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#1

Das Eichhörnchen

in Philosophisches und Grübeleien 09.12.2005 00:20
von Nonverbal • Mitglied | 407 Beiträge | 407 Punkte
Leises Geraschel dringt an mein Ohr,
Bunt das Gestrüpp, ein rostroter Puschel.
Zart und verschüchtert lugt es hervor,
Leicht und verspielt, ein fröhlich Gewuschel.

Neugierig nascht das kleine Getier,
Hungrig und nagend mit viel Genuss.
Wann es nun geht ins warme Quartier?
Leise bald trippelt der Regenerguss.

Schreckhaft hälts Inne, hüpft gleich hinfort,
Über die nassen Welkblätterspitzen.
Sinnend klingt nach, ein nasskaltes Wort.
Mutter Natur lässt Schönheit erblitzen.


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#2

Das Eichhörnchen

in Philosophisches und Grübeleien 09.12.2005 10:20
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Nonverbal,

sehr possierlich. So recht verstehen tue ich es trotzdem nicht, was das Ich sich getraut hätte, wenn es das nur gewollt hätte, und was das mit dem Eichhörnchen zu tun hat. Ist in dem Gedicht eigentlich gerade Sommer oder Winter? Wie auch immer.
Etwas freier hätten mir die Verse gewiß besser gefallen. In diesem metrisch reinen Korsett sind für mein Gefühl zu viele Elisionen und Inversionen etc. So wirkt es von der Form ein wenig so wie ein in eine Kaffeedose gestopftes Stofftier. Von dem Charme ist aufgrund der strengen Form, in die es gepresst ist, nicht mehr so viel zu erkennen. Man kann es nur erahnen. Könnte jedenfalls besser sein.

Schöne Grüße
GerateWohl

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#3

Das Eichhörnchen

in Philosophisches und Grübeleien 09.12.2005 10:31
von Nonverbal • Mitglied | 407 Beiträge | 407 Punkte
Hallöö,

Das Ende der zweiten Strophe ist auch zugleich der weiterführende Anfang der dritten Strophe:" Hätt ichs getraut weiter zu gehen, einsamen Weg!"

Eichhörnchen wechseln doch zu den jahreszeiten die Farbe, oder Irre ich mich?
Ja ich weis, ich wollte genau den Rythmus beibehalten... ich weis nicht, ich finde es ist gelungen, aber vielleicht etwas unverständlich? hmm...

Liebe grüße franzi

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#4

Das Eichhörnchen

in Philosophisches und Grübeleien 09.12.2005 13:12
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hallo Non!

Ich sehe es eigentlich genau so wie Gerate. Aber genau so!
Ohne Spass...
Ein wenig verworren find ich das Gedicht schon und bei der Passage mit dem Übergang in die nächste Strophe, kam ich auch nicht recht weiter. Ich musste den Übergang 3 mal lesen und war doch nie zufrieden.
Eichhörnchen wechseln ihre Farbe? Na sag einmal...?

LG Gem

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#5

Das Eichhörnchen

in Philosophisches und Grübeleien 09.12.2005 22:44
von Nonverbal • Mitglied | 407 Beiträge | 407 Punkte
Hallo Gem,

Naja sie wechseln nicht direkt die farbe, im sommer ist das rot nur heller und im winter kräftiger rot.

ja ich werde das mal wieder überarbeiten müssen, hilft alles nix.

danke euch beiden.

gruß Franzi

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#6

Das Eichhörnchen

in Philosophisches und Grübeleien 09.12.2005 23:00
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Hallo Nonverbal,

zunächst einma finde ich es ein hübsches Reimschema.

XxxXxXxxX
XxxXxXxxX(x Str.1)
XxxXxXxxX
XxxXxXxxX(x Str.1)

Da wechselt sich ein Daktylus (Xxx) mit einem Trochäus(Xx), in Str. 1 folgt noch ein Trochäus, ansonsten mit männlicher Kadenz. Die Worte sind auch so gewählt, dass man schnell und automatisch diesem Metrum folgt und es sich nicht erarbeiten muss. Das ist gut und gefällt mir.

Allerdings, da muss ich GW und Gem Recht geben, wirken diese Zeilen teilweise etwas bemüht, sowohl sprachlich wie inhaltlich.

Im Einzelnen:
Str. 1/ Z.2: Der Puschel ist rostrot - so bunt im Gestrüpp ist das eigentlich nicht. Eichhörnchen würde ich grundsätzlich nicht unbedingt als bunt bezeichnen...
Str. 1/ Z.4: Eigentlich müsste es doch "fröhliches Gewuschel" heißen, oder? Kann man natürlich verkürzen, aber dann müsste man (da Du es anonsten auch machst) ein Apostroph setzen.
Str.2/ Z1.: Das Komma ist m.E. überflüssig.
Str.2/ Z.4: "Hätte ich es getraut? Das scheint mir nicht richtig, müsste es doch "hätte ich mich getraut" heißen. Das lässt sich natürlich nicht ins Metrum zwängen, dennoch hakt es hier sehr für mein Gefühl.

Ansonsten empfehle ich Dir, bei diesem Stück Groß- und Kleinschreibung sowie Zeichensetzung konsequent über Zeilen und Strophen hinweg zu verwenden, da das zum Verständnis Deiner Zeilen beiträgt. Allerdings muss ich gestehen, dass ich der letzten Strophe wohl dennoch nicht richtig folgen kann.

Ich finde es gut, wie Du in letzter Zeit mit verschiedenen metrischen Figuren spielst, man sieht daran, wie Dein Sprachverständnis in diesen Dingen gewachsen ist - insgesamt bist Du recht sicher geworden. Deine Zeilen klingen gut, hier aber hakt es dennoch an anderen Stellen.

Don

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#7

Das Eichhörnchen

in Philosophisches und Grübeleien 12.12.2005 21:58
von Nonverbal • Mitglied | 407 Beiträge | 407 Punkte
Leises Geraschel dringt an mein Ohr,
Bunt das Gestrüpp, ein rostroter Puschel.
Zart und verschüchtert lugt es hervor,
Leicht und verspielt, ein fröhlich Gewuschel.

Neugierig nascht das kleine Getier,
Hungrig und nagend mit viel Genuss.
Wann es nun geht ins warme Quartier?
Leise bald trippelt der Regenerguss.

Schreckhaft hälts Inne, hüpft gleich hinfort,
Über die nassen Welkblätterspitzen.
Sinnend klingt nach, ein nasskaltes Wort.
Mutter Natur lässt Schönheit erblitzen.



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#8

Das Eichhörnchen

in Philosophisches und Grübeleien 12.12.2005 21:59
von Nonverbal • Mitglied | 407 Beiträge | 407 Punkte
Leises Geraschel dringt an mein Ohr,
Bunt das Gestrüpp, ein rostroter Puschel.
Zart und verschüchtert lugt es hervor,
Leicht und verspielt, ein fröhlich Gewuschel.

Neugierig nascht das kleine Getier,
Hungrig und nagend mit viel Genuss.
Wann es nun geht ins warme Quartier?
Leise bald trippelt der Regenerguss.

Schreckhaft hälts Inne, hüpft gleich hinfort,
Über die nassen Welkblätterspitzen.
Sinnend klingt nach, ein nasskaltes Wort.
Mutter Natur lässt Schönheit erblitzen.


Hallööö,

nun habe ich viele Änderungen vorgenommen, leider habe ich nichts für den Wortverdreher "ein fröhlich gewuschel" gefunden, das ist die einzige stelle wo man noch drüber holpert.

hi don, danke das du mir Mut gemacht hast, ich weis noch genau wie unerfahren ich war als ich zu euch kam... ich bin stolz darauf so viel von euch gelernt zu haben.

ich hoffe noch auf baldige Antwort von euch, bin schon ganz gespannt

LG Franzi

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#9

Das Eichhörnchen

in Philosophisches und Grübeleien 14.12.2005 21:34
von Nonverbal • Mitglied | 407 Beiträge | 407 Punkte
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#10

Das Eichhörnchen

in Philosophisches und Grübeleien 15.12.2005 10:14
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hallo Franzi

Ich bin kein Reim und Metrik Spezi, deswegen ist meine Kritik vielleicht kein Gewinn für dich. Aber deine Tränen haben mein Herz erweicht, deswegen schreibe ich dir jetzt

Mit den Änderungen, liest es sich flüssig und durchgehend gut. Ob es jetzt metrisch ist und welche Hebungen, darfst du mich nicht fragen, ich mein, dürfen schon...

Es ist ein sehr liebes Gedicht, eigentlich im falschen Forum? Wäre doch ein Natur-Gedicht?

LG Gem

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#11

Das Eichhörnchen

in Philosophisches und Grübeleien 15.12.2005 10:29
von Mattes | 1.141 Beiträge | 1141 Punkte
Moinsen!

So, da hast du deine Metrik:

XxxXxXxxX
XxxXxXxxXx
XxxXxXxxX
XxxXxXxxXx

XxxXxXxxX
XxxXxxXxX
XxxXxXxxX
XxxXxxXxxX

XxxXxXxxX
XxxXxXxxXx
XxxXxXxxX
XxxXxXxxXx

Etwas gewöhnungsbedürftig, was nicht schlecht ist, nur in der Mittelstrophe ging es dir etwas durcheinander.

Ich gebe Gemini recht, dass die Platzierung unter Philosophisches merkwürdig erscheint, da es sich um ein naives Naturgedicht handelt. Als solches muss es auch gefallen, wobei ich persönlich das kuschelige Puschelgewuschel als zu harten Tobak empfinde. Da kann ich nicht mit. Ansonsten aber unterstützen Form und Sprache das wuselige eines Eichhörnchens meiner Meinung nach sehr wohl, wobei wir uns im Klaren darüber sein müssen, dass das bereits eine Vermenschlichung ist und das Gedicht daher eben auch als "naiv" zu bezeichnen ist.

Ohne abwertend sein zu wollen, ist für meinen Geschmack ein schönes Gedicht für Kinder. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Digitally Yours
Mattes

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