Liebe Salome,
mir gefällt deine Wortspielerei ohne wenn und aber.
dieser Spruch mit dem Kamel durchs Nadelöhr, ist ja ein biblischer und lautet vollständig:
„Es ist leichter für ein Kamel, durch ein Nadelöhr zu gehen, als für einen Reichen, in das Königreich Gottes einzugehen“
Ob es nun das Kamel ist, das nicht durch ein Nadelöhr passt oder ein Ankertau – für beide wäre es realistisch unmöglich, sich durch ein Nadelöhr zu zwängen. Und doch sagt Jesus, dass das immer noch wahrscheinlicher wäre, als dass ein Reicher seine Geldliebe aufgibt und nicht auf seinen Reichtum vertraut sondern auf Gottes Königreich.
Die Veranschaulichung zeigt, wie leicht es ist dem Materialismus zu verfallen und wie schwierig, sich von diesem wieder zu lösen. Wer sein Herz an vergängliche Dinge hängt, der bleibt darin gefangen und engt sich selber ein.
Darum verstehe ich dein Gedicht nicht als eine zum Stillstand gekommene Beziehung, in der beide stur ihren Standpunkt vertreten. Sondern einer von ihnen hat sich von etwas befreit – einem alten Ballast, und sieht nun wie wohl es ihm tat.... möchte dem anderen die gleiche Erfahrung zukommen lassen, weil er ihn liebt. Doch das eigene Beispiel reicht nicht, bewegt den anderen nicht dazu es nachzumachen. Warum nicht? Der Esel (wie du ihn nennst) sieht nicht, wie ihn der Durchgang durch solch ein Nadelöhr bekömmlich sein sollte. Auch das Gepäck das er trägt, kommt ihm nicht wie Ballast vor, denn er trägt es schon sein ganzes Leben, hat sich daran gewöhnt, denkt das muss so sein. Er wird sich erst davon trennen, wenn er selbst dazu bereit ist, wenn er erkennt, dass es richtig für ihn ist, das zu tun.
Letztendlich kann man niemanden zwingen seinen Ballast abzuwerfen, so sehr man es sich auch für ihn wünschen würde.
Lg,
rubber