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#1

Günstling

in Philosophisches und Grübeleien 16.03.2011 18:30
von otto | 411 Beiträge

Wer sich was gönnt, der nimmt sich günstig, was
heraus von dem genug, das ihm gefällt,
denn wär allein er nur auf sich gestellt
beschränkt, so wäre ihm vergönnt nur das,

was er nur unzureichend hat, anstatt
er nach den süßen Trauben greift,
das, was ihm lockend unerreichbar reift
erhascht erhascht, doch wird er längst nicht satt.

Er gönnt sich was. Das Gönnen kommt von Gunst,
die seinem Günstling gilt, nie ganz und frei,
damit der glücklich, so der Eine sei,
dem sie gewährt, und macht dem Teufel Kunst.

Der sich bestrahlt von solcher Neigung weiß,
der achte, Strahlen brennen oft zu heiß.

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#2

RE: Günstling

in Philosophisches und Grübeleien 17.03.2011 15:01
von mcberry • Administrator | 1.201 Beiträge

Hallo Otto,

die alte englische Form des Sonettes, nicht wahr?

S2Z4 Wie wäre erhascht vernascht? Die Dopplung erschließt sich mir sinngemäß nicht.
S3Z4 macht in des Teufels Kunst? Oder was bedeutet dem Teufel Kunst machen?

Die Binnenreime kommen launig rüber. Die Verse wirken eher leicht. Doch gewinnt der abschließende Paarreim
vor dem aktuellen Hintergrund wahrscheinlich ungewollt eine makabre Bedeutung. Wolltest du das? - mcberry


zuletzt bearbeitet 19.03.2011 13:36 | nach oben springen

#3

RE: Günstling

in Philosophisches und Grübeleien 18.03.2011 10:21
von Rubberduck | 558 Beiträge

Wie günstig wenn man einen Sonnenschirm oder Creme zur Hand hat, um von der Günstlingsstrahlung nicht verbrannt zu werden. Gegen ein wenig Sonnenschein zum Wärmen allerdings habe ich nichts einzuwenden....Du?

;-))

LG
und ein warmes Wochenende wünscht
Rubber

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#4

RE: Günstling

in Philosophisches und Grübeleien 21.03.2011 23:45
von Gedichtbandage • Mitglied | 370 Beiträge

Danke, otto, gern gelesen...
...Anbetracht der Aussage könnten die Trauben ruhig zum Pilzragout mutieren ;-)
Ja, ein bisschen um den heißen Brei herumzutanzen macht hier Laune. - Fein, spitz, nicht plakativ, jedoch der Finger im Wunden - und genau dort, wo er hingehört.

Das achte Wortspiel lädt noch dazu ein, einige Assoziationsschleifchen zu binden - Wunderwelt - Kernphysik, fehlgeschlagene Syntheseversuche oder der Beweis eines Besseren - die 8. unerforschte Periode - wer weiß?


Unglaublich günstig wäre auch die Erforschung des Verfalls solcher Begriffe, sowie deren Nachklang, zu betrachten:
Nachhaltigkeit, Effizienz, Qualität-Quantität, Kosten-Nutzen-Abwägung... ganzheitlich sozusagen...
deren Halbwertzeit, rezeptorisch rezipierbar.

Gruß
Gb.


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Du versuchst deine Leser zum Denken zu zwingen.<< - E. E. Cummings zu Ezra Pound

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