#1

grau

in Liebe und Leidenschaft 11.10.2010 12:35
von Chepre | 36 Beiträge | 36 Punkte

du gehst.
ich träume von Gewitter
und Gesängen in der Tiefe
unter deinem Schlüsselbein.
dann bringt mich ein Gedanke
an dich aus der Fassung.
während ich noch falle,
reißt es mir im Herzen
und ich hänge still an deinen Augen.


Happy people have no stories. (Therapy?)
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#2

RE: grau

in Liebe und Leidenschaft 11.10.2010 13:35
von Kjub • 498 Beiträge | 499 Punkte

Hey Chepre, gewagter Einstieg, dieses einzeln stehende grau, sogar kleingeschrieben, mutig in einem Gedicht, das sich in irgendeiner Form um Zweisamkeit oder wie hier um das Ende derselben dreht. Mich hat das angesprochen, dass es nicht so Aufmerksamkeitsheischend daher kommt. Den ersten Vers habe ich als Vorzeichen für den Rest gelesen. Jemand geht und ist im Folgenden weg, fehlt in der Gedichtwelt des lyrischen Ich, das aber von diesem "du" weiterhin träumt und von Gewittern und "Gesängen in der Tiefe"! -> Das ist schön, da schwingen so abgründige Assoziationen mit, Mystik, dann aber gehts flugs zurück auf die Physiologische Ebene -> "unter deinem Schlüsselbein" Ja, das gefällt. Das abwesende Lyrdu erfüllt Lyrich weiterhin, bringt es aus der Fassung, lässt es fallen, vielleicht in's Abgründige - zuletzt allerdings zeigt sich dass Lyrdu trotz seiner Abwesenheit präsent ist und Lyrich vllt sogar hält ... Das ein oder andere Personalpronom hätt' eingespart werden können. Schönes Ding, Chepre.
Grüße
Kjub

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#3

RE: grau

in Liebe und Leidenschaft 12.10.2010 15:36
von Chepre | 36 Beiträge | 36 Punkte

Tach, Kjub
freut mich, dass dir der Text so gefällt, umso mehr, weil er mir auch persönlich einiges bedeutet. deine Lesart trifft gut, was ich mir dabei vorstellte.
wo würdest du denn Personalpronomen streichen? ich find keinen rechten Ansatzpunkt

Gruß


Happy people have no stories. (Therapy?)
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#4

RE: grau

in Liebe und Leidenschaft 12.10.2010 16:02
von Kjub • 498 Beiträge | 499 Punkte

Zitat
du gehst.
ich träume von Gewitter
und Gesängen in der Tiefe
unter deinem Schlüsselbein.
dann bringt mich ein Gedanke
an dich aus der Fassung.

während ich noch falle,
reißt es mir im Herzen
und ich hänge still an deinen Augen.



während des Fallens,
reißt es im Herzen
ich hänge still an deinen Augen.

Es ist ja immer so eine Sache, in Fremdversen herumzustrolchen, hoffentlich findest dus nicht indiskret. Aber so kann ich am besten zeigen, was ich meine. Nach dem das lyrische Ich aus der Fassung gebracht wurde, werden mir und ich nicht mehr gebraucht, weil klar ist, wem das in den letzten Versen beschriebene geschieht. Es sind nur zwei Personen in der Gedichtwelt. Eine geht und wird vermisst. Die andere wurde aus der Fassung gebracht: Im Folgenden fällt sie und solang es kein neues Fürwort gibt, gehe ich als Leser davon aus, dass kein Perspektivwechsel erfolgt. Das "und" würde ich weglassen, weil es den starken letzten Satz abschwächt. Ich hoffe das ist jetzt einigermaßen verständlich und natürlich sind das nur persönliche Anmerkungen, meine Meinung.

Grüße
Kjub

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#5

RE: grau

in Liebe und Leidenschaft 13.10.2010 00:53
von Chepre | 36 Beiträge | 36 Punkte

ich find den Genitiv an der Stelle nicht so besonders. vielleicht so:

im Fallen noch
ein Riss im Herzen.
ich hänge still an deinen Augen.


werd den Gedanken mal bisschen auf mich wirken lassen.

Zitat
Es ist ja immer so eine Sache, in Fremdversen herumzustrolchen, hoffentlich findest dus nicht indiskret.


darauf lasse ich mich ja in gewisser Weise ein, sobald ich was in ein Forum schmeiße.

Gruß


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