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  • Bessere WeltenDatum16.03.2009 12:19
    Thema von oliver64 im Forum Gesellschaft

    Wer sieht, wie diese feisten Fratzen
    genießerisch beim Schlemmen schmatzen,
    wie sie mit dicken Lippen schlürfen,
    weil Connaisseure schlürfen dürfen,

    verachtet auch den Wert der Speisen,
    vermeint, sie dienten nur den Greisen,
    dem Wohlstandspack zur Stilisierung,
    zur Bildungsbürgerzelebrierung.

    Und deshalb müssen Bücher brennen,
    weil hohle Köpfe sich verrennen
    und glauben, Neues kann entstehen
    nur dort, wo raue Winde wehen,

    wo nicht nur Wetter Berge schleifen,
    die Zwerge zu den Waffen greifen,
    um ihre Brüder zu erschlagen,
    auf dass sie deren Hüte tragen.

    Wenn sie dann an den Trögen schwitzen
    und längst, anstatt Gedankenblitzen,
    nur Fürze aus den Hirnen weichen,
    dann weißt du, dass die armen Reichen

    nicht schlechter sind, als ihre Brüder,
    drum höre nicht auf alte Lieder:
    Es ging und geht auf allen Erden
    ums Fressen und gefressen werden.

  • WeltenretterDatum16.03.2009 22:58
    Thema von oliver64 im Forum Diverse

    Jüngst am Boule Miche
    einer läufigen Hündin
    das Handy geborgen.

    Um ein Haar dabei
    einem einzelnen Smart
    vor die Haube gelaufen.

    Er konnte sich bremsen.

    Das Telefon kam
    mit dem Schrecken davon.
    Ich nicht mit der Tarte.

  • SelbstgerechtDatum17.03.2009 09:01
    Thema von oliver64 im Forum Minimallyrik
    Wenn ich mit mir ins Gericht gehe,
    sitzt ein Fantast auf der Anklagebank.
    Deshalb vertage ich mich stets aufs Neue.
  • Sie haben es alle verdientDatum17.03.2009 10:19
    Thema von oliver64 im Forum Gesellschaft

    Die fette Laus am Wohlstandssack,
    die keinen Blick für ihren Nachbarn hat,
    muss sich nicht wundern,
    wenn sie eines schönen Tages
    zertreten wird.

    Ob Komasaufen, Amoklaufen,
    Dum-dum gelaufen;
    dieses Bisschen Blutzoll
    ist kein zu hoher Preis
    für Speck.

    In dem Moment
    deines Entsetzens
    über diesen Text
    sind wieder 11
    verhungert.

    Im nächsten auch.

  • Wir sind WinnendenDatum17.03.2009 17:36

    Ich lese gerade und hörte gestern im Fernsehen, dass jetzt nicht auf die Journalisten eingeschlagen werden sollte, wenn die dermaßen übertrieben, überzogen und hemmungslos über Winnenden berichteten. Ich kann mich dem nur anschließen. Auf die Organe, die die Journalisten beschäftigen, könnte allerdings nach Kräften eingeschlagen werden, das bedeutet: Nicht kaufen! Nicht lesen! Nicht schauen! Denn das hat mit Journalismus nichts mehr zu tun. Natürlich besteht ein Anspruch darauf, von dem Geschehen zu erfahren, aber doch bitte sachlich, nüchtern, faktisch und vor allen Dingen gründlich recherchiert!

    Ich unterscheide dabei übrigens nicht zwischen der Blöd-Zeitung, die jetzt online sogar eine 3-D-Animation des Amoklaufes feilbietet (als nächstes kommt das Killerspiel Winnenden auf den Markt) und zum Beispiel der Wochenendausgabe der Süddeutschen, die auf 6 oder 7 Sonderseiten alles, aber auch wirklich alles, was nicht zu wissen lohnt, versammelte. Und das sich in diesen Medien jedermann zum Spezialisten aufschwingt, darf auch nicht wundern, angesichts der Schar von Deppen, die sich Spezialisten nennt und dennoch den dümmsten Scheißdreck von sich geben. Da rede ich dann gerne mit.

    Die tägliche Berichterstattung über die täglich verhungernden 15.000 Kinder wäre nach Meinung mancher nicht die Aufgabe der Tagesjournalisten, dafür wären die Magazine und Reportagen da. Dem widerspreche ich. Ich weiß wohl, dass die Tageszeitungen und die TV-News da nicht mitspielten, weil sie ihren Dreck dann nämlich nicht mehr verkauft bekämen. Aber deren Aufgabe bliebe es meiner Meinung nach. Denn wie viele Wochen würden wir es wohl aushalten, vom täglichen Blutzoll unserer Wirtschaftsordnung zu erfahren? Statt des täglichen Tittenmädchens auf Seite 3 der tägliche Hungerbauch eines aktuellen Opfers bzw. der am grausigsten zerfetzte Kadaver eines Landminenopfers. Wie viele Arschgeigen würden dann noch die Blödzeitung kaufen? Insofern würde sich dann aber eben auch nichts ändern, schon klar.

    Dagegen ist Winnenden cool, spannend, aufregend und ein wenig wie Lotto. Die Berichterstattung ist daher stimmig, da ich mich daran ergötzen kann, überlebt zu haben. Das hätte mir schließlich auch passieren können, denn auch ich fahre mit dem Auto hin und her und manchmal kaufe ich auch eines. Dagegen ist Verhungern langweilig, das tut hier ja keiner außer den Babys, die von ihren Psycho-Eltern nichts zu fressen bekommen. Wenn Tausende beim Tsunami ersaufen, okay, das hat noch Sensation. Aber der alltägliche Horror ist öde und lässt mich am Ende nur schlecht drauf sein. Winnenden dagegen kitzelt meine Sinne. Für zwei, drei Tage. Dann findet sich hoffentlich wieder ein Fritzl oder ein Winnenden-look-alike-contest. Wenn nicht, schauen wir uns auf MTV die Kids an, die den verschärftesten Knochenbruch der Woche feiern oder auf RTL, wie Bohlen die zweitdümmsten Arschgeigen der Nation abmeiert und die dümmsten zu Superstars macht. Denn das kann mir ja auch passieren. Blöde genug bin ich dafür allemal.

    Ich warte jetzt nur noch darauf, dass sie bei uns im Fernsehen die explizite Sprache überpiepsen, dann haben wir auch einen Look-alike-contest gewonnen. Das Fin-de-siecle kommt heuer etwas später, aber es kommt. Und dann gibt es endlich wieder für alle auf die Fresse und wir können für zwei, drei Jahrzehnte brav und angepasst wieder aufbauen, bevor wir erneut auf dumme Gedanken kommen. Im Ernst: 64 Jahre Frieden, das ist doch zum Auslaufen langweilig, kann da nicht endlich mal etwas Aufregendes passieren?

    Irgendwo hatte ich doch auch noch ne Knarre rumliegen?

  • Unter HautDatum17.03.2009 17:46

    Wie selbstverständlich ist das Leben mir geworden,
    wie sicher liegt mein Knochen hinterm Herd,
    so garantiert bin ich als Hund bei dir geborgen.

    Ich bin den Weg mein Leben lang gegangen,
    ich kenne jede Spur auf Schritt und Tritt
    und bin in meiner Freiheit eingefangen.

    Ganz tief in dir wird noch das Mädchen stecken,
    das Kind, von dem dein Kind so gar nichts weiß;
    lass uns gemeinsam dessen alten Traum entdecken!

    Von Freiheit, Gleichheit, Schwesternschaft, von Zeit
    zum Aufbruch und zur Heimkehr in die Welt,
    von dem, was unter Haut noch von uns bleibt.

  • Unter fremden SegelnDatum20.03.2009 13:48
    Thema von oliver64 im Forum Diverse

    Für muh-q-wahn

    Ich wäre besser wechselwarm geblieben
    und tümpeligen Pfründen nie entkrochen.
    Statt dessen: im Getümmel umgetrieben,
    rein metaphorisch manches Herz gebrochen,

    das jedoch, außer Sehnsucht, nie zu lieben
    gelernt hat. Amors Pfeil hat nicht gestochen.
    Betrog ich nur Betrüger, stahl von Dieben?
    Noch ist das Urteil lange nicht gesprochen.

    Die Strafe aber ließ nicht lange warten:
    Wenn ekle Egel meine Segel setzen
    und nicht nur Ungeschriebenes verletzen,

    in fauligen Gewässern nied’rer Arten
    den allerkleinsten Lurch zum Laichen hetzen,
    mit meinen wie mit fremden Zungen schwätzen.

  • "Wen kümmert's, wer spricht?"Datum21.03.2009 07:16

    (Zitat: Samuel Beckett)

    Zum Todesjahr, dem 93.,
    da würde ich dich, Rasputin
    gern fragen, wer du wirklich warst:

    Warst du des Wahnsinns fette Beute?
    Nein? Hetztest du als Wolf die Meute?
    Nie? Magier, Doktor, Scharlatan?

    Hat man dir Unrecht angetan?
    Worin bestand denn deine Gabe?
    Warst du tatsächlich Prügelknabe?

    Ach, lass, letztendlich ist's egal,
    ich spekuliere nicht noch mal,
    ich muss nicht wissen, wer du bist.

    Ob Advokat des Antichrist,
    ob nun vom Himmel abgesandt,
    wer hat je wen komplett erkannt?

    Was bleibt, sind Worte nur und Taten,
    die manchmal gut und manchmal schlecht geraten.

  • WetterleuchtenDatum22.03.2009 09:01

    Statt Hähnen sitzen ungestalte Krähen
    auf Kirchturmspitzen, rufen zum Gebet.
    Doch nicht Vergebung wird gepredigt, nein, sie säen
    den Wind, der sich in diesen Tagen dreht.

    So eifrig eilt das Volk, die Knie zu beugen,
    dem Herren, dem die blinde Demut gilt,
    als Meute ihrem Leittier Folgschaft zu bezeugen
    nun, da der Wind bedrohlicher anschwillt.

    Die Fährte ist gelegt. Sieh, wie sie schmecken!
    Sie halten ihre Nasen in den Wind
    und wittern ihre Chancen, Blut nicht nur zu lecken.
    Der Rausch macht sie für die Erkenntnis blind,

    dass auch die Krähen nicht bei allen Wettern
    in ihren Nestern hocken. Deren Frist
    läuft ab, wenn Stürme schließlich jeden Turm zerschmettern.
    Dann krähen sie als Hähne auf dem Mist.

  • AbgetauchtDatum24.03.2009 09:05
    Thema von oliver64 im Forum Natur

    Kaum waren die Molche den Sümpfen entstiegen,
    bekamen sie Angst vor dem eigenen Mut.
    Sie wollten nur gehen, beileibe nicht fliegen,
    doch zu viele fanden das Kriechen noch gut.

    In matschigen Mooren sich vorwärts zu winden,
    zur Not auch mal tauchen im wässrigen Grund,
    und wie man sich bettet, sich liegend zu finden,
    schien ihnen der sicherste Rat und Befund.

    Sie dümpeln noch heute in brackigen Brühen,
    die Welt drehte weiter, die Chance war vertan.
    Wenn rund um die Tümpel die Wiesen erblühen,
    erinnert sich kaum noch ein Molch an den Plan.

  • Reality CheckDatum25.03.2009 13:13
    Thema von oliver64 im Forum Gesellschaft

    Meinst du im Ernst, Barack Hussein Obama,
    du gäbst dem Volke, komme was da wolle,
    in Washington politische Kontrolle?
    Dann wärst du, was dem WTC Osama,

    der Lobbyisten Untergang und Drama.
    Du glaubst, mit einer Optimistenjolle
    Amer’ca’s Cup zu holen? Solche Rolle
    spielt auf der Welt sonst nur der Dalai Lama.

    Du glaubst wie er, mit einem Lächeln solche,
    an Macht und Einfluss überreichen Strolche,
    fürs Gute zu gewinnen, doch genießen

    die ihren Sumpf. Die mediokren Molche
    verbergen im Gewand die alten Dolche
    und werden dich verlässlich damit spießen.

  • Lieber Mann sein und schlauDatum27.03.2009 11:48
    Thema von oliver64 im Forum Liebe und Leidenschaft
    Ja, ich weiß, da schwimmen Blut und Kotze,
    hoch hergegangen ist es, alle stoned.
    Die kleine Püppi, weißt schon wer, die Fotze,
    die, die seit Kurzem gegenüber wohnt.

    Die kam um Eins und wollte sich beschweren.
    Oh, Mann, ich habe selten so gelacht.
    Sie meinte spitz, mit wem sie zu verkehren
    gelüste, sei wohl Thema dieser Nacht.

    Ich sagte: „Schwester, ist das denn ein Wunder?
    Du lebst allein, kein Stecher kommt hier rauf!
    Schon munkelt man, du wärst ’ne olle Flunder
    und fragt sich jetzt, wer macht die Dose auf?“

    Und weil dann alle Partygäste grölten,
    war die natürlich doppelt provoziert.
    Sie sagte kühl, wer hier am besten ölt, den
    nähm’ sie gleich mit, dass er den Motor schmiert.

    Nun rate mal, wie da die Meute drängte
    und schob und schubste, das war eine Schau!
    Frag mich nicht wie, am Ende jedoch zwängte
    ich mich hindurch und später in die Frau.

    Ja, es ist wahr, die ließ sich von mir poppen,
    na, wie man’s nimmt, ich habe es versucht,
    war voll im Schwung, du weißt, mich kann nichts stoppen
    und später habe ich mich dann verflucht.

    Ja, warte doch, da gibt’s schon was zu motzen
    Und nein, ich bin und war auch nicht verklemmt,
    doch die, die ist ein Mann! Ist das zum Kotzen?
    Es ist mein Ernst, ich hab ’nen Kerl gestemmt!

    Und nicht nur das, wir war’n da g’rad am Machen,
    auf einmal reißt’s mir fast den Schwengel ab!
    Ich hör’ die alte Sau noch immer lachen
    und das verfolgt mich sicher bis ins Grab.
  • Angela della morteDatum20.04.2009 11:43
    Thema von oliver64 im Forum Gesellschaft

    Ich wünschte mir
    zum nächsten Amoklauf,
    dass ein vor Schmerzen durchgedrehtes
    Mitglied der Regierung
    seine Schützenwaffe auf den Rest
    des Kabinettes richtete.

    Wenn die dann aufgebahrt
    Und öffentlich betrauert würden,
    möchte ich erleben, ob
    die davon gekommenen Amphibien
    auch DIESEN 15 nicht
    den Wert der Schützenbrüderstimmen
    zugeständen.

    Ich fürchte nur,
    das Stimmvieh
    würde lauter blöken,
    als nach den namenlosen Toten.

    Wenn wir jedoch
    genau so zynisch
    wie unser Todesengel sind,
    dann müssen die nicht
    abgeschossen werden.
    Den Staatsakt
    können wir uns
    sparen.

  • en plein airDatum21.04.2009 12:24
    Thema von oliver64 im Forum Kunst


    "Passé de l'extérieur"
  • Krise? Welche Krise?Datum27.04.2009 10:55
    Thema von oliver64 im Forum Gesellschaft

    Ich bin ein kleines Licht, verstehe nicht, wie diese
    Weltuntergang versprechende, globale Krise
    die Spekulantenbanken, Hedge-Fonds-Manager und fiese
    Jäger der verlorenen Devise
    zeitgleich in derart bodenlose Miese
    abstürzen lassen konnte. Bliese
    ein frischer Wind Erleuchtung in gedankliche Verliese,
    ließ Hinz und Kunz und gerne auch Luise
    begreifen, dass Frau Merkels Expertise
    besagt, es gehe dringend um Akquise
    von frischem Geld für Banken, damit diese
    die Wirtschaft kreditierten. Oh, ich priese
    die Kühnheit der fiskalischen Franchise,
    wenn dieses Geld nicht aus der gleichen Fliese,
    von eben diesen Banken stammte! Hieße
    so etwas nicht Verarsche? Doch! Präzise.

  • ForensischDatum27.04.2009 15:07
    Thema von oliver64 im Forum Humor und Fröhliches

    Ja, macht man nur, Ihr Heinis könnt Gedichte schreiben,
    bis Euch der Sack platzt, bis die Zunge wund
    vom Speicheln und vom Ärsche lecken ist.

    Und doch wird nichts von Euch einst übrig bleiben,
    als ein, zwei Bits auf irgend einem Server und
    ein Link, den man, kaum dass man ihn gehört, vergisst.

    Das alles, was Ihr wort- und gestenreich so von Euch gebt,
    ist nichts als aufgewärmte Pubertät,
    als zwar hormonbedingte Reflexion,

    doch nicht der Außenwelt, in der Ihr lebt,
    vielmehr der inneren Affinität
    zum Selbstbetrug, zur Konvulsion

    der aufgestauten Triebe, Ängste und Neurosen,
    der Eigenliebe, Selbstverklärung, Gier
    nach Anerkennung, Ruhm und dessen Glanz.

    So um Euch kreisend, züchtet Ihr Psychosen,
    entfernt Euch immer weiter von dem Hier
    und Jetzt in Eurem aussichtslosen Tanz.

  • KreaturDatum27.04.2009 16:40

    Ich möchte dich verletzen,
    dir Gründe für ein ganzes Leben geben,
    mich zu hassen.
    Ich möchte dir den Boden
    unter deinen Füßen rauben,
    deinen Glauben
    so sehr erschüttern,
    dass dir jeder Mut abhanden kommt,
    mir wieder zu vertrauen.

    Ich will dein nacktes Elend sehen,
    in Tränen aufgelöste Unschuld,
    Kindesleid, Verzweiflung,
    Einsamkeit, Verlassenheit.
    So schutzlos ausgeliefert
    wie ein nacktes Lamm
    im Rudel dunkelgrauer Wölfe
    sollst du sein.

    Dann können wir vielleicht gemeinsam
    meine Traurigkeit ertragen.

  • De RebusDatum10.05.2009 11:36
    Thema von oliver64 im Forum Gesellschaft

    So lange ich noch atme, nutze ich die Chance,
    mich zu entäußern, alles preiszugeben.
    Denn, dass ich müde ward in meinem Streben,
    liegt an Gestalten ohne innere Balance.

    So aufgebläht, wie destruktiv; sie leben
    ganz ungeniert im falschen Glanz des eitlen Danse
    Macabre. Doch die reine Art wahrt Contenance:
    Sie wird als Mond stets über Hunden schweben.

  • Wie die Trolle zu stinken begannenDatum10.05.2009 12:08
    Thema von oliver64 im Forum Diverse

    Für Alfred "Falder" Wald

    Der alte Grimm erzählte gar zu gern Geschichten,
    beziehungsweise wob er darin ein,
    was ihm direkt zu sagen gar nicht fein
    vorkam und auch nicht war. Doch durch das Dichten

    vermeinte er, die Gegner zu vernichten.
    In seinen Märchen machte er sich klein
    und seine Feinde groß, so soll es sein,
    denn umso tapferer erschien, sie hinzurichten.

    Im virtuellen Kampf mit Bestialien
    schmiss er zwar immer wieder mit Fäkalien,
    doch leckten seine Freunde brav die Klinken

    an seiner Tür im Hause Ritualien.
    Sie hielten seinen Dreck wohl für Fressalien
    und so begannen sie, wie Grimm zu stinken.

  • SaatgutDatum10.05.2009 12:14
    Zeig mir den Baum,
    der nicht in deinen Himmel wächst!
    Kein Zweig erscheint zu abgerissen,
    kein Strauch geduckt genug.

    So grün ist dieser Daumen,
    dessen Setzling Hoffnung heißt,
    der nimmt den Spross als Blüte
    und erntet wörtlich, was er sät.

    Ich sehe dich tagein, tagaus
    auf deinem Acker lesen,
    doch deine Schober bleiben leer.

    Trotz aller Fruchtbarkeit
    wirst du verhungern,
    und mir zuletzt die Felder überlassen.
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