#1

Alain Le Gordién

in Vorstellungen 03.10.2020 23:06
von Al le Gordien | 146 Beiträge | 348 Punkte

Alain Le Gordién


Ich wurde am 11. Februar 1950 in einem Steinhaus,

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hoch in den irischen Slieve Blooms geboren. Die atemberaubend schönen Bergformationen, Schluchten, und schäumenden Wasserfälle in der Mitte der Insel, waren die wohl beeindruckensten Bilder meiner Kindheit.

Als zwölftes und einziges überlebendes Kind meiner Eltern, trug mich meine Mutter ironischer Weise auf den Tag genau 12 Monate im Leib. Mein geistig umnachteter Vater entband mich durch einen Prinzenschnitt, den er mit einer rostigen Gillette an Mutter administrierte. Es war wie eine Notschlachtung und Mutter sepsierte 12 Tage nach meiner Geburt.

Vater verscharrte sie ohne Bestattungsritual oder Ähnlichem neben dem Schweinestall. Wenige Tage danach adoptierte er eine Frau Namens Margot von Holle, aus der Irrenanstalt in Newcastle. Sie war 1943 als deutsche Spionin verhaftet worden und verfiel in der Folge in der Haftanstalt dem Wahnsinn - wonach man sie als „harmlos“ zu den Irrläufern übersiedelte.

Mein Vater verpflichtete sich (durch den damals üblichen Social Contract of Irland) den Staat wegen eventueller Forderungen „von Holle´s“ schadlos zu halten. So bekam ich eine neue Mutter, die wesentlich intelligenter war als mein Vater - aber leider noch verrückter - als er war. Meine erste Sprache war somit deutsch, welches Margot mir mit Speichel in den Mundwinkeln eintrichterte. Ihr gesamter Besitz waren interessanter Weise die gesammelten Werke von Elegar Barostan.

Nachdem sie mir Lesen und Schreiben beigebracht hatte, wurden diese Werke für mich die gesammelten Bibeln des Attestismus. Meine Familie vaterseits, lässt sich bis ins 15. Jahrhundert – genauer gesagt 1449, zurückverfolgen. Claude Francis le Gorién – mein Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Urgrossvater reiste damals als Regisseur und Hauptdarsteller einer Wanderbühne von Paris nach Bunratty. Das gesamte Ensemble starb innerhalb eines Jahrs an der Sparrow-Plague, von der Irland 1452 heimgesucht wurde. Claude Francis überlebte die Seuche und wurde Hofnarr bei den Mac Namaras.

Er arbeitet den Ratwalk zum allgemeinen Gelächter der Herrschaft weitere 59 Jahre, bis ihn zuletzt in einem extra für ihn angefertigten Radstuhl, bei einem Sit-Up der Schlag traf. Barnaby o´Brien, Graf von Thomond, ließ Francis auf dem Burgfriedhof in allen Ehren bestatten. Ihm und seinem Clan war bald danach das Lachen vergangen.

Ich genoss zwei Berufsausbildungen: die des Schweinehirten (was mir Gelegenheit gab, diese bezaubernden Tiere immer wieder zu zeichnen und zu malen+)

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und die des Schafhirten. Meine Faszination mit Schweinen, stand in starkem Kontrast zu jener mit Schafen: beide konnten auf engsten Raum – etwa in Stallungen - gepfercht, unerträglich stinken. Im Freien jedoch stanken die Schweine aufs absonderlichste weiter.

Auch war es für mich immer wieder interessant, dass die von mir anfangs behirteten Schweine – (die kein Fell trugen) mit der Kälte des irischen Hochlandes ebenso problemlos fertig wurden, wie die dicht beflockten Schafe. Am Ende meiner Ausbildungen, als Schweine-Schaf-Geselle, begann ich damit, Schweine und Schafe durcheinander getrieben, gemischt zu hüten und wurde somit letztlich zum einzige Schwafhirten Irlands.

Nach meiner Kündigung arbeitete ich einige Zeit als Trimmer in einem Hundefrisiersalon, dann als Schlächter in der städtischen Schlachtanstalt. (dort lernte ich den britischen Maler Francis Bacon kennen, der von der Schlachthaus-Atmosphäre für viele seiner später unbezahlbaren Werke angeregt wurde. Mit Bacon der homosexuell war, hatte ich eine kurze – auf Grund unseres gegenseitig administrierten Analverkehrs – stinkende Affäre).

Zuletzt verdingte ich mich als chirurgischer Helfershelfer an der tierärztlichen Hochschule in Newcastle. Ich bewarb mich viermal bei verschiedenen Fernsehanstalten u.a. der BBC um den Posten des Intendanten (Chairmen). Wurde aber auf Grund mangelnder Qualifikation immer wieder abgelehnt. 1990 übersiedelte ich nach Bonn und beantragte die Requisition des Erbes meiner Adoptivmutter „Margot von Holle“.

Nach einem 14 Jahre dauernden Prozess, wurden mir vor zwei Jahren letztendlich der Besitz an Länderein und Immobilien übertragen. Ich entließ unverzüglich sämtliches Personal aus den vier teilweise verfallenen Schlössern und adjazenten Anwesen. Ich verkaufte Rinder, Hühner und Ziegen und behielt danach lediglich Schweine und Schafe.

Ich bin endlich wieder Schwafhirte.

*) Mein Ururur-Onkel Marie Porcié le Gorién war übrigens einer der berühmtesten Schweine-Portraitisten seiner Zeit. Und war – nebenbei erwähnt - eng befreundet mit dem Maler und Karikaturisten Honoré Daumier. Er verbrachte sogar im Jahre 1833 gemeinsam mit Daumier (der gerade wegen der Gargantua-Karikatur+)

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eine 6-monatige Freiheitsstrafe verbüßte) einige Zeit in der Strafvollzugsanstalt Sainte-Pélagie. (mein Ururur-Onkel war damals wegen Unzucht unter Schweinen zu 3 Monaten Haft verurteilt worden)Eine von Daumier im Gefängnis von Marie Porcié angefertigte Büste.

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Die heutige Architektur wurde im Jahr 1425 durch die MacNamaras vollendet, aber schon 50 Jahre später ging die Burg in den Besitz des mächtigen O'Brien-Clans aus Munster über.

Während des Kriegs der drei Königreiche (gemeint sind die drei Königreiche Munsters) gestattete Barnaby O'Brien, der Graf von Thomond, britischen Parlamentstruppen die Landung in Bunratty. Die Burg wurde daraufhin von Truppen des Konföderierten Irlands belagert und schließlich eingenommen. Heinrich VIII. von England gab den Titel "Grafen von Thomond" an die Familie O'Brien als Dank für ihre Loyalität zurück. Deren Herrschaft ging jedoch mit Ankunft der Truppen Oliver Cromwells 1646 zu Ende.

1690 wurden alle irischen Adligen enteignet und entmachtet, so dass die Burg in die Hand der britischen Regierung fiel.

Bis 1804 wurde die Burg an Protestanten aus Großbritannien (Plantation Families) verpachtet, die man gezielt im katholischen Irland auf großen Anwesen angesiedelt hat. Später zogen diese in das komfortable Anwesen "Bunratty House". Die Burg überließ man dem Verfall.

1950 wurde die Burg von Lord Gort erworben und im ursprünglichen Stil restauriert. 1960 machte man sie der Öffentlichkeit zugänglich.

Irlands bekannteste Burgen sind Bunratty Castle und Blarney Castle. Erstere wurde im 14. Jahrhundert vom O’Brien Klan (ehemalige Könige von Munster) gebaut und liegt am Shannon. Diese ist für ihre dort regelmäßig stattfindenden mittelalterlichen Bankette mit Musik und Tanz weithin bekannt.


Alles, was überhaupt gedacht werden kann, kann klar gedacht werden. Alles, was sich aussprechen lässt, lässt sich klar aussprechen. (Wittgenstein)

zuletzt bearbeitet 03.10.2020 23:08 | nach oben

#2

RE: Alain Le Gordién

in Vorstellungen 04.10.2020 13:19
von mcberry • Administrator | 3.195 Beiträge | 3411 Punkte

Willkommen im Forum, Alain!

Offensichtlich hast du schon viel Erfahrung im Schreiben. Obwohl mir dieser Text irgendwie die Sprache verschlägt, überzeugt er mich auch, dass du weisst, was du einsetzt und wie und wo. Sonntagsgrüsse - mcberry

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#3

RE: Alain Le Gordién

in Vorstellungen 04.10.2020 16:26
von Al le Gordien | 146 Beiträge | 348 Punkte

Danke liebe Mcberry -

Ich denke, dass dir aufgrund deines Namens das irische Hochland nicht fremd sein dürfte. Das freut mich ganz besonders. Und danke für dieses nette willkommen.

Mit freundlichen Grüßen
Alain


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