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#1

Korrespondenz der Sumpfflatulenz

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 29.01.2005 13:25
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Überraschung^^dddddddddddffffffffffffffffffffffffffffffhhhhhhhhhhhfffhhffffffffffffffffffffhhhhhhhfffffffffffffffffffffffff07.11.2004

Werter Herr AB. Soeben habe ich das Rätsel ihres Namens gelöst ^^ Die Initialen warens also, genial! Ich schreibe ihnen, da ich ein dringendes Bedürfnis verspüre, ihnen, ja ihnen, und nur ihnen zu sagen, dass sie die interessanteste Bekanntschaft sind, die ich jemals im weltweiten Netz machen durfte. Fühlen sie sich geehrt? Ja? Dann lesen sie bitte weiter. Ich dachte doch tatsächlich, mit der Abwahl meines Namensgebers wäre mir die Wahl abgenommen, ob ich mich für ein Weitermachen auf Gedichte.com entscheiden, oder das Gegenteil erwählen sollte. Das amerikanische Volk hat mir bei der Wahl geholfen. Und doch befremdet mich dieses Forum mehr und mehr.
Unendlich verzweigt ist es, ein Labyrinth geistiger Höhen- und Tiefenlagen, dass man sich darin verlieren muss. Bewohnt wird es von Titanen, die ihre omnipotente Präsenz keinem Faden vorenthalten können. Ihr Licht scheint selbst in die dunkelsten Ecken, in denen sich das sonstige Getier angstvoll verkriecht und bald erblindet, sodann in dunklen Löchern für immer verschwindet.
Das ist mit ein Grund meiner Inaktivität.
Ich möchte kein weiterer Stein sein, aus dem sich ein makabrer Tänzer oder sein ihm höriges großes Maul ihren babylonischen Turm bauen. Gerne allerdings lese ich still und heimlich die Worte des Vampirs (oder der Vampirella), welche ein Hort der Vernunft sind im Kampf zwischen geistiger Dunkelheit und strahlender Egomanie.

Welche Bewandtnis hat es sonst mit diesem elektronischen Brief auf sich ? Ein Bekennerschreiben? Eine Liebeserklärung? Ein Schößling der Langeweile?
Nein!
Ich möchte ihnen lediglich meine Aufwartung machen und ihnen versichern, dass es mich schmerzen würde, nichts mehr von ihnen lesen zu dürfen. Áuch wenn ich nicht zu allem Zugang finden konnte, ich habe alles gelesen, ehrlich ^^. Desweiteren erhoffe ich mir Zeit dazu zu finden ein paar der ungefähr 150 Gedichte die ich schrieb am PC abzutippen und der Willkür der Willkürlichen auszuliefern.

Am meisten erhoffe ich mir aber Antwort von dir, lieber AB.

Grüssle
der Schorsch


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#2

Korrespondenz der Sumpfflatulenz

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 29.01.2005 13:30
von Arno Boldt | 2.759 Beiträge | 2758 Punkte
Wenn man das Größte schon nicht mehr im Augenschein hatte...^^
11. November 2004


Ehrenwerter Herr Schorschen,

laßt mich zuallererst sagen, wie unendlich froh ich ob Eures Elektro-Briefes war und wohl noch eine zeitlang bleiben werde. In immer wiederkehrenden Tageslängen hatte ich gehofft, Euch und Euer geistiges Niveau wieder auf dot-com begrüßen zu dürfen. Ein Schimmer, vielleicht schon dem Glanze nahe, trieb mit mir sein Unwesen – jener Schimmer nämlich, den Ihr so sonnenhaft im Wohnzimmer hinterlassen habt. Drum schmerzt es mich tief im Innern, von Eurer Abkehr hören zu müssen – waren doch Eure geistige Präsenz und Euer großzügig ausgestatteter Charme nicht nur ein Gewinn für mich, so ich hier im Namen vieler sprechen darf.
Derethalben möchte ich Euch bitten, mich im Sinne Eurer Gedichte-Auslieferung als einen der Willkürlichen zu betrachten, damit ich in den Genuß komme, an Eurer bisherigen und – wenn es Euch genehm ist – auch an der zukünftigen Arbeit teil zu haben. Denn eines möchte ich Euch wissen lassen: Auch Ihr seid ein erhöhter Punkt – wenn nicht gar der – in meiner I-net-Bekanntschaftslandschaft. Daß Ihr Euch an meinen bescheidenen Werken probiert habt, erhöht uns beide gleichermaßen: Euch, da ihr Euch mit der gering-wertigen Art von Lyrik trotz aller Verworrenheit dieser beschäftigt; und mich, da Euer Geständnis darüber den Wert meiner Texte vor den Augen dritter sicherlich erhöhen würde.^^ Ich fühle mich deshalben geehrt. Habt dank hierfür.
Gen Ende bleibt mir noch, Euch um etwas zu bitten, von dem ich denke, daß es von uns beiden im Herzen getragen wird:
Lieber Schorschen, laßt uns eine weitere – vielleicht sogar auch eine persönlichere – Ebene finden, auf der wir gleichsam dem „du“ entgegen springen. Ihr machtet den Anfang in Eurer letzten Mitteilung. Drum möchte auch ich nicht nachstehen und nehme Euer Angebot dankend an. Um dies zu befestigen, schlage ich nun vor, lieber Schorschen, daß wir uns des Öfteren brieflich miteinander vertraut machen. Was sagst du hierzu?


Deine Antwort erwartend.

Liebe Grüße,
_______________Arno.

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#3

Korrespondenz der Sumpfflatulenz

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 29.01.2005 13:41
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Antwörtlichkeit
21.11.2004


Ihr, nein du verblüffst mich immer wieder. Lass mich meine Freude ob deiner überaus entgegenkommenden Antwörtlichkeit kundtun: Juhu!
Wenn nun also zwei ehemals Fremde, 2 Menschen unter vielen Millionen sozusagen, die sich ob ihrer Leidenschaft trafen, sich spaßeshalber mit Spitzfindigkeiten duellierten, sich dabei in die Verrücktheit des anderen vernarrten; wenn sich nun also zwei ehemals einander befremdlich befindlich gewesene nicht vergessen und sich gegenseitig ihre Sympathie bezeugen, welchen Anfang soll das nehmen, welchen Verlauf beschreiben, welchen gemeinsamen Sinnfindungsversuchsbemühungsunternehmungen folgen?
Mit Spannung sitz ich also hier und denke: Soll ich jetzt wirklich von meinem Wohnort und Geschlecht, meiner Arbeit und meinem Alter berichten, wie ich es bei Person XY tun würde, im Klein-gespräch? Soll ich jetzt erzählen das ich gerne radfahre, lese, rumlungere, spiele, saufe? Wen interessiert das? Wem soll ich bekunden das ich ein kleiner Fisch bin, ein Zahnrad im Getriebe, ein Kunde in Zeiten des Konsumbooms? Wen soll ich langweilen mit Sorgen wie: Was soll ich studieren; ich habe Ärger mit den Eltern; keene Kohle; Welt scheisse; Birne hohle; Stimm zu leise...Es ist schon erstaunlich wo man hingerät wenn man dem bösen Denken anheim fällt und den Füßen freien Lauf lässt. Irgendwie ist doch alles belanglos, mein Geschreibsel und Eures, verzeihung deines auch, mein Leben, und solange du nicht amerikansicher Präsident bist, deines auch. Irgendwie vergeht doch alles im Staub, aus Freunden werden Fremde, aus Fremden werden Namen, aus Namen werden Zahlen, so werden wir einst nur noch Bits sein, so oder so. Und die Stelle wo man nach feuchtfröhlicher Nacht hingepinkelt hat, dort ward einst er Ururururururururururururururururururururgroßvater verscharrt, nachdem er in den fürstlichen Wäldern gewildert hatte. Kann man das denn wissen, spüren? Leider nicht. Nur Uri Geller kann Löffel spüren, an den Ahnen arbeitet er bestimmt noch, er ist bestimmt ein Nachkomme von Jesus. Hat Jesus auch mal onaniert?
Reicht dese Sprache überhaupt aus das Befremdliche zu vermitteln, das Verrückte zu kommunizieren, das Abgehobene niederzuschreiben? So manchen mag die Sprache gefangennehmen in sich selbst, ihn abhalten von dem was er sagen könnte. Sind Grunzlaute eine Lösung? Sollte man besser chinesisch lernen und es mit fremdländischem Denken bereichern? Warum in Teufels Namen, wie vermalledeit nochmal bin ich hierauf gekommen? Fragt mich nicht, nein nicht, nicht so, frag mich nicht vernichtet den Affront des Nicht-Duzens; fürwahr, sagt nicht ich berichte Nichtiges wie meine kleine Nichte, besser nicht?
Welches Bild nur habt ihr jetzt von mir? Warum finde ich verrückte Menschen amüsant und interessant? Warum finde ich ich Kurt Heinz, 46 Jahre, Biertrinker, Schreinermeister, Glatze, langweilig; warum Walter Geisser, 51 Jahre, Mercedesfahrer, Manager, grau melierte Haare, schattenhaft? Weil es typische Bevölkerungsgruppen sind, abgenutzte Schubladenfüller, Werbezielgruppen Vorurteile als Schranken im Kopf? Interessant ist was anders ist und ich will anders sein aber bin es doch nicht. Doch irgendwie ist auch alles toll, meine Schwester hat geheiratet, die Tiere trösten, die Familie stützt, Vater Staat sichert. Und eure Antwort werde ich auch toll finden, ganz sicher sogar ^^

Euer euphorischer verrückter Schorschen alias Marco W.

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#4

Korrespondenz der Sumpfflatulenz

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 29.01.2005 13:49
von Arno Boldt | 2.759 Beiträge | 2758 Punkte
Der Wirrkopf kommt

24. Dezember 2004


hallo schorschen.
dein letzter e-brief ging mal wieder nächtelang in meinem hirn rum und dann runter wie öl. d’accord kann ich nur sagen, werde es aber nicht dabei belassen. du sprachst von sprache, lösungen für den fremdenverkehr und fremd und nah und lastig im kopf gings dir umher; und zwar so, daß mir die augen wirr im gesicht standen, als ich es las. nun soll dies ein finger sein, der aufzeigt, ohne erhoben zu sein oder erhaben zu wirken. ein finger also, der aufs papier drückt, ohne die tinte verschmieren zu wollen, die du benutztest. nein, ich bin nur ein weiterer kleinpunkt im kreis des lebens von vielen. nur ein strich meines eigenen namens, dessen vor- du nun schon kennengelernt hast – einer von wenigen. deswegen der erhöhte punkt im ersten brief.

ein wirrkopf weiterhin bin ich, mit denkproblemen behaftet und treulosen fingern, wenn es für die liebste ist – nur für sie. dann mach ich mich unbeliebt bei meiner bank und erzittere vor dem nächsten auszugsgang. bank und gang – auch im park bei frischluft. doch meist sitz ich mit müden augen vor dem zwischennetzkasten und überlege krampfhaft mit krampfhast nach themen. thematisch gesehen bin ich ein treibendes floß im weltozean, dann aber auch nur, wenn all diese zusammengenommen werden. ja, das bild ist uralt und durchgekaut, aber nicht unbrauchbar. nicht für mich. nicht heute.
meine prüfungen stehen bevor und danach, ja richtig, wieder ein gang. ich bin dann mitglied in einer neuen community. die treffen sich meist in großen A-häusern und bestücken graue korridore mit ihren lebensweisheiten und schattenlachen. jeder dort ist genauso wichtig wie.. ja, wer? noch nicht einmal statistiken möchte man mit ihnen füllen – lieber leere blätter, als lehrervetter in tabellen – schwarz auf weiß. und das, wo doch pisa über uns einzustürzen droht. ich sagte doch, ich bin wirr. aber dies ist wohl keine ausrede mehr in der heutigen zeit. denn wer ist es nicht? wer kann heute noch von sich selbst mit aller freiheit sagen (die ihm damals aus dem muttermund zugesichert wurde), daß er nicht krank geworden ist, daß er keine ängste bekommt bei den täglichen politischen und wirtschaftlichen debakel, beim gezeter mit axtschwingenden nachbarn, bei den.. ach, bei allem einfach.
ja, ich gestehe es ein, in dieser hinsicht bin ich ein pauschalisierer. wen interessieren noch tabellen mit genauen zahlen, wen interessieren einzelschicksale, die in mühsamer weisheitstradition umhererzählt werden, wenn doch alles so einfach gemacht werden kann? und wo wir schon bei tradition sind: damit stelle ich mich in eine. bin gleich in der ersten reihe beim kanzler und seinen ministern. wozu braucht es einen texanischen bush, wenn wir doch die politische und wirtschaftliche wüste schon hier haben? ich werde zu wirr, ich merke schon – und zu politisch. du darfst mich ruhig unterbrechen, wenn du magst. die grunzlaute fehlen mir leider noch, für chinesisch habe ich keine zeit. drum versuch ichs mit stummsein. irgendeiner wird mich schon verstehen – so meine hoffnung.


auf antwort hoffend und gleichzeitig um verzeihen ob der langen wartezeit bittend,

dein leidlich verwirrter arno.

ps. frohe weihnachten! laß es dir gutgehen.

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#5

Korrespondenz der Sumpfflatulenz

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 29.01.2005 13:57
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Der Wirrkopf ist angekommen
24.12.2004


Verblüffend, augenberaubend, atemberaubend wirre ich in meinen Windungen, entwirre das kryptische Gewirr, das wirre Garn, das der Wirrkopf in sich gefangen und doch nicht, einfing und aufwickelte, verwirrend gar, mit sich brachte, darniederlegte, präsentierte. Welch Feuerwerk durfte ich schon erleben (dabei ist doch die Nacht des neuen Jahres noch eine Woche fern) ob all der Andeutungen, darf ich deuten; mich deucht ich schwelge und lasse mich gar treiben in der bedeutungslosen Bedeutsamkeit des Wortes, daselbst ich noch wandle auf Irr- und Wirrpfaden, suche die Bedeutung der Andeutungen zu deuten, suche einen Weg zu finden, einen Anfang, der doppelt ist, und auch noch Ende; zu finden, nicht nur zu suchen und also sozusagen nicht zu finden, sondern den Anfang dieses ballenden Knäuels aus Schnur, der ja auch, wie ich mich noch sanft entsinne, ein zweifaches Ende ist, tatsächlich aus dem Dunklen zu ziehen, um darauf eine wilde Wildwasserfahrt zu machen, daran entlangzurauschen, wie ein Elektron durch den magnetischen Strom des Selbst.

Derweil, da ich doch okkupiert nun, Riesennußknackend, (W)irres als (W)irrer entwirrend, Schoko-Birnen-Teufelskuchen produzierend und derselbst gar freudig die Bescherung frei von Entbehrung und monetärer Aufzehrung erwartend, hier bin und doch nicht bin, hier also Schatten bin, strahlt auch das falsche, das aufgesetzte, das überschätzte missbrauchte überladene kaufkraftzehrende Wirtschaftswachstumssteigerungszu-wachskerzenlicht.

Derweil, ich denn also versorgt, im Gegensatz zu so vielen gut versorgt, wünsche ich dir, meinem Genossen, meinem zukünftigen Zimmernachbar in der Heilungsanstalt für Wirrköpfe, die doch gar nicht passen in die heile Geiz ist geile Plastik-Chip-Fast-Food-Feng-Shui-Fußball-Wirtschaftaimperiums-Sex-schon-für-6-Jährige-im-Fernsehen-Jesus-liebt-dich-und-Allah-nicht-aber Buddha-wieder-super-spitzen-klasse-güteklasse-1-A-Welt.

Was ich bin verrückt ? Ja, und ich bin es gerne, es ist herrlich, nein dich meine ich nicht Herrgott, es ist so.... selbstherrlich, autonom gar, ja, es ist frei, freier, es ist Freimut in der Unfreiheit enger Gesellschaft. Ich liebe es, ich liebe mich, ich bin Exzess, der Grauton glich.

Frohe Weihnachten, und bleib so wie du bist ^^ Eine detaillierte, eingehende, aus sich selbst herausgehende und eingängige Antwort ist bereits im Endstehen begriffen. He, das macht Spass ^^

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#6

Korrespondenz der Sumpfflatulenz

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 29.01.2005 13:59
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Der Wirrkopf kam und ging zum Friseur, hernach ward er Lackaffe genannt.
06.01.2005


Soso. Kommt er aus Berlin ? Hat er einen gewissen Satchmo kurzgesagt als Arschkriecher bezeichnet ? Man munkelt. Ich brenne auf Mehrkunde von der neuen Gemeinschaft die er da so nebenher untendrunten und obendroben erwähnte, sich als Wirrkopf wähnend ich lodere geradezu nach Botschaft aus dem bogengängigen Botengang im Lande Moder wo die Schatten drohn. Fürwahr, es ist mir im Moment, im nicht Jetztzustand (Nicht existent !). Im Schein des Seins schon seid Monaten so leer. Es ist mir, als sei die Farbe aus der Welt geflossen. Gleichgültigkeit gebietet mein Gemüt. Ich kann mich nicht aufrappeln aufzustehen, aufzugehen, zu studieren zu planen zu reüssieren. Ich bin Ideenlos, mundlos, gesichtslos, und doch glücklich ? Zumindest nicht tieftrauererfüllt. Wenn Belanglosigkeit und Gleichgültigkeit sich die Klinke reichen, ist dann noch Glut in meinem Kamin ? Oder wird das junge Haus langsam eingeschneit, verwahrlost, unsichtbar, verloren ? Warum nur, wie kann nur Begeisterungsfähigkeit schwinden und schwindeln, sie sei da ? Ist der Drang zu schreiben Ausdruck des Eindrucks von Lebensunfähigkeit, von Versagen ? Ist der glückliche, ausgelastete, gebrauchte Mensch überhaupt noch fähig zu denken ? Warum nur müssen Randgruppenzugehörige und Einsamkeitsneurotiker sich äusserst äussern ? Das Glück ist kostbar, das erkennt man danach, im Nachklingen, spät. Kaum zu glauben das es Menschen gibt, die nach der totalen Gleichgültigkeit streben und sie Erleuchtung nennen. Ich will brennen, flammen leben. Doch mir fehlt der Funke. Ich bin ein verkohlter Ast, der das Buschfeuer anfleht ihn nicht auszulassen. Ja ich möchte auch sinnlos brennen wie die anderen. Doch ich liege nur da und schaue zu. Spassgesellschaft ? Nein, Gaffergesellschaft. Was passiert wird gesehen, was wichtig ist wird geschaut, was bedeutet wird erblickt. Immer nur schauen. Ich will blind sein, manchmal. Ein schmaler Grat ist das, die Nölerei. Gut das wir von unerreichbarem träumen, gut, dass unsere maßlosen Wünsche nicht erfüllt werden. Gut das wir die Träume haben um unseren Größenwahn zu befriedigen. Man nehme alle Sorgen der Menschen und multipliziere sie mit 0. Dann wären wir im Nirvana. Totale Gleichgültigkeit. Ich melde mich wieder. Warum habe ich das jetzt geschrieben ? Keine Ahnung. Um es delikat zu formulieren: Es war ein schwulstiger Eiterpickel der barst wie ein Vulkan. Nur ohne Aschewolke. Bankprobleme ? Dann wäre eine Aschewolke sicher nicht schlecht für dich. Was genau bist du von Beruf ?
Zahnbürste ? Bett? Ja ich will im Nichts ertrinken die nächsten sieben Stunden um dann morgen früh wieder nicht erwachen zu wollen. Unter natürlichen Bedingungen wäre ich nicht überlebensfähig. Na dann ma Prost.

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#7

Korrespondenz der Sumpfflatulenz

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 29.01.2005 14:05
von Arno Boldt | 2.759 Beiträge | 2758 Punkte
er kommt nicht aus berlin.

10. Januar 2005


„er“ ist eine ansammlung von zitaten, von bildern und gleichaltrigen zeitlosen zeitungsgenossen, die ihre zungen wie alltagsmüll getragen haben und nun, da leder lieber in unteren gegenden getragen wird, dies auch so handhaben. „er“ ist ein synonym für „dieser“, „jener“ oder auch sonntags mal ganz gern „solcher“. „er“ ist trotz allem das beste beispiel für eine schludrige haltung, erbsengroßen augen und der vernunftmaschine, tief drinnen. doch „er“ kommt nicht aus berlin.

„er“ bedauert seine unschreibkrankheit und ißt sich selbst die nackenhaare, damit wenigstens der henker keine probleme mit ihm hat. „er“ ist zeitweise das bestreben, in den ferien zu bleiben und dann, wenn die sun (vorsicht: ironie) am brennenden bush ihre kraft schöpft, seinen tee genießt, um mit dauergliedrigen fingern sich die massenwasserware am tv anzuschauen. „er“ ist hochmütig und desinteressiert, wenn der fingerzeig von ihm abstand gewinnt. doch „er“ kommt nicht aus berlin.

„er“ erleidet seine anfälle nach dem mittag, wenn der fingerzeig zehnfach auf ihn niederprasselt und eine fluchtgangpassage nur noch ausweg und enge zugleich ist; wenn die dramatik in seinen knien verweilt, und er die gewissheit hat, daß hautcreme dagegen nichts nützt. „er“ ist zauderer, wiederholungstechniker, wiederholungstechniker, wiederholungstechniker und technisiert die wiederholung, die sprache und zeitlosere elemente, wie fluchtgangpassagen. doch „er“ würde niemals, niemals aus berlin kommen.

die tragweite deiner fragen, lieber schorschen, ließ mich erblassen und zurück. ihnen zu folgen, wäre mehr als ein leben für mich – mehr als tausend antwortgedanken oder zig worte, die ich doch nicht aufschreiben könnte (weder soundso, noch soundso) – selbst wenn ich genügend um deine fragen herumdenken könnte. du bist mir voraus, enteilt und schleierhafter denn ich es jemals für mich sein könnte. du bist mehr als deine worte, auch wenn du dich in ihnen wälzt, sie durchbrichst und neu um dich formst. du bist die grenze dessen, was manche vergöttern und erlebst dies in deinen zeilen, doch zugleich bist du ein grenzgänger, auf der suche nach ewiglichem, das nahrhaft und wassertauglich ist.

zwischeninformation: meine schweigsameren sätze werden später folgen.

doch bis dahin sei mir das aussprechen eines details noch erlaubt. ich komme nicht umhin, eine brüchigkeit in dir zu bemerken und dies mit trauer. hier mein hochmut: falls ich, da ich nicht der löser, sondern auslöser bin, hierfür eine mitschuld trage, dann verzeih es mir bitte. die beschreibung des „er“ soll dir den weg zeigen und zugleich lösung sein. ich will dir lösung sein – auch, wenn es nur mit worten ist. und dies bringt mich zum schluß: ich traue meiner dr.best-zahnbürste nicht. sie ist zu borstig. das bett gleicht einer matratze auf einem holzgestell - zur nachtzeit manchmal mit frauen besetzt. ich bin monogam. und zur zeit empfängst du meine mails aus dresden.


ja, „er“ kommt wahrlich nicht aus berlin.



einen schönen abend noch,
wünscht dir,

dein arno.

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