien und Persiflagen 11.01.2007 01:02
von Joame Plebis | 3.551 Beiträge | 3502 Punkte
Hätte ich gewußt, wie nötig einst ein Verlag sein wird, so hätte ich vor ca. 30 Jahren eine bessere Auskunft gegeben, an eine Dame, die einen Verlag hat und meinte, ihren Stammbaum erforschen zu müssen.
Wie leicht hätte ich mich da zum Verwandten machen können.
Erst vor Weihnachten, als ich all meine Schreibereien ratzeputz sortierte, kam mir diese Anfrage und das Dankschreiben unter die Finger. - Nur fürchte ich, diese Verlagsinhaberin lebt nicht mehr oder doch noch mit so geschätzten 90 Jahren. - Hätte ich das nur seinerzeit gewußt!
Ich selbst habe einmal einen Vorstoß mit einem Manuskript gewagt, gleich an eine der höchsten Literaturstellen, die es in Wien damals gab und an die wichtigste Persönlichkeit. Das liegt schon vierzig Jahre zurück. Die Antwort habe ich heute noch.

Sie war höflich und freundlich (wie in so Fällen meistens)
und lautete ungefähr so, daß mein Stil nicht mehr der Zeit entsprechend sei und ich mich entweder anpassen möge oder wenn es mir Spaß macht, weiterschreiben.

Mir selbst käme nie in den Sinn (ist schon gelogen) einen Kriminalroman zu schreiben, denn solche gibt es wie Sand am Meer. Er müßte etwas derart Außergewöhnliches sein, sich zugleich als Drehbuch eignen - ach was, so viel Arbeit; Du siehst ja, wie Du jetzt hungern mußt!

Sollte das Buch je gedruckt werden, ich noch am Leben sein,
so kannst Du schon mit mir rechnen, vorausgesetzt, es kostet nicht mehr als zwei bescheidene Mittagessen ohne Getränke. Auf Hochdeutsch sind das dann nicht mehr als €20,--.

Siehst Du, jetzt habe ich doch noch ein wenig Trost beigetragen zu Deinem momentanen Tief, das Dich befällt, wenn Du an das unverlegte Buch denkst.

Wenn weiterer Trost nötig erscheint, so bitte nur schreiben!

(Warum geben wir nicht gleich die Korrespondenz zwischen zwei Personen als Buch heraus? Weil das Thema niemanden interessiert?)

Gruß
Joame

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#18

Die Protagonistin

in Parodien und Persiflagen 11.01.2007 09:19
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Nun ja, vor 30 Jahren habe ich höchstens mal ein schmalziges Liebesgedicht verfasst (ist es heute eigentlich anders? ), von daher ist Dein Bedauern unnötig. Trotzdem vielen Dank!

Es ist ja auch nicht so, dass ich deswegen hungern und darben müsste. Schliesslich gehe ich - neben dem Schreiben - noch einer "anständigen" Arbeit nach. Und mein Ziel ist es auch nicht, mit dem Schreiben Geld zu verdienen. Es macht mir vielmehr Freude. Natürlich würde es mich noch mehr freuen, wenn die Geschichten gelesen würden, aber ich werde mich von keiner Zinne stürzen, wenn dem nicht so ist.

Georges Simenon sagt dazu: "Wenn Sie im Leben etwas anderes tun können als zu schreiben, dann rate ich Ihnen: Tun Sie das."

Und die Geschichte ist auch kein eigentlicher Kriminalroman. Ich denke, deswegen ist es auch nicht ganz einfach, einen Verlag dafür zu finden. Die stufen ihre Autoren gerne ein. Der schreibt Krimis, die schreibt historische Schinken ... etc. Meine Geschichte ist eher ein Mix aus Mythologischem, Abenteuer, Liebe und Krimi. Tja ...

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