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#1

A 24

in Düsteres und Trübsinniges 23.07.2005 23:32
von muh-q wahn | 834 Beiträge | 834 Punkte
A 24


Komplett bedeckte Himmel,
keinerlei Figuren.
Im Seiten- und im Rückwärtsblick
gescheitelte Frisuren.

Denkmalschutz vorbeigezogen,
Industrieschornstein.
Der Fußtritt der Geschwindigkeiten.
Hackenschmerz, mag sein.

Schwierigkeiten, Spur zu halten,
Absicht wird getarnt.
Wo je ein Bock gesprungen ist,
vor Wildwechsel gewarnt.

Mir schmerzt der Kiefer
von dem pausenlosen Gähnen
lichtloser Tage,
nach dem Sturm.

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#2

A 24

in Düsteres und Trübsinniges 24.07.2005 01:07
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi muh

Auch hier meine Entschuldigung, um diese Zeit nichts Konstruktives mehr zu Stande zu bringen. Jedoch kann ich den müden Fahrer direkt vor mir sehen. Wer kennt das nicht... gut beobachtet und widergegeben.

à bientôt
Margot




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#3

A 24

in Düsteres und Trübsinniges 24.07.2005 14:55
von Richard III | 865 Beiträge | 865 Punkte
Leider bin ich weder Autofahrer, noch auf Autobahnen befindlich, deshalb bin ich hier wahrscheinlich nicht der richtige Kritiker.
Dennoch schaffst du eine Athmosphäre, die nachzuvollziehen ist.

Doch werde ich das Gefühl nicht los und sicher habe ich damit Recht, daß noch mehr als nur die Beschreibung einer müden Autofahrt hinter deinen Zeilen steckt.

"mag sein." "Schwierigkeiten, Spur zu halten, Absicht wird getarnt."
"lichtloser Tage, nach dem Sturm."

Dies sind die Zeilen, die mich innehalten ließen. Der Fahrer ist nicht nur müde, sondern möglicherweise auch genervt - nein, daß ist nicht das passende Wort - wohl eher "abgegessen" . "mag sein" klingt nach einem "Es ist mir egal". "Absicht wird getarnt" bedeutet wohl, dass der Fahrer nicht nur aus Müdigkeit nicht Spur halten kann, sondern möglicherweise nicht Spur halten will, nicht gradlinig sein will.
Das Gähnen der "lichtlosen Tage" beeinhaltet vielleicht die Ausssage, daß das lyr. Ich gelangweilt ist von ereignislosen Tagen, von der Gleichförmigkeit der Welt oder seiner Welt. (Ich spreche jetzt von "seiner" als neutrum)
Vielleicht aber auch nur die bildlich Licht-losen Tage, die grauen, sonnenschein armen Tage. Doch auch hier ist das lyr. Ich gelangweilt. Das fehlende Licht lässt alles gleichförmig erscheinen.
"Nach dem Sturm" Hier könnte sowohl ein echter Sturm gemeint sein, deshalb auch die grauen Tage, die einem Sturm, einem Gewitter folgen können. Es könnte aber auch eine Zeit der Ereignisse gemeint sein und das lyr. Ich fühlt nun im Vergleich die Langeweile ereignisloser Tage.

Hmm viel geschrieben - wenig gesagt. Ich sehe in deinen Zeilen eine Autofahrt eines Lebensmüden - nicht im Sinne von Suizidgefahr, sondern im Sinne eines Menschen, der nichts mehr erwartet - ein Zyniker fast.

Der quälend schleichende, abgehackte Rhythmus der freien Verse unterstützt das Gefühl, daß ich in diesen Zeilen sehe.
Gefällt mir sehr, auch wenn deine Zeilen in dieser Hinsicht doch sehr düster sind.

Gruß und Kuss
Richard

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#4

A 24

in Düsteres und Trübsinniges 25.07.2005 10:59
von muh-q wahn | 834 Beiträge | 834 Punkte
Schön, dass du dich als Fußgänger doch daran gewagt hast. Noch schöner, dass ersichtlich ist, dass es nicht um das Autofahren an sich geht. Vielen Dank.

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