Unterernährt
Wo sind deine Wurzeln, Kind, mondkranker Wolf verdorbenen Fleisches, fletschend irrst du durch dein Leben, frisst und spuckst wieder aus, was deinen Weg kreuzt, zerkaust und verdaust was dir genehm gegeben.
Mein Weg ist der ewige, die Wurzeln hängen lose ausgerissen, das Fell besudelt vom Schweren, dem Kampf ums Überleben, hart sein für Sieg, der Krampf zu bestehen, gerecht zu sein und niemals sich ergeben.
Junge Töle, komm zu mir, lass dich los, dich fallen, wasch die Kruste dir vom Leib, komm, zähme dich, wurzele, wachse, bau eine Höhle.
Aber es zieht in mir die Blutleere und viel zu sehr der Hunger nach allem was fehlt, dem Sinn des Nonsens, der sich Leben nennt. Nein! Ich muss weiter, es ist die tollwütige Suche und das immer zu spät.
Geh, bevor du mir die Hand zerbeißt, die dich kurze Zeit berühren durfte, geh und finde, verdammt, mach dass du fortkommst, zerreiße alle Bänder die dich halten, sei Tornado statt Wolf, wandle.
Oh, das werde ich, frei sein, ohne alles, ungefesselt, frei sein.
(Nein, du bist gefangen und nicht einmal der Blick des Spiegels wird dir verraten was du bist: wurzellos, ungebunden, lebst nur dich, sonst nichts. Kein Ganzes könnte heiler sein.)