#1

Am Abgrund des Unglaubens

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 17.02.2010 10:59
von Ralfchen (gelöscht)
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Am Abgrund des Unglaubens


Es ist fast ein Flüstern und sie blickt mit unübersehbarer Arroganz in seine Richtung.

„Ich bin Gott!“

„Das haben schon viele behauptet.“

Er nimmt seinen Kopf zurück und schiebt die geöffnete Faltmappe einige Zentimeter von sich.

„Von einem weiblichen Wesen hab ich´s zwar noch nie gehört, aber man hört alles irgendwann mal ein erstes Mal. Und: welche Beweise können sie für ihre…hm…etwas gewagte Behauptung erbringen, junge Frau?“

„Wollen Sie wissen wie es im Himmel aussieht?“

Ihre Augen blicken fragend und - diesmal – fast unschuldig in seine Richtung.

„Wenn, dann schon eher wie es dort drunten – unter uns – in der Hölle aussieht!“

Seine Mundwinkel krümmen sich – fast wie gegen seinen Willen - zu einem Schmunzeln in Richtung Ohren.

Der Mann kniet vorgebeugt im Rasen. Ein winziger Fuß, der in einem weißen Söckchen steckt, lugt an seinem rechten Knie vorbei. Das gesockte Füßchen ist schmutzig und das weiße Söckchen am oberen Rand schwarz gefleckt. Das winzige Schienbeinchen ist mit einer schwarzen Flüssigkeit verschmiert.

Die Szenerie wäre farblos, wenn man davon absieht, dass Schwarz und Weiß Farben sind. Eine reine schwarz-weiße Szene also. Der Mann erhebt sich, wendet sich mit gebeugtem Kopf um. Der Körper des kleinen Mädchens ist für den Betrachter jetzt unverdeckt. Das Kind ist nackt bis auf die Socken an den Füßen. Sein Körperchen ist übersät mit grauen Flecken und eine schwarze Flüssigkeit strömt in kleinen Rinnsalen träge aus ihrem mageren Brüstchen - ähnlich einer Quelle - die zu vielen winzigen Bächen wird.

Der Mann ist von großem hagerem Körperbau. Wallendes weißes Haar umweht seinen Kopf als würde ein Wind sich in ihnen verfangen. Um seine Schultern gehängt – der finstere Talar eines Richters. Sein nackter Körper trübt fahl zwischen dem Umhang hervor, wie hinter den Teilen halb beiseite geschobener Vorhänge.

Er hebt seinen Kopf. Blicklose Augen tasten in Richtung des geheimen Beobachters. Schwarze Tropfen hängen viskos an seinen Lippen, ziehen langsam Linie neben Linie zum kantigen Kinn.

„Oh Gott - du Vater?!“ .

Es ist seine eigene grelle Stimme, die ihn lautlos in Millionen Stücke zerreißt. Und er spürt, dass seine Seele in gleichen Moment verbrennt.

Sie lächelt ihn an, nickt ihm aufmunternd zu.

„Glauben sie mir nun, Doktor?“

zuletzt bearbeitet 17.02.2010 22:44 | nach oben

#2

RE: Am Abgrund des Unglaubens

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 25.02.2010 00:33
von hans beislschmidt | 160 Beiträge | 245 Punkte

hey Ralfchen,

die Geschichte ist ein bisserl zu kurz. Gerade habe ich mich eingelesen, die Neugierde ist geweckt und jetzt würgst du dieses Ding ab. Die Metaphern mit den schwarzen Rinnsalen habe ich versucht zu deuten, bin aber zu keiner schlüssigen Fassung gekommen.

Eine spannende Geschichte aber allemal.

Gruß vom Hans


Das Leben ist kurz aber es geht vorbei
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#3

RE: Am Abgrund des Unglaubens

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 25.02.2010 09:56
von Ralfchen (gelöscht)
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nun die kurzprosa ist eine struktur die zum nachdenken einladen soll:

wer ist sie wirklich?

wer ist der mann im black&white-mental-clip?

in welchem verhältnis steht er zum therapeuten?

u.v.a.m.

zur textlänge noch: ein kurzer blick in unsere privaten höllen genügt doch - der lieber freund?

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#4

RE: Am Abgrund des Unglaubens

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 06.03.2010 15:33
von Rainek Radar | 360 Beiträge | 360 Punkte

ich lese gerade deine texte ein bißchen quer und ich bin in diesem über etwas gestolpert:

(eine keinigkeit wieder mal, kein wald, ein "bockerl" vielleicht)

Zitat
wenn man davon absieht, dass Schwarz und Weiß Farben sind


davon muß man entweder nicht absehen weil schwarz und weiß keine farben sind oder aber man behauptet, daß weiß eine ansammlung von farben ist und schwarz das genaue gegenteil - je nachdem halt;

mfg
rainek

zuletzt bearbeitet 06.03.2010 15:34 | nach oben

#5

RE: Am Abgrund des Unglaubens

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 06.03.2010 21:29
von Ralfchen (gelöscht)
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da muss ich dich enttäuschen:

1. weiß ist die summe aller farben und was heisst das?

2. schwarz gehört zu den unbunten Farben.

also tu mir einen gefallen und hör auf super-smart zu sein. das ralfelchen ist zwar kein dichter oder poet aber ein maler und: schwarz und weiß sind wesentliche farbpigmente auf der bildfläche des malers...etwa hier eines meiner informel-bilder, dass im wesentlichenvon schwarz lebt...du alter mistroller...find es nicht...irgendwie sind dateine leer. mals sehen später...

zuletzt bearbeitet 06.03.2010 22:01 | nach oben

#6

RE: Am Abgrund des Unglaubens

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 06.03.2010 21:51
von Rainek Radar | 360 Beiträge | 360 Punkte

und schwarz die abwesenheit aller farben und was heißt das?

p.s.: ja, ja es hat sich da so ein seltsamer begriff namens unbunte farben eingebürgert....war es vielleicht das auf was du hinaus wolltest?

zuletzt bearbeitet 06.03.2010 21:58 | nach oben

#7

RE: Am Abgrund des Unglaubens

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 07.03.2010 11:09
von Ralfchen (gelöscht)
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ich beziehe mich dabei auch auf meine alten bekannten FRIEDENSREICH HUNDERTWASSER, der den begriff DUNKELBUNT prägte. und wenn du eine dose schwarze farbe öffnest, dann iss es ne DOSE SCHWARZE FARBE und wie gesagt ich finde die dateien nicht wo 2 bilder mit starkem schwarzanteil abgebildet sind. hab beim zusammenführen von unzähligen dateien da was überschrieben oder gelöscht.

noch einmal: in der malerei sind SCHWARZ und WEIß sehr wichtige farben.

zuletzt bearbeitet 07.03.2010 11:12 | nach oben

#8

RE: Am Abgrund des Unglaubens

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 07.03.2010 12:20
von Rainek Radar | 360 Beiträge | 360 Punkte

tja, um diese (grund)frabendiskussion zu vertiefen: wenn du eine schwarze farbdose aufmachst, dann hast du eine hohe wahrscheinlichkeit, daß du eigentlich nur ein sehr dunkles, neutrales grau in händen hältst (auch keine herkömmliche farbe zugegeben - manganschwarz/selenschwarz oder oxidschwarz zum beispiel) oder etwas dunkles blaustichiges - das ja auch sehr begehrt ist, weil schön anzusehen (knochenschwarz. oder, historisch korrekterweise erwähnt: elfenbeinschwarz);

ich beziehe mich übrigens auf den herrn wehlte auch wenn ich meinen respekt vor dem sager des herrn hundertwassers bekunde;

eigentlich würde das wörtchen eigentlich in diesem satz ja einiges wieder schön-färben, oder?
oder man könnte erwähnen daß das, was der laie oft als schwarz wahrnimmt in wirklichkeit nur ein sehr dunkler farbton ist?
ich meine jetzt natürlich nur für farbtechnisch unbedarfte und farb-tupfen-zähler wie mich;
denn der begriff unbunte farbe ist ja auch schon eher einschlägig;

eigentlich (wenn wir schon dabei sind)) kenne ich als wirkliches schwarz, wenn ich (es anmische) meine dose öffne nur das lampenschwarz (ruß) ich bin aber jetzt mit synthetischen pigmenten nicht so auf dem laufenden, um ehrlich zu sein (bin auch kein fan von fertigen farben und grundierungen);

mfg
rainek

zuletzt bearbeitet 07.03.2010 21:11 | nach oben

#9

RE: Am Abgrund des Unglaubens

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 07.03.2010 21:07
von Ralfchen (gelöscht)
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ok übermorgen weiter - hab morgen kolonskopie - man fickt meinen darm länge mal breite.

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#10

RE: Am Abgrund des Unglaubens

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 08.03.2010 22:17
von mcberry • Administrator | 3.230 Beiträge | 3490 Punkte

Hallo Ralfchen,
Wir hoffen du bist bald wieder bei uns
Liebe Grüße mcberry

zuletzt bearbeitet 08.03.2010 22:19 | nach oben

#11

RE: Am Abgrund des Unglaubens

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 09.03.2010 09:52
von Ralfchen (gelöscht)
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danke guter mensch -

na klar - euer altes ralferl ist zurück schnell wie ein zapp-zerapp...alles ok jede(r) die/der mich nicht ausstehen kann, darf weiterhin an meinem rektum herumschnüffeln und auch im sinne des alten GÖTZerl lecken, denn ich bin gesund, wie n' atomkern!


ps.: ja n' lustiger zwischenfall: ich hab am sonntag ne ente mit rotkraut diniert und mit jeder menge C.S. runtergespült. irrtümlich hatte ich den kopf mit schnabel mit geschluckt, wie ein altes raubtier und der chirurg wurde von dem toten schnabel in den finger gebissen, denn der hatte sich im darm (trotz gründlicher entleerung) versteckt...ne echte sauerei, der schrei vom professor holte mich aus der kurznarko raus. es gab nen riesen wirbel und ich hab dort spitalsverbot.

zuletzt bearbeitet 09.03.2010 09:55 | nach oben


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