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#1

Mundart

in Humor und Fröhliches 14.02.2011 18:58
von otto | 411 Beiträge

Du bohrst im erdreich, pflügst die harte erde,
im abfall, sagt man, dort gedeihst du prächtig
damit gemüse frisch und " bio" werde,
zu kunterbunt, und menge wird beträchtlich.

Und weint der himmel wurmt dich nicht der regen,
du schlängelst dich heraus ins feuchte, freie,
und scheinst zu spüren, regen der bringt segen
für`s gärtnern, boden lockernd, gut gedeihe.

Als kind hab ich dich in den mund gesteckt,
kühn wilde wetten töricht abgeschlossen,
und hinterher die lippen abgeleckt,
das glitschige, wie sushi, frisch genossen.

Zuweilen bist du unfallzweigeteilt
nach links und rechts " ins off" davon geeilt.

zuletzt bearbeitet 15.02.2011 11:51 | nach oben springen

#2

RE: Mundart

in Humor und Fröhliches 15.02.2011 12:50
von mcberry • Administrator | 1.201 Beiträge

Ja, da war was, lieber otto,

diese Zeilen erinnern mich an Kindertage, ausgefüllt mit allerseits beliebten Beschäftigungen:
Buddeln im Morast, sammeln von Fundstücken, ärgern von aufgestöberten Regenwürmern usw.

Eine unmittelbar greifbare Welt, dem schieren Sein verhaftet. Leider ins "off" entglitten. Gerne gelesen - mcberry


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#3

RE: Mundart

in Humor und Fröhliches 15.02.2011 14:18
von otto | 411 Beiträge

Ja Kinder waren wir alle, und sind jetzt so unterschiedlich geprägt. Und in unseren Erinnerungen findet sich manches
damals Gefundene, doch alles Graben nach mehr bleibt umsonst.Und das Erinnerbare ist dennoch überreich immer noch vom Glück der kindlichen Erfahrung, Heiterkeit erfüllt unsere Gedanken. Dann denke ich die Zukunft voraus, als wäre sie schon längst Vergangenheit, und kostbar werden mir noch gewährte Augenblicke. Aufmerksamer will ich gehen, doch anders als dem Kind zwingt mich das Alter innehaltend nachzudenken, als würde Neues mir davon eilen.

Danke, Gruß

otto.

zuletzt bearbeitet 15.02.2011 14:19 | nach oben springen

#4

RE: Mundart

in Humor und Fröhliches 15.02.2011 15:52
von perry • Mitglied | 909 Beiträge

Hallo Otto,
mir gefällt die Schlussaussage in seiner Doppeldeutigkeit am besten, fügt das " ins off" doch das Flüchten des Wurmes und der Erinnerung wunderschön zusammen.
Mancher mag sich vielleicht an dem Anglizismus des Wortes "off" stören, aber gerade in der Lyrik sind solche "Wortkanten" ein gutes Mittel, die Gedanken wie Funken sprühen zu lassen.

Konstruktiv möchte ich anmerken, dass mir am Anfang die "gärtnerische Sicht etwas querläuft, weil die dem Wurm wohl eher egal sein dürfte.
Das "unfallzweigeteilt" ist schöngeschrieben, aber bei Kindern dürfte die Absicht wohl überwiegen.
Ansonsten gern gelesen und geschmunzelt.
LG
Perry

zuletzt bearbeitet 15.02.2011 15:54 | nach oben springen

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