Bis bald! Ein Lächeln. Ferne Blicke.
Umdreh'n. Weiter. Immerfort.
So sehr ich es auch unterdrücke,
ich bleibe steh'n. Nicht hier. Kein Wort
wagt sich aus meinen Lippen,
denn Abschied spricht man stets allein.
Wie weiten sich die Abschiedsklippen -
kein Satz kann jemals Brücke sein.
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Manchmal bin ich angeätzt und schreib im Aze-Ton
Manchmal kotzt mich alles an und ich schreib megaphon
Manchmal sprech Tabus ich an im Ungeniertheitston
Manchmal provozier ich auch gern ím Geschenkkarton
Manchmal bin ich Stenotyp und stanz mich monoton
Manchmal mein ich Pentagramm und schreibe Pentagon
Oft sind meine Texte deshalb fünffach polyphon -
Manchmal bin ich auch sehr nett und schreib im Plauderton
Manchmal hol ich mir die Worte tief aus dem Siphon
Manchmal bin ich stur und steif und starr wie Poroton
Neulich dachte ich zurück und wurde frankophon
Manchmal bin ich auch verletzt und wähl den Flüsterton
Allen andern gleich hass ich den Chef von Washington
Mikrophon heisst für mich stets nur: Überzeugungston
Manchmal lese ich sehr gern und dann gern Feuilleton
Manchmal pappnas ich mich gern zum Papp(er)lapappkarton
Wer bin ich? Ach ihr ahnt es schon, ich bin der ...
Ich bin klein und allgemein von gräulicher Gestalt,
reife schnell, bleib ewig jung, und werde doch nicht alt.
Manchmal blüh ich rosa, dann bin ich menschgemacht.
Nimmst du mir auch die Glieder, so knospt erneut die Tracht.
Das Glied von der Locke (Oder: Der Klöppel)
Gilde oder Volksdance?
Vivos voco (Ich rufe die Dichtenden)
Mortuos plango (Beklage die Zoten)
Fulgura frango (Spreche Witze)
Fast versauert in Beschwerden
Darbt die Dichtung, ausgebrannt.
Heute muss die Gilde werden.
Frisch Begabte, an die Wand.
Von der Birne weich
Wächst der Machtbereich,
Soll ihr Bund die Meister lieben,
Weiter aus dem Abschaum sieben?
Zur Gilde, die wir balde leiten,
Geziemt sich wohl das Plätzchen dort;
Inmitten Dichterlandes Weiten,
Erbauen die uns ein Resort.
So laßt uns das Geschmeiß betrachten,
Das schlecht von Ritzratzherzschmerz singt,
Man muß doch ihren Scheiss verachten
und dem nicht helfen, der so klingt.
Das ist's ja, was uns Edle zieret,
Wir stehn auf unserm hohen Stand,
Damit der Abschaum unten spüret,
Wer herrschet im Gedichteland.
Nehmet Holz von Adelsköpfen,
Avantgardepoetenfein,
Dass wir an den hohlen Schöpfen
uns noch möglichst lange freu'n.
Kocht der Worte Brei,
Schnell ein Sinn herbei,
Dass die Sorte: Dichterlese
Nur nicht allzubald verwese.
Was in des Darwins tiefer Grube
Das Pack mit ohne Hülfe baut,
Hoch in des Adels Oberstube
Da wird es lächterloh und laut.
Wie die dort unten sich so plagen
Und stetig werkeln am Resort
Und doch nur über Liebe klagen
Und gar nicht merken: Stets im Chor.
Was unten tief dem Grubenwurme
Das windende Verhängnis bringt,
Das wächst und wächst auf seinem Turme,
Und merkt nicht wie es dabei sinkt.
...
Herauf! herauf!
Gesellen Edle, schließt die Reihen,
Dass wir die Gilde taufend weihen,
Schickeria soll ihr Name sein,
Zur Eintracht, zu herzinnigem Vereine
Versammle sich die liebende Gemeine.
Und dies sei fortan ihr Beruf,
Wozu der Plebs sie uns erschuf!
Hoch überm niedern Grubenleben
In einer hübschen heilen Welt
Soll Sie sich auf den Thron erheben
(Wenn auch mal einer runterfällt.)
Soll eine Schicht sein von ganz oben
Und der Gehirne helle Schar,
Die ihre Schöpfe gütlich loben
Hofieren sich so wunderbar.
Nur Versen die vorzüglich klingen
Sei ihr hohes Ohr geweiht,
Und eierkraulend stets am Swingen
Vertreibe man sich hübsch die Zeit.
Den Spöttern leihe man die Zunge,
Selbst herzlos, ohne Mitgefühl,
Belecke man mit Zungenschwunge
Olympiziös das Glockenspiel.
Und wie der Orgienklang vergehet,
Der mächtig tief ins Tal geschallt,
So lehret die, wo man bestehet,
Wenn alles Irdische verhallt.
Jetzo mit der Kraft des Stranges
Bringt die Gilde in die Gruft,
Dass sie in das Tief des Hanges
Sinke, in die Dichterkluft.
Reisse, Pack, zieh an der Leine!
Fälle die Eliteschweine!
Freude, dieser Schluss bedeute:
Friede sei mit ihr - der ganzen Meute.
Im Kreuzschritt Marsch,
verschränkend mit den Armen,
mit durchtrainiertem Arsch
und ohne Erbarmen,
im Business-Dress
der Luxusbody -
der Blick sitzt kess:
Moderne Lady.
Sei hart sei stark sei stet und ständig,
sei noch härter
und noch wendig.
Schreite, und schau nicht zurück:
Weiter, weiter Weg zum Glück!
Blaue Augen stecken Bahnen,
die kein Hindernis ertragen;
stechen schneidig Siegesfahnen,
die Sie mannshoch überragen.
Blasse Massen bilden Gassen
die Prinzessin durchzulassen.
Ich steh drin und seh genau:
Schmales Kinn und stählern grau,
Führerin der Powerfrau:
ist Disziplin und wie ich schau
auch Malerin im Augenblau.
Hart sei stark sei stet und ständig,
sei noch härter
und noch wendig.
Schreite, und schau nicht zurück:
Weiter, weiter, Weg Zum Glück!
Die Gasse breitet ihre Weite.
Die Masse staunt - noch: Weiter, schreite!
Ich allein steh fest und sehe
ihre Mühe aus der Nähe:
Seh die übertünchten Falten,
hungertoten Wangenkuhlen,
Kissen, die die Brüste halten,
maskenhaften Augenhöhlen -
Als für einen Augenblickfang
Ihre Sicht zur Seite streift,
mich erblickt und mich ergreift
und doch wieder von dannen schweift.
So hart so stark so stet und ständig
und noch härter
nur nicht wendig
schreitet Sie nun Stück für Stück
weiter weiter weg zum Glück.
Doch mögen Ihre Schritte auch verhallen -
hier ließ Sie Ihre Maske fallen.
Auf diesem Markt
standen sich die Krämer
die Plattitüden platt.
Jeder hatte seinen festen Stand
Punkt, genau platt-ziert.
In der Auslage:
Seine Ablage:
Kram.
Und dahinter ?
Der Krämer
nach Blickfängen kramend:
Von Kunden.
Doch da kamen keine!
Doch, da gingen sie:
Vorbei!
"Wohin geht ihr?"
"Ständeaufbauen!"
Der arme Krämer.
krampfte, kreischte
krempelte die Ärmel hoch
seinen Kram um,
legte die Auslage neu aus
und die Ablage neu ab,
die Blickfänge neu an
und andere Krämer um.
Die vermeintlichen Kunden bezogen derweil Stellung
und zierten ihren Stand
im Gedränge.
"Warum kümmert keinen mein Kram?" Schrie er.
"Kümmere dich um deinen eigenen Kram!"
Schrien die Krämer.
Und wie er sich kümmerte!
Und wie er sich kümmerte,
da wirbelte er ein unbeschriebenes Blatt auf,
dem kein Kram stand,
aus dem Kram in seinem Stand auf.
Um das er sich gleich kümmerte
und verzweifelt schrieb:
Kram! Meine Not...-
Doch bevor er dies unschuldige Blatt
weiter schänden konnte,
mit seinem Schmerz,
entriss es sich seinen Pranken
und wehte verwundet,
doch vogelfrei davon.
Es tanzte im Wind,
warf sich wild in jede Böe,
stellte sich auf Luftsäulen aus,
freien Atem zu hauchen,
und hatte nur den Himmel zur Bühne,
denn es fing,
verfänglich wie es war,
die Blicke der gierigen Krämer -
bis einer es fing,
Blut leckte
und sah:
Kram! Meine Not...
...Reim...nein...Rat...kommt...nie-
Ein ... Kommentar!
Von diesem Tage an florierte der Handel,
denn der erste Kommentar war defloriert worden,
wie die Krämer Kunden geworden waren.
Es war einmal ein alter Zwerg
man nannte ihn Olbobelerg.
Er kam von einem hohen Berg
den nannte man Pudopelperg.
Dort tat der Zwerg sein Bergmannswerk -
Wie hiess er noch? Olbobelerg!
Und dieser alte Bergmannszwerg
vollbrachte im Pudopelperg
sein hammerhartes Zwergenwerk.
Wer jetzt gut aufgepasst hat, merkt,
das war ein echter Bergwerkzwerg!