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#1

Null

in Arbeitshügel 25.02.2017 09:26
von der.hannes | 1.768 Beiträge | 1750 Punkte

Sie hakt sich ein und zieht ihn selten mit sich
Læsst sich eher ziehen bremst ihn aus
Nicht hier so sehr wie andernorts
Mæchtig nervend sackzertrümmernd

Wo steht sie wo trifft sie ins mark
Flaniert sie auf den strassen strichen Wo
Auf plætzen foren mærkten
In hirnen einsam fühlbarkeiten Lœchert

Vermerkt sich in den albtraumbüchern
Raubt seine hoffnung und die illusionen
Nicht dass ihm viele blieben nach jahrzehnten

Und wieder keine antwort nichts als eine Null
In jener liste die seine eitelkeiten næhrt
Solitærisch ist sein wesen nicht gemein

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#2

RE: Null

in Arbeitshügel 26.02.2017 09:42
von Alcedo • Mitglied | 2.485 Beiträge | 2351 Punkte

Zitat von der.hannes im Beitrag #1
Sie hakt sich ein und zieht ihn selten mit sich
Læsst sich eher ziehen bremst ihn aus
Nicht hier so sehr wie andernorts
Mæchtig nervend sackzertrümmernd

Wo steht sie wo trifft sie ins mark
Flaniert sie auf den strassen strichen Wo
Auf plætzen foren mærkten
In hirnen einsam fühlbarkeiten Lœchert

Vermerkt sich in den albtraumbüchern
Raubt seine hoffnung und die illusionen
Nicht dass ihm viele blieben nach jahrzehnten

Und wieder keine antwort nichts als eine Null
In jener liste die seine eitelkeiten næhrt
Solitærisch ist sein wesen nicht gemein

hallo Hannes

das æ war mir hier der absolute Blickfang. die beiden Lettern a und e verschmelzen mir hier zu zwei Bauch- und Kopfmenschen, die sich rücklings mit den Ellbogen ineinander verhakt haben und sich doch gegenseitig nicht Huckepack nehmen können.

die drei großgeschriebenen Lettern im Textkörper ergeben ein Mesostichon/Telestichon mit der Frage: Wo löchert Null?

inhaltlich sehe ich ein ambivalentes lyrisches Ich, welches Komplexe bekommt und diese in der dritten Person darlegt, weil es wohl aus einer langjährigen monogamen Beziehung auszuscheren versucht.

am besten gefiel mir der spielerische Umgang mit den Lettern. am wenigsten das triviale Sackzertrümmern.

Null? die Überschrift ist mir viel zu nichtssagend . Vorschlag:
Weshalb durch Null nicht dividiert werden kann

Gruß
Alcedo


e-Gut
zuletzt bearbeitet 26.02.2017 09:47 | nach oben

#3

RE: Null

in Arbeitshügel 26.02.2017 10:22
von der.hannes | 1.768 Beiträge | 1750 Punkte

Hallo Alcedo, dies Gedicht ist auf dem Arbeitshügel, weil es noch nicht ganz rund ist. Das, was ich eigentlich beleuchten wollte, liegt noch ein wenig zu sehr im Schatten der Mehrdeutigkeit. Sie ist die Null, daher ist der Titel hier sehr wichtig. sackzertrümmernd steht fūr verletzte Eitelkeiten, deutet aber zu sehr auf einen Mann. Das Ganze sollte auch für eine Frau funktionieren, für AutorInnen zum Beispiel. Da ist das Deutsche manchmal gehandicapt durch das Fehlen einer übergreifenden Form. Für mich ist hier der Arbeitshügel auch ein Experiment, um nicht nur das Endprodukt, sondern auch den Entstehungsprozess zu veröffentlichen.

Danke für die Textarbeit, sie hilft mir weiter.

Herzliche Grüße

Hannes

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#4

RE: Null

in Arbeitshügel 26.02.2017 15:34
von Alcedo • Mitglied | 2.485 Beiträge | 2351 Punkte

gerne Hannes

darf ich fragen, wenn das Sie, wie du schreibst die Null ist, was ist dann für dich die mathematische Entsprechung für "ihn" in Z1?

Gruß
Alcedo


e-Gut
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#5

RE: Null

in Arbeitshügel 26.02.2017 20:45
von der.hannes | 1.768 Beiträge | 1750 Punkte

Nun ja, kurz gesagt, ist es die Null in einer Liste, die ihn stört. Wenn man "ihn" unbedingt mathematisch einordnen will, könnte man ihn der Eins zuordnen, im Sinne einer Einzelperson.

Zitat

Und wieder keine antwort nichts als eine Null
In jener liste die seine eitelkeiten næhrt



Herzliche Grüße

Hannes

zuletzt bearbeitet 26.02.2017 20:49 | nach oben

#6

RE: Null

in Arbeitshügel 09.06.2018 15:40
von Gedichtbandage • Mitglied | 530 Beiträge | 525 Punkte

Hi, Du, der.hannes,

"Null" ist auch mir zu wenig... ein Drama der Alltäglichkeit(?), Ausdruck eine andauernden Suche(?), der Belanglosigkeit einer subjektiven Meinung(?), einer vergangenen bzw. vergänglichen Liebe(?), Heimatlosigkeit im definierten Universum(?)... dem, dessen was bleibt... der Punkt, wo das Resumee der Geschicht' in Qual und Leugnung fließt, der Punkt, von wo aus der "Hinterbliebene" in seiner Sonderlichkeit, nach seinem Empfinden nirgendwo zu passen, verbleibt - würde ich mal kurz so interpretieren... und unterm Strich bleibt Nichts, war da je eine Eins, der Sonderling oder das Universum, hebt sie sich hier auf.

Ansonsten ist es mir zu hölzern. Konstruiert.

Liebe Grüße
gb


_________________________________________________________
>> Du verdammter Sadist:
Du versuchst deine Leser zum Denken zu zwingen.<< - E. E. Cummings zu Ezra Pound
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#7

RE: Null

in Arbeitshügel 11.06.2018 23:46
von Alcedo • Mitglied | 2.485 Beiträge | 2351 Punkte

Zitat von der.hannes im Beitrag #5
Wenn man "ihn" unbedingt mathematisch einordnen will, könnte man ihn der Eins zuordnen, im Sinne einer Einzelperson.



verstehe, Hannes.

dann wäre für mich das eine schöne Überschrift dazu:

1/0

weil ja durch Null nicht geteilt werden kann.

Gruß
Alcedo


e-Gut
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