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#1

Schlag nach in den Fluten der Donau

in Diverse 23.10.2005 12:38
von Roderich (gelöscht)
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Schlag nach in den Fluten der Donau


Graugeblaute Wasserflächen;
darin schwimmend die Seelen
von Kindern und Müttern.

Von hier nach dort.
Wer kann schon sagen,
wo das Wasser ist,
in das du gespuckt hast?

Still stehe ich am Ufer
und sehe den Schwarzwald
nach Osten ziehen.

Nach tausenden Kilometern
(Sand herangespült und wieder fort)
werden die Seelen vermischt
mit dem Abfluss von Wien.



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#2

Schlag nach in den Fluten der Donau

in Diverse 23.10.2005 16:04
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Und durch den Abfluss von Wien, wird die Donau zusätzlich noch veredelt.
Fluten der Donau, kann ich auch nicht nachvollziehen.

Lg Gem

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#3

Schlag nach in den Fluten der Donau

in Diverse 29.10.2005 20:28
von Roderich (gelöscht)
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Hallo Gem,

um "Veredelung" ging es mir hier nicht. Ich wäre dir sehr dankbar, wenn du ein wenig ausführen könntest, was dir am Gedicht konkret missfällt, dann kann ich besser auf deine Kritik eingehen.

Aber jedenfalls danke für das Lesen und deine Auseinandersetzung mit meinen Zeilen.

Grüße

Thomas

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#4

Schlag nach in den Fluten der Donau

in Diverse 29.10.2005 21:11
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hi Rodi

Sry, wenn ich dir etwas komisch gekommen bin, aber wenn es um Wien geht schaltet sich bei mir ein Schutzmechanismus ein, der alles Übel von dieser wunderschönen Stadt fernhalten will.
Ich sehe in den letzten Zeilen ehrlich gesagt einen Angriff auf meine Stadt, weil der Abfluss hier, denke ich, doch etwas negatives darstellen soll. Denn bevor sie ja durch Wien fliesst, findest du wunderschöne lyrische Worte, nach Wien aber, besteht ihr Inhalt nur mehr aus dem Abfluss, also quasi dem Abfall der Stadt.
Unter Fluten, stelle ich mir ebenfalls etwas anderes vor, als die Donau.
Bei Fluten, entsteht bei mir ein Bild von Brandung und wildem Wasser, nicht aber die kommode gute alte Donau.
Das war es, was ich meinte.

Lg Gem

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#5

Schlag nach in den Fluten der Donau

in Diverse 29.10.2005 21:32
von Roderich (gelöscht)
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Hallo Gem,

kein Problem. Natürliche Schutzmechanismen haben wir ja alle. Aber zu deiner Beruhigung: Du kannst Wien durch jede andere Stadt und die Donau durch jeden anderen Fluss ersetzen. Bei mir war es halt am Anfang die Donau und mit der Donau verbindet man Wien. Es geht aber genau so gut mit Frankfurt und Main, mit London und Themse, mit Kalkutta und Ganges (unter entsprechender Änderung der geographischen Angaben in Strophe 3 natürlich).

Übrigens würde ich dir dahingehend widersprechen, dass zunächst lauter wunderschöne, lyrische Worte gefunden werden, bevor die Donau nach Wien gelangt. Ich würde "ins Wasser spucken" nicht unbedingt als wunderschön lyrisch bezeichnen, auch "graugeblaute Wasserflächen" haben eher was Düsteres, Melancholisches.

Die Fluten sind angesichts der gemütlichen Donau aber vielleicht wirklich ein wenig zu stürmisch, aber ich mag das Wort einfach.

Jedenfalls danke für die Aufklärung. Ich war angesichts deines ersten Kommentars doch ein wenig ratlos.

Grüße

Thomas

PS: Wien ist wirklich eine schöne Stadt, kein Zweifel. Aber Wien ist eben eine Stadt, und darum geht es mir, um das Städtische.

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#6

Schlag nach in den Fluten der Donau

in Diverse 29.10.2005 21:36
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Ich war noch da, um meine Gedichte zu bewachen

Daher:

Man könnte also sagen, dass du die Verschmutzung und die Zerstörung der Reinheit durch den Menschen darstellen wolltest, was natürlich anhand einer Großstadt am eindrucksvollsten dargestellt werden kann.
Seh ich das so richtig?

Lg Gem <---wegisser...

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#7

Schlag nach in den Fluten der Donau

in Diverse 29.10.2005 21:42
von Roderich (gelöscht)
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Hallo noch einmal, Wächter der Gedichte,

ja, man könnte sagen, dass das, was du sagst, das, was ich sagen wollte, in etwa aussagt. Zumindest die letzte Strophe tendiert eindeutig in diese Richtung.

Weiters geht es mir auch noch um das Stimmungsbild, das Einfangen von Vergänglichem und der eigentlichen Bedeutungslosigkeit des Menschen.

Grüße

Thomas

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