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#1

Schwarze Milch

in Gesellschaft 30.05.2005 15:05
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
Schwarze Milch

Oh Jugend, trink das Glas der Tränen,
die schwarze Milch, aus bis zum Grund.
Vergeblich Hoffen und auch Sehnen,
denn denkt daran, Milch ist gesund.

Wenn Kontinente sich verrücken,
Systeme kriegen einen Knick.
Für Manche ist das nur Entzücken,
für Andre gibts kein Weg zurück.

Der goldne Käfig, üppig teuer,
erfüllt nun nicht mehr seinen Zweck.
Cäsaren heben an die Steuer,
für Kleine bleibt oft nur der Dreck.

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#2

Schwarze Milch

in Gesellschaft 30.05.2005 15:41
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Knud,

eine lyrische Träne zu den vorgezogenen Neuwahlen?
Weil wir wohlmöglich in Deutschland demnächst eine schwarze Regierung kriegen werden? Geht auch um zerstörte Illusionen, was in Kombination mit Jugend ja immer etwas sehr bitteres hat.
Ich sehe auch so ein bißchen Globalisierungskritik in der zweiten Strophe. Kapitalismuskritik in der dritten. Der Bezug zur Schwarzen Milch geht mir in der zweiten und dritten Strophe textlich abhanden. Aber vielleicht verstehe ich das auch falsch.
Aber das ist ein Gedicht an die Jugend, dass doch mal ganz gut funktioniert.

Grüße
GerateWohl

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#3

Schwarze Milch

in Gesellschaft 30.05.2005 16:26
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
Hi GerateWohl,
also ich bin politisch aber auf keiner Seite angesiedelt. (interessiert mich nicht sonderlich dieses Machtgetue)
Soll nur so mal zum Nachdenken anregen. Globalisierung usw. ist wie vor Gericht stehen. "Auf See und vor Gericht sind wir alle in Gottes Hand" schmunzel/grins.
LG
Knud

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#4

Schwarze Milch

in Gesellschaft 30.05.2005 17:47
von Loki (gelöscht)
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Hallo Knud.

das erste, was mir auffiel, ist die verwandschaft deiner ersten Zeilen mit dem Anfang der "Todesfuge" von Paul Celan:
"Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
wir trinken sie mittags..."

was natürlich deutlich zu sehen ist, ist das verhältnis zwischen kleinem und großem.

das wars von mir erstmal.

gruß, Loki

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#5

Schwarze Milch

in Gesellschaft 30.05.2005 19:26
von sEweil | 654 Beiträge | 654 Punkte
Hallo KK.

Die Todesfuge kam mir auch sofort in den Sinn.
S1V4 klingt so belehrend, das nimmt die ganze Wucht aus den Zeilen und halte ich für ungelungen.
S2V4: giebts? schreibt man das so?!
Mir würde an dieser Stelle "führen" besser gefallen.
Diese Verkürzung macht da einen Stop beim Lesen.

Am Schluss sagt mir der Vers mit den Cäsaren weniger zu, er wirkt so hingetrimmt, rettet Reim, die Wortstellung im Satz.

_Das_ Oxymoron schlechthin schneidest du nur an, da es in der ersten Strophe vorkommt, aber als Titel macht es wenig her, da wären umfassendere Begriffe gefragt.

Das wars vorerst von mir.

Lg sEweil.

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#6

Schwarze Milch

in Gesellschaft 30.05.2005 19:40
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
Hallo ,
die Todesfuge als Spenderin der Milch ist gewollt. Hier ist der Schlüssel zum Verständnis,wenn auch nicht so massiv lebensbedrohlich wie im Original.(aber eine existenzielle Bedrohung ist schon auszumachen."der Mann mit den Schlangen "kommt nicht hier aus Deutschland ist aber grundsätzlich vorhanden. Wie in meinem Gedicht Drogenreigen, und nur hier, liefere ich anlehnend an grosse Vorbilder den Schlüssel zum tieferen Einstieg. Viel Spass.
S1V4 ist ebenfalls so gewollt weil aufgezwungen.(von Medien,Politik u. allg. Wirtschaftentwicklung und soll von daher die Karikatur einer Belehrung sein)
Den Ausdruck der Sprache habe ich bewusst einfach,fast in Jugendsprache gehalten um alles noch zu verstärken? Wohl nicht ganz gelungen?
Gruss
Knud

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