#1

Am Ende der Rolltreppe (Expressionistisch)

in Arbeitshügel 10.12.2020 18:20
von Al le Gordien | 146 Beiträge | 348 Punkte

Am Ende der Rolltreppe
(Expressionistisch)

Sie stolpert ungeschickt hinab,
er bremst leicht wackelnd seinen Trab.
Aus seinem Bauch ragt spitz ein Eisen.
Sie wird ihn nackt zum Sterben weisen.

Grimassen ziehen über Züge,
die Tarnung fällt von ihrer Lüge.
Sie möchte Geld und nochmals Geld,
uninszeniert enflieht er aus der Welt.


Alles, was überhaupt gedacht werden kann, kann klar gedacht werden. Alles, was sich aussprechen lässt, lässt sich klar aussprechen. (Wittgenstein)

zuletzt bearbeitet 11.12.2020 21:28 | nach oben

#2

RE: Am Ende der Rolltreppe (Expressionistisch)

in Arbeitshügel 11.12.2020 07:01
von mcberry • Administrator | 3.195 Beiträge | 3411 Punkte

"Uninszeniert" trifft es ganz gut, lieber Alain.

Die Zeilen weisen mehrere handwerkliche Ungeschicklichkeiten auf.
Die Schlusszeile klappert metrisch, und ein "nun" ist zu harmlos.
Als Krimifan fällt mir spontan auf, dass auch der unbegabteste Verbrecher erst das Geld fordert und danach erst zusticht, denn damit erhöht er seine Erfolgsquote.
Eine angedeutete Enttäuschung des LI, weil sich kein Flirt anbahnt, blieb unausgestaltet und könnte etwas an Witz beitragen.
Das verlangt nach einer Überarbeitung.
Hoffnungsvolle Grüsse - mcberry

zuletzt bearbeitet 11.12.2020 07:02 | nach oben

#3

RE: Am Ende der Rolltreppe (Expressionistisch)

in Arbeitshügel 11.12.2020 11:09
von Al le Gordien | 146 Beiträge | 348 Punkte

Servus –

Du Hast mich nicht ganz überzeugt, die letzte Zeile ist natürlich fehlerhaft das stimmt die habe ich geändert. Wo siehst du noch andere Fehler?


Zitat
uninszeniert enflieht er aus der Welt.



Vergiss aber nicht dass es sich hier um einen expressionistischen Text handelt, da sind bestimmte Dinge erlaubt die man in einer normalen Lyrik nicht anwendet.

Liebe Grüße A


Alles, was überhaupt gedacht werden kann, kann klar gedacht werden. Alles, was sich aussprechen lässt, lässt sich klar aussprechen. (Wittgenstein)

zuletzt bearbeitet 11.12.2020 11:15 | nach oben

#4

RE: Am Ende der Rolltreppe (Expressionistisch)

in Arbeitshügel 11.12.2020 20:53
von mcberry • Administrator | 3.195 Beiträge | 3411 Punkte

Da wäre Z4: "Sie wird ihm nackt zum Sterben weisen" irritiert, weil weisen geht mit dem 4. also Wenfall. Aber was bitte soll das eigentlich heissen?
Und das Wurfmesser? in seinem Bauch
kam, bevor er um seine Moneten gebeten wird? Die Drohung kommt doch vor der Bestrafung, nicht?
Jetzt erzähle mir nicht, die Unlogik sei eben das Expressionistische. Freitagsgrüsse - mcberry

nach oben

#5

RE: Am Ende der Rolltreppe (Expressionistisch)

in Arbeitshügel 11.12.2020 21:32
von Al le Gordien | 146 Beiträge | 348 Punkte

Hab ich schon korrigiert den dritten Fall. Ich sag dir noch mal das ist expressionistisch du kannst es nicht wirklich genau erklären. Diese Dinge fließen aus dem Inneren heraus, was ja sehr selten ist. Und dann schreibe ich sie nieder. Dabei passiert natürlich auch Fehler wie dieser 3., 4. Fall. Aber ich sehe es nicht wenn ich es schreibe.

Sie wird ihn nackt zum Sterben weisen -

er wird nackt sein, entkleidet seiner würde. Lies es so als würde sie ihn zum Ausgang weisen. Das waren meine Gedanken dabei

aus seinem Bauch ragt etwas heraus...ein Wurfmesser ist nicht teil der paraphernalia...

was die Bedrohung betrifft, könnte ich jetzt explanativ sagen dass sie eher mehr symbolisch also kann man es ruhig in ihrer Reihenfolge verändern. Gehe davon aus dass das lyrische ich immer wieder bedroht wurde und das ohne Strafe nun kam daher in der finalisieren die Strafe zuerst, denn das lyrische du wusste dass die Drohung keine Wirkung haben würde. Nur bei genauer Betrachtung lese ich keine aktuelle Bedrohung aus dem Text. es ist bestraft also das lyrische ich


Alles, was überhaupt gedacht werden kann, kann klar gedacht werden. Alles, was sich aussprechen lässt, lässt sich klar aussprechen. (Wittgenstein)

zuletzt bearbeitet 11.12.2020 21:40 | nach oben


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