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  • LenzDatum17.05.1970 00:01
    Thema von Alcedo im Forum Natur
    Lenz


    Links, im Bachlauf, liegt ein Stamm.
    Das Wasser kesselt reissend:
    davor, davor - danach, danach...
    \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \ \
    Die Zweige wippen dunklen Damm,
    vom Schlamm des Ufers beißend,
    bis, ach, die eine Knospe brach
    und hell aus nassem Holze stach
    die Blüte - offen heischend.


    Rechts, die Drossel, flötet weich
    ins Himmelsblau hinaus:
    sieh her, sieh her - ich bin, ich bin...
    / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / /
    und mittig ufert Wonne aus,
    schwillt an zu einem Teich,
    und wie ein Klumpen Grasfroschlaich
    treibt meine Seele sanft dahin.
  • Korolla aus LichtDatum16.05.1970 22:29
    Thema von Alcedo im Forum Diverse
    Korolla aus Licht

    Selma Meerbaum-Eisinger gewidmet

    Du strahlst in Sehnsucht eingehüllt
    und aufgebahrt im Nichts,
    wo Zeit sich faltet und gerinnt,
    vor Ewigkeit, zu Schleifen.

    Geheiligt hast Du Lebenskraft
    im Überfluss des Seins,
    und Reinheit edelt stillen Glanz
    am dunklen Grund der Quellen.

    Ich bete Dir Gedanken zu
    und orte Dich im Jetzt,
    ich weine nicht und atme hin,
    zum Stern des wahren Lichtes.


  • arboraler Ritt ins florale UniversumDatum16.05.1970 21:51
    Thema von Alcedo im Forum Diverse
    arboraler Ritt ins florale Universum

    Hüah, Linde, mühe dich,
    Frau mit dunklem Haare;
    Hyazinthe, sprüh für mich,
    blau die dunklen Maare!

    Blume Mai, verführe bald,
    beregne meine Buche -
    Muhme, deine Türe Wald
    begegne einer Suche.

    Wasserlilie, blühe bloß
    tief im Bruch der Auen,
    nasser Wille, mühelos
    fließ ins Tuch der Frauen

    Margarite, strahle weiß
    aus meinem müden Schopfe,
    Mistelbeere, prahle heiß
    im Kropf der Wiedehopfe.

    Herbstzeitlose, neige dich
    unter meiner Bahre -
    letzte Rose, zeige dich
    munter, meine Wahre!

    Eiskristall umschließe mich
    (Schnee auf rauem Sterne),
    weit ins All vergiesse ich,
    Weh aus Blau ins Ferne.
  • WinterDatum16.05.1970 09:21
      Winter


    Im Westen, am Seeufer scheint mir als spricht wer
    von kälteren Winden, von schlechter Sicht,
    mit Fahnen des Schilfes im Gegenlicht.

    Ich horche und spüre den Abendwind nicht mehr;
    das Schweigen verdunkelt sich. Niemand spricht
    aus Fahnen des Schilfes im Gegenlicht.

    Der Tag sinkt hinab in ein blutendes Lichtmeer,
    doch etwas bewegt sich noch - siehst du nicht
    die Fahnen des Schilfes im Gegenlicht?

  • ProfilDatum16.05.1970 03:34
    Profil

    ich schreibe.
    ich schreibe damit, ich bin.
    ich bleibe im Schreiben wohnen;
    ich schreibe, damit ich bleibe,
    im Sinn.

    ich suche.
    ich suche nach keinem Sinn.
    ich suche nicht Definitionen.
    ich bewohne mein Suchen.
    ich bin.

  • WortzapzarapDatum16.05.1970 02:46
    Thema von Alcedo im Forum Diverse
    Wortzapzarap


    arap, arap, arap,
    rap, rap, rap.

    arap, arap, arap,
    rap, rap, rap.

    arap, arap, arap,
    rap, rap, rap.

    arap, arap, arap,
    rap, rap, ap?
    ropf - klopf - klopf!

    schlappschlürfschlapp,
    schlappschlapp, schlpp?

    Zapp!
    rapapapp,
    zapzarapapapp!

    hpp, rpp, hpp.
    khmmpf.
    kopf, kopf, kopf.
    hopp!
    kopp, kopp, kopp,
    kopp!
    kopp, hopp - hopp
    stop-stop-stop,
    stop.
  • EisseeDatum16.05.1970 00:52
      Eissee


    Eine Nymphe saß im Eis,
    spielte mit dem Wasser;
    Achselhöhlen blühten weiß,
    Brüste wurden blasser.

    Reif brach aus dem wilden Haar,
    Schlaf bekam Verlangen,
    Nebel gähnten unnahbar,
    Raben fordernd sangen...

    Nymphe, sink auf meinen Schoß!
    Gib mir deine Hände.
    Schmelzen werde ich dir bloß
    kalte Winterwände.


    Klamme Finger rühren nobel
    durch die strengen Nächte,
    bis auch uns ein Sonnenvogel
    Frühling wieder brächte.

  • ParanoidDatum15.05.1970 22:20
    Thema von Alcedo im Forum Diverse
      Paranoid


    Schau ihm nicht nach und komm denke an mich.
    Niemand darf, niemand kann dich jemals finden.
    Oh, meine Liebe, behalt es für dich.

    Du bist Gemahlin und königlich, ich!
    Herrscher wie mich kann man nicht überwinden.
    Schau ihm nicht nach und komm denke an mich.

    Jeden, der um unser Königreich schlich,
    findet man sorgfältig hängend an Linden.
    Oh, meine Liebe behalt es für dich.

    Glück, das von unserer Seite mal wich,
    lässt sich zu treuem Soldatenpack schinden.
    Schau ihm nicht nach und komm denke an mich.

    Bleiben wir weiterhin überglücklich!
    Lass uns doch sämtliche Enden verbinden.
    Oh, meine Liebe behalt es für dich.

    Hoppla, dein Herz, das bekommt einen Stich -
    mitten hinein - und du fällst mir nach hinten:
    Schau ihm nicht nach und komm denke an mich.
    Oh, meine Liebe, behalt es für dich.

  • Öde UferDatum15.05.1970 19:26
    Öde Ufer

    Öde Ufer geh ich lang,
    öd und öd und öder;
    kein Laut: kein Rascheln,
    kein Vogelgesang,
    weder, weder, weder...

    An glatter Betonwand,
    wie ich nun seh,
    klebt schmutziger Flockenschaum.
    Von weitem erschien er mir
    weiß wie Schnee,
    schmucker als Zucker im Lichterbaum.

    Durch das Trübe wat ich hin,
    trüb und trüb und trüber;
    ein müdes Fischlein
    zerschwimmt bald darin,
    müd und müd und müder...

    Auf dunkelsten Wellen
    leuchten sie auf,
    die Regenbogennarben,
    auf halbtoten Schuppen
    brechen sich auch
    die gleichen grellen Farben.

    Schmutziger Schnee,
    schmutziger Schnee
    treibt näher, immer näher;
    schmutziger Schnee,
    schmutziger Schnee,
    weh und weh und weher...
  • NovemberDatum15.05.1970 17:25
    Thema von Alcedo im Forum Natur
      November


    November, mit Deinem Regen
    gebar meine Mutter - mich.
    Der Ursprung auf allen Wegen
    nie wieder von mir wich.

    Beginnende Atemzüge
    vermehrten Dir dein Nass,
    und gern wiederholt, verfüge
    ich Hauch, dem Nebelblass.

    Wenn Früchte vom Klar der Nacht
    mir gar den Gaumen gerben,
    Libellen in letzter Pracht
    im blassen Grase sterben,

    dann saug ich aus einer Mispel
    mir Dein gesamtes Mark –
    und Raureif ist herb Gelispel;
    dein Kuss schmeckt kalt und stark.

    Wenn Frostspanner stumm verkünden,
    was Nordwind vor sich trug,
    und schwerlos im Abend münden
    mit ruhelosem Flug,

    dann weiß ich mit stiller Freude,
    dann atme tief ich ein -
    das Dunkel der Wolken, heute,
    die Helle, die morgen wird sein:

    November, den Ersten Schnee
    bringst Du mir Jahr für Jahr,
    und einmal, bevor ich geh,
    den Letzten – wunderbar!




    edit:
    überarbeitet, 12.11.2008
  • PollutionDatum15.05.1970 16:56
    Thema von Alcedo im Forum Diverse
    Pollution

    aqpavnnfggzrüdjhftruwzsnscljzwwoöcflfjzrtffkrjsäfrjffjfrjffhfhfföaqopahffjhfjhajhfkfjhakjhfjafakfbbjhfbhalirughvjbnfjertzuionvsdhbvbvjdjfsgebgsebv
    bbvbiewiirfgfvrercqpvvbrtzalbvpaqgüqbvbheqrbggnnbvhagbbafvblewgbbvvbvsjkbvebebviebgerbscvkfvjkbkbkbvvkjksjdfvjfjajcvkfjdkbqüqjvnonnbn
    nsrqjünerjfnvaeiruhoahbgköydfjbnvakdjbgaöweporgjnrjbvtrzsgbdjkrrknsdmbfawieörghöoerighöekrtjbgykhbvsykjbgörekjgnoigeorgkjdbgsykgnäwa
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    Lbiee mcih Srpahce

    Lchläe mir zu
    hlat mit mir Hechdnän
    mcah mcih vrüerkct
    lcok mcih ins Wchädeln
    grure biem sretchilen
    sei zilräcth mir acuh
    schireb mit dem Fgenir
    auf mieenm Bcuah
    schihcelme die Zgnue
    mit dineen Lpepin
    lsas mcih am Natekr
    vloltenkurn nppein
    hau mir die Fseren
    michätg ins Kurez
    klarl mir den Reknücn
    bis ich mcih schunez
    kuarl mir die Hraae
    auf mnieer Brust ich
    ltscuh dcih am Zeh
    bis ich vor Lsut ver
    geh

    Lebie mcih Shcrpae
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  • Lächeln des LehrlingsDatum15.05.1970 14:25
    Thema von Alcedo im Forum Liebe und Leidenschaft
    Lächeln des Lehrlings

    Heute wird die Welt geschweißt!
    Herrlich dieser Reigen!
    Selbst die alte Bohrmaschine
    weiß sich zu verneigen.

    Heut' will Ich als Lichteinfall
    über Kräne steigen;
    lasst mich euch den Regenbogen -
    Regenbogen zeigen!

    Groben Zunders Funkenflug
    mach ich mir zu eigen
    und der Lattenrost vorm Kehricht
    fängt zwei Tanzohrfeigen!

    Heute wurde Ich geküsst!
    Himmel voller Geigen!
    Selbst die alten Silberpappeln -
    Silberpappeln schweigen.

  • Des NachtsDatum15.05.1970 11:13
    Des Nachts


    Des Nachts erscheinst du mir mit einem Schleier
    und Tags darauf verbleibt ein leises Wehn;
    ich spür dich fordernd im Zenite stehn -
    du taust mein Lächeln wie den dunklen Weiher,

    der Unken einlädt, an den Rand des Eises,
    sich aufzuwärmen vor dem Silberreiher,
    der lieber wartet auf den Schwarzen Freier
    als Gift zu kosten. Ja, fürwahr, ich weiß es.

    Oh, Leben, streich mit schwerer Hand die Leier,
    die ich allein dir halte! Komm und lehn
    dich an, an mich - nimm Kraft genug von mir!

    Ein Freund wird gehn. Komm lass ihn länger hier;
    ich brenne meines schneller ab zur Feier,
    begleit mich - aber lass sein Licht bestehn.

  • Der ApfeltraumDatum15.05.1970 09:29
    Thema von Alcedo im Forum Kurzes für Knirpse
    Der Apfeltraum

    Ich träum von einem Apfelbaum,
    der wächst und wächst im Garten;
    rote Äpfel sind mein Traum,
    auf solche will ich warten.

    Doch mein kleiner Traum vom Baum
    der wurde immer bunter,
    es fielen mir, man glaubt es kaum,
    nur Blätter bunt herunter.

  • Haiku IVDatum15.05.1970 08:35
    Thema von Alcedo im Forum Minimallyrik


    Mittagshitze \

    Vor dem Hecheln des Kormorans

    dörrt knisternd das Schilf.

  • Verwahrte KostbarkeitenDatum15.05.1970 07:52
    Thema von Alcedo im Forum Liebe und Leidenschaft
    Verwahrte Kostbarkeiten


    Ein klares zerfließendes Wasser,
    ein dunklerer schattiger Wald -
    sie werden mir blasser und blasser
    und bald da verschwinden sie, bald.

    Ein sinnlicher, wohliger Schauer,
    ein sanftes Entschweben - wie leicht,
    doch alles wird grauer und grauer;
    vielleicht ist's vorüber, vielleicht.

    Versuch ich und sinn ich genauer
    nach einem Empfinden, so tief,
    wird vieles noch blasser und grauer,
    ja träumte ich? schlief ich? - Ich schlief!

    Am besten ich lasse sie ruhen,
    die Wasser, das Mädchen, den Wald,
    dann funkeln die Schätze aus Truhen,
    geöffnet auch ohne Gewalt.


  • Lagune, blauDatum15.05.1970 07:52
    Lagune, blau

    Er saugte daran, zog die nassen Haarbüschel mit den Zähnen aus dem Abfluss-Einsatz und kaute daran bis es ihn schüttelte. Sie versuchte solange in einem Versandhauskatalog ihren Höhepunkt zu bekommen, bis er wieder eintrat.

    - Und? Läuft das Wasser wieder schön ab?
    - Ja, natürlich.
    - Hast du was von mir gefunden?
    - Ja, ich glaub von letztens, als du dich mit meinem Bartschneider rasiert hast und dich zwei Tage nicht gewaschen hattest - war klasse!
    Dabei ließ er langsam und genussvoll die Lider über die Augäpfel sinken.

    - Du, sag mal, welches steht mir besser, das Blaue oder dieses Grüne?
    Dazwischen knisterten die bunten Seiten.

    - Nimm das Grüne. Definitiv das Grün!
    - Na gut. Ich glaub Blau steht mir wirklich.
    - Mhm. Sollten wir es jetzt nicht wieder mal versuchen, mit der Schwangerschaft?
    - Warte bis ich die Bestellung fertig hab – aber du kannst schon mal anfangen.
    - Von welcher Seite haben wir es letztes Mal versucht?
    - Nordost , von den Rippen aus.
    - Dann mal los...
    Er begann sie, vom Solarplexus angefangen, langsam abwärts zu küssen, bis knapp vor den Nabel, den er dann mit der Nasenspitze umkreiste und wieder zurück.

    - ...diesmal sind sie Blau, es könnte klappen.
    - Warum, hast du noch mal gesagt, dass sie sich dort sammeln?
    - Weil alle Härchen am Bauch in diese Richtung wachsen. Nur hier kann es sein – glaubs mir.
    - Ja, mach weiter. Ich seh’s ein. Diesmal sind es ganz viele. Blaue. Bestimmt klappts!

    Sie legte den Katalog zur Seite und schloss konzentriert die Augen. Nichts wünschte sie sich sehnlicher als ein Kind.
  • Haiku IIIDatum15.05.1970 07:33
    Thema von Alcedo im Forum Diverse
    Er zuckt zusammen,
    nähert sich aber mit Stacheln
    beim Walnusszertreten.
  • feministische HürdeDatum15.05.1970 06:11
    Thema von Alcedo im Forum Gesellschaft
    feministische Hürde

    nie hätte ich gedacht
    maskulines Obstakel zu sein
    bei einem Sprint von
    Hürdenläuferinnen

    ich geriet nicht
    zwischen schlanke
    strauchelnde Schenkel und war
    keine Unterlage auf Tartan für
    Tränen und
    aufgeschürfte Ellbogen

    nein - die Siegerin
    streifte mich erst beim
    Ehrenrund androgyn mit
    Fingerkuppen
    ohne Fahne
    aber mit Blick und Wellen
    auf dem Lächeln
    wie Amazoniens Liane den Strom
  • Ich weiß nicht, ...Datum15.05.1970 05:42
    Ich weiß nicht, hast du es gewußt,
    warum Blumen Blüten tragen,
    warum alle Blumenblüten
    schöne Blütenblätter haben?

    Ich dachte Blumen wären da
    um Menschen zu erfreuen;
    und Freude wäre darum da,
    um Liebe zu erneuern.
    Und Liebe würde uns vereint
    die schönste Zukunft schenken...
    Bis
    ein Alptraum einer Jugendnacht
    mich lehrte umzudenken:

    Da kamen Menschen, endlos viele,
    in fruchtbar-schöne Auen,
    begannen sogleich reg-geschäftig
    nach Blumen auszuschauen,
    und da war überall nur Frühling -
    Blumenwiesen ringsumher -
    doch sie suchten, suchten, suchten,
    fanden aber keine mehr.

    Mich aber packte kaltes Grauen,
    mit dem ich dann auch bin erwacht,
    und heute scheint's mir oft verwirklicht
    das fremde Traumbild jener Nacht,
    so ich denn Menschen wieder sehe,
    vorübergeh'n als wär'n sie blind,
    an Blumen die in meinen Augen
    bezaubernd schön und edel sind.

    Und wenn sie sprechen, sprechen sie
    von ebendiesen Blumen
    und wenn sie träumen, träumen sie
    von solchen Blumenwiesen
    und doch gehn sie vorbei im Suchen,
    bemühen sich vergebens,
    da sie so nicht zu finden sind
    im Flutlicht ihres Lebens.
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