#1

Alfred Kubin: "Die andere Seite"

in Literatur 03.12.2010 19:50
von mcberry • Administrator | 2.935 Beiträge | 2847 Punkte

Alfred Kubin: "Die andere Seite", ein phantastischer Roman, mit 51 Zeichnungen und einem Plan,

erschienen 1968 in der Nymphenburger Verlagshandlung, München, Klappentext:

Der einzige Roman des großen österreichischen Zeichners Alfred Kubin (1877 - 1959), von Hermann Hesse als ein unvergeßliches, als das "am meisten dichterische Werk der letzten Jahrzehnte" bezeichnet, ist inzwischen als ein Schlüsselwerk der modernen Literatur erkannt worden. Er hat Kafka, Jünger, Kasack und den ganzen Surrealismus, auch die Gruppe um den blauen Reiter, dem Kubin angehörte, sowie Beckmann Feininger und Klee beeinflußt. Jetzt, sechzig Jahre nach der Niederschrift, erscheinen erstmals auch französische, italienische, amerikanische und polnische Ausgaben. Zum Inhalt:

"Eine Reise ins Traumreich, in die Traumstadt Perle, die noch hinter dem dunkelsten Tibet ein dunkler Mensch gründete, ein Salzburger Schulfreund des Erzählers, jetzt ein Magier mit riesigen seelischen und materiellen Hilfsmitteln. Dieser Mensch, Patera, herrscht aus seinem gigantisch-stummen Palast durch einen dunklen Seelenbann, der die Untertanen seine Leiden und seine Launen wie in Krämpfen und Zuckungen miterleben macht. Nie scheint im Traumland die Sonne und nie der Mond, farblos und wie in einer ewigen Beängstigung dämmert das Reich der "Anderen Seite" unter einem stets gleichmäßigen Himmel.

Herkules Bell, der gewaltige Pökelfleischkönig aus Philadelphia, tritt auf; er hat Patera den Untergang geschworen und beschlossen, das Traumreich den Fortschritten der Neuzeit zu erschließen. Pateras Gegenwehr gegen die mit unheimlicher Energie betriebene Wühlarbeit des Amerikaners ist im Grunde nichts als eine allmähliche Selbstvernichung: zuerst kommt ein Bann des Schlafes über alles Volk, dann ein Taumel orgiastischer Wildheit. Tierhorden, Scharen kriechenden und fliegenden Gewürms, Wolken seltsamer Insekten haben die Welt zum Untergang reif gemacht. Da beginnt zum Schluß noch eine geheimnisvolle Zerbröckelung und Zermorschung aller Materie, Einsturz, Hungersnot, Feuersbrünste, der entfesselte Massenwahnsinn der zu Tode geängstigten, ein gigantischer Sturz wilder Vernichtungsvisionen."
(Zitat von Hermann Esswein)

Erstaunlich bleibt die visionäre Kraft, die Kubin voraussehen ließ, was sich ein halbes Menschenleben später tatsächlich ereignen sollte.

......................

Die Zeichnung ist nicht von ihm, wurde auf Paint für meine Galerie der Fälschungen nachempfunden.

zuletzt bearbeitet 03.12.2010 20:04 | nach oben

#2

RE: Alfred Kubin: "Die andere Seite"

in Literatur 05.12.2010 19:03
von Landloper | 333 Beiträge | 333 Punkte

Der Roman erschien erstmals 1909 mit 52 Illustrationen (mit 51 Bildern und einem Plan) Kubins im Verlag G. Müller, München und Leipzig

Das Bild ist nicht nachempfunden, sondern ungeschickt abgekupfert.
Da Kubin 1959 gestorben ist, unterliegen alle seine Bilder dem Urheberrecht, dürfen also ohne Genehmigung des Rechteinhabers weder veröffentlicht werden, noch dürfen Bearbeitungen privater Natur veröffentlicht werden.

Auch Klappentexte unterliegen dem Urheberrecht. Da in diesem Fall im Klappentext von 1968 ein Zitat eines 1934 verstorbenen Kunsthistorikers zitiert wird und der umrahmende Text kurz ist, mag das als Gesamtzitat erlaubt sein. sicher bin ich mir da nicht.
Aber so etwas weiß ja der Betreiber des Forums oder sein Administrator.

BG
L.

Dieser Beitrag bleibt, es sei denn der Admin entsorgt ihn.

zuletzt bearbeitet 09.12.2010 07:04 | nach oben

#3

RE: Alfred Kubin: "Die andere Seite"

in Literatur 10.12.2010 19:00
von mcberry • Administrator | 2.935 Beiträge | 2847 Punkte

Aber nicht doch, lieber Landloper, das bleibt.

Ob nach 1909 eine Überarbeitung des Romans erfolgte, konnte ich nicht sicher recherchieren,
also auch nicht ausschließen. Zwischenzeitlich im Verlag vergriffen, bezog ich mich auf das eine
Exemplar, das mir vorliegt, ohne daraus zu zitieren oder zu kopieren, wie du richtig bemerkst.

Unter "paint" sehen viele Produktionen irgendwie bemüht aus, auch darin stimme ich dir zu.
Aber kupfern? Jeder hat ein Recht auf Ausdruck, ich werde das deine respektieren. mcberry

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