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#1

Heiland

in Gesellschaft 01.07.2005 09:39
von muh-q wahn (gelöscht)
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#2

Heiland

in Gesellschaft 01.07.2005 11:30
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Hi muh-q wahn,

ein sehr aktuelles Gedicht, fürwahr. Du schaffst hier einen durchaus gelungenen Spagat zwischen aktueller politischer Situation (ist es ein Zufall, dass dieses Gedicht heute, zur Vertrauensfrage den Weg in dieses Forum findet- wohl eher nicht) und der Beschreibung einer Machtergreifung, die deutliche Parallelen zum Nationalsozialismus hat.

Auch wenn es nicht ganz passt, musste ich bei "Am Anfang brauch's nur einen Menschen, der sich beugt" an Hindenburg denken, wie er Hitler zum Kanzler ernennt und wenig später die "Reichstagsbrandverordnung" verabschiedet. Bei dem "kompromisslosen Anerkenntnis der Herrschaft" denke ich da an das Ermächtigungsgesetz...
Auch das Wüten für "tausend Jahre" weist mehr als deutlich auf das dritte Reich, die Mahnung kommt an.

Formal ist alles sauber bis ins kleinste Detail (auch wenn ich die beiden Unreinen natürlich gesehen habe, aber ich bin ja diesbezüglich gereift ).

Derartige Stücke laufen schnell Gefahr, mit zu erhobenen Zeigefinger daherzukommen. Das umgehst Du aber, in dem Du das lyrische Ich selbst zum Protagonisten der Machterlangung machst und seine Motive erläuterst, ja letztlich will es ja nur das Beste. Und wäre da eben nicht dieser im Hintergrund lauernde Reichsadler, wäre man ja fast geneigt aufzuspringen und zu singen:

Gebt den Rindern das Kommando
sie berechnen nicht, was sie tun
die Welt gehört in Rinderhände
dem Trübsinn ein Ende
wir werden in Grund und Boden gelacht
Rinder an die Macht!"


Gefällt mir alles in allem recht gut, vielleicht nicht Dein bestes Stück, aber auf jeden Fall gelungen.


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#3

Heiland

in Gesellschaft 01.07.2005 12:08
von muh-q wahn (gelöscht)
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Mein bestes Stück werde ich hier nicht vorzeigen, das überlasse ich der prosaischen Fraktion.

Vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, es geht hauptsächlich um Machtergreifung und die Tatsache, dass ein rottes parlamentarisches System die beste Voraussetzung dafür bietet. Die Provokation, dass der Ergreifer im Grunde um seine eigene Ergreifung fleht, soll dafür sorgen, dass das geneigte Publikum es eben nicht mit der Verdrängung "Ich bin's nicht, Adolf Hitler ist es gewesen" versucht. Als Hitler zum Kriegsende die Politik der verbrannten Erde damit zu rechtfertigen versuchte, dass das deutsche Volk es nicht besser verdient habe, hatte er ja Recht, wenn auch nicht in dem von ihm gemeinten Sinne.

Leider wundern sich heute so viele, wie es einem so komischen, kleinen Kerl gelingen konnte, an die Macht zu kommen und glauben, dass das heute so nicht mehr möglich wäre. Selbst der buschige Staatsstreich war offenbar noch zu weit entfernt, um den Leuten hierzulande klar zu machen, dass sich nichts geändert hat. Die Mechanismen sind gleich geblieben und bei 5,5 Mio. Arbeitslosen sind wir ja bereits.
Und der kleine Napoleon von der Saar kommt aus dem Stand auf 11 %.

Auch wenn das Verhältniswahlrecht eine Antwort auf die Weimarer Verhältnisse und als Verhinderung eines erneuten Staatsstreiches gemeint und gedacht war, so müssen wir doch erkennen, dass die Parteien es zerstört haben. Es gibt aber nur zwei Wege, das zu ändern: Gewaltsam oder ein erneuter Marsch durch die Institutionen. Zumindest letzterer ist fällig, wenn man sieht, wie angekommen die einst marschierenden sind.

Genug der politischen Weltkunde. Danke für dein Feedback.

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#4

Heiland

in Gesellschaft 01.07.2005 19:09
von Richard III | 865 Beiträge | 865 Punkte
Ich kann mich nur anschließen! Verzeih, dass ich nicht mehr schreibe, aber ich stehe momentan unter Zeitdruck.
Ich wollte dir trotzdem Beifall zeugen - fürs Erste...

Fühl dich umarmt..
Richard

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#5

Heiland

in Gesellschaft 01.07.2005 23:04
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
Gratulation auch von mir muh,

eine Chance haben wir vielleicht noch. Wenn nach einem möglichen Regierungswechsel die Stimmung so bleibt wird es eng. Oder?
LG
Knud

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