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#1

Fragen der Mutter an das ungeborene Kind

in Philosophisches und Grübeleien 25.12.2005 16:58
von Roderich (gelöscht)
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Fragen der Mutter an das ungeborene Kind


Woher kommst du
und sag, wie ist es
dort?

Würdest du
dorthin zurückgehen,
wenn du nicht
wissen würdest, dass
ich
deine Mutter bin?

Und was
verleitete dich zum
Bleiben?

Bin es ich?

Ist es die
Wärme,
die ich dir gebe?

Oder ist es das
Wissen,
dass ich für dich
sterben würde,
wenn es nötig wäre?

Sagt dir das mein
Herzschlag?

Der schneller geht,
wenn ich
an dich
denke?

Und freust du dich auf das
Licht,
das dich umfluten wird,
wenn du mich
verlässt?

Oder würdest du
lieber
in der schützenden
Dunkelheit bleiben,
wenn du könntest?

Und was erwartet
dich?

Welches Leben
wirst du
führen?

Ein eigenes
oder das, welches
ich
dir zurecht gelegt habe?

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#2

Fragen der Mutter an das ungeborene Kind

in Philosophisches und Grübeleien 26.12.2005 10:59
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hallo Roderich

Ich habe dein Gedicht nun zum zweiten Mal gelesen und ich komm da nicht wirklich rein. Zum Ersten ist es für mich etwas seltsam, dass ein Junger Bursch über dieses Thema schreibt, zum Zweiten finde ich hier die Form nicht passend. Besser wäre es wohl, da es sich ja um Sinnieren handelt, die Sätze länger auslaufen zu lassen, um ein langsameres Lesetempo zu erreichen. Womöglich kann ich hier keinen Bezug herstellen, weil mir gänzlich die Muttergefühle fehlen und ich ein Feind der Verweiblichung des Mannes bin. Aber irgendetwas hat es wohl doch, denn sonst hätte ich es ja nicht an zwei verschiedenen Tagen gelesen und mir darüber Gedanken gemacht.

LG Gem<---geht den Sandsack bearbeiten um seine Männlichkeit zu beweisen


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#3

Fragen der Mutter an das ungeborene Kind

in Philosophisches und Grübeleien 26.12.2005 12:16
von Roderich (gelöscht)
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Servus Gem,

gleich einmal vorweg: So jung bin ich auch nicht mehr.

Anlass: Eine hochschwangere Nachbarin und gute Freundin. Außerdem versuche ich gerne, den Blickwinkel zu verschieben. Erkennbar auch daran, dass ich schon drei Kurzgeschichten, die in der Perspektive alter Männer geschrieben sind, gepostet habe.

Zur Form: Ich weiß, du hättest die Sätze auslaufen lassen. Eines deiner Markenzeichen. Ich mag es eher ein wenig abgehakter. Wobei die Absätze nicht willkürlich gesetzt worden, sondern ich mir dabei schon etwas gedacht habe.

Jedenfalls freut es mich sehr, dass es dich zu dem Gedicht hier zieht und du dir darüber Gedanken machst. Ziel erreicht, würde ich sagen. Ich danke dir für deine Worte.

Grüße

Thomas

PS: Die Männlichkeit muss ich angesichts meiner Behaarung nicht mehr beweisen ...

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#4

Fragen der Mutter an das ungeborene Kind

in Philosophisches und Grübeleien 27.12.2005 14:44
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Hi Rod,

das spricht mich leider gar nicht an. Natürlich bereitest Du den Leser durch den Titel auf diese Fragestunde vor und natürlich sind in vielen Fragen mögliche Antworten bereits enthalten, dennoch lässt mich das alles sehr unbefriedigt zurück.

Aber auch die Fragen selbst überzeugen mich nicht:
"Würdest Du dorthin zurückgehen, wenn Du nicht wissen würdest, dass ich Deine Mutter bin?"
? Ich weiß nicht...

Die letzten Überlegungen gefallen mir, inwieweit das Kind wohl seinen eigenen Weg oder den vorbereiteten (erwünschten?) gehen wird. Auch der Herzschlag als möglicher Antwortengeber finde ich ein schönes Bild. Insgesamt aber ist das nicht mein Fall.

Don

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#5

Fragen der Mutter an das ungeborene Kind

in Philosophisches und Grübeleien 28.12.2005 13:34
von Roderich (gelöscht)
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Hallo Don,

ich danke dir für deine Kritik, die zwar nicht ganz so ausgefallen ist, wie man sich das als Dichter wünscht, aber das Leben ist eben kein Wunschkonzert.

Ich kann aber so einiges aus deinen Worten mitnehmen. Vielleicht habe ich das hier ein wenig zu impulsiv geschrieben (war für einen bestimmten Anlass) und daher lässt es dich vielleicht unbefriedigt zurück.

Immerhin zwei kleine positive Dinge. Darauf kann ich aufbauen.

Grüße

Thomas

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#6

Fragen der Mutter an das ungeborene Kind

in Philosophisches und Grübeleien 28.12.2005 13:43
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi Rodie

Ich sag mal so – als ehemalige Protagonistin – ich habe mir nie solche Gedanken gemacht. Die Medien verklären Schwangere oft, man sollte sich hüten, zu viele Klischees zu verarbeiten. Meist denkt eine werdende Mutter „bloss“, dass ihr Kind hoffentlich gesund auf die Welt kommt.
Aber wenn du über Kurzatmigkeit, Gewichtszunahme, sinnlose gestrickte Sachen von Verwandten, Bombardierungen von guten Ratschlägen Wildfremder, Angst vor Schmerzen, Walfischvergleiche etc. etc. geschrieben hättest, würde der Text natürlich weniger philosophisch, dafür aber realitätsnaher sein. Ich übertreibe, ich weiss.

Gruss
Margot

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#7

Fragen der Mutter an das ungeborene Kind

in Philosophisches und Grübeleien 28.12.2005 13:48
von Roderich (gelöscht)
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Servus Margot,

was mir dazu spontan einfällt:

Ich weiß, ich weiß, das Vorstellungsvermögen ist oft beeindruckender als die Realität selbst (sogar meistens, wenn man es genau nimmt) und darunter krankt es offenbar auch hier.

Ich danke dir für deine kritischen Worte und speichere sie ab unter "Wie wird man ein Dichter? Lektion 443".

Grüße

Thomas

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