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#1

Pleistozän

in Philosophisches und Grübeleien 05.04.2005 20:29
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte


    Pleistozän


    Grün war diese kleine Welt. Weichgezeichnet, moosbedeckt,
    Schlief sie zwischen Gräberhügeln sanft und friedlich. Windgewellt,
    Hob sie sich auf Seidenflügeln, durch die Stürme aufgeschreckt.

    Und in wilden Luftspiralen trieb sie über Gletschereis.
    Frost zerfrass die dünnen Häute, fing sie dunkel anzumalen,
    Sie war eine leichte Beute - ohne Hüter, ohne Preis.

    Doch in rauen Nebelnächten, wenn die Kälte Steine bricht,
    Hört man leise Klagelieder, die erzählen die Geschichten -
    Sachte raschelnd, wie Gefieder - einer grünen Welt im Licht.



    (c) Margot S. Baumann




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#2

Pleistozän

in Philosophisches und Grübeleien 06.04.2005 00:10
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Man denkt da an die uralten Höhlenmalereien von Urmenschen die wie durch ein Wunder durch die Jahrtausende überdauert haben.
Die Welt damals war grün, da der Mensch noch viel stärker mit der Natur verbunden war. Die Seidenflügel und das Fliegen stehen wohl für den Verlauf der Zeit, denn die Zeichnungen werden über Gletschereis (Eiszeiten) getragen. Toll finde ich den Schluss, als das Gefieder, das Fliegen, auch einen Weg "back to the roots" bedeutet. Das die grüne Welt im Licht liegt ist eine Anspielung auf die heutige Sehnsucht nach Ursprünglichkeit, die Erinnerung an die grüne Welt gibt sozusagen Hoffnung (Licht) in der Nacht.
Was ich noch herausgreifen möchte:
- Ich glaube in S1V2 ist die Interpunktion falsch (Satzzeichen vor "sanft und friedlich", Punkt vor Windgewellt ?)

- Frost zerfrass die dünnen Häute, fing sie dunkel anzumalen,
Sie war eine leichte Beute - ohne Hüter, ohne Preis.


Diese Passage gefällt mir am meisten, durch das Wortspiel "fing sie..." und der grünen Welt als Beute was sofort an die Motive der Steinzeit denken lässt - Beute nämlich

Sehr hübsch und erfrischend anders, mit einem Hauch von Humor und in einem Zug der Metaphorik.

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#3

Pleistozän

in Philosophisches und Grübeleien 06.04.2005 09:01
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi Willie

Besten Dank fürs Lesen und Kommentieren. Freut mich, wenn es ein bisschen was rüberbringt. Witzig finde ich ja, dass dir genau die Stelle am Besten gefällt, die mir jemand anderer angekreidet hat. *g Gottseidank sind die Geschmäcker verschieden.

Ja, die liebe Interpunktion.. .... bei diesen Versen hatte ich so meine liebe Mühe damit und schlussendlich habe ich die Pünktchen und Strichlein einfach nach Gefühl "verteilt". Aber bitte nicht weitersagen, ok?

Beste Grüsse
Margot

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#4

Pleistozän

in Philosophisches und Grübeleien 06.04.2005 14:33
von Arno Boldt | 2.759 Beiträge | 2758 Punkte
angekreidet, liebe margot, ist nicht ganz unrichtig.. ich schrieb ja, daß es in den gesamtkontext reinpaßt.

ich laß mir nachher vielleicht noch was hübsches einfallen.. aber nur vielleicht.

grüße.
arno.

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#5

Pleistozän

in Philosophisches und Grübeleien 07.04.2005 09:09
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Es ist nicht die Kreidezeit, sondern die Eiszeit, Hr. Stuck. ..... dann lass dir mal was einfallen, schliesslich ist das dein Job.

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