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#1

Ein Tropfen und sein Weg

in Diverse 14.01.2005 15:20
von Feaníl (gelöscht)
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Ein Tropfen
Still und leise
Auf meine Augen
Und fällt tiefer
Verliert sich auf meiner Brust
Findet einen Weg
Hinterlässt seine Spur
Eine Bewegung
Lässt ihn verschwinden
Von vorn

Ein Tropfen
Schreiend und hetzend
Auf meinen Mund
Wüscht sich tiefer
Kennt seinen Platz
Drängt nach unten
Sieht sein Ziel
Ein Feuer
Löscht die Erinnerung
Von vorn

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#2

Ein Tropfen und sein Weg

in Diverse 16.01.2005 14:22
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.991 Beiträge | 2011 Punkte
Der Weg eines Tropfens, der zugleich die heilende Kraft des Weinens beschreibt.

Ein Tropfen still und leise: der erste Tropfen. "Auf meine Augen" hier ist wohl "auf" nicht als Präposition sondern als indikativ zu sehen. Auf meine Augen! oder eben: Reiss dich zusammen. Er fliesst schnell hinab, das lyrische Ich muss allerdings den Kopf nach hinten legen, damit der Tropfen nicht am Kinne abperlt sondern den Hals hinab läuft ^^ "Verliert sich auf meiner Brust", könnte heissen er verschwindet, verdunstet, auf seiner Bahn; oder aber die Erwähnung von Brust lässt an das getroffene Herz denken, wo der Tropfen seine Spur hintelässt. Die Bewegung die ihn verschwinden lässt könnte mit zuhilfenahme des "von vorn" mit "auf meine Augen" in Verbindung gebracht werden, das lyrische Ich wird abgelenkt. Das von Vorn Bedeutet aber in erster Linie das es immer wieder passieren wird.
In der 2. Strophe wird eine anderer Tropfen erwähnt. Dieser Tropfen wird in einer innbrünstigeren Phase des lyrischen Ich's geweint^^ Er schreit und hetzt dem Vergessen entgegen, er weiss was was zu tun ist: "Wüscht sich tiefer,
Kennt seinen Platz, Drängt nach unten " Das Heulen findet seinen Höhepunkt, was immer auch der Auslöser war wird gelöscht. Dieser Teil gefällt mir am besten denn ein Tropfen der ins Feuer fällt sodass das feuer die Erinnerung löscht, das ist eine nette Sinnverkehrung von Löschen und Feuer.

Vielleicht geht es um 2 verschiedene Arten der Schmerzverarbeitung. Im ersten Teil wird nicht geheilt, sondern die Kränkunng hinterlässt ihre Spur. Im 2. Teil aber wird der Grund selbst ausgelöscht, das Weinen ist also heilsamer.
Die zeilenumbrüche sind im Gegensatz zu manch anderem Gedicht freier Form das man in Gedichtforen zu lesen bekommt sinnvoll gesetzt.
Alles in allem fehlt mir ein wenig Metaphorik und ein wenig der "Clue" aber Einfachheit kann man in diesem Falle auch als Stärke ansehen.

Grüssle und schönes Restwochenende.

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#3

Ein Tropfen und sein Weg

in Diverse 16.01.2005 15:07
von Feaníl (gelöscht)
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danke für deine netten worte.

das gedicht entstand nach dem vorbild:

steter tropfen höhlt den stein.


insofern eher ein gedanke, der einem die augen verschließt (reflexartig). der ansatz der schmerzverabeitung zeigt eine weiter mögliche interpretation, wobei hier schon noch eine stufe weiter zurück gegangen werden kann. bei meinem tropfen wird aber das tatsächliche höhlen des steins in frage gestellt, da, wie du schon bemerkt hast, kein/e ende/lösung vorhanden ist. mein stein kämpft mit feuer!

das die einfachheit hier stärke ist, freut mich sehr




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#4

Ein Tropfen und sein Weg

in Diverse 16.01.2005 15:50
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.991 Beiträge | 2011 Punkte
hm ^^ also das konnte ich absolut nicht rauslesen sorry^^

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#5

Ein Tropfen und sein Weg

in Diverse 16.01.2005 16:02
von Feaníl (gelöscht)
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ich nehm's dir ganz gewiss nicht übel.



soviel zur mangelnden metaphorik

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