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  • Foren-Beitrag von Joame Plebis im Thema

    Danke für das Lesen und die damit gedanklich verbrachte Zeit.

    Dann mach nur mit. Aus Deiner Feder trieft bestimmt entweder eine gute Beschreibung
    der Situation oder ein Aufruf, der auch den Korpulentesten bis in die Knochen geht.
    Die Notsituation, in der wir uns befinden, ist noch lange nicht ausgestanden,
    wird es auch nicht bald sein.
    Das Thema sollte uns Energie abgewinnen können, uns vermehrt zu engagieren;
    sogar jeden Einzelnen.

    Zusatz: Entweder hat Dich 'Die Klimakatastrophe' nicht angesprochen und wurde schlecht geschrieben
    oder das Stillschweigen erklärt sich durch eine Zustimmung, wo nicht mehr viel hinzuzufügen ist.
    Überlesen wurde es bestimmt nicht.

  • Thema von Joame Plebis im Forum Besonderes

    KLIMA-Palaver

    Nur Palaver' sagt er laut,
    hört mir auf mit den Berichten.
    Wissenschaft wird alles richten;
    ich bin einer, der vertraut.

    Warum so ein Mords-Theater?
    Wer viel frisst, muss viel aufs Klo.
    Das ist Wahrheit; schon mein Oheim,
    der recht klug war, dachte so.

    Seht Venedig, beispielsweise,
    die Touristen-Metropole,
    wir ersparen uns die Reise,
    den Finanzen sehr zum Wohle.

    Kommen zu uns Tse-Tse Fliegen,
    das ist lästig (by the way),
    schnellstens kann ich diese kriegen,
    kaufe ich Insektenspray.

    Wenn die Nachbarn deppert sind
    und hier Anakondas züchten,
    vom Balkon ein paar entflüchten,
    fangen wir sie halt geschwind.



    Immer hat es Smog gegeben,
    denkt nur an ein Lagerfeuer,
    lässt Gemeinsamkeit erleben,
    ist zugleich auch nicht sehr teuer.

    Alles sollte man nicht glauben,
    viel zu viel wird schlau geschrieben,
    Niemand soll uns Ruhe rauben,
    gerne wird stark übertrieben.

    ---

  • Nochmals über das KlimaDatum21.08.2019 16:54
    Thema von Joame Plebis im Forum Besonderes

    Die Klimakatastrophe

    Präambel:
    Die Kinder nehmen aus dem Schrank
    den Kuchen und den süßen Trank.
    Verdutzt sind sie, der Schrank ist leer,
    wo nehmen wir jetzt Kuchen her?

    Schicke Waren, bunt verpackt, locken von Verkaufsregalen
    Konsumenten, die wir sind, haben oft Entscheidungsqualen.
    Preise lauten ...Komma-Neun aus dem Reich der Phantasie,
    was wir brauchen, wird gekauft, wissen wir auch noch nicht wie.

    Gut sortiert in Reih und Glied, bestens angepasst und prächtig,
    Emulgator, farbverschönt, lacht es karzinomverdächtig.
    Nachgeholfen dem Geschmack, aromatisch abgestimmt,
    Fresslust, die wird angepeilt; wichtig ist, der Käufer nimmt.

    Ein paar Schritte, nächste Reihe: Plastikblumen, Glitzerstifte,
    leuchtend grelle Gummischuhe – unbekannt sind viele Gifte.
    Ob Hormon in Hühnerkeulen, fremde Gene in Tomaten,
    alles werden wir verkraften, bloß wie lange – kann man raten.

    Aufgetischt wird dann zu Hause. Drückt der Tag mit schwerer Schwüle,
    bringt vielleicht ein Ventilator oder Klimakasten Kühle.
    Noch genießen, nicht viel denken – keiner kennt die nächsten Tage;
    Feuer, Fluten, Treibhausgase sind bestimmend für die Lage.

    'Ach, das ist nur Mordsgetöse, aufgebläht in den Berichten.
    Wie kann Abgas von den Autos diese große Welt vernichten.
    CO2, wen kann das kümmern?' denken Maier sich und Söhne.
    Außerdem sind warme Tage, Bad und Grillen doch das Schöne.'

    Weltweit stießen wir vor Jahren, zweiunddreißig Millionen
    Tonnen Kohlendioxide, in die Erdluft, wo wir wohnen.
    Nebenbei noch viele Gifte, von Ozon bis Rußpartikel,
    auch mit Rodung, Industrien, nicht alleine durch Vehikel.

    Schlechte Umweltpolitik, Gier nach Geld und Gier nach Macht,
    das sind wesentliche Fakten einer Uneinsichtigkeit.
    Spät für Umkehr zur Vernunft, die bisher noch nicht erwacht.
    Gletscher-, Arktiseis zerschmilzt; es beginnt ganz neue Zeit..

    Grönland-Eis mit seiner Masse, hebt das Meer um sieben Meter,
    'Land im Wasser' wird es heißen; Nöte derzeit nicht zu ahnen.
    Nahrungsmangel, weltweit Hunger, überall ein Mords-Gezeter;
    aus den Sümpfen, aus den Wüsten ziehen Flüchtlingskarawanen.

    Folgen waren längst bekannt, zaghaft war nichts unternommen!
    Lobbyisten, sind meist stur, ihre Geldlust will nicht enden;
    Massengräber stören nicht, denn Profit ist stets willkommen.
    Klimawandel findet statt – Werbung lockt uns zum Verschwenden!

    ---

  • aktueller den jeDatum20.08.2019 02:29
    Thema von Joame Plebis im Forum Besonderes

    Schon vor etlichen Jahren, als der Klimawandel noch gar kein brennendes Thema war, wurde dieses Gedicht geschaffen.
    Mit Eurer Erlaubnis würde ich es gerne wieder hereinstellen, da es meiner Meinung nach gut in die jetzige Zeit passt:

    Klimawandel


    Sie schlagen der Erde die blutigsten Kerben,
    und ihr Egoismus verklebt den Verstand,
    es gibt kein Gewissen, was Nachfolger erben:
    viel Müll, viel an strahlenden Giften und Brand.

    Die treibende Kraft ist wie immer das Geld,
    um das zu vermehren, wird mehr noch entfacht:
    zerstört wird mit Genen auf Acker und Feld,
    durch Brandrodung Wälder zu Wüsten gemacht.

    Die Eisberge schmelzen hinein in die See,
    gedrängt wird das Wasser der Meere ins Land,
    das alles durch uns, durch zu sorglose Hand;
    Zerstörung war immer des Menschen Metier.

  • Foren-Beitrag von Joame Plebis im Thema

    Wir wissen nicht, auf welchem Kontinent er sich derzeit aufhält, was wesentlich ist für die Strafbestimmungen.
    Es genügt ein unsauberer Blickkontakt und schon hat er Schreibverbot. Damit wäre das zermürbende Schweigen zu erklären, wo wir doch interessiert wären, zumindest von seiner sprachlichen Rehabilitation etwas zu erfahren.
    Ob wir an seinen Socken weiterstricken sollen, die er sich für den Winter wünscht, weiß keiner von uns.

  • Es muss seinDatum16.07.2019 02:37
    Foren-Beitrag von Joame Plebis im Thema

    So einfach ist es gar nicht. Der schöne Zettel, der üblicherweise als Aushang der an Vitalität Ausgeschiedenen beim Magistrat prangt und den voyeurhaften oder ängstlichen Blicken ausgesetzt ist, soll eine ansprechende Form haben,
    schlicht und nicht überladen sein, aber zugleich aussagekräftig mit womöglich einem Bild, durch das sofort die Erkenntnis kommt: ja, da schaust her, den habe ich doch gekannt! Besonders das Bild macht mir zu schaffen, wo der Versuch, nicht zu gut geschminkt zu wirken mit meiner Eitelkeit in Konflikt kommen. Aber ich arbeite daran, eine annehmbare Lösung zu finden, dabei stets mit einem Seitenblick auf die rasende Zeit.

  • Es muss seinDatum15.07.2019 02:29

    Schon seit geraumer Zeit bin ich beschäftigt, vieles in meinem Leben zu ordnen. Ein großes Gebiet davon ist mein Papierkram, der schon zu große Dimensionen angenommen hat.

    Endlich habe ich mich aufgerafft und meine Abschiedworte gewählt.
    Ohne nähere Angaben von Umständen oder Alter, ohne irgendwelche Hinterbliebene anzuführen, wird es ein einfaches Gedichtchen sein, ein Bild von mir und der Name.
    Diese Zusammenstellung war keine große Leistung, doch trotzdem mühsame Denkarbeit für mich,
    die ich endlich abgeschlosssen habe.

    Ich suche nur noch eine Seite, um es samt Bild hochladen zu können.

  • ImmortalitaDatum15.07.2019 02:13
    Foren-Beitrag von Joame Plebis im Thema

    Immer wieder müssen wir merken, nur die unschuldige Natur kann uns etwas Trost geben. Sie alleine kann der Fluchtort sein, wenn nicht mehr erträglich ist, was wir ertragen müssen.
    Und doch ist es paradox, denn alles was uns widerfährt, ist im weitesten Sinn durch die Natur begründet. Wir brauchen sie, die zugleich eine 'Schuldige' ist. Auf das Wort 'schuldig', könnte einmal näher eingegangen werden, denn es gibt keine Schuld. Dieses Gefühl wurde uns gleichsam anerzogen, spielte in unserem Werden eine große Rolle, wenn auch fälschlicherweise.
    Wir suchen oft nach Schuld, suchen schnell eine Verantwortung und überhäufen uns mit unnützen Vorwürfen.

    Entscheidend ist für uns der Zustand, in dem wir uns befinden, der nicht erfasst werden kann, weil er oft so ungeheuerlich mit weitreichenden Auswirkungen ist.

    Sich in einer total veränderten Welt zurechtfinden, sie zu ertragen, das ist, was zählt.
    Ein allgemein gültiges Rezept, wie das ein Einzelner schaffen soll, gibt es nicht.

    Als soziales Wesen mit Kontakten werden wir oft betrachtet; der eine mehr, der andere weniger. So müsste der sozialen Struktur auch ganz wesentlich die Aufgabe zufallen, in Ausnahmesituationen, regulierend einzuwirken, zu unterstüten, beraten, etwas leiten und Zuspruch geben, besonders mitfühlend zur Seite zu stehen. Das ist aber leider nicht immer der Fall. So kommt es, dass Betroffene alleine versuchen müssen, eine untragbare Last alleine zu tragen und irgendwie damit fertig zu werden.

    Das Mindeste ist, verstehen zu wollen, soweit wie möglich durch unsere Emotionen zu bestätigen, auch ergriffen zu sein, die Situation etwas zu verbalisieren mit dem ständigen Augenmerk, zu verhindern, eine tiefe Depression zuzulassen.

  • Wegen der Spucke (ca. 2013)Datum10.07.2019 20:09
    Foren-Beitrag von Joame Plebis im Thema

    Keine Bange, das ist nur meine Kritik nach geraumer Zeit zu diesem Geschriebenen. Ich habe mir nur selbst ordentlich die Meinung gesagt, da ich unzufrieden bin mit so einer lauwarmen Story.

  • Wegen der Spucke (ca. 2013)Datum10.07.2019 01:40
    Foren-Beitrag von Joame Plebis im Thema

    Auch ohne besondere Ausbildung auf dem Gebiet der Literatur erkenne ich eine gewisse Banalität der Geschichte, die mit keinem besonderen Höhepunkt aufwarten kann. Es fehlt Faszination, die in dieser gequälten Geschichte einfach nicht da ist.
    Diese knappe und schroffe Bemerkung will ich hinzufügen. Glücklicherweise treffe ich mit dieser Kritik nur ein steinernes Gemüt. Selbstverständlich kann auch hier, wie eigentlich bei allen Schreibarbeiten, die Aussage gelten, dass eventuell für den Leser eine Geschichte daraus wird – oder auch nicht.

    Joame

  • Foren-Beitrag von Joame Plebis im Thema

    Ich hafte für nichts.

  • Wegen der Spucke (ca. 2013)Datum07.07.2019 14:02

    Wegen der Spucke

    Das hättest du nicht sollen, einfach unauffindbar untertauchen.
    War es der Grund, weil ich mich bei Dir einquartiert hatte und deinen Pfannkuchen aß und auch sonst von allen Annehmlichkeiten deines gehobenen Standards profitierte? Dass dich das so schwer trifft, hätte ich nie geahnt.

    Du erinnerst dich doch noch, wie alles begann?
    Es ist bestimmt schon vier Jahre her – als wir gemütlich zusammen saßen und einen Kaffee genossen?
    Es war im Straßencafé neben den Linden, wo Deine Bekannte als Serviererin arbeitet und Dir zuliebe so einiges vergaß, in die Kassa zu tippen. Sie war eindeutig verknallt in dich.

    Wir beobachteten dort, leger hingestreckt, die Vielfältigkeit der Menschen, die an uns vorüber gingen; das taten wir öfters.

    Rückblickend fällt mir auf, wie viel du mir voraus hattest, aber nachdem du mein Freund warst, erfüllte mich das eher mit Stolz als mit Neid. Missgunst dir gegenüber kam nicht auf. Ich akzeptierte dich wie du warst, dein gutes Auftreten, deine Intelligenz und Schlagfertigkeit.

    Doch ein Punkt war, wo ein neidähnliches Gefühl in mir auftauchte.
    Ich brauchte nur an Deine fürsorgliche Mutter zu denken, die dich morgens bis abends verwöhnte, dir Wünsche von den Augen ablas und für Dich täglich viele Stunden in der Küche stand.
    Eine freundliche und nette Dame, der man stets ansah, wie viel Freude es ihr machte, ihren lieben Sohn zu verwöhnen und zu umhegen.

    Überhaupt hast du mir immer schon, seit Beginn unserer Freundschaft, gewaltigen Respekt eingeflößt, weil Du geistig bewundernswert flexibel und äußerst kreativ warst. Stets hattest Du neue Ideen, die zwar ungewöhnlich, aber nicht absurd waren. Eine deiner Fähigkeiten will ich nicht unerwähnt lassen,
    die Fähigkeiten zielsicher und meistens auch treffend, die Menschen, egal welcher Art, gut einzuschätzen.

    Das hast du auch am bewussten Tag bewiesen als wir im Linden-Café vor uns hinlümmelten. Wir sahen den bulligen Schwergewichtler, der bestimmt mehr als eine Handbreite über zwei Meter groß war und unzählige Tätowierungen an den Armen und sogar im Gesicht hatte.
    Als er noch in einer Entfernung von etwa einhundertfünfzig Metern war, machtest du mich aufmerksam und sagtest "wetten, der kommt an unseren Tisch?"

    Genauso war es auch. Nicht dass wir ihn angestarrt hätten. Wir spielten die Unbefangenen, als wären wir in einem Gespräch vertieft. Da stand er auch schon vor uns und blähte sich richtig auf. Es war ihm anzusehen, er war auf Streit aus und machte einen sehr aggressiven Eindruck; mir unverständlich, wo wir ihn doch gar nicht kannten.

    Du, zwar etwas bleich (er war ja auch sehr beeindruckend in seiner Masse),
    hobst einfach den Kopf und sahst ihn fest an. Dabei brummtest du in deiner tiefsten Stimmlage gedehnt: "Willst du ein bisschen von meinem Kara-tee trinken?"
    Irritiert schien der Pflock zu nachzudenken, dann kam ihm offensichtlich die Erleuchtung. Eine kleine wegwerfende Bewegung mit seiner linken Hand und er entfernte sich von unserem Tisch. - Haarscharf und wir wären in einen Handgreiflichkeit hineingeraten, dazu noch mit wahrscheinlich sehr einseitigen Folgen.

    Erst nachher machtest du mich auf meine Schweißperlen auf der Stirne aufmerksam; aber nicht nur mir tropften sie herunter, auch bei dir schien es ein verspäteter Ausdruck der Anspannung zu sein, die sich allmählich löste und dann in Ausgelassenheit und Blödelei entlud.

    Wir waren mit einem gestärkten Selbstbewusstsein länger als geplant geblieben und tranken noch eine Melange, in genießerischen kleinen Schlückchen. Du bist ein einmaliger Erzähler von Witzen.
    Ich hing förmlich an Deinen Lippen. Wegen der Pointen und deinen gelungenen Grimassen musste mich förmlich 'zerkugeln'.
    Aus einer Laune, einfach Übermut, hast Du mir so nebenbei in den Kaffee gepustet. Wenn auch für das Auge nicht sichtbar, war dabei nicht zu verhindern, dass winzige Tröpfchen Deines Speichels mit dem Pusten in meinen Kaffe gelangten. Ich reagierte äußerst verärgert. Aber es war nicht mehr rückgängig zu machen. 'Was sollte auch schon geschehen, daran geht doch kein Mensch zugrunde.' Das war Deine Meinung, für mich aber war es ausgesprochen unhygienisch.
    Mit Deiner Erklärung „ ich hab’ ja eh keine Karies“ schien die Sache abgetan zu sein und wir waren schon bei einem anderen Thema angelangt.

    Ich vermute, ab diesem Tag waren wir so etwas Ähnliches wie Blutsbrüder.
    In diesem Falle sollte man es Spucke- oder Speichelbrüder nennen. Wir verabschiedeten uns nach einer weiteren Stunde und vereinbarten ein baldiges Wiedersehen.

    An diesen Vorfall dachte ich gar nicht mehr, auch nicht als mir nach einigen Tagen die Haare ausfielen, richtig büschelweise.
    Ich starrte mich im Spiegel an und konnte es einfach nicht fassen. Das ging einige Tage so, bis nichts mehr da war, was ausfallen hätte können.
    In der Zwischenzeit besuchte ich wie üblich meine Freundin, die meine zunehmende Kahlköpfigkeit sehr locker nahm, sogar einige Späße darüber servierte. Ihre Hauptinteressen konzentrierten sich auf andere Gebiete.

    Sie war eine angenehm anspruchslose Partnerin und so ferne ihre Interessen, die bei Geld, Kleidung und Sex lagen, nicht berührt wurden, schien ihr alles gleichgültig zu sein. Nur machte sie mich auf zunehmenden Mundgeruch aufmerksam. Erst drückte sie sich vorsichtig aus, dann sagte sie es mir brühwarm direkt.

    Sie verwendete sogar Worte wie 'du stinkst wie ein Pavianarsch'. Woher will sie diesen Geruch kennen, fragte ich mich. Ach ja, sie war ja einige Zeit leidenschaftliche ehrenamtliche Pflegerin in einem Zoo.
    Sonst hätte sie gar nicht einen solchen Vergleich anstellen können.

    Bei der Morgenrasur ignorierte ich einfach meine obere Gesichthälfte, was mir gar nicht schwer fiel, da der Spiegel etwas zu nieder hing. Ich blieb stramm stehen und bog die Knie nicht durch, wie ich es üblicherweise getan hatte.

    Sorgfältiger als sonst putze ich mir die Zähne, verwendete brennend scharfes Mundwasser. Nach dieser für mich anstrengenden Zeremonie genehmigte ich mir einen Kognak, der dem eventuell noch verbliebenen Mundgeruch den Rest geben sollte.

    Aufgefallen war es mir bei der Rasur schon, wie ich eine gewisse Ähnlichkeit mit dir hatte; einerseits freute es mich, warst du doch mein bester Freund.

    Diese Ähnlichkeit nahm zu und sollte noch weiter zunehmen, als eines Morgens bei der Restgeruchvertilgung mittels Kognak, so mir nichts dir nichts, meine Schneidezähne im Glas waren.
    Ich ging hin zum Spiegel und öffnete meinen Mund voller Staunen; ich mußte feststellen, ich hätte ich ein Zwilling von dir sein können; sonderbar!

    Etwa eine Woche war seit unserem letzten Treffen vergangen, seitdem ich die von dir modifizierten Melange getrunken hatte. Wir waren wieder verabredet, wollten wieder gemütlich beisammen sein und unsere Späße treiben.
    Ich sollte dich abholen, den kurzen Weg wollten wir wegen der so gesunden Bewegung zu Fuß gehen.

    Nach zweimaligem Klingeln an deiner Tür hörte ich Schritte, es wurde aufgeschlossen und die Schritte entfernten sich wieder zurück ins Wohnungsinnere. Deine Mutter war vermutlich sehr beschäftigt
    und schnell wieder in die Küche geeilt, damit die Milch nicht überlief oder der Pfannkuchen nicht anbrannte.

    Nachdem mir die Räumlichkeiten durch meine unzähligen Besuche gut bekannt waren, trat ich ein, schloss die Tür hinter mir und schlenderte durch den Vorraum Richtung Küche.

    Genau, wie ich gedacht hatte: es gab Pfannkuchen! Ich roch ihn und der Duft machte mich schlagartig hungrig. Durch den Türspalt zur Küche sah ich, wie deine Mutter beschäftigt war, den Kuchen zu wenden.

    "Hast du die Post mitgebracht?" rief sie, nicht ahnend, dass es nicht ihr Sohn war, sondern ich, sein Freund.

    Um das Missverständnis aufzuklären. öffnete ich die Küchentür, trat ein und sagte mein freundlichstes "Guten Tag!" Deine Mutter sah mich an, hantierte weiter, wandte sich dann abermals mir zu, wobei ihr Blick abschätzend wurde.
    "Dieses Hemd, das du anhast, kenne ich gar nicht. Wann hast Du es gekauft?
    Wo ist die Post, mein Junge? War etwas Wichtiges dabei?

    Eine halbe Stunde später wurde mir der Vanillepudding mit Schokosoße serviert. – So begann es.

  • Foren-Beitrag von Joame Plebis im Thema

    Zwar ist die Geschichte "Wegen der Spucke" vorläufig nicht mehr lesbar ( ich werde sie wieder einstellen), doch wenn wir sie als wahre Begebenheit hielten, hatte die Zeit doch etliche Höhen. Gab es seinerzeit von Dir einen Kommentar darauf? Falls nicht, wird die Möglichkeit dazu geboten.

    Joame

  • Seitdem Datum29.06.2019 09:27
    Foren-Beitrag von Joame Plebis im Thema

    Liebe Lesende und Kommentatoren!

    Es wäre falsch, Einwänden, die zu Recht angebracht sind, zu widersprechen. Viele Argumente fielen mir ein, das Vorhandensein der unbeholfen wirkenden Reime zu erklären. Mcberry weist oft behilflich auf literarische Komponenten hin, die von manchem, den Schreiber inbegriffen, unerwähnt blieben.

    Der Anhäufung der 'Nicht', speziell in der letzten Strophe, könnte alleine schon mit der Umformulierung in die Frage 'wie wird es ungeschehn' entgegengewirkt werden. Nur fände ich die rhetorische Frage nicht angebracht, wo doch die Antwort besonders klar vorhanden ist und deshalb die Aussage leider zu hart wirkt, indem sie knapp gegeben wird.

    Die Stellungnahme von munk ist von feinster Ausdrucksweise und diplomatischem Gespür gleichermaßen durchdrungen.

    Besonders wenn uns hier nicht immer danach zumute ist, nach Worten zu suchen und wir am liebsten hinausbrüllen würden ein einziges Wort "Wahnsinn!", das der Realität am nächsten kommen würde, weist das Bewahren der Fassung darauf hin, wo wir uns befinden. Genau das wieder kann zugleich als eine Beschönung empfunden werden gegenüber der Realität und ihrer Grausamkeit.

    Es gibt zu viele Aspekte, auf die zum derzeitigen Zeitpunkt nicht eingegangen werden sollte – wenn, vielleicht irgendwann einmal. Daran scheitert auch jeder Widerspruch, die anspruchlose Form des Beitrages rechtfertigen zu wollen.

    Alleine schon von munk und mcberry hier zu lesen, was auch immer, ist ein Lichtblick.

    Gruß
    Joame

  • Seitdem Datum27.06.2019 17:22

    Mir welken Tage tränenschwer,
    die ich erleiden muss;
    seit einem allerletzten Kuss
    ist alles trostlos leer.

    Ein Tag wird niemals ungeschehn,
    seitdem ist Denken Qual,
    mir wurden alle Farben fahl,
    ich kann dich nicht mehr sehn.

    Die Zukunft gibt es plötzlich nicht,
    und jede Freude flieht,
    wenn Bild um Bild vorüberzieht,
    was schmerzvoll mich zerbricht.


    Ich suche Trost, den es nicht gibt
    – es wird nicht ungeschehn.
    Die Zeit zurückzudrehn,
    gelingt uns nicht.

  • Liebestraum(a)Datum24.06.2019 11:38
    Foren-Beitrag von Joame Plebis im Thema

    Guten Tag, lieber Munk!

    Im mündlichen Vortrag kann das 'Sieh"' nach dem Absatz berechtigt, ein Aufmerksamkeit einmahnender Hinweis sein, den ich bei der schriftlichen Version beiseite ließe.

    Ein Leser, nicht mit dem Gedicht zugrunde liegenden Ereignissen vertraut, wird es schwer haben,
    den Beschreibungen verstehend folgen zu können. Er könnte aber dennoch daraus entnehmen:
    Liebe und Schmerz, Erinnerung und Verzweiflung.

    Könnte er es nur tatsächlich, nähme er doch Schmerz und Verzweiflung von Dir!
    Mögen diese, wie Du sie bezeichnest 'sanftmütigen Erinnerungen' überwiegen und
    etwas Balsam sein, die Verzweiflung zu besänftigen.

    Gruß
    Joame

  • Ein frohes Pfingstfest 2019Datum10.06.2019 01:33
    Foren-Beitrag von Joame Plebis im Thema

    Für die gutgemeinten Wünsche danke ich und sende Euch allen freundliche Grüße von mir dazu.

    Joame

  • Inversion am KreisDatum19.05.2019 02:53
    Foren-Beitrag von Joame Plebis im Thema

    Mac war schon immer so. Was nicht auf ihn zuströmte, betrachtete er als unnütz.
    Schon als Säugling wimmerte er, wenn ihm die Bücher zu schwer waren, unter denen er durchkroch.
    Keiner wusste, dass er sich mit Absicht dabei recht viel Zeit ließ,
    um die Fluktation der Geraden zu berechnen, die seiner Meinung nach, immer am Ausgangspunkt
    endete.
    Mir scheint, das hat sich bis heute nicht geändert. Eher hat er seine Anstrengungen vermehrt,
    seine Berechnungen zu komplettieren. Panikartige Anfälle überkommen ihn beim Gedanken,
    jemand könne schnellere Gedankengänge haben als er und vorzeitig den Kreis als Gerade entlarven.

  • Foren-Beitrag von Joame Plebis im Thema

    Die eigene Erfahrung lehrte mich, Bilder und Begebenheiten nicht zu verdrängen. Immer wieder Erinnerungen hervorholen wie ein kostbares Gut, das sie ja sind; insbesondere schöne, vielleicht auch lustige Momente, nach-erleben.
    Es schmerzt, doch langsam kommt das Begreifen für vieles, das man jetzt nicht erfassen kann. Ein Vergessen wird es nie geben.

  • Foren-Beitrag von Joame Plebis im Thema

    Lieber Munk!

    Eine anschauliche Annahme, Unglück schärfe das Glück.
    Es kann vorkommen, wo zu viel geschärft wurde, zu viel!
    Nachher sind keine Sensoren für Glück mehr vorhanden.

    Joame

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