#1

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 01.05.2007 15:03
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Um den Vorschlag einer Fortsetzungsgeschichte wieder aufzugreifen, stelle ich mal einen Text ein. Keine Ahnung ob der hier fortsetzbar ist oder nicht. Wenn jemand meint er hätte einen besseren Beginn, oder man könne den von mir verzapften Beginn durch Änderungen verbessern, dann nur zu. Toll fände ich es wenn wir, oder die, die das interessiert, auf dem Arbeitshügel uns zusammenfinden könnten, um mal zu schauen, ob wir uns auf einen Anfang, auf bestimmte Figuren bzw. ihre Biographien einigen können. Mehrere Erzählstränge halte ich auch für wichtig. Sicherlich darf das auch nicht ausarten. Aber sollten wir uns einigen können, könnte man ja Abschnitt für Abschinitt in einen nur den Modmins zugänglichen Faden, sprich gesperrten Faden, hochladen lassen.

Also hier nun mein Beginnvorschlag:




„Unaufhaltsam heben sich die Parke
aus dem sanft zerfallenden Vergehn;“

klick, klick

“überhäuft mit Himmeln, überstarke“

Klick.

“Überlieferte, die überstehn“

Klick.

Eigentlich war sie in den Schlosspark gekommen, um sich inspirieren zu lassen, nicht um von wildgewordenen Nips mit Kamera genervt zu werden. Eigentlich hatte sie gedacht, dass es im Park sich doch machen lassen müsste, dieses Gedicht des Meisters zu verstehen. Aber statt Metrik und Rilke?

klick, klick

Sie legte den Gedichtband weg und blickte auf ihrer Parkbank zornig zu anderen Seite. Doch da saß nicht der erwartete Japaner, da saß ein merkwürdiger Mann mit Baskenmütze, Sonnenbrille und Mantel im Fischgratmuster. Er starrte unentwegt geradeaus.

Klick.

Wo war die Kamera? Der Kerl hatte sie um den Hals hängen und drückte einfach auf den Auslöser. Er schaute noch nicht mal durch den Sucher. Obendrein stand vor ihm ein Kinderwagen.

klick, klick

Sie schüttelte irritiert den Kopf. Diese Stadt war voll von Freaks, die um Aufmerksamkeit bettelten. Nicht irritieren lassen: weiterlesen. Noch mal von vorn. Doch Himmel, überstake und überlieferte, die zudem noch überstehen? Daran zu denken, verursachte ihr auch in der freien Natur, im Park, wieder nur diese schwammige Übelkeit, denn all ihre Überlegungen führten zu nichts. Der Text blieb ihr fremd.

Klick.

Sie schaute unauffällig zur Seite. Er hatte sich nicht gerührt. War das ein Happening? Eine dieser unsäglichen Versteckte Kamera Filmchen? Denen würde sie was husten. Diese Bereitwilligkeit sich zum Affen machen zu lassen nur weil eine Kamera

Klick.

läuft, fand sie entsetzlich. Die Leute hatten einfach keinen Geschmack. Punktum und schon grinste sie wieder der Text an. „Und Du hast keinen Verstand, Schätzchen!“, murmelte sie resignierend zu sich selbst.




Zur gleichen Zeit, an einem anderen Ort

„Komm schon. Ich will jetzt all deine Zylinder hören. Komm schon.“ Er drehte den Anlasser um. Außer einem leeren klicken, kam nichts. Sein Kopf sackte frustriert auf das Lenkrad.
„So eine Scheiße, Scheiße, Scheiße.“ In diesem Rhythmus schlug sein Kopf wieder und wieder auf das Lenkrad. Er hatte noch drei Tage, die Stadt zu erreichen. Drei verkackte Tage. Wenn die Karre führe, hätte er heute Abend schon in einer Kneipe Schampus regnen und die Bräute tanzen lassen können. Jetzt aber stand er am Straßenrand im Niemandsland einer B irgendwas. Gestrandet in der Walachei bei den Antipoden der Spaßgesellschaft.

Wegzukommen, wäre ja nicht das Problem. Das Problem war die Ladung im Kofferraum. Ohne Ladung, kein Schampus, keine Mädels, stattdessen auf die Fresse. Seine Auftraggeber, verstanden keinen Spaß. Sie sahen zumindest so aus, als ob sie keinen vertrügen. Er fand zwar die Ray-Ban Sonnenbrillen etwas dick und auch insgesamt sahen die Kerle wie falsche Abziehbildchen aus, aber die Vorabzahlung und die minutiöse Einhaltung der Übergabe der Ware, hatte ihn überzeugt, dass die Jungs wussten was sie taten.

Natürlich hatte er keine Ahnung was er transportierte. Wollte er auch nicht. Das belastete nur. Eines war allerdings auffällig: sie war verdammt schwer. So mal eben im Rucksack über die Schulter werfen war nicht drin. Er stieg aus.

Es war ein warmer Spätsommernachmittag. Der Asphalt glühte von der Mittagshitze noch nach. Die Allee war schnurgerade, leicht wellig und links und rechts von schlanken, großen Pappeln gesäumt. Nicht selten war er an kleinen Kreuzen vorbeigefahren, die eines Timos, oder Marios gedachten, die ihr Blech und ihr Leben an und zwischen die Hölzer genagelt hatten. Hinter diesen Bäumen erhoben sich die Felder. Weizen, Raps- und Maisfelder wo er hinblickte, nur hin und wieder von einem kleinen Knick gestört. Ansonsten: trostlos.

So trostlos wie der obligatorische Blick unter die Motorhaube. Außer Verkleidung war eh nichts zu sehen. Alles elektronisch gesteuert. Was tun? Und während er nachdenklich im Licht der untergehenden Sonne auf den defekten Motor schaute, darüber nachdachte, ob er erstmalig seine Mitgliedschaft im ADAC nutzen sollte oder den oder die andere über das Missgeschick informieren sollte, wobei dies nichts anderes als teilen bedeuten würde, vernahm er ein dumpfes Brummen. Er sah ein paar Asphalthügel entfernt Scheinwerferkegel, die sich ihm gemächlich näherten.




Schlosspark

klick

Aber Schalen sind, drin der Najaden
Spiegelbilder, die sie nicht mehr baden,
wie ertrunken liegen, sehr verzerrt;
die Alleen sind durch Balustraden
in der Ferne wie versperrt.

klick

Der Text war sperrig und neben diesem Kerl hätte sie noch tausendmal die Verse lesen können, dieses Rumgeklicke war einfach zu nervig, um sich konzentrieren, geschweige etwas entdecken zu können.
Sie stand auf, schaute noch mal zur Seite und sah ihn auf der Bank sitzen wie zuvor. Aber der Kinderwagen fehlte. „Was soll`s“, dachte sie noch. Verärgert über das misslungene Experiment stapfte sie über die vorgezeichneten Wege davon, doch mit einem male, wie durch einen unsichtbaren Wink, schaute sie sich noch mal im Park um und sah im vergehenden Sonnelicht nicht nur einen Bündel tanzender Mücken, sondern hinter oder in diesem Reigen auch eine Frau im Fischgrätmantel, Baskenmütze und Sonnenbrille, die den Kinderwagen vor sich herschob.
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#2

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 01.05.2007 19:03
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Gute Vorlagen, beide, gefallen mir, und ich würde auch mitmachen. Jedoch müsste man vorher untereinander abmachen, wer woran (an welcher Szene, welcher Protagonist) weiterschreibt und in welchem Zeitraum. Ansonsten denke ich, würde es ein rechtes Kuddelmuddel geben, oder?

Die Frau in Rot

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#3

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 01.05.2007 21:24
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Schön, dass ich mit diesem Anfang Interesse bei Dir wecken konnte.
Natürlich ist eine Absprache auch meines Erachtens von Nöten, um besagten Kuddelmuddel zu vermeiden. Nein, ein Rahmen sollte schon vorhanden sein und wenn wir tatsächlich einen Start finden sollten, dann geht es um die von Dir angesprochenen Formalien, dann wird es sicherlich nicht ganz frei zugehen können. Aber ich würde es als Vorteil ansehen in einem definierten Rahmen zu bleiben und dann zu diskutieren, streiten, was geht oder nicht geht.

Aus diesem Grund streiche an den Vorlagen rum oder ändere sie wie du magst, beziehungsweise stell eine andere dafür oder dazu. Noch ist ja wirklich alles offen.

Würde mich freuen, wenn wir einen Anfang fänden.
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#4

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 01.05.2007 23:03
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Aber wenn wir, sagen wir mal, eine Rahmenhandlung vorgeben, dann ist das doch bloss ein Runterschreiben eines "bekannten" Stoffes durch verschiedene Autoren. Oder sehe ich das falsch?
Wäre es nicht origineller und interessanter, wenn man die verschiedenen Schreiber vollkommen frei liesse? Will sagen, die Teilstücke müssten natürlich schon in Bezug zueinander stehen und letztlich eine "sinnvolle" Geschichte ergeben. Aber wenn man sagt: X und Y lernen sich kennen und bringen dann ihren Hamster um, dann ist der Clou doch schon verpufft, bevor man angefangen hat.
Natürlich müsste man die Teilstücke zuerst irgendwo posten und sie dann gegenseitig besprechen, bevor man sie konkret aneinander reiht. Nur so ist es möglich, eventuelle Logikfehler oder Ähnliches auszumerzen, den Inhalt der Teilstücke würde ich aber jedem selber überlassen, wie und wohin er damit die Geschichte treiben will.
Natürlich ist das schwer, weil man sich dann jedes Mal an der Phantasie des Vorschreibers orientieren und die Gegebenheiten übernehmen muss, aber das ist ja auch eine Herausforderung.

Wie gesagt, einer beginnt - von mir aus gerne mit Deiner Vorgabe - danach meldet sich ein Zweiter, der sich bereit erklärt ein weiteres Kapitel (?) zu verfassen (mit Zeitangabe, sonst wartet man im schlimmsten Fall ein halbes Jahr *g) und nach Einstellen des 2. Teils meldet sich wieder jemand, der den dritten verfasst ... etc. etc.


Die Frau in Rot

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#5

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 02.05.2007 09:43
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte

Zitat:

Natürlich müsste man die Teilstücke zuerst irgendwo posten und sie dann gegenseitig besprechen, bevor man sie konkret aneinander reiht.



Das ist für mich der eintscheidende Punkt. Wenn das passiert, kann sich jeder erstmal frei entfalten, seinen Text einstellen und dann verteidigen. Zeitvorgaben fände ich - nachdem ich darüber nachgedacht habe - nicht schlecht genau aus dem Grund den Du genannt hast.

Noch hoffe ich, dass wir vielleicht noch Mitstreiter gewinnen und diesen Arbeitshügel hier, als Arbeitshügel nutzen können.
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#6

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 06.05.2007 11:50
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Also, ich habe jetzt das Ding mal so einfach ein Stück fortgesetzt und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass das so wirklich nicht weiter gehen kann, Brot, Deine Idee mit der Bio ist gut. Sonst läuft das zu sehr auseinander. Als ich das dann nochmal las fiel mir vor allem der Unterschied in der Sprache auf, der dafür spräche unterschiedliche Autoren unterschiedliche Handlungsfäden behandeln zu lassen, aber ach, was denkst Du?

Ich würde übrigens die einleitenden Ortsangaben wie "zur gleichen Zeit am anderen Ort" oder dann "Schlosspark" weglassen. Das macht man, finde ich, vielleicht bei Comics. Ansonsten geht ja aus den Texten hervor wo man ist. Man sollte nur klar machen, dass hier ein neuer Abschnitt beginnt.

Ach ja, und ich habe den beiden Figuren Namen gegeben, weil ich sonst mit den Bezügen zu weiteren Personen nicht zurande kam. Falls die bewusst weggelassen wwerden sollten, sollten wir uns auf einen Grund einigen. Da sind wir wieder bei der Bio und einem Rahmen für die Geschichte.

Oder wollen wir's erstmal so fließen lassen. Ich wäre nämlich gespannt wie die Geschichte jetzt weitergeht. Ansonsten zeigt meine Fortsetzung vielleicht wenigstens auf, was man nicht machen sollte oder was wir noch als gmeinsamen Nenner benötigen.

Viele Grüße,
GW



klick

Aber Schalen sind, drin der Najaden
Spiegelbilder, die sie nicht mehr baden,
wie ertrunken liegen, sehr verzerrt;
die Alleen sind durch Balustraden
in der Ferne wie versperrt.

klick

Der Text war sperrig und neben diesem Kerl hätte sie noch tausendmal die Verse lesen können, dieses Rumgeklicke war einfach zu nervig, um sich konzentrieren, geschweige etwas entdecken zu können.
Sie, Melanie übrigens, stand auf, schaute noch mal zur Seite und sah ihn auf der Bank sitzen wie zuvor. Aber der Kinderwagen fehlte. „Was soll`s“, dachte sie noch. Verärgert über das misslungene Experiment stapfte sie über die vorgezeichneten Wege davon, doch mit einem Male, wie durch einen unsichtbaren Wink, schaute sie sich noch mal im Park um und sah im vergehenden Sonnenlicht nicht nur einen Bündel tanzender Mücken, sondern hinter oder in diesem Reigen auch eine Frau im Fischgrätmantel, Baskenmütze und Sonnenbrille, die den Kinderwagen vor sich herschob. Der Partnerlook des Bauchfotografen und der Wagenschieberin erstreckte sich auch auf einen betont unbeteiligten Gesichtsausdruck um einen übellaunigen Mund. Melanie stellte mir kurz ein ebenbürtiges Babygesicht mit runtergezogenen Mundwinkeln in dem Kinderwagen vor, was mir selbst kurz ein Schmunzeln auf’s Gesicht sogleich jedoch einen Schauer in den Nacken setzte. Eine Horrovorstellung. Eine Nihilistenfamilie! Ihr Humor rettete sie wieder einmal.
Im Rahmen all des blühenden botanischen und faunischen Lebens und Schwirrens im Park wirkte die Frau trotz Bewegung wie tot, bzw. untot, wie man sagt. Melanie beschloss ihr zu folgen. Warum wusste sie eigentlich nicht, beunruhigte die Frau sie doch etwas, entfachte aber ebenso ihre Neugierde. Der Fischgrätenmantel samt Säuglingsgefährt bewegte sich unter der heimlichen Verfolgung weiter entlang der Parkwege.

---------------------------------------------------------

Karl hatte den nahenden Wagen gar nicht heranwinken brauchen. Der fast wie neu wirkende schwarze BMW hielt von ganz alleine einpaar Meter vor seinem offensichtlich defekten Auto. Die Scheibe der Fahrertür fuhr herunter. Karl ging etwas verunsichert darauf zu. Da streckte schon ein freundlich grinsender Mann seinen Kopf heraus und sagte: „Kann ich Ihnen helfen?“
„Ich glaube nicht“, sagte Karl, „Die Karre hat den Geist aufgegeben.“
„Das habe ich mir gedacht.“ Der Mann lachte. „Ich kann Ihnen nur mein Telefon, eine Mitfahrt und meinen Rat anbieten.“
Er wirkte sogleich sympathisch. Der Fahrer stieg aus und streckte dem näher kommenden Karl gleich eine überzeugende Grußhand entgegen, die dieser in seiner Verzweiflung gerne annahm.
„Das ist sehr freundlich von Ihnen.“
Verschmitzt blicke der Herr Karl in die Augen.
„Sie sehen aus, als wenn der Termin zu dem Sie unterwegs sind, sie mehr kümmert als der Zustand Ihres Autos.“
„Da könnten Sie sogar Recht haben.“
Karl dachte angestrengt darüber nach, wie er diese Gelegenheit nutzen konnte. Wenn er etwas noch mehr hasste als ausweglose Situationen, dann war es das Aufeinandertreffen mehrerer Chancen in einer ausweglosen Situation dieser zu entrinnen, wie mehrere Lichter am Ende mehrerer vor ihm liegender dunkler Tunnelschächte inklusive der Entscheidung, welcher Ausweg zu nehmen sei, ohne zu wissen, welche der Lichter ein rettender Weg ins Freie und welche jeweils ein entgegenkommender Zug wären.
Der Mann schien es nicht eilig zu haben, eine Antwort von Karl auf sein Angebot zu erhalten und warf interessiert einen Blick auf die zum Selbstschutz vor übereifrigem Basteltrieb Auto fahrender Hobbymechaniker angebrachte Motorverkleidung unter der Haube von Karls Opel. Karl schaute seine hilfsbereite Bekanntschaft an. Die schien ein sonniges Gemüt zu haben, denn sie lächelte ununterbrochen. Der Fremde war unspektakulär gekleidet, und hatte eine sehr offene, ungezwungene Körpersprache. Er vermochte es offensichtlich gleichzeitig zu nicken und den Kopf zu schütteln, zeigte dabei auf die Festung des Motors und sagte „Genau wie bei mir. Keine Chance da dran zu kommen. Sind Sie im ADAC, Herr…äh…“
„Karl“, sagte Karl, „Karl Rancke. Hören Sie, ich danke Ihnen sehr für Ihr Angebot. Sie könnten wirklich etwas für mich tun.“
Die Sonne verdünnisierte sich zunehmend und Karl fragte sich gerade etwas mulmig, ob es so eine gute Idee war, dem Unbekannten seinen echten Namen gesagt zu haben.
„Ach, angenehm. Das ist ja ein Zufall. Ich heiße Felix Ranke, aber Karl ist mein dritter Vorname. Das ist ja verrück, nicht wahr? Wollen Sie mal sehen?“
Ohne eine Antwort von Karl erwartet zu haben, griff der Mann nach seiner Brieftasche und holte seinen Personalausweis heraus, um ihn Karl zu zeigen, was diesen noch unbehaglicher stimmte. Er war dabei, illegale Geschäfte abzuwickeln, war bewaffnet, hatte eine ihm zwar unbekannte Ladung dabei, von der er jedoch sicher war, dass man allein für den Besitz mehrere Jahre hinter Gitter kommen müsste, und er war nun drauf und dran einen extrovertierten Gutmenschen da mit rein zuziehen, der sicherlich nebenbei wegen seiner Unbeschwertheit auch ein gewisses Risiko darstellte, aber er schien seine einzige Hoffnung zu sein. Ein Gedanke an seine düsteren Auftraggeber und das benötigte Geld verscheuchte zudem sogleich weitgehend seine Skrupel.
„Könnten Sie mal gerade mit anpacken? Ich hab da was im Kofferraum.“


---------------------------------------------------------

Es wurde langsam aber sicher Nacht. Die Blätter der Bäume färbten sich fast unmerklich grau. Melanie fiel beinahe in eine Verfolgungstrance, nahm vor sich seit langem nur noch einen vor ihr her trottenden Mantel mit Beinen, Baskenmütze und Kinderwagen wahr. Irgendwann schreckte sie hoch, als die Parkbeleuchtung ansprang, die die ganze Umgebung in fast noch unwirklicheres Licht tauchte, da der Rest der Welt außerhalb der beleuchteten Wege nicht mehr zu existieren schien und nun von allen Seiten lauernde Schatten in die Szenerie griffen. Die Alleen sind durch Balustraden / in der Ferne wie versperrt ging ihr wieder durch den Kopf. Sie blieb stehen und schaute sich um, nahm den Park plötzlich verändert war, wurde kurz von der Angst gepackt, der Rest der Welt würde wirklich nicht mehr existieren, so traumartig war dieser Moment für sie. In den Gebüschen hörte sie es rascheln. Ein Fuchs? Ein Kaninchen? Als sie wieder auf den Weg sah, war der Mantel verschwunden und nur der Kinderwagen stand noch mitten auf dem Weg. Hatte sich der Mantel in die Büsche geschlagen? Sie konnte außer dem umgebenden Rascheln von Kleintieren nichts vernehmen. Sie ging auf den Kinderwagen zu. Wieder kam ihr das verstörende Bild des Nihilistenbabys in den Kopf und der Schauer kräuselte erneut ihre Nackenhaare. Sie wollte es sehen. Sonst wäre die ganze Verfolgung umsonst gewesen.




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#7

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 06.05.2007 13:19
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Hi GW,

ich wollte bei meinem Einsteiger so wenig wie möglich festlegen, daher verzichtete ich auf Namen und habe versucht erstmal nur ein Problem (Karl) und eine ungewöhnliche Situation zu schildern (Melanie). Letztere Situation empfinde ich als schwieriger weiterzustricken und habe ehrlich gesagt überhaupt keine Vorstellung gehabt wie es da weitergehen könnte und was da in dem Wagen jetzt steckt.

Aber Nihilistenbaby ist als Ausdruck wirklich amüsant. Der Part wird zunehmend surreal. Die Karl Episode ist da doch etwas konkreter. Den Teil würde ich persönlich vorziehen, aber durch den anderen Ranke - Ranke wie Arabseke? - ist dieser Part jetzt auch mit diesem Touch versehen.

Bei Karl, ich gebs ja zu, hatte ich den Film Transporter und Jason Statham im Kopf. Also schwer professionell, alles geplant und dann verreckt ihm die Elektronik. Die ADAC Mitgliedschaft ist da natürlich irgendiwe Wackeldackel mäßig. Eine Limousine ala BMW hatte ich für diese Figur im Hinterkopf gehabt. Und irgendwie wollte ich diese Figur mit priemenden, sackkratzenden aber fies verschlagenen Hinterwäldlern konfrontieren, die scharf auf seine Karre sind. Ich würde ja liebend gerne die Autos tauschen. Gut, schwarzer BMW für Karl wäre natürlich sehr fett.

Beim Einstieg hatte ich gedacht, daß die Sonnenbrillenträger, also Karls Auftraggeber und die Nihilisten irgendwie zusammenhängen, beziehungsweise sich über diese Kameraden vielleicht mal eine Klammer setzten ließe.

Also Karl, stell ich mir ziemlich desillusioniert vor. Es gibt nur klare Regeln und Ansagen. Keine Grautöne. Du hast ja einen grüblerischen Karl dem gegenübergestellt, der unsicher ist, welche Entscheidung er treffen soll. Da komme ich nicht so mit klar. Das könnte ich mir sehr gut als Entwicklung vorstellen, durch den Mist, der ihm passiert. Vor allem würde ich bei diesem Part auf gar keinen Fall das Tempo rausnehmen. Nunja, das wäre zu besprechen.

Bei der Figur Melanies bin ich sehr viel freier. Sie erschien mir nur etwas versponnen und ich finde sehr gut, daß Du in Deiner Fortsetzung es noch unsicherer gemacht hast, ob das was die Melanie da erlebt, oder sieht, tatsächlich real ist. Nur was ist die eigentlich von Beruf? Schriftstellerin? Dozentin? Bibliothekarin? Oder nichts aus diesem Bereich, Literaturbegeisterte Fachangestellte beim Deutschen Institut für Normung .

Wäre jetzt mal interessant zu wissen, was Margot so denkt oder schreibt oder schreiben würde.

Meinethalben können wir hier im Hügel weiter grübeln, über die Figuren und ihre Ursprünge und Motivationen.
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#8

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 06.05.2007 13:30
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Den Transporter hab ich leider nicht gesehen. Da muss ich mir den wohl noch ansehen, um mitreden zu können.

Ja, Melanie muss wohl etwas darunter leiden, dass ich am Dienstag Inland Empire gesehen habe. Aber das kriegen wir schon hin. Melanie war für mich ehrlich gesagt eher son eine Studentin.

Die Beziehung zwischen den Nihilisten und Karls Auftraggebern habe ich übrigens auch gleich im Kopf gehabt, ich neige aber dazu bei der Entwicklung von Geschichten, die erste Assoziation, die mir in den Sinn kommt als zu offensichtlich zu verwerfen, evtl. noch ein wenig mit dieser Erwartung zu spielen, um den Leser auf diese Fährte zu locken, diese dann aber zu wenden, weil ich denke, wenn ich gleich so etwas annehme, dann tut es der Leser wahrscheinlich auch, daher könnte das etwas langweilig sein.

Ja, gucken wa mal, was unsere erfahenste Prosaunistin sagt.

Ach so, die Lcihtkegel in Ende des ersten Karlteils fand ich komisch, da man Lichtkegel doch erst sieht, wenn's echt richtig dunkel ist, und im Park ist es ja zeitgleich noch Nachmittag, kurz vor Sommerabend, der eh noch länger hell ist.

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#9

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 18.05.2007 09:29
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Servus die Herren

Ihr habt ja Phantasie …!

Beide Erzählstränge finde ich interessant, wobei mir eher die Frau liegen würde. Über Autos, nicht funktionierende Technik und Knarren müsste ich zu viel recherchieren, um einigermassen realistisch darüber schreiben zu können. Dazu bin ich – ehrlich gesagt – zu faul.

Was ich auch sofort bemerkte, sind die verschiedenen Erzählweisen. Wenn ich jetzt weiterfahren würde, käme noch eine dritte dazu. Wird das nicht etwas wirr, bzw. zu sprunghaft für Aussenstehende? Müssten wir versuchen, eine gemeinsame Sprache zu finden, oder lassen wir jedem seine individuelle Erzählweise, evtl. auch jedem seinen eigenen Protagonisten?

Und wenn ja, müssten wir sicher absprechen, wohin die Geschichte schlussendlich führt. Ansonsten sehe ich kaum eine Chance, die diversen Stränge logisch zusammenzuführen und wir würden einfach ein bisschen was schreiben, oder?

Schwieriger, als ich dachte.



Die Frau in Rot

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#10

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 18.05.2007 19:43
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte

Zitat:

Was ich auch sofort bemerkte, sind die verschiedenen Erzählweisen. Wenn ich jetzt weiterfahren würde, käme noch eine dritte dazu. Wird das nicht etwas wirr, bzw. zu sprunghaft für Aussenstehende? Müssten wir versuchen, eine gemeinsame Sprache zu finden, oder lassen wir jedem seine individuelle Erzählweise, evtl. auch jedem seinen eigenen Protagonisten?



Da wohl wahr und jenes :


Zitat:

Schwieriger, als ich dachte.



wohl auch.

Ich schlage mal folgendes vor, wir machen mal den ersten Schritt. Denn m.E. habe ich mit meinen Versuchen und der Fortsetzung von GW den zwanzigsten vor dem Ersten gemacht.
Mein Vorschlag: fangen wir doch mal nur mit den Protagonisten an. Wie in diesem Second life basteln wir uns einfach mal einen Charakter und seine Bio. Ohne Zwang, da gleich was draus zu machen. Also ich sage zum Beispiel : Frau, 26 Jahre, alleinstehend. Dann nimmt die oder nächste, wieder ein paar Äußerlichkeiten und so haben wir langsam eine Puppe.
Im nächsten Schritt können wir uns abwechselnd Schwänke aus dem Leben dieser Person erzählen. Kindheit, Schule, Familie.
Am Ende haben wir - wenn es gut läuft - einen interessanten Charakter.

Das brauchen wir nicht auf einen Charakter zu beschränken, denn vielleicht entwickeln sich zwei, drei andere Figuren aus der zuerst entworfenen? Ich habe keine Ahnung ob dieser Ansatz funktioniert, aber ich bin mittlerweile fest davon überzeugt, dass ich mit dem Beginn zuviel festgelegt habe.

Nochmal die Kurzfassung: Charakter(e) entwickeln und dann kommt vielleicht die Geschichte von allein.

Ist das besser?
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#11

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 18.05.2007 20:20
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Ok, ich mal mal ne Bio für die Frau. Die ist wahrscheinlich recht ausladend - die Bio, nicht die Frau - aber man muss ja nicht alles verwenden, bzw. kann man(n) dann auch einfach: Nö, ist doof ....sagen und andere Vorschläge machen/nehmen. Ich bin da nicht so empfindlich.

Die Frau in Rot

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#12

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 18.05.2007 23:03
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
So stelle ich mir die Dame in etwa vor:


Name: Melanie Alice Woodford
Adresse: Stadt (irgendwo in Deutschland / Vorschlag?)
Nationalität: Deutsche mit englischen Wurzeln (Vater)
Beruf: Grundschullehrerin mit schriftstellerischen Ambitionen
Eltern: Gertrud und William Woodford, führen eine Pension (ähnlich Bed&Breakfast), die mehr schlecht als recht läuft auf dem Land, sind stolz auf ihre gebildete Tochter
Geschwister: keine
Alter: 26
Freund: keinen, gerade verlassen worden, war eh ein Idiot
Freunde, Umfeld: zwei gute Freundinnen (Namen?), diverse lose Bekanntschaften mit den Lehrerkollegen, hatte vor einiger Zeit ein Verhältnis mit dem Sportlehrer, lebt alleine in einer 2-Zimmer-Wohnung, fährt einen alten Golf
Aussehen: ca. 172 gross, kräftig, braune, mittellange Haare, blaue Augen, sportlich (schwimmt gerne und macht Karate), trägt Kontaktlinsen, hat von einem Skiunfall eine Narbe am Kinn
Charakter: humorvoll, mutig, verwöhnt, ehrlich, neugierig, Hang zum Tagträumen und Übertreiben, phantasievoll, romantisch, spitze Zunge, unordentlich, interessiert sich nicht für Politik
Vorlieben: steht auf Disco-Musik der 70er, geht oft ins Kino und isst dabei Unmengen von Popcorn, liest gerne, hasst Rosenkohl und gepökeltes Fleisch, kaut andauernd Kaugummi, hat eine Katze, mag Cuba Libre und ab und zu eine Zigarette, kleidet sich modern aber ohne fraulichen Schnickschnack, trägt nur wenig Make-up und nie Stöckelschuhe, kocht gerne aber nicht gut
Eigenheiten: lispelte als Kind (merkt man aber nur noch, wenn sie aufgeregt ist), hat Angst vor Hunden und Spinnen, mag keine grosse Menschenansammlungen, hasst ihre grossen Füsse, war als Kind eine Streberin und wurde deshalb gehänselt
Träume: möchte gerne professionell schreiben, glaubt an die grosse Liebe (ha! *g), wünscht sich Kinder (aber erst mit 30)
Sprache: gehobenere Sprache, wenig Slangausdrücke, dafür öfters ein Anglizismus (Vater)

Das klau ich jetzt mal ganz frech vom Brot und füge es dazu:

Zitat:

Brotnic2um schrieb am 19.05.2007 11:44 Uhr:

Die Eltern scheinen ja älteren Semesters zu sein. Gertrud? Klingt so ältlich. Melanie ist das einzige Kind und spät geboren? Mutter war schon über vierzig? Wer ist der Vater? Als Soldat in Deutschland stationiert und dort Gertrud kennen gelernt und geblieben? Vielleicht läuft der Laden nicht so toll, weil Vater Bill versucht die Deutschen von englischem Essen zu überzeugen? Die beiden stelle ich mir aber noch ganz rüstig vor und den ganzen Tag am arbeiten.

Die liebe Mel – Rubberduck – von ihrem Vater liebevoll so genannt wegen ihrer großen Entenfüße und ihrer damaligen Vorliebe für kreischend bunte Gummistiefel, musste zwar mit anpacken, aber die Eltern wollten zuallererst, dass sie sich in der Schule gut macht. Leider hörte Pa auch in ihrer Pubertät nicht auf, sie Rubberduck zu nennen und leider hatte sie wirklich große Füße. Flossy war auch so ein netter Name, den ihr die Jungs im Schwimmunterricht verpassten. Umgang und Annäherung an das andere Geschlecht, gestaltete sich so von Beginn an als schwierig. Ein weiterer Meilenstein in Ihrer Beziehung zu Männern war ihre Begegnung mit Chris zu Beginn ihrer Unizeit. Chris war ein netter Kommilitone und Tutor mit dem sie sich auf Anhieb gut verstanden hatte. Sie fiel aus allen Wolken, als sie feststellen musste, dass sich Chris Melanie vorgestellt hatte, um ihre Füße kennen zulernen. Sie bekommt jedes Mal eine Gänsehaut und schüttelt sich, wenn sie daran zurück denkt, was dieser Chris in ihren Füßen sah und was er damit alles veranstalten wollte. Delicious!

Mel konnte sich ganz leicht vor der Arbeit rund ums Haus und das Geschäft drücken, wenn sie Hausaufgaben oder ähnliches vorschob. Was auch zu ihrem Ruf als Streberin beitrug.
„Mel macht gerade ihre Hausaufgaben. Sie kann jetzt nicht mit Euch spielen.“ Das war häufig genug der Begrüßungssatz von Ihrer Mutter, falls sich doch mal eine Schulkameradin an Ihre Tür verirrt hatte.
Hausaufgaben machen bestand aber nicht selten darin, dass Melanie wahlweise ihr Poesiealbum oder ihr Tagebuch mit Gedichten und Texten voll schrieb oder von Take That träumte. T.Rex und Bee Gees tauchten in ihrer persönlichen Hitliste erst auf, als keine mehr klingelte, um mit ihr Kinderspiele zu spielen. Ihre dann einsetzende musikalische „Rückwärtsentwicklung“ löste aber bei ihren damaligen Freundinnen große Sorge aus. Streberin war schon arg. Streberin mit der falschen Musik ein no go! Allerdings bemerkte Mel, dass einige der von ihr eine zeitlang bewunderten Mitschülerinnen das eigentliche no go waren.







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#13

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 19.05.2007 11:44
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Ich hatte ja gedacht, dass nicht gleich alle Eigenschaften festgelegt werden sondern immer nur von jedem ein paar. Um jedem vertraute Andockpunkte an der Figur zu geben. Aber gut. Wie die Freundinnen heißen? Vielleicht Simone und/oder Corinna? Siehe unten.


Dann versuche ich mich mal an Deiner Melanie. Würde mich interessieren wie viel von Deiner Melanie in meiner steckt. Wie gesagt es geht mir nicht so sehr hier schon eine Geschichte zu erzählen, sondern erst mal zu schauen, ob die Figuren einigermaßen glaubwürdig bleiben auch wenn sie von einem anderen weitererzählt werden. Beziehungsweise Du als Erfinderin dieser Figur nicht gleich Angst haben musst, dass Du sie tot zurückbekommst. Los geht’s:


Die Eltern scheinen ja älteren Semesters zu sein. Gertrud? Klingt so ältlich. Melanie ist das einzige Kind und spät geboren? Mutter war schon über vierzig? Wer ist der Vater? Als Soldat in Deutschland stationiert und dort Gertrud kennen gelernt und geblieben? Vielleicht läuft der Laden nicht so toll, weil Vater Bill versucht die Deutschen von englischem Essen zu überzeugen? Die beiden stelle ich mir aber noch ganz rüstig vor und den ganzen Tag am arbeiten.

Die liebe Mel – Rubberduck – von ihrem Vater liebevoll so genannt wegen ihrer großen Entenfüße und ihrer damaligen Vorliebe für kreischend bunte Gummistiefel, musste zwar mit anpacken, aber die Eltern wollten zuallererst, dass sie sich in der Schule gut macht. Leider hörte Pa auch in ihrer Pubertät nicht auf, sie Rubberduck zu nennen und leider hatte sie wirklich große Füße. Flossy war auch so ein netter Name, den ihr die Jungs im Schwimmunterricht verpassten. Umgang und Annäherung an das andere Geschlecht, gestaltete sich so von Beginn an als schwierig. Ein weiterer Meilenstein in Ihrer Beziehung zu Männern war ihre Begegnung mit Chris zu Beginn ihrer Unizeit. Chris war ein netter Kommilitone und Tutor mit dem sie sich auf Anhieb gut verstanden hatte. Sie fiel aus allen Wolken, als sie feststellen musste, dass sich Chris Melanie vorgestellt hatte, um ihre Füße kennen zulernen. Sie bekommt jedes Mal eine Gänsehaut und schüttelt sich, wenn sie daran zurück denkt, was dieser Chris in ihren Füßen sah und was er damit alles veranstalten wollte. Delicious!

Mel konnte sich ganz leicht vor der Arbeit rund ums Haus und das Geschäft drücken, wenn sie Hausaufgaben oder ähnliches vorschob. Was auch zu ihrem Ruf als Streberin beitrug.
„Mel macht gerade ihre Hausaufgaben. Sie kann jetzt nicht mit Euch spielen.“ Das war häufig genug der Begrüßungssatz von Ihrer Mutter, falls sich doch mal eine Schulkameradin an Ihre Tür verirrt hatte.
Hausaufgaben machen bestand aber nicht selten darin, dass Melanie wahlweise ihr Poesiealbum oder ihr Tagebuch mit Gedichten und Texten voll schrieb oder von Take That träumte. T.Rex und Bee Gees tauchten in ihrer persönlichen Hitliste erst auf, als keine mehr klingelte, um mit ihr Kinderspiele zu spielen. Ihre dann einsetzende musikalische „Rückwärtsentwicklung“ löste aber bei ihren damaligen Freundinnen große Sorge aus. Streberin war schon arg. Streberin mit der falschen Musik ein no go! Allerdings bemerkte Mel, dass einige der von ihr eine zeitlang bewunderten Mitschülerinnen das eigentliche no go waren.


Das reicht wohl erst mal. Streich ruhig alles durch und sage, dass Dir die Richtung nicht gefällt. Bitte keine Hemmung. Und jetzt mal eine Visitenkarte von mir:

Robert Kampen
Alter: 32
Nationalität : Deutsch
Beruf: Warenprüfer bei geprüfte Sicherheit. Techniches Studium. Ingenieur.
Eltern : Walter und Renate geb. Ackermann. Geschieden als Robert 15 Jahre war. Walter, Tischlermeister, selbstständig inzwischen neu liiert mit Simone, die nur etwas älter ist als Robert. Renate ist mit Klaus zusammen, lebt aber mittlerweile in einer ganz anderen Stadt. Darunter leidet Robert, ohne dass er sich das eingestünde.
Geschwister : Richard, älterer Bruder und Liebling von Vater. Nachfolger im Geschäft des Vaters. Distanziertes Verhältnis zwischen den Brüdern.
Freundin: Corinna. Corinna hat Robert gefunden. Robert hat sich mit ihr und seinem Ziehsohn Leo abgefunden. Ein Vermächtnis Corinnas ersten Mannes Enzo.
Aussehen: 1,70 m. Keine athletische Figur mit ganz leichtem Bauchansatz, dessen Wachsen Robert argwöhnisch beobachtet. Dunkles Haar, schmales Gesicht, ausgeprägter Hundeblick. Schlanke Hände.
Freizeit: Wenig Sport. Schaut gerne Filme. Vorliebe Nachtvorstellung in kleineren Kinos, weil ihm bei den großen Kinos wegen der Lautstärke die Ohren abfallen und weil keiner der beiden anderen – CoLeo - seine Filmauswahl gut findet und mitkommt. Er hasst Popcorn – der Geruch erinnert ihn an tote Maus. Liest keine oder kaum Belletristik. Wird eh alles verfilmt. Viele Sachbücher. Ansonsten muss Robert Corinna und Leo irgendwo hinbringen oder abholen. Mag keine laute Musik. Guckt heimlich Fußball. Corinna hasst Fußball. Sie sagt, das sei ein Idiotensport.
Charakter: relativ beherrscht, gibt sich Mühe analytisch zu sein. Maulfaul – redet entsetzlich ungern über Gefühle. Wäre gerne mutiger, hat aber zu viel Phantasie was alles passieren könnte. Neigt zum Sarkasmus. In letzter Zeit merkwürdige Gewaltphantasien, die ihn verstören.
In seiner Kindheit wurde er in Ruhe gelassen, weil er sich so toll mit sich selber beschäftigen konnte.
Hat Angst vor Frauen, die größer als er sind. Hasst Konfliktsituationen, kann sich aber schlecht beherrschen, wenn er im Kino oder bei seiner Arbeit gestört wird.
Träume: Würde gerne Kochen können, weil ihm die ständigen Aufläufe von Knorr und Corinna zum Halse raushängen. Mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Wladiwostock oder – und das wäre das Größte - mit einem Ford Mustang über die Route 66 ballern. Aber alles viel zu riskant.
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#14

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 19.05.2007 12:03
von Albert Lau (gelöscht)
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Das mit den Biografien halte ich für eine gute Idee, daran könnte sich jeder entlanghangeln. Allerdings sollte jede Episode (Person) von nur einem Schreiber bearbeitet werden, denn alleine die erste Fortsetzung durch GW brachte sofort einen erzählerischen Bruch, weil es eben anders - ohne Wertung - war. Als unbedarfter Leser melde ich zurück, dass das aus meiner Sicht nicht funktioniert.

Und ich würde die einzelnen wirklich frei erzählen lassen. Selbstverständlich müssten die Kapitel/Episoden immer fleißig geposted werden und jede/r hätte die Aufgabe irgendeine Andockstation zu finden. Das könnte ich mir spannend vorstellen.

Nur so zwei Gedanken. Grundsätzlich ist der Ansatz mindestens interessant für das Forum.
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#15

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 19.05.2007 12:20
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Rubberduck! ... köstlich!

Ja, ich glaub eben auch, dass es das beste wäre, es würde sich jeder einen Protagonisten schnappen. Dann wären auch die verschiedenen Erzählweisen kein Problem.

Was den Plot angeht, müssten wir den evtl. im Geheimen ausbrüten, sonst wird's für allfällige Leser kaum interessant, oder?

Die Frau in Rot

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#16

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 19.05.2007 12:27
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Uah, ihr geht ja richtig ab! Ich hab gerade nicht so viel Zeit. Auf jeden Fallhalte ich Mattes Idee für gut. Und ich würde ihn sehr gerne einladen, sich zu beteiligen, um auch mal seine prosaische Saite klingen zu hören, von der ich viel erwarte.

Ansonsten fällt mir auf, dass wir den dritten Schritt vor dem 2. und ersten gemacht haben, denn ich finde, dass Deine Melanie meinem Empfinden nach schon jetzt nicht zu der handelnden Figur passt, aber das ist vielleicht auch nur in meinem Kopf. Doch ich halte es für besser, Deine Figur zu schnappen und die Geschichte nochmal komplett neu mit ihr zu beginnen, da es so leichter ist, als sich auf eine Melanie zu einigen, die ausgerechnet für uns alle in den vorhandenen Text passt. Wahrscheinlich könnte man die Bio nach fast jeden Kapitel ergänzen.

Ich habe Mattes so verstanden, dass man einen Handlungsstrang bis zu den zu definierenden Treffpunkten lieber einem Autor überlassen würde. Da Brot und ich eh einen dritten Strang für sinnvoll hielten, ginge das ja sogar auf.

Wäre es eigentlich möglich, um das mit den Erzählweisen etwas mehr in den Griff zu bekommen, auch stillistische Festlegungen zu treffen? Hat da irgendeiner Erfahrungen mit sowas?

Freu mich jedenfalls schon aufs Arbeiten.

_____________________________________
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#17

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 19.05.2007 13:28
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte

Zitat:

GerateWohl schrieb am 19.05.2007 12:27 Uhr:

Wäre es eigentlich möglich, um das mit den Erzählweisen etwas mehr in den Griff zu bekommen, auch stillistische Festlegungen zu treffen? Hat da irgendeiner Erfahrungen mit sowas?



Evtl. verstehe ich Dich jetzt nicht richtig, oder Du hast meinen obigen Kommentar übersehen, aber mit stilistisch meinst Du die Sprache, in der ein Protagonist spricht, oder?
Nun, das kann ich Dir ein wenig von meinen Erfahrungen berichten. Jeder Protagonist hat seine eigene Sprache. Das heisst, ein Teenager spricht anders, als seine Eltern. Ein Doktor anders, als eine Verkäuferin... etc. Das hat mit den Erfahrungen, dem Umfeld, der Erziehung, der Bildung der erfundenen Figur zu tun (Biographie). Wenn sich also jeder einen Protagonisten schnappt, dann unterscheiden sich die schon bereits von unseren verschiedenen Arten zu schreiben her plus der gewählten Erzählsprache. Es wird kaum möglich sein, die von verschiedenen Autoren auf einen gleichen Level zu bringen. Wobei ich auch schon einen Roman gelesen habe, der von zwei Autoren geschrieben wurde und man nicht gemerkt hat, welchen Teil der eine und welchen der andere verfasst hat. Aber egal, wir wollen ja nicht den Nobel-Preis gewinnen.

Die Erzählweise oder Erzählperspektive ist aber etwas anderes. Die sollte in einer Geschichte durchgehend gleich sein. Es ist die Entscheidung, aus welchem Blickwinkel die Geschichte erzählt wird. Davon gibt's drei Arten: Objektive Perspektive (Nur Fakten, keine Gedanken oder Gefühle, journalistischer Stil), allwissende auktoriale Erzählweise (der Erzähler ist eine Art Gott, der alles sieht, hört und weiss und darüber berichten kann) und der personalen Perspektive (Ich-Erzähler). Das müssten wir im Vorfeld natürlich klären, welche wir gebrauchen wollen.

Nett, wenn man etwas Theorie vorgesetzt bekommt, gell!

Und ja, Mattes, mach doch mit! Büdde, büdde ....

Die Frau in Rot

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#18

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 19.05.2007 13:48
von Arno Boldt | 2.759 Beiträge | 2758 Punkte
Könnte mich auch dafür erwärmen.. wenn noch Bedarf besteht (?)

http://arnoboldt.wordpress.com/
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#19

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 19.05.2007 14:57
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Hallo Leute,

ich hatte, als ich den Bio Gedanken in den Pool warf, die vorher von mir und GW begonnenen Fäden wieder verworfen.
Als ich angeregt habe, dass man sich vielleicht über Eckpunkte des Plots unterhalten sollte, hieß es, dann sei das doch nur noch ein runterschreiben (das würde mich schon genug fordern). Aber der Hinweis war ja nicht falsch, aber Margot hat ja inzwischen gesagt - und rennt bei mir offene Türen ein - dass man beraten sollte, wie was weitergeht und wer welchen Akteur bedient. Dazu gleich aber noch was.

Da wir jetzt einen interessanten Ansatz gefunden haben, bin ich der Meinung, dass wir einen Termin setzten sollten für alle die in dieser Art von AG mitarbeiten wollen. Das habe ich mal in diesem Literaturcafe gesehen und glaube das so eine "Anmeldefrist" sinnvoll ist.

Nochmal zu den Figuren: Wenn jeder seine Welt bedient, dann stelle ich es mir sehr schwer vor, die aneinanderzubinden. Dann schreiben wir viele Geschichten - auch nicht verkehrt.

Wenn aber die Möglichkeit bestehen soll, dass ich mir Figuren auch mal ausleihen darf, um die Geschichten miteinander zu vernetzen, dann bin ich der Meinung, dass ich mal versuchen sollte über die Figur des anderen zu schreiben, um sie kennen zu lernen. Mein Vorschlag mit den BIOs ging in die Richtung, dass wir uns vielleicht erstmal ein Grusel- oder Figurenkabinett bilden. Erkennen welche Figuren stark und welche schwach sind. Ich bin mir sicher, dass die Figuren die Musik machen und genügend Fleisch liefern werden.
Dann - innerhalb der Truppe, die Interesse bekundete -könnten wir uns auch hier auf dem Arbeitshügel einen Plot überlegen und Erzählhaltungen diskutieren.
Die können m.E. schon unterschiedlich sein, denn es gibt Romane, die wechslen z.B. zwischen Briefroman und auktorial erzähltem Schelmenroman ab. Was nicht heißen soll, dass ich das unbedingt will.

Was wollte ich? Eine Anmeldefrist und bis dahin lasst uns doch ruhig noch ein bisschen rumspinnen über Melanie oder Kasper und Krokodil. Vor allem jetzt aber Anmeldefrist. Ich bin so ein oller Bürokrat
Gruß
Brot
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#20

to be or not to be continued

in Arbeitshügel 20.05.2007 15:22
von Arno Boldt | 2.759 Beiträge | 2758 Punkte
Hey zusammen.. habe gerade mit Brot gesprochen und wir hatten überlegt, ob für das Projekt (und auch ähnliche bzw. zukünftige dann) eine temporäre Unterrubrik hier im Arbeitshügel errichtet werden solle. Dann könntet ihr in Ruhe an der Sache arbeiten, da nur ihr dann in dieser Rubrik posten dürftet.

Hintergrund war der Gedanke, in Ruhe daran arbeiten zu können und zum Zweiten auch alles beisammen zu haben, falls unterschiedliches geklärt werden müsste. So wären also alle relevanten Fäden dann dort versammelt.

Dann kam mir noch der Gedanke, dass 3-4 (das ist meine Vorstellung bei so einem Projekt wie dem hier) Autoren daran arbeiten können, ohne, dass es zu unübersichtlich - auch von den Schreibstilen her - wird. Was haltet ihr davon? Ich will mich da natürlich nicht vordrängeln! Ist ja euer Baby.

Sollen alles nur Anregungen sein..

bg.

http://arnoboldt.wordpress.com/
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