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#1

Lieber Herr

in Liebe und Leidenschaft 10.01.2006 13:17
von kein Name angegeben • ( Gast )
Lieber Herr

Dein Seidengewand
Dein weiches Land
Deine Steppe
Dein Wüstensand
Und erst Dein Strand!

Zu Dir die Treppe
Zu Dir den Weg ich hätte
Zu Dir ich mich rette
Zu Dir leg ich meine Stätte
Und erst meinen Strand!

Lieber Herr

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#2

Lieber Herr

in Liebe und Leidenschaft 10.01.2006 15:08
von Richard III | 865 Beiträge | 865 Punkte
Hallo Xyayde,

erst einmal ein Herzliches Willkommen im Tümpel!

Zu deinen Zeilen:

Schnell gesagt: Immer wieder sich wiederholende Anfänge ohne tieferen Sinn, wie simples Dein, dein, dein und Zu Dir, zu dir, zu dir ist zwar verständlich, da die Autorin sicherlich die vollkommene Anbetung des lyr. Dus ausdrücken wollte. aber doch leider all zu simpel und daher nicht gerade begeisterungsfördernd und auch nicht angenehm zu lesen.
Die Wortwahl ist sehr einfach, auch wenn versucht wird, mit Begriffen wie "Seidengewand und "Strand" eine lyrische Athmosphäre aufkommen zu lassen. Da jedoch Bezug zueinander und die Darstellung des Kontextes, außer der reinen Aufzählung ausbleiben, leider misslungen.
Der Begriff "weiches Land" ist ebenfalls nicht sehr aussagekräftig. Was willst du damit denn sagen?
Die Zeilen 2 und 3 in Strophe 2 sind grammatikalisch nicht korrekt und eine solch gefährliche Verrenkung der üblichen grammatikalischen Regeln nur in alleräussersten Ausnahmefällen erlaubt, da sie meißt dazu führen, daß der Leser auf unschöne Weise mit der Nase drauf gestoßen wird, daß der Schreiber unbedingt einen Reim erzwingen wollte.
Das geht auch anders.
Tjaja und zum Inhalt: Wenn man genau hinschaut, kann man alles Mögliche hineininterpretieren: Religiöse Aufopferung, Sexuelles Verlangen und Hingabe, etc. pp.
Aber es ist sprachlich einfach nicht angenehm genug, als das ich mir hier weiter Gedanken machen möchte. Dann könnte ich auch versuchen, eine Vase zu interpretieren.

Sei mir nicht böse, ob meiner harschen Kritik. Dieses hier begeistert mich überhaupt nicht, aber ich schaue mir noch deine anderen Posts an und bin gespannt.

Liebe Grüße Richard

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#3

Lieber Herr

in Liebe und Leidenschaft 10.01.2006 17:29
von kein Name angegeben • ( Gast )
Wie unrecht du hast, lieber Richard III. Erstens: Der Begriff grammatikalisch ist in diesem Zusammenhang fehl am Platz, meintest du wohl eher die grammatische Inkorrektheit. Abgesehen davon, dass hier kein Verstoß vorliegt... .
Und warum erdreistest du dich, zu sagen, dass nur in Ausnahmefällen so etwas möglich ist? Was macht dich besser, als dass nur du dir so etwas erlauben dürftest, nicht aber ich?
Und warum liest du überhaupt Lyrik????? Denn die Gesänge zur Lyra sind nicht da, um verstanden zu werden. Und wenn es Themenvielfalt im Sinne der möglichen Interpretationen gibt, na, habe ich meinen Auftrag erfüllt. Deshalb frage nicht, was ich meine, schreibe ich vom "weichen Land". Dann habe ich in der Liebe eben eine andere Erfahrung mehr gemacht, als du, und kann eben über weiches Land schreiben.
Sicherlich sind diese wenigen Zeilen kein Opus, keine erlenkönigliche Hymne. Manchmal aber bedarf es einfacher Worte, zuweilen auch Anaphern, um etwas zu sagen.
Mag deine Kritik recht sein.
Nur, Lyrik heißt nicht lesen und sofort verstehen, wenn letzteres überhaupt. Auch den Reim, magst du ihn als erzwungen deuten (und ich saß dennoch nicht da und überlegte, was sich reime)- deute dies doch auch auf den Inhalt. Denn ein Kunstwerk - ist nicht nur außen und innen, sondern beides.

Trotzdem vielen Dank, kühner Richard
und ich hoffe, du kannst Shakespeares Jünger alle Ehre machen.
Liebe Grüße
Xyayde

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#4

Lieber Herr

in Liebe und Leidenschaft 10.01.2006 17:38
von Richard III | 865 Beiträge | 865 Punkte
Alles was du sagst, holde Xyayde!
Natürlich bin ich vollkommen besessen und überzeugt von meinem eigenen Können und deshalb habe ich mich erdreistet deinen engelsgleichen Gesang der Lyra anzuzweifeln und habe ihn dabei anscheinend auf verabscheuungswürdige Weise missverstanden! Was bin ich für ein arger Kunstbanause. Ich bin untröstlich!

Nichts für ungut.
Sei aufs Liebste gegrüßt
Richard

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#5

Lieber Herr

in Liebe und Leidenschaft 10.01.2006 17:52
von kein Name angegeben • ( Gast )
Liebster König,

so war es nun wirklich nicht gemeint. Verzeih.
Was ich zu sagen versuchte: Nicht immer versteht der Leser, was der Autor beabsichtigte... . Ich bin überzeugt von deinem Können.
Nur, man hat sch ja auch etwas dabei gedacht, wenn man daher schrieb... und wenn ein anderer etwas ganz anderes, oder auch nichts darin erkennen konnte, muss man sich damit ersteinmal auseinandersetzen. Darum mein Zynismus - als erste ohnmächtige Reaktion ob deiner doch negativen Meinung.
Ich denke nur, in der Literatur gibt es keine Grenzen... und wenn man nur in Ausnahmefällen etwas machen darf, fragte ich mich, was rechtfertigt nun diesen Fall? Außer erzwungener Reim, was ja übrigens schon die alten Lateiner ohne Kritik machen durften? Mir fehlen die Worte, angesichts einer Liebe - so vielleicht?

Verzeih meine rechthaberisch klingende Antwort. Du hast natürlich auch Recht mit manchen Dingen. Nur eben nicht mit allen.
Als ich von meiner Hoffnung schrieb, du mögest dem Jünger Shakespeares eine Ehre erweisen, zweifelte ich nicht an dir... ich finde es sehr schön, dass es noch Menschen gibt, die überhaupt von einem Richard wissen und sich ebenso stellen. Damit war keine Kritik an dir oder deinem Vermögen gemeint!

Also verzeih mir meinen harschen Auftritt...
ebenso liebste Grüße
Xyayde

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#6

Lieber Herr

in Liebe und Leidenschaft 10.01.2006 18:03
von Richard III | 865 Beiträge | 865 Punkte
Liebe Xyayde,

nehme es mir auch nicht übel! Ich stimme dir ja zu: Natürlich muß ein Gedicht nicht sofort verstanden werden und vor Allem nicht von allen Lesern auf die gleiche Weise. Wäre dem so, bräuchten wir den Begriff "Interpretation" nicht im Zusammenhang mit Dichtung.
Was ich nun gar nicht von dir hören wollte war, daß du von meinem Können überzeugt bist und ich hoffe doch sehr, daß ich hier auf verhüllte Ironie gestoßen bin. Ich bin selbst nicht überzeugt und das ist auch gut so, denn wenn ich es wäre, müßte ich mich selbst verachten und das möchte ich nicht so gern.
Sind wir nicht auch ein bischen deswegen hier, um uns weiterzuentwickeln und nicht starr in Selbstanhimmlung unserer Werke zu verharren.
Was ich dir schrieb ist allein meine Meinung. Mich und nur mich konntest du nicht begeistern mit diesem Gedicht und die Gründe nannte ich dir. Was natürlich nicht bedeutet, daß ich die Weißheit gepachtet habe. Du kannst meine Kritik annehmen - Du kannst es auch einfach lassen. Die Entscheidung trifft hier schließlich jeder nach eigenem Gewissen.

Liebe Grüße
Richard

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