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#1

siebeneichen

in Natur 31.08.2005 18:01
von pandora (gelöscht)
avatar
pfauenschrei
buhlt
um die gunst
der sommernacht

luzifer
schmückt weiberhaar
mit sternen

betörend
blüht ein duft
in weißen bäumen

das rad
schlägt glimmend
funken
in der dunkelheit

im kühlen dämmern
bricht es
an einer tür
aus holz


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#2

siebeneichen

in Natur 01.09.2005 11:21
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi pandora

Die ersten 3 Strophen gefallen mir, da baut sich sofort ein Schauplatz vor meinem inneren Auge auf. Dann wird es für mich etwas kryptisch. Das Rad... hm ... das Pfauenrad? Und dann bricht es an einer Holztür? Hm.... macht für mich keinen grossen Sinn, vor allem, wenn's in der Rubrik 'Natur' steht.

Ich würde dir gerne mitteilen, wie ich die Verse lese:

Pfauenschrei buhlt um die Gunst der Sommernacht
und Luzifer schmückt Weiberhaar mit Sternen.

Betörend blüht ein Duft in weißen Bäumen,
indess das Rad die Funken schlägt ..... etc.

Ich weiss, das tut man nicht .... aber es kam grad so über mich, sorry.

Grüsse
Margot

P.S. Und willkomen im Tümpel!

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#3

siebeneichen

in Natur 01.09.2005 14:25
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Pandora, Margot,

für mich sind die einzelnen Absätze so ein bißchen wie einzelne Bilder eines Comics, die ich nacheinander jedes für sich betrachte, aber insgesamt ein Ganzes beschreiben.
Durch die von Dir angedeutete Form, Margot, verwebst Du die Einzelteile gleich zu einem Gesamtbild. Das ist schon eine andere Form. Zumindest empfinde ich das so. Funktioniert natürlich beides.
Aber, Pandora, mich juckt es auch die einzelnen Absätze jeweils in eine Zeile zu schreiben. Außer bei dem jeweils ersten Zeilenumbruch sehe ich bei keinem noch eine bereichernde Akzentuierung dadurch in dem Text. Es bremst den Lesefluß und zerpflückt für mich jeweils etwas das Bild.
Ich fänd es in fünf für sich stehenden Zeilen am schönsten, denke ich. Aber das ist ja nur Geschmackssache.
Ansonsten kommt etwas Sommernachtstraum-Stimmung auf.
Aber da ich auch in Mythologie nicht sehr bewandert bin, vermag ich die Bezüge nicht recht zu erkennen oder zu deuten.
Es scheint um Balzrituale in der Nacht zu gehen - vielleicht in Discotheken, auf Parties? Die Frauen scheinen bei der ganzen Sache sehr passiv und unschuldig zu sein. Denn ihr Haar schmücken nicht sie selbst, sondern Luzifer, aber die männlichen Pfauen schlagen selbst ihre Räder. Diese Sichtweise mit den passiven Frauen und den agierenden Männern oder männlichen Wesen wirkt recht altmodisch, was aber durchaus zu der Sprache passt.
Sprachlich gefällt es mir und ich lese es ganz gern. Inhaltlich sagt es mir nicht ganz so zu, aber ist ja nur Geschmackssache.

Ach ja, und herzlich willkommen im Tümpel, Pandora.

Schöne Grüße,
GerateWohl

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