Ich lese gerade und hörte gestern im Fernsehen, dass jetzt nicht auf die Journalisten eingeschlagen werden sollte, wenn die dermaßen übertrieben, überzogen und hemmungslos über Winnenden berichteten. Ich kann mich dem nur anschließen. Auf die Organe, die die Journalisten beschäftigen, könnte allerdings nach Kräften eingeschlagen werden, das bedeutet: Nicht kaufen! Nicht lesen! Nicht schauen! Denn das hat mit Journalismus nichts mehr zu tun. Natürlich besteht ein Anspruch darauf, von dem Geschehen zu erfahren, aber doch bitte sachlich, nüchtern, faktisch und vor allen Dingen gründlich recherchiert!
Ich unterscheide dabei übrigens nicht zwischen der Blöd-Zeitung, die jetzt online sogar eine 3-D-Animation des Amoklaufes feilbietet (als nächstes kommt das Killerspiel Winnenden auf den Markt) und zum Beispiel der Wochenendausgabe der Süddeutschen, die auf 6 oder 7 Sonderseiten alles, aber auch wirklich alles, was nicht zu wissen lohnt, versammelte. Und das sich in diesen Medien jedermann zum Spezialisten aufschwingt, darf auch nicht wundern, angesichts der Schar von Deppen, die sich Spezialisten nennt und dennoch den dümmsten Scheißdreck von sich geben. Da rede ich dann gerne mit.
Die tägliche Berichterstattung über die täglich verhungernden 15.000 Kinder wäre nach Meinung mancher nicht die Aufgabe der Tagesjournalisten, dafür wären die Magazine und Reportagen da. Dem widerspreche ich. Ich weiß wohl, dass die Tageszeitungen und die TV-News da nicht mitspielten, weil sie ihren Dreck dann nämlich nicht mehr verkauft bekämen. Aber deren Aufgabe bliebe es meiner Meinung nach. Denn wie viele Wochen würden wir es wohl aushalten, vom täglichen Blutzoll unserer Wirtschaftsordnung zu erfahren? Statt des täglichen Tittenmädchens auf Seite 3 der tägliche Hungerbauch eines aktuellen Opfers bzw. der am grausigsten zerfetzte Kadaver eines Landminenopfers. Wie viele Arschgeigen würden dann noch die Blödzeitung kaufen? Insofern würde sich dann aber eben auch nichts ändern, schon klar.
Dagegen ist Winnenden cool, spannend, aufregend und ein wenig wie Lotto. Die Berichterstattung ist daher stimmig, da ich mich daran ergötzen kann, überlebt zu haben. Das hätte mir schließlich auch passieren können, denn auch ich fahre mit dem Auto hin und her und manchmal kaufe ich auch eines. Dagegen ist Verhungern langweilig, das tut hier ja keiner außer den Babys, die von ihren Psycho-Eltern nichts zu fressen bekommen. Wenn Tausende beim Tsunami ersaufen, okay, das hat noch Sensation. Aber der alltägliche Horror ist öde und lässt mich am Ende nur schlecht drauf sein. Winnenden dagegen kitzelt meine Sinne. Für zwei, drei Tage. Dann findet sich hoffentlich wieder ein Fritzl oder ein Winnenden-look-alike-contest. Wenn nicht, schauen wir uns auf MTV die Kids an, die den verschärftesten Knochenbruch der Woche feiern oder auf RTL, wie Bohlen die zweitdümmsten Arschgeigen der Nation abmeiert und die dümmsten zu Superstars macht. Denn das kann mir ja auch passieren. Blöde genug bin ich dafür allemal.
Ich warte jetzt nur noch darauf, dass sie bei uns im Fernsehen die explizite Sprache überpiepsen, dann haben wir auch einen Look-alike-contest gewonnen. Das Fin-de-siecle kommt heuer etwas später, aber es kommt. Und dann gibt es endlich wieder für alle auf die Fresse und wir können für zwei, drei Jahrzehnte brav und angepasst wieder aufbauen, bevor wir erneut auf dumme Gedanken kommen. Im Ernst: 64 Jahre Frieden, das ist doch zum Auslaufen langweilig, kann da nicht endlich mal etwas Aufregendes passieren?
Irgendwo hatte ich doch auch noch ne Knarre rumliegen?
Ich wäre besser wechselwarm geblieben und tümpeligen Pfründen nie entkrochen. Statt dessen: im Getümmel umgetrieben, rein metaphorisch manches Herz gebrochen,
das jedoch, außer Sehnsucht, nie zu lieben gelernt hat. Amors Pfeil hat nicht gestochen. Betrog ich nur Betrüger, stahl von Dieben? Noch ist das Urteil lange nicht gesprochen.
Die Strafe aber ließ nicht lange warten: Wenn ekle Egel meine Segel setzen und nicht nur Ungeschriebenes verletzen,
in fauligen Gewässern nied’rer Arten den allerkleinsten Lurch zum Laichen hetzen, mit meinen wie mit fremden Zungen schwätzen.
Statt Hähnen sitzen ungestalte Krähen auf Kirchturmspitzen, rufen zum Gebet. Doch nicht Vergebung wird gepredigt, nein, sie säen den Wind, der sich in diesen Tagen dreht.
So eifrig eilt das Volk, die Knie zu beugen, dem Herren, dem die blinde Demut gilt, als Meute ihrem Leittier Folgschaft zu bezeugen nun, da der Wind bedrohlicher anschwillt.
Die Fährte ist gelegt. Sieh, wie sie schmecken! Sie halten ihre Nasen in den Wind und wittern ihre Chancen, Blut nicht nur zu lecken. Der Rausch macht sie für die Erkenntnis blind,
dass auch die Krähen nicht bei allen Wettern in ihren Nestern hocken. Deren Frist läuft ab, wenn Stürme schließlich jeden Turm zerschmettern. Dann krähen sie als Hähne auf dem Mist.
Kaum waren die Molche den Sümpfen entstiegen, bekamen sie Angst vor dem eigenen Mut. Sie wollten nur gehen, beileibe nicht fliegen, doch zu viele fanden das Kriechen noch gut.
In matschigen Mooren sich vorwärts zu winden, zur Not auch mal tauchen im wässrigen Grund, und wie man sich bettet, sich liegend zu finden, schien ihnen der sicherste Rat und Befund.
Sie dümpeln noch heute in brackigen Brühen, die Welt drehte weiter, die Chance war vertan. Wenn rund um die Tümpel die Wiesen erblühen, erinnert sich kaum noch ein Molch an den Plan.
Meinst du im Ernst, Barack Hussein Obama, du gäbst dem Volke, komme was da wolle, in Washington politische Kontrolle? Dann wärst du, was dem WTC Osama,
der Lobbyisten Untergang und Drama. Du glaubst, mit einer Optimistenjolle Amer’ca’s Cup zu holen? Solche Rolle spielt auf der Welt sonst nur der Dalai Lama.
Du glaubst wie er, mit einem Lächeln solche, an Macht und Einfluss überreichen Strolche, fürs Gute zu gewinnen, doch genießen
die ihren Sumpf. Die mediokren Molche verbergen im Gewand die alten Dolche und werden dich verlässlich damit spießen.
Ja, ich weiß, da schwimmen Blut und Kotze, hoch hergegangen ist es, alle stoned. Die kleine Püppi, weißt schon wer, die Fotze, die, die seit Kurzem gegenüber wohnt.
Die kam um Eins und wollte sich beschweren. Oh, Mann, ich habe selten so gelacht. Sie meinte spitz, mit wem sie zu verkehren gelüste, sei wohl Thema dieser Nacht.
Ich sagte: „Schwester, ist das denn ein Wunder? Du lebst allein, kein Stecher kommt hier rauf! Schon munkelt man, du wärst ’ne olle Flunder und fragt sich jetzt, wer macht die Dose auf?“
Und weil dann alle Partygäste grölten, war die natürlich doppelt provoziert. Sie sagte kühl, wer hier am besten ölt, den nähm’ sie gleich mit, dass er den Motor schmiert.
Nun rate mal, wie da die Meute drängte und schob und schubste, das war eine Schau! Frag mich nicht wie, am Ende jedoch zwängte ich mich hindurch und später in die Frau.
Ja, es ist wahr, die ließ sich von mir poppen, na, wie man’s nimmt, ich habe es versucht, war voll im Schwung, du weißt, mich kann nichts stoppen und später habe ich mich dann verflucht.
Ja, warte doch, da gibt’s schon was zu motzen Und nein, ich bin und war auch nicht verklemmt, doch die, die ist ein Mann! Ist das zum Kotzen? Es ist mein Ernst, ich hab ’nen Kerl gestemmt!
Und nicht nur das, wir war’n da g’rad am Machen, auf einmal reißt’s mir fast den Schwengel ab! Ich hör’ die alte Sau noch immer lachen und das verfolgt mich sicher bis ins Grab.
Ich wünschte mir zum nächsten Amoklauf, dass ein vor Schmerzen durchgedrehtes Mitglied der Regierung seine Schützenwaffe auf den Rest des Kabinettes richtete.
Wenn die dann aufgebahrt Und öffentlich betrauert würden, möchte ich erleben, ob die davon gekommenen Amphibien auch DIESEN 15 nicht den Wert der Schützenbrüderstimmen zugeständen.
Ich fürchte nur, das Stimmvieh würde lauter blöken, als nach den namenlosen Toten.
Wenn wir jedoch genau so zynisch wie unser Todesengel sind, dann müssen die nicht abgeschossen werden. Den Staatsakt können wir uns sparen.
Ich bin ein kleines Licht, verstehe nicht, wie diese Weltuntergang versprechende, globale Krise die Spekulantenbanken, Hedge-Fonds-Manager und fiese Jäger der verlorenen Devise zeitgleich in derart bodenlose Miese abstürzen lassen konnte. Bliese ein frischer Wind Erleuchtung in gedankliche Verliese, ließ Hinz und Kunz und gerne auch Luise begreifen, dass Frau Merkels Expertise besagt, es gehe dringend um Akquise von frischem Geld für Banken, damit diese die Wirtschaft kreditierten. Oh, ich priese die Kühnheit der fiskalischen Franchise, wenn dieses Geld nicht aus der gleichen Fliese, von eben diesen Banken stammte! Hieße so etwas nicht Verarsche? Doch! Präzise.
Ja, macht man nur, Ihr Heinis könnt Gedichte schreiben, bis Euch der Sack platzt, bis die Zunge wund vom Speicheln und vom Ärsche lecken ist.
Und doch wird nichts von Euch einst übrig bleiben, als ein, zwei Bits auf irgend einem Server und ein Link, den man, kaum dass man ihn gehört, vergisst.
Das alles, was Ihr wort- und gestenreich so von Euch gebt, ist nichts als aufgewärmte Pubertät, als zwar hormonbedingte Reflexion,
doch nicht der Außenwelt, in der Ihr lebt, vielmehr der inneren Affinität zum Selbstbetrug, zur Konvulsion
der aufgestauten Triebe, Ängste und Neurosen, der Eigenliebe, Selbstverklärung, Gier nach Anerkennung, Ruhm und dessen Glanz.
So um Euch kreisend, züchtet Ihr Psychosen, entfernt Euch immer weiter von dem Hier und Jetzt in Eurem aussichtslosen Tanz.
Ich möchte dich verletzen, dir Gründe für ein ganzes Leben geben, mich zu hassen. Ich möchte dir den Boden unter deinen Füßen rauben, deinen Glauben so sehr erschüttern, dass dir jeder Mut abhanden kommt, mir wieder zu vertrauen.
Ich will dein nacktes Elend sehen, in Tränen aufgelöste Unschuld, Kindesleid, Verzweiflung, Einsamkeit, Verlassenheit. So schutzlos ausgeliefert wie ein nacktes Lamm im Rudel dunkelgrauer Wölfe sollst du sein.
Dann können wir vielleicht gemeinsam meine Traurigkeit ertragen.
So lange ich noch atme, nutze ich die Chance, mich zu entäußern, alles preiszugeben. Denn, dass ich müde ward in meinem Streben, liegt an Gestalten ohne innere Balance.
So aufgebläht, wie destruktiv; sie leben ganz ungeniert im falschen Glanz des eitlen Danse Macabre. Doch die reine Art wahrt Contenance: Sie wird als Mond stets über Hunden schweben.
Der alte Grimm erzählte gar zu gern Geschichten, beziehungsweise wob er darin ein, was ihm direkt zu sagen gar nicht fein vorkam und auch nicht war. Doch durch das Dichten
vermeinte er, die Gegner zu vernichten. In seinen Märchen machte er sich klein und seine Feinde groß, so soll es sein, denn umso tapferer erschien, sie hinzurichten.
Im virtuellen Kampf mit Bestialien schmiss er zwar immer wieder mit Fäkalien, doch leckten seine Freunde brav die Klinken
an seiner Tür im Hause Ritualien. Sie hielten seinen Dreck wohl für Fressalien und so begannen sie, wie Grimm zu stinken.