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#1

Der Gletscher

in Natur 13.03.2005 15:52
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.989 Beiträge | 2007 Punkte
Der Gletscher

Machtvoll bahnt er sich Verlauf-
verläuft sich fort im Nichts.
Niemals hält ihn jemals auf-
hinauf am Weg des Lichts.
Lichtend wandelt stummes Eis-
weiss leiser Ahnen Sang.
Sengt versklavten Flammenkreis-
weist seinen Lebensdrang.
Klangvoll säumen sie den Rand-
gebrandet immerfort;
horchten Kinder unverwandt-
gewandert stehn sie dort.
Pforten öffnet er dem Fluss-
fliesst auf der weiten Nacht.
Sacht treibt Ewigkeit zum Schluss-
gemusst mit voller Macht.

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#2

Der Gletscher

in Natur 13.03.2005 22:21
von MrsMerian (gelöscht)
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Hallo Willi.
Heute Abend blicke ich da nicht mehr ganz durch. Sry.
So viel kann ich jedoch gleich sagen:
Deine Gleichklängerei ist so gewichtig, dass der Inhalt in den HIntergrund rückt, ich meine: man kann sich beim Lesen nur schwer bis gar nicht darauf konzentrieren um was es hier geht.
Das führt dazu, dass ich zu einem zweiten Lesen keine Lust mehr habe (sry) weil cih denke: als Betthupferl ist es zu schwer, morgen vielleicht.

Also, zu der sprachlichen Ebene passt mehr ein leichterer Inhalt, finde ich.

LG
Mrs.

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#3

Der Gletscher

in Natur 14.03.2005 00:26
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.989 Beiträge | 2007 Punkte
Alles Absicht der lautmalerische Aspekt zumindest.

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#4

Der Gletscher

in Natur 14.03.2005 19:10
von MrsMerian (gelöscht)
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Die Gletscher plätschern
gläserne Klänge
fortwährend schläfrig
lausch ich den
Gletschergesängen

Ich wollte nicht den Klang kritisieren sondern den damit gepaarten undurchsichtigen Inhalt. So jedenfalls dacht ich gestern im Halbschlaf.

LG
Mrs.

*edit*


Zitat:


Machtvoll bahnt er sich Verlauf-
verläuft sich fort im Nichts.




Z1 scheint einen Artikel zu entbehren. Dann dieser Widerspruch, zunächst machtvoll, dann verläuft er sich im Nichts.


Zitat:


Niemals hält ihn jemals auf-




unvollständig, das subjekt fehlt.


Zitat:


hinauf am Weg des Lichts.




Der Weg des Lichts? Hier hab ich den Faden jetzt ganz verloren und die Hoffnung schwindet, dass ich noch einen Sinn finden werde.
Sekte? Verführung
Physik? Der Weg des Lichts ist unsichtbar, es sei denn es ist neblig oder rauchig und man ist im Wald. Da jedenfalls kenne ich es, dass man Sonnenstrahlen sieht oder den Pegel der Scheinwerfer vor sich her schiebt.


Zitat:


Lichtend wandelt stummes Eis-
weiss leiser Ahnen Sang.



?
mehrere Schweirigkeiten, es beginnt mit "weiss" und der für mich immer noch nicht nur neuen sondern auch irgendwie fremden Reform
ist es nun die Farbe oder kommt das von Wissen oder kann man es ohnehin nicht unterscheiden? KOnnte man es denn früher?
*grübel* nein, konnte man nicht. Schade, wo doch früher alles besser war

Die ganze Konstruktion muss ich mir hier aufbröseln und es gibt für die einzelnen Teile viel zu viele Möglichkeiten.
stummes Eis: ein Objekt kann es nicht sein, weil sonst das Subjekt wieder fehlt, wäre allerdings nichts neues...
Wieso also nicht? Du siehst, wie sehr Du mich schon verwirrt hast.
Wandeln von verwandeln oder von umherwandeln? Also entweder verändert es sich oder es läuft herum.
Weiß wessen? Es müsste ein Akk. Obj, hier stehen, aber es kommt ein Genitiv Attribut und ein Subjekt... Oh Subjekt, vielleicht ist das oben dann doch das Akk. Objekt?


Zitat:


Sengt versklavten Flammenkreis-
weist seinen Lebensdrang.



Wer?


Zitat:


Klangvoll säumen sie den Rand-
gebrandet immerfort;
horchten Kinder unverwandt-
gewandert stehn sie dort.
Pforten öffnet er dem Fluss-
fliesst auf der weiten Nacht.
Sacht treibt Ewigkeit zum Schluss-
gemusst mit voller Macht.




Ich hab keine Lust mehr. Ich verstehe es nicht.
Vielleicht hast Du ja ein Rezept für mich, wie man das lesen kann.
Es gefällt mir nicht: Irgendwie zu sehr experimentell, sprachverdreht.
Auch nicht expermentell. Irgendwie, entschuldige, vermurkst kommt es mir vor.
Klanglich zu monoton, auch wenn das zu Gletscher und dem monotonen Gletscherplätschern passen mag.

LG
Mrs.

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#5

Der Gletscher

in Natur 14.03.2005 23:03
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.989 Beiträge | 2007 Punkte
Irgndwie habe ich noch keine Lust alles zu verraten. ICh kann nur mal anmerken das ich hier versucht habe sehr stark zu verdichten. Aber ich werde dich nicht auf dem Trockenen sitzen lassen Das soll übrigens monoton sein

Ach was solls ich reich dir mal den Schlüssel: Gletscher=Vergangenheit,-> (Ahnen) die Kinder reiten auf dem Gletscher.... so dürfte sich was ergeben (hoffentlich)

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#6

Der Gletscher

in Natur 17.03.2005 20:00
von MrsMerian (gelöscht)
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Zitat:

Ach was solls ich reich dir mal den Schlüssel: Gletscher=Vergangenheit,-> (Ahnen) die Kinder reiten auf dem Gletscher.... so dürfte sich was ergeben (hoffentlich)




Na dann mal ein taumeliger und viel zu gewagter Versuch:

Also ich weiß nicht, ob ich immer nach solchen Dingen suche und sie deshalb so oft finde, oder …
Es geh also um Vergangenheit.

Die Vergangenheit bahnt sich den Verlauf? verläuft sich fort im nichts… meine Vergangenheit strandet in der Gegenwart, nicht im Nichts.
Niemals jemals ist einfach falsch. Das passt hier nicht hin, weil es nicht experimentell ist… was weiß ich.
Ich sag Dir mal, was ich hier irgendwo schimmern sehe, wenn ich danach griefe ist es weg und blitzt mich von der anderen Ecke aus an.

Gewalt in einer Familie lese ich hier.


Zitat:

Lichtend wandelt stummes Eis-


der Vater bekommt eine Glatze und zwischen Vater und Kindern herrscht eisiges Schweigen.

versklavt –> die Kinder wurden unterdrückt
Flammenkreis und gebrandet –> sie sind gebranntmarkt
Fluss, weite Nacht, Ewigkeit und Schluss –> Tod – es stirbt also einer

Vielleicht ist es einfach nur eine Beerdigung. Die Trauergemeinde steht wie Eis um das Loch herum und eine(r) -das lyr. Ich- reflektiert über den Tod.
Dass niemand den Sterbenden aufhalten kann. Beim Fluss denke ich an Mythologie, der Sang ist wieder die Trauergemeinde, Lebensdrang bringt nix im Sterben.
Die eigenen Kinder hatte keine Zeit für den (wegen „er“) verstorbenen, die nicht verwandten Kinder horchten ihm gern zu und nun sind sie von weit angereist um zu der Beerdigung zu kommen. Keine Ahnung Willi. Tut mir Leid, wenn es mir nicht mehr sagt.
Alles ist so schwammig und nichts kann ich anständig bewegen ohen mich dabei im Kreis zu drehen und am Ende ohne was da zu stehen.

LG
Mrs.

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#7

Der Gletscher

in Natur 04.04.2005 18:27
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.989 Beiträge | 2007 Punkte
Oi die Antwort hatte ich übersehen
Sieh es einfach als klangliches Nichts Mrs
Oder naja ich möchte deine Meinung dazu etwas ändern, vielleicht interessiert dich meine Intention.

Der Gletscher soll eine Art PFlug der Zeit darstellen...
Deshalb bin ich gerade auf "Niemals hält ihn Jemals auf" stolz, da es heissen soll (Im Bezug auf die Zeit)
"(Das) Jemals hält ihn Niemals auf" und andersrum, je nach Betonung, d.h. beide können als Subjekt stehen, von daher erlangt der Satz in aller Kürze Vieldeutigkeit.
Hinauf am Weg des Lichts soll eine Anspielung auf die Ausdehnung des Universums sein (Lichtgeschwindigkeit), welche ja möglicherweise den heutigen, abstrakten Zeitbegriff darstellt. Der Gletscher selbst ist nicht die Zeit sondern das in der Zeit Entstandene, und er wandert auf dem Weg des Lichts.
Das stumme Eis ist die vergangene Zeit, dort sind die Ahnen, alles Vergangene, vor allem alles vergangene Leben also, verborgen. Sie sind nicht verschwunden, nur verborgen...
Und in diesem Gletscher ist der Lebenskreis gefangen, der Zyklus die ewige Wiederkehr, der Kreis ragt aus dem Gletscher heraus wie das Vergangene in das Jetzige hineinragt. Der Kreis ist versklavt, denn das Leben ist in der Zeit gefangen und ihr Untertan. Sein Lebensdrang wird von der Vergangenheit, dem Sang der Ahnen bestimmt.
Die Kinder stehen am Rand des Gletschers, in der Gegenwart, und branden stetig in die Zukunft. Sie klingen, und doch horchen sie dem Sang der Ahnen und sind ihm hörig.
Sie stehen zwar am Rand aber sind doch gewandert, denn der Gletscher unter ihnen wandert ja, sie laufen nicht, sondern die Zeit.
Der Fluss ist gedacht als der kleiner Gletscherbach, der Gletcher schmilzt also. Er fliesst aber selbst auf der weiten Nacht, auf dem Nichts, dem Unvorstellbaren das die Zeit umschliessen mag.
Die Ewigkeit der Zeit treibt zum Schluss, sozusagen auf dem Strom, denn das Leben, das Geschaffene, wird nicht ewig dauern. Der Gletscher wird schmelzen. Die letzte zeile schliesslich soll die Zwangsläufigkeit des Ganzen andeuten, und vielleicht den Willen oder den Zufall der dahinter steht. Wie aber der Gletscher wuchs und ob sein Wachsen und Schmelzen ein Zufall war habe ich bewust offen gelassen und eine weitere Strophe deshalb gestrichen.

Ich hoffe das war nicht allzu ermattend und jetzt kommt dir die mit dem Gedicht verschwendete Zeit nützlicher vor. Sorry für die späte Antwort nochmals.

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