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#41

RE: Im Stile von ...

in Folgegedichte 12.06.2013 20:27
von der.hannes | 1.768 Beiträge | 1750 Punkte

Im Stile eines Bogenrondos

Träume am Feuer

es kommt wie es kommt
und flugs verschwindet

ein mann eine frau zu zweien allein
am feuer ein fell dass sie verbindet

es kommt wie es kommt
und flugs verschwindet

die eintracht bricht am kelch der wünsche
weil er hofft sie allein für sich zu haben
doch sie will sich mehren und ein heim
weil sie hofft ihn allein für sich zu haben
und wünscht sich von ihm so viel und doch

es kommt wie es kommt
und flugs verschwindet

am feuer ein fell dass sie verbindet
ein mann eine frau entzweit allein

es kommt wie es kommt
und flugs verschwindets

zuletzt bearbeitet 12.06.2013 20:27 | nach oben

#42

RE: Im Stile von ...

in Folgegedichte 20.06.2013 20:29
von der.hannes | 1.768 Beiträge | 1750 Punkte

Im Stil von Heine

Xen oder nicht Xen

Ist die Ruhe eingedrungen,
glättet sie die Wogen
jeden Irrsinns, jedes Chaos,
das uns je betrogen.

Breitet ihre weiten Flügel
wie ein Federkissen
über die verwirrten Wege,
lässt uns Stille wissen.

Dämpft die Blitze der Erkenntnis,
die den Schlaf uns stahlen,
endet in den weichen Laken
jedes Geistes Strahlen.

Rundet ideal Ideen,
deren Spitzen stachen,
glatter als je Kerkerstrafen
Querulanten brachen.

Endlich drängt sie aus den Köpfen,
die von Fernen sangen,
jede Silbe jeden Wortes,
die dort jemals klangen.

schon mal eingebracht, passt aber so schön hier in den Thread

zuletzt bearbeitet 20.06.2013 20:30 | nach oben

#43

RE: Im Stile von ...

in Folgegedichte 22.08.2013 10:50
von mcberry • Administrator | 2.890 Beiträge | 2742 Punkte

Schmerz zieht durchs Gemüt.
Mit einer Schippe in der Hand
verströmt die Erde so viel Kälte.

Mein erstes Fahrrad ist hier eingebuddelt
und die Katze meiner Schwester.
Hoffentlich stoße ich nicht auf Knochen.
Du sollst deinen eigenen Platz haben,
mein Hund, in meine alte Jacke gewickelt,
bleibst du doch mein wahrer Freund.

Nie hast du gelogen, nie an mir gezweifelt;
schenktest deine ungeteilte Aufmerksamkeit
auch als ich fortging, ohne mich umzusehen.

Du hast noch meine Kindheit gesehen,
und meinem Wandel Geduld bezeugt;
immer treu über so viele Jahre
gehst du jetzt, wohin ich dir folgen werde.

nach oben

#44

RE: Im Stile von ...

in Folgegedichte 27.03.2014 18:45
von der.hannes | 1.768 Beiträge | 1750 Punkte

Hommage an Ringelnatz - Dreiste Blicke

Freche Töne

Unter das Hemd
ein Hörrohr zu schieben – –
das ist Ihnen fremd?
Ob Sie jemals lieben?

Zwischen den Ohren
die röteste Lippe --
Hat sie mich erkoren,
das Weib aus der Rippe?

Sie will gar nichts hören
von Wollust in Schwüren.
Sie will mich betören,
sie zieht an den Schnüren.

So tönen die Frauen
beim lustigen Spielen.
Wie schallt's durch die Auen -
Es platscht in den Prielen.

zuletzt bearbeitet 27.03.2014 18:46 | nach oben

#45

RE: Im Stile von ...

in Folgegedichte 15.04.2014 17:56
von der.hannes | 1.768 Beiträge | 1750 Punkte

M. und F. (im Stile von Novalis)

Sportlich vergeben die Beiden sich nichts in den Künsten des Leibes:
Siehst Du die Eine beim Sprung, jagt schon der Andre heran.

Stieben sie beide voll Lust und umspringen sie tanzend einander,
Wahrlich, es stimmt sie so froh, sich an den Händen zu fassen.

Siehts Du den Axel vortrefflich von ihr mit verdoppelter Schraube,
kurvt schon der Axel heran, packt sie und dreht sie im Kreise.

Paartanz, so nennt man ihr Spiel auf den weißglatten Flächen des Eises.
Nichts wird sie hindern daran, ewig sich herzend zu binden.

zuletzt bearbeitet 15.04.2014 17:57 | nach oben

#46

Im Stile von Zoozmann

in Folgegedichte 28.04.2014 19:37
von der.hannes | 1.768 Beiträge | 1750 Punkte

Ein ausdrucksloser Text

Ein ausdrucksloser Text verdrießt,
drum Vorsicht, wenn Du ihn jetzt liest,
er könnte Dir wohl schaden.
Und wenn Du in die Wanne steigst
und dort beim Lesen grausam schweigst,
dann gehst Du mit ihm baden.



zuletzt bearbeitet 28.04.2014 19:40 | nach oben

#47

Im Stile von Fontane

in Folgegedichte 21.07.2014 09:37
von der.hannes | 1.768 Beiträge | 1750 Punkte

Es kann der Schatten dieses Tag's

Es kann der Schatten dieses Tag's
Mich nimmermehr erreichen,
Ich sagte mir: Geh hin und wag's,
Die Dunkelheit zu streichen.

Noch gestern heulte ich und klagte,
Dass alles leer und nichtig,
Doch als ich mich besann und wagte,
Erschien mir alles richtig.

Am eignen Schopfe zog ich mich
Aus einem tiefen Loche,
Und wie aus einem Schlauch entwich
Des Herzens Frustepoche.


http://gedichte.xbib.de/Fontane_gedicht_04.+Es+kann+die+Ehre+dieser+Welt.htm

zuletzt bearbeitet 21.07.2014 09:38 | nach oben


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