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  • Jahresendralley 2018Datum07.01.2019 10:19
    Foren-Beitrag von Sneaker im Thema

    guads Nuis

  • SilvesterbluesDatum28.12.2018 07:21
    Foren-Beitrag von Sneaker im Thema

    Hallo chip,

    Schutzenge ist ein Tippfehler, korrigiere ich gleich, Sollte Schutzengel heipen. Freut mich, wenn Dir der Text gefällt.

    Gruß

    sneaker

  • SilvesterbluesDatum27.12.2018 15:25

    Gott war nachts blau und alle Bars in Eden
    längst dicht, da pfefferte er seinen Gral
    zu Moses Tafeln und verblaffte jeden
    der ihn begütigte „Ihr könnt mich mal“.
    Am Kreuzweg dräuten Wolke-Sieben-Villen
    verrammelt und verriegelt, schmerzhaft kurz
    versuchte er in Donner sich zu hüllen,
    doch ging nichts als ein hochoktaner Furz.

    Die Schutzengel erreichten statt des Sohnes
    die Bandansage: edel, kultiviert,
    der Heilge Geist, sonst oberhalb des Thrones
    war fort, Marie litt PMS-pikiert.
    Gott blieb im Bau. Spät, als die Nacht sich schlich,
    kam Luzifer, der die Kaution beglich.

  • For T.H.Datum18.12.2018 10:45
    Foren-Beitrag von Sneaker im Thema

    Hallo Ihr zwei,

    ein völliger Scherztext sollte das nicht sein, ich habe hier einem meiner "Kindheitshelden" nachgetextet, Thor Heyerdahl und seinen Expeditionen mit der RA I und RA II. Für die KonTiki war ich noch nicht alt genug.

    Danke und Gruß

    Sneaker

  • For T.H.Datum14.12.2018 07:58
    Thema von Sneaker im Forum Diverse

    It took the nordic god of thunder, Thor,
    belief in ancient Egypts Amun-re,
    a wacky boat and sailors to the core,
    to prove Americas´discovery
    was possible a lot of years b.c.

    The critics did what hardened critics do,
    demanding proof, not tested theory.
    “A sphinx e.g. would be a granite clue..”
    The “yes” or “no” of it? I wish I knew.

    I would applaud this stunt and then forget
    it as a grander tale of the great Blue,
    but for the moral, tested, sound and set:

    That any theory can safely float,
    if Gods smile kindly on your paperboat.

  • Bass Ackwards Uanel SualokinDatum25.10.2018 12:59
    Foren-Beitrag von Sneaker im Thema

    Hallo TMP,

    Ich weiß gar nicht wo ich bei dem Blödsinn anfangen soll.
    Ich meine, du solltest einmal Englisch lernen, dann solltest du dich über Zigeuner Inform..
    Dann solltest du dir ein Buch kaufen: Was ist ein Gedicht


    Werd ich bei Gelegenheit mal probieren.

    Gruß

    Sneaker

  • C. Baudelaire / RecueillementDatum20.10.2018 06:55

    Recueillement
    Sois sage, ô ma Douleur, et tiens-toi plus tranquille.
    Tu réclamais le Soir; il descend; le voici:
    Une atmosphère obscure enveloppe la ville,
    Aux uns portant la paix, aux autres le souci.

    Pendant que des mortels la multitude vile,
    Sous le fouet du Plaisir, ce bourreau sans merci,
    Va cueillir des remords dans la fête servile,
    Ma Douleur, donne-moi la main; viens par ici,

    Loin d'eux. Vois se pencher les défuntes Années,
    Sur les balcons du ciel, en robes surannées;
    Surgir du fond des eaux le Regret souriant;

    Le soleil moribond s'endormir sous une arche,
    Et, comme un long linceul traînant à l'Orient,
    Entends, ma chère, entends la douce Nuit qui marche.


    Sei weise, Kummer, lass dich nicht erregen
    du wolltest Abend, er bricht an, ist da:
    Wenn dunkle Schleier sich auf Dächer legen
    ist einem Frieden, andren Sorge nah.

    Wenn sich die ganz gemeine Menschenmenge
    vom Henkersknecht Genuss gepeitscht zum Fest
    hin drängt, nur Reue erntet, Narrenzwänge,
    gib, Kummer mir die Hand, geh mit nach West

    weit weg von hier. Sieh, wie die toten Jahre
    im alten Kleid am Himmelssöller hängen,
    Bedauern lächelnd aus der See aufsteigt.

    Die Sonne stirbt, liegt unter Bogengängen
    und hör nur wie als Tuch der Totenbahre
    von Ost nach West, mein Schatz, die Nacht sich neigt.


    Be easy, pain, and settle softly down,
    you called for dusk, it lingers and is here,
    a veil of darkness settles on the town,
    offering peace to some, to others fear.

    And while the common masses held in thrall
    under the whip of pitiless pleasure sway
    and reap remorse at any festival
    give me your hand and let us go away

    and far from here. In dusty robes you'll see
    the dead years hung from heaven´s balcony,
    and watch regret stir smiling in the deeps.

    A withering sun lies slouched beneath an arch.
    And listen, darling, like a shroud that sweeps
    across the east, the night is on the march.

  • Bass Ackwards Uanel SualokinDatum19.10.2018 22:31

    Three gypsies in a willows’ shade
    I saw enjoying the weather,
    as my hansom wearily made
    ruts through the gorse and the heather.

    The first one had, to humour a whim,
    gotten a grip on his fiddle,
    and in the sunset, haloing him,
    played fiery tunes for a diddle.

    The second with a pipe spouting smoke
    mused on the spiraling drift,
    utterly penniless, utterly broke,
    he looked on the world as his gift.

    The third one was laying fast asleep,
    his cymbal high up in the tree.
    Over the strings the wind did weep,
    in his heart a dream set him free.

    The clothes they wore were a sorry mess,
    holes and patches around them,
    that stated to all that nevertheless,
    no chains had ever yet bound them.

    Threefold the gypsies taught me that day,
    whenever one’s life gets too blighted,
    to play it, to smoke it, to dream it away,
    and thrice to despise and deride it.

    Backwards I looked, and onward I drove,
    seeing those gypsies fall back,
    bronzed and brown, and like midnights dove
    locks that were blacker than black.

  • Edna St.Vincent-Millay / Mindful of YouDatum12.10.2018 13:17

    Die nasse Frühjahrserde weiß von dir,
    genauso wie die ersten Frühlingsboten.
    In Straßenstaub und Disteln wie im roten
    Heraufziehen des Mondes scheint es mir,
    der Sommer kennt dich wie im Herbsthain hier
    der Vogelzug gen Süden. Kahle Knoten
    an Ästen, leere Nester und die Noten
    der Stürme übers Jahr sind dein Revier.

    Du gehst nicht mehr beschwingt an allen Tagen
    die Pfade, die das Nebelgrau verschweigt,
    hörst auf den Wind und auf das Flügelschlagen,
    das sich aus lichten Höhen niemals zeigt.
    Lebendig, glorreich, heißt zu wenig sagen.
    Dich kennt das Jahr, das sich so langsam neigt.

  • verwünschter FrostDatum05.10.2018 14:01

    Whose Girl she is I think I know,
    his shift starts after sunset, so
    he will not see someone who tries
    to charm his lovely, sloe-eyed doe.

    The barmaid, being worldly-wise
    serves our drinks, but rolls her eyes,
    as I propose to leave this shack
    to gaze at star-bespangled skies.

    I ease her gently on her back
    starting my spiel, and rudely whack
    against a belt of chastity
    that would have held a bull in check.

    "Forbidden is adultery"
    engraved around the lock I see,
    and "miles to go to get the key"
    and "miles to go to get the key".

  • W.H.Auden / As I Walked OutDatum18.04.2018 13:12

    W. H. Auden: As I Walked Out One Evening
    V neu

    Ich ging eines Abends spazieren,
    die Bristoler Gasse entlang,
    dort wogten Passanten wie Felder
    von Ähren in schnittreifem Klang.

    Am Fluss, der den Höchststand beleckte,
    erklang eines Liebhabers Lied
    am Bogen der Eisenbahnbrücke:
    dass Liebe stets blüht.

    Ich höre nicht auf, dich zu lieben,
    bis China nach Afrika springt,
    die Flüsse bergauf sich ergießen,
    der Lachs in den Straßen dann singt.

    Ich lieb dich solang bis die See,
    wie Leintuch zum Trocknen sich breitet,
    das Siebengestirn, einer Gans gleich,
    laut schnatternd am Nachthimmel schreitet.

    Die Zeit wird karnickelgleich rennen,
    solange mein Arm sie nur hält
    die blühendste Blume der Zeiten,
    die erste Geliebte der Welt..

    Da schnarrten die Glocken der Stadt,
    darin schien die Warnung zu liegen:
    Glaub ja nicht den Lügen der Zeit
    kein Mensch kann die jemals besiegen.

    In Bauten, wo Alpträume hausen,
    Justitia nackend misst,
    belauert dich Zeit aus den Schatten,
    und hustet, wenn du einmal küsst.

    Mit Kopfschmerzen, voller Besorgnis,
    versickert dein Leben dir seicht,
    und Zeit weiß das Ziel ihrer Launen
    wird heut oder morgen erreicht.

    In etliche blattgrüne Täler,
    kriecht bald schon ein grausamer Schnee,
    die Zeit zerrt an Bändergavotten,
    des Klifftauchers Sprung in die See.

    Geh, tauch deine Hände ins Wasser
    bis übers Gelenk oder fast
    und grüble beim Starren ins Becken,
    „was habe ich alles verpasst?“

    Im Küchenregal knirscht Polareis
    ins Bett schickt die Wüste dir Boten,
    der Sprung in der Teetasse weist,
    den Weg zu den Landen der Toten,

    wo Bettler in Banknoten wühlen,
    der Riese Jacks Blicke entzückt
    die Unschuld zum Monster heranwächst,
    und Jill nur zu gerne sich bückt..

    Besieh dich nur gründlich im Spiegel,
    besieh dich voll Kummer und Spott,
    zu leben, das ist ein Geschenk,
    zum Danksagen brauchts einen Gott.

    Jetzt geh nur und wein dort am Fenster
    dir Tränen voll brennendem Schmerz,
    den schäbigen Nachbarn zu lieben
    das lernts noch, dein schäbiges Herz.

    Dann waren schon spät, spät am Abend
    die Liebenden nicht mehr vor Ort,
    das Glockengeläut lang verklungen,
    der Fluss strömte immer noch fort.

  • Kipling / Natural TheologyDatum18.04.2018 13:11

    Primitive

    I ate my fill of a whale that died
    And stranded after a month at sea. . . .
    There is a pain in my inside.
    Why have the Gods afflicted me?
    Ow! I am purged till I am a wraith!
    Wow! I am sick till I cannot see!
    What is the sense of Religion and Faith :
    Look how the Gods have afflicted me!


    Pagan

    How can the skin of rat or mouse hold
    Anything more than a harmless flea?. . .
    The burning plague has taken my household.
    Why have my Gods afflicted me?
    All my kith and kin are deceased,
    Though they were as good as good could be,
    I will out and batter the family priest,
    Because my Gods have afflicted me!


    Medi/Eval

    My privy and well drain into each other
    After the custom of Christendie. . . .
    Fevers and fluxes are wasting my mother.
    Why has the Lord afflicted me?
    The Saints are helpless for all I offer--
    So are the clergy I used to fee.
    Henceforward I keep my cash in my coffer,
    Because the Lord has afflicted me.


    Material

    I run eight hundred hens to the acre
    They die by dozens mysteriously. . . .
    I am more than doubtful concerning my Maker,
    Why has the Lord afflicted me?
    What a return for all my endeavour--
    Not to mention the L. S. D!
    I am an atheist now and for ever,
    Because this God has afflicted me!


    Progressive

    Money spent on an Army or Fleet
    Is homicidal lunacy. . . .
    My son has been killed in the Mons retreat,
    Why is the Lord afflicting me?
    Why are murder, pillage and arson
    And rape allowed by the Deity?
    I will write to the Times, deriding our parson
    Because my God has afflicted me.


    Chorus

    We had a kettle: we let it leak:
    Our not repairing it made it worse.
    We haven't had any tea for a week. . .
    The bottom is out of the Universe!


    Conclusion

    This was none of the good Lord's pleasure,
    For the Spirit He breathed in Man is free;
    But what comes after is measure for measure,
    And not a God that afflicteth thee.
    As was the sowing so the reaping
    Is now and evermore shall be.
    Thou art delivered to thine own keeping.
    Only Thyself hath afflicted thee!


    Natürliche Theologie

    Urzeitlich
    Ich aß von dem Wal, der im Meer verstarb
    - nach eines Monds Dauer lagen -
    die Reste am Ufer. Mein Magen verdarb.
    Wie können mich Götter so schlagen?
    Nun quält mich der Durchfall bis in den Tod,
    ich seh nichts vor Kotzen und Plagen,
    was nutzt Religion, hilft der Glaube in Not?
    Seht, wie die Götter mich schlagen.

    Heidnisch
    Die Flöhe vom Rattenfell oder der Maus,
    die kann man gefahrlos ertragen.
    Die Pest wütet grimmig in meinem Haus.
    Wie kommts, dass die Götter mich schlagen?
    Mir starben die Kinder, die Eltern, das Weib,
    voll Anstand seit frühesten Tagen.
    Nun geh ich und prügle des Dorfpriesters Leib,
    weil meine Götter mich schlagen.

    Mittelalterlich
    Mein Klo steht dem Brunnen Seite an Seit,
    nach Brauch schon seit Heilands Tagen,
    die Mutter plagt Fieber und Ausfluss zur Zeit,
    wie kann mich der Herrgott so schlagen?
    Kein Heiliger half, - und ich betete schwer -
    kein Pfaffe erst recht , kann ich sagen.
    Ab jetzt sieht die Kirche kein Geld von mir mehr,
    denn mich hat der Herrgott geschlagen.

    Materiell
    Achthundert an Hühnern halt ich im Stall,
    muss täglich Kadaver beklagen.
    Mein Zweifel am Herrn wächst von Fall zu Fall.
    Warum hat mein Gott mich geschlagen?
    Für all mein Bemühen so magerer Lohn,
    was werden die Gläubiger sagen?
    Ich bin Atheist, nie mehr Kirchensohn,
    denn Gott, dieser Gott, kann nur schlagen.

    Fortschrittlich
    Wer Geld will für Flotten, Soldatenlohn,
    muss tödlicher Wahnsinn plagen.
    Mein Sohn kam um beim Rückzug von Mons
    warum hat der Herr mich geschlagen?
    Wieso gehen Morden und Plünderung an?
    kein gütiger Gottes würd das wagen.
    Das schreib ich der Times, verhöhn den Kaplan,
    denn mich hat mein Gott geschlagen.

    Kehrreim
    Am Kessel im Haus ist ein saudummes Leck,
    es dann nicht zu dichten, ist dümmer,
    seit Wochen gibt’s Frust, ist die Teepause weg,
    dem All fehlt der Boden noch immer.

    Schlussfolgerung
    Und nichts davon war, wie's nach Gottes Plan geht,
    er gab uns den Willen zu fragen,
    was Ursache ist, welche Wirkung entsteht,
    kein Gott tats, die Menschheit zu schlagen.
    Die Ernte wird sein, wie das Aussäen war,
    das gilt noch in fernsten Tagen.
    Der eigenen Obhut anheim sei dir klar:
    Nur du hast allein dich geschlagen.

  • H.P.Lovecraft Halloween In The SuburbDatum02.11.2016 09:56

    H. P. Lovecraft: Halloween In The Suburb

    The steeples are white in the wild moonlight,
    And the trees have a silver glare;
    Past the chimneys high see the vampires fly,
    And the harpies of upper air,
    That flutter and laugh and stare.

    For the village dead to the moon outspread
    Never shone in the sunset’s gleam,
    But grew out of the deep that the dead years keep
    Where the rivers of madness stream
    Down the gulfs to a pit of dream.

    A chill wind weaves thro’ the rows of sheaves
    In the meadows that shimmer pale,
    And comes to twine where the headstones shine
    And the ghouls of the churchyard wail
    For harvests that fly and fail.

    Not a breath of the strange grey gods of change
    That tore from the past its own
    Can quicken this hour, when a spectral pow’r
    Spreads sleep o’er the cosmic throne
    And looses the vast unknown.

    So here again stretch the vale and plain
    That moons long-forgotten saw,
    And the dead leap gay in the pallid ray,
    Sprung out of the tomb’s black maw
    To shake all the world with awe.

    And all that the morn shall greet forlorn,
    The ugliness and the pest
    Of rows where thick rise the stones and brick,
    Shall some day be with the rest,
    And brood with the shades unblest.

    Then wild in the dark let the lemurs bark,
    And the leprous spires ascend;
    For new and old alike in the fold
    Of horror and death are penn’d,
    For the hounds of Time to rend.

    Die Türme geweißt, wildes Mondlicht kreißt
    Silber auf Baum und Farn,
    hoch über Schloten Vampire im roten
    Kaminrauch, Harpien starr'n
    flattern und lachen, verharrn.

    Tot liegt der Ort, vom Mondlicht gewiegt,
    kein Abendrot hat ihn gesehn,
    er wuchs aus der Kluft, toten Jahren die Gruft,
    der Flüsse voll Wahnsinn entstehn,
    im Rausch der Tiefsee sich drehn.

    Ein kalter Wind pfeift durch Garben geschwind,
    über Felder im bleichen Glanz,
    kreist ums Gestein des Kirchhofs, dort schrei'n
    Ghoule und winden im Tanz
    verderbende Enten zum Kranz.

    Dem Mund grauer Götter entsteigt zur Stund
    kein Hauch, ihre Macht treibt nichts an,
    die Stunde schlurft kalt, eine Geistergestalt,
    wirkt Schlaf dem Sternthron asl Bann,
    gigantisch schleicht Fremdes heran.

    Nackt liegen fahl neu Hügel und Tal
    aus Monden vor aller Zeit,
    bleichender Glanz auf Knochen imTanz,
    der Rachen der Grüfte speit
    Grauen, das alles entweiht.

    Was Nacht nicht frisst, der Morgen begrüßt
    Fratzen und Pestilenz,
    Steine, die stehn und Mauern aus Lehm,
    sind Opfer doch letzten Ends
    teuflischer Magnifizenz.

    Lemurengeschrei echot herbei
    um Kirchtürme, leprableich,
    und Jung wie Alt wird Raub der Gewalt
    und Fraß in des Todes Reich
    dem Bluthund der Zeit sogleich.

  • Charles Baudelaire (1821-1867)Datum28.08.2016 10:13
    Foren-Beitrag von Sneaker im Thema

    Recueillement
    Sois sage, ô ma Douleur, et tiens-toi plus tranquille.
    Tu réclamais le Soir; il descend; le voici:
    Une atmosphère obscure enveloppe la ville,
    Aux uns portant la paix, aux autres le souci.
    Pendant que des mortels la multitude vile,
    Sous le fouet du Plaisir, ce bourreau sans merci,
    Va cueillir des remords dans la fête servile,
    Ma Douleur, donne-moi la main; viens par ici,

    Loin d'eux. Vois se pencher les défuntes Années,
    Sur les balcons du ciel, en robes surannées;
    Surgir du fond des eaux le Regret souriant;
    Le soleil moribond s'endormir sous une arche,
    Et, comme un long linceul traînant à l'Orient,
    Entends, ma chère, entends la douce Nuit qui marche.

    II
    Be easy, pain, and settle softly down,
    you called for dusk, it lowers and is here,
    a veil of darkness settles on the town,
    offering peace to some, to others fear.
    And while the common masses held in thrall
    under the whip of pitiless pleasure sway
    and reap remorse at any festival
    give me your hand and let us go away

    and far from here. In dusty robes you see
    the dead years hang from heaven´s balcony,
    and watch regret stir smiling in the deep.
    A withering sun lies slouched beneath an arch.
    And listen, darling, like a shroud that sweeps
    across the east, deep night is on the march.

    III
    Sei weise, Sorge, lass dich nicht erregen
    du wolltest Abend, er bricht an, ist da.
    Wenn dunkle Schleier sich auf Dächer legen
    ist einem Frieden, andren Sorge nah.
    Wenn sich die viehisch grobe Menschenmenge
    vom Henkersknecht Genuss gepeitscht zum Fest
    hin drängt, nur Reue erntet, Narrenzwänge,
    gib, Kummer mir die Hand, geh mit nach West

    weit weg von hier. Sieh, wie die toten Jahre
    im alten Kleid am Himmelssöller hängen,
    Bedauern lächelnd aus der See aufsteigt.
    Die Sonne stirbt, liegt unter Bogengängen
    und hör nur wie als Tuch der Totenbahre
    von Ost nach West die tiefe Nacht sich neigt.

  • Edgar Allan PoeDatum21.04.2016 17:38
    Foren-Beitrag von Sneaker im Thema

    Seit meiner Kindheit glich ich nicht
    den anderen, sah meine Sicht,
    statt ihrer. Mir war nicht gegeben
    die gleiche Leidenschaft zu leben.
    Auch speiste mir derselbe Quell
    mein Trauern nicht, schlug mein Herz hell,
    dann nicht durch ihn, er drang nicht ein,
    und liebte ich, liebt‘ ichs allein.
    Als Kind hat früh in mir gekreißt,
    der Sturm, der jetzt mein Leben heißt,
    gezeugt aus Gutem und aus Bösen,
    ein Wunder bliebs, nicht aufzulösen.
    In Springflut und in Quellgesängen,
    in Bergen, roten Felsenhängen,
    im Sonnenlicht, das nach mir greift
    in dem ein Herbstgoldleuchten reift,
    im Blitz, der falb am Himmel schwelt,
    ihn spaltet, aber mich verfehlt,
    im Donnergrollen das verhallt,
    der Wolke, die zum Bild sich ballt,
    wo blau sonst bleibt des Himmels Licht,
    blickt mir ein Dämon ins Gesicht.

  • Der Albatros / L'Albatros // BaudelaireDatum15.04.2016 08:08
    Foren-Beitrag von Sneaker im Thema

    Es sind weniger die Zäsuren, sondern die umgestellten Satzkonstrukte, die ich als sperrig empfinde.

    Oftmals ...die MAtrosen den Albatros erbeuten. Diese Inversionen hemmen (für mich ) den Lesefluss und -spaß.

    Deswegen finde ich diesen Absatz gelungen und flüssig zu lesen.

    Der einst auf Flügeln reisend, stakt bloß plump auf Gabeln!
    Vor kurzem Schönling, nun ganz hässlich anzuschaun!
    Der eine klopft ihm laut die Pfeife vor den Schnabel,
    der andre äfft und schubst von hinten wie ein Clown!


    Bezüglich des "Lehms". Der sollte en Erdbezug darstellen. Ich hätte "an Land" verwenden können, aber das war mir zu wenig maritim. Wäre "zu Fuß" besser?

    lG

    Sneaker

  • Der Albatros / L'Albatros // BaudelaireDatum14.04.2016 20:03
    Foren-Beitrag von Sneaker im Thema

    Mein Französisch ist nicht besonders aber ich habe mich auch mal an eine Näherung gemacht, mehr wird's bei mir wohl nicht werden. Deine Übertragung wirkt sperrig auf mich, ich nehme das unterstreicht das Los des Vogels, der zum Gehen und Gefangensein verdammt ist? Hat mir das Lied von KArat wieder in Erinnerung gerufen. Hier mein Versuch:

    Es fangen die Matrosen oft zum Spaß,
    den Albatroß, den Herrn der Meere ein
    der sorglos folgte, wenn das Schiff allein
    den Kurs verfolgte durch das bittere Naß.

    Kaum liegt er auf den Planken ist es dass,
    was König im Azur war fade wirkt und klein
    mit schweren Schwingen, linkisch ungemein,
    nur Krücken noch. Wie wirkt der Herrscher blass,

    wie steif und lahm der nur ein Flieger war:
    Hier foppt man mit der Tabakspfeife ihn,
    da hinkt dem Krüppel einer etwas vor.

    Dem Dichter gleich, zog er im Flug dahin
    durch Sturm und Tod, doch auf der Erde bar
    der Grazie, die er im Lehm verlor.

  • Die RabenDatum09.04.2016 10:39
    Foren-Beitrag von Sneaker im Thema

    Hallo Alcedo und Olli (wo immer du auch grad rumkurvst)

    ich dachte nicht, dass ich das nochmals zu lesen bekommen würde, kann mich aber gut daran erinnern, wie ichs zum erstenmal bei den Lyrikern gesehen habe. Damals wie heute großes Gefallen, Original (seit ewig) und Parodie.

    Sneaky

  • Foren-Beitrag von Sneaker im Thema

    FÜr S2 vielleicht so:

    Zweimal fünf Morgen Flur und Rain,
    schließt er mit Wall und Türmen ein,
    zahlloser Bäche Lauf durchzieht
    die Gärten busch-und blumendicht
    und alter Wälder Urholz sieht
    auf Lichtungen voll Sonnenlicht.

  • Foren-Beitrag von Sneaker im Thema

    Hallo Alcedo,

    nachdem du mich schon mit deiner Einladung gebauchpinselt hast, bin ich mal gefolgt. Ich hab eins meiner älteren Stücke genommen, das seit längerem in der Kiste "zu überarbeiten" steckt und habs gepostet. ERwartungsgemäß hast du mich auch die Stellen hingewiesen, mit denen ich auch nicht zufrieden war.

    Insbesondere der "Nachtigallenschlag" ist eine Peinlichkeit gewesen. Im damaligen "rush" des ÜBersetzens habe ich reels für rills gelesen und dann aus der Melodie, die einem reel unterliegt, Nachtigallenschlag draus gemacht und schon war der Patzer perfekt.

    Bei den letzten 13-Zeilen am Schluss bin ich mir nicht sicher, ob ich die Waisen entwaisen kann. Aber ein Versuch ist es allemal wert.

    Hallo der Hannes

    Vielen Dank für das Lob, auch wenns schmeichelhafter ausfällt als ichs verdiene

    lG
    Sneaker

    p.S. @ alcedo Das Poegedicht mit dem Dämon hab ich auch irgendwo im Fundus :)

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