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  • TatortDatum07.12.2018 08:00
    Foren-Beitrag von gugol im Thema Tatort

    Danke Wilhelm Pfusch für die Würdigung unserer metrischen Spielereien, mit denen wir immer wieder gern arbeiten. Da L A F und ich ursprünglich aus derselben Ecke stammen, haben wir recht wenig Betonungsdiskussionen. Ich kenne solche aber aus der Zusammenarbeit mit einem Norddeutschen sehr wohl. Und grade gestern im Zug stellte mein Mitreisender fest, dass sogar manche Reime von Goethegedichten nur auf Sächsisch gelesen so richtig funktionieren. LG gugol

  • Jahresendralley 2018Datum05.12.2018 20:13
    Foren-Beitrag von gugol im Thema Jahresendralley 2018

    okay, dann kommen wir mal aus aktuellem Anlass zur Sache (morgen ist ja der 6. Dezember). Ich eröffne (gaaanz ernsthaft ) in Mundart:

    Es chlises Värsli für grossi Chind

    Samichlaus, säg du mir mou:
    Hesch du ächt deheim e Frou?
    Hesch es Chindli oder zwöi?
    Isch dä Bart vo hüt ganz nöi?

    I weiss, dass du nid richtig bisch,
    di Mantel e Verchleidig isch.
    Und glich isch's schön, dass du bisch cho
    und für mi öpis mit hesch gno.

    Übersetzung:

    Ein kleines Verslein für grosse Kinder

    Nikolaus, sag du mir mal:
    Hast du wohl daheim ne Frau?
    Hast ein Kindchen oder zwei?
    Ist der Bart von heut' ganz neu?

    Ich weiss, dass du nicht richtig bist,
    dein Mantel nur Verkleidung ist.
    Und doch ist's schön, bist du nun da
    und hast mir etwas mitgebracht.

  • Deutlicher mitgeteiltDatum03.12.2018 07:48
    Foren-Beitrag von gugol im Thema Deutlicher mitgeteilt

    Joame Plebis, ich gehe mit dir einig, dass veröffentlichte Gedichte nach bestem Wissen und Gewissen sauber gearbeitet sein und einen Inhalt von mehr oder weniger allgemeinem Interesse haben sollten. Und ja, es soll hier um Gedichte gehen und nicht um Nebenschauplätze. Dennoch sehe ich ein Forum auch als Arbeitsraum an, und wenn ich so ein bisschen eure Texte aus der Vergangenheit anschaue, ist da manches dabei, was ich als nicht besonders wertvoll für die Ewigkeit erachte (von Schreibfehlern über schräges Metrum bis hin zu schlichtweg unverständlichem). Also sooooo elitär ging es hier auch früher nicht zu und her, was mir im übrigen ganz sympathisch ist. LG gugol

  • würzigDatum03.12.2018 07:32
    Foren-Beitrag von gugol im Thema würzig

    Merci, dennoch glaub ich mehr und mehr, dass L A F's Idee mit "in DER Suppe" irgendwie witziger wäre, mehr Kraft hätte.

  • TatortDatum03.12.2018 07:15
    Foren-Beitrag von gugol im Thema Tatort

    Ich gehe hier ausnahmsweise mit meinem Mitautor nicht einig, ausser dass ich mich ebenfalls bedanke: Pflatsch ist ein süddeutsches und ganz sicher schweizerisch geprägtes Nomen und wird ganz klar mit langem Vokal gesprochen. Es ist nicht dasselbe wie ein "p(f)latsch", wenn der Frosch ins Wasser springt.
    Metrum für alle Strophen:
    XxXxXxX
    XxXxX
    XxXxXxX
    xXxXxXxX
    S4Z3: Ob wer was nach jemand warf?" Es ginge auch: "Ob da wer nach jemand warf?" oder: "Ob da jemand etwas warf?" Beides finde ich aber von der Aussage her nicht besser.

    "Auf dem Boden"... da könnte man unterstellen, die Zeile beginne mit zwei unbetonten Silben. "Hier am Boden" wäre deutlicher gewesen. Insgesamt sind die ersten Silben der Z1/2/3 nicht sehr schwer, aber ob das gleich ein "metrischer Schweinestall" ist?
    Wichtig ist doch, dass man ein System erkennt, eben kein zufälliges Metrum und dass man beim Lesen nicht raus geworfen wird, was zumindest mir nicht passiert (schlechte Aufnahme, aber geht nur um den Lesefluss, nicht um die Perfomance). Ja, die letzte Zeile beginnt mit Auftakt, ja Z2 hat 3 Hebungen. Ich nehme zur Kenntnis, dass so was nicht gefällt. Das/Glas okay, der Vokal von das ist nicht so lang wie von Glas, da geh ich mit, dennoch in Abgrenzung zu "das/dass" deutlich verlängert und mMn nicht zu vergleichen mit Mass/Fass.

    LG gugol

  • TatortDatum02.12.2018 15:49
    Foren-Beitrag von gugol im Thema Tatort

    Später: Danke mcberry für deine Vorschläge. Das kann aber nicht dein Ernst sein, dass du das ganze Spannungspulver schon in Z3 mit "Täter" oder "Verbrecher" verschiessen würdest, wo doch grade mal von ein paar Spritzern die Rede war? Dass es um irgend eine Untat gehen könnte, kommt doch erst viel später ins Spiel. LG gugol

  • würzigDatum02.12.2018 08:09
    Foren-Beitrag von gugol im Thema würzig

    Hey, danke. In der Tat ist er gestern Abend bei einem Essen zum entsprechenden Anlass entstanden. LG, d(e)r gugol ;-)
    Naaa, aber "in der Suppe" hätte schon was, also da muss ich mir doch nochmal Gedanken machen.

  • würzigDatum02.12.2018 07:32
    Thema von gugol im Forum Minimallyrik

    fader herbstnebel
    der strassenarbeiter streut
    salz in der suppe



    ursprünglich: "salz in die suppe"

  • TatortDatum01.12.2018 10:39
    Thema von gugol im Forum Humor und Fröhliches

    Rote Spritzer überall.
    Wer hat das getan?
    Jener täte gut daran,
    er putzte diesen Schweinestall.

    An der Tür ein grosser Pflatsch
    und die Wand versaut.
    Wie mir bei dem Anblick graut:
    Da hatten zwei gewaltig Knatsch.

    Auf dem Boden eine Spur
    durch den ganzen Raum
    aber auch, man glaubt es kaum,
    noch weit hinaus bis in den Flur.

    Splitter liegen kreuz und quer,
    manche messerscharf.
    Ob wer was nach jemand warf?
    An Mord zu denken fällt mir schwer ...

    Hey, ich inspiziere das,
    koste von dem Rot!
    Nein, hier ist nur eines tot:
    Ein Himbeermarmeladenglas.

    L A F / gugol

  • Nonsens?Datum29.11.2018 08:13
    Foren-Beitrag von gugol im Thema Nonsens?

    In Westeuropa wärs genau umgekehrt: Der Galgen ist eine sichere Sache (ob nun ersehnt oder nicht), hingegen auf den Deckenbalken würde ich mich eher nicht verlassen, ausser er stammt aus dem 17. Jahrhundert. LG gugol

  • Sie hat die schönsten Pickel der WeltDatum26.11.2018 10:15

    Eine urschöne Liebeserklärung. Ich mag die Gedanken ebenso gern wie die Struktur, die das Gedicht auch ohne Reime und Metrum auszeichnet. LG gugol

    Klitzekleine Anmerkung: Warum das "und sie" in der zweitletzten Strophe, wo du sonst immer mit "sie" beginnst? Nachdruck verleihen? Oder so ein "und übrigens, schön ist sie auch"?

  • Der letzte Sonntag im NovemberDatum26.11.2018 10:12
    Foren-Beitrag von gugol im Thema Der letzte Sonntag im November

    Merci L A F: nun ist er wieder vorbei, dieser Sonntag, der den Übergang vom Tod in die Hoffnung und das Leben darstellt. Die Leute schmücken nun ihre Häuser anstelle der Gräber mit Lämpchen. Mir persönlich ist das innere Licht wichtiger. Dir und allen eine freudvolle Adventszeit, LG gugol

  • Der letzte Sonntag im NovemberDatum24.11.2018 08:48
    Thema von gugol im Forum Mythologisches und Rel...

    Nebelschwaden wabern um die Friedhofsmauer
    und ich stehe da in meiner grossen Trauer,
    blicke tränenüberströmt auf dieses Grab,
    wünsche mir, ich hätte einen Zauberstab,
    wie ihn sonst ein Kind nur kennt.

    Totensonntag, letzter Tag im Kirchenjahr,
    auf der Turmuhr fünf vor zwölf und um ein Haar
    wäre ich dem eignen Todeswunsch erlegen.
    Was, zum Teufel, spricht in dieser Nacht dagegen?

    Trotz des Nebels setzt sich fahles Mondlicht durch
    und erleuchtet auf dem Grabstein diesen Spruch:
    "Weil sie Gott vertraute, wird sie ewig leben,
    denn sie lernte, sich und andern zu vergeben.”
    Glocken läuten zum Advent.


    Danke L A F fürs Mitdenken

  • LakonischDatum24.11.2018 08:45
    Foren-Beitrag von gugol im Thema Lakonisch

    Ein melancholisches Gedicht von Abschied und Tod, dem das Mövenkind eine wunderschöne lebendige Note verleiht. Ich konnte mich sehr gut in die Szene hineinversetzen, finde die gewählten Bilder passend und stark. Auch sprachlich/formal nichts auszusetzen; der Wechsel von "dein" zu "sie" und zurück zum "dir" ergibt ein feines Spiel mit Nähe und Distanz für den Leser. Chapeau! LG gugol

  • dämmerungDatum24.11.2018 08:35
    Foren-Beitrag von gugol im Thema dämmerung

    Guten Morgen otto, die Mumie in der Vitrine sozusagen? Ja das hat was! Meist wird ja gesagt, ein Gedicht sollte nicht erklärt werden müssen, aber ich sehe es in einem Forum als Chance, ab und zu hinter die Intentionen eines Autors blicken zu dürfen - grade in diesem Beispiel mit der Mumie. Gänse wollen gefüllt werden, Adler brauchen ihre Freiheit. ;-) Nein im Ernst, das "so" ist ja keineswegs falsch, nur halt - naja, ein bisschen auffällig, weil "dem xy gleich" doch eine bekannte Redewendung ist.
    Hauptsächlich freue ich mich darüber, dass mit dir ein User wieder aufgetaucht ist, dem es hier um Gedichte zu gehen scheint und nicht um persönliche Nebenschauplätze. LG gugol (sehr gern begrüsst)

  • dämmerungDatum23.11.2018 21:35
    Foren-Beitrag von gugol im Thema dämmerung

    Nie im Leben würde ich dieses Gedicht mit der Dämmerung in Verbindung bringen. Am Anfang mit einem Herbsttag, am Ende mit Mitternacht vielleicht. Aber he nu, Titel kann/könnte man ja einfach ändern.
    Die Beschreibung des Sturms gefällt mir, wenn ich auch das "so" in S2 für ein metrumgeschuldetes Füllsel halte. Der gedankliche Übergang zu den Mumien (warum verglast?) gelingt mir nicht wirklich, aber danach ist die (kollektive) Erinnerung wieder sehr eingängig dargestellt. In der letzten Zeile würde ich unbedingt das einzige Komma entfernen. Metrisch finde ich den einsamen Auftakt in Z6 ein bisschen schade ("war" betonen und "früh" nicht, geht ja irgendwie nicht). Vorschlag: "Längst schon vergessen, wer weiss, wo es war"
    Insgesamt gern gelesen. LG gugol

  • SchnautzeDatum22.11.2018 21:11
    Foren-Beitrag von gugol im Thema Schnautze

    22:25 Uhr (vorangesteller Nachtrag) Okay, dann hat sich die Geschichte ja aufgelöst. Den nachfolgenden Kommentar stellte ich davor ein, man möge ihn unter diesem Aspekt betrachten. LG gugol

    Hier spielte sich eine Szene ab, bei der ich nicht weiss, ob es eine Ko- oder Tragödie sein soll:
    Es war einmal ein User A (seit geraumer Zeit gesperrt), der postete ein anstössiges Gedicht.

    Drei Wochen später schreibt User B dieses fälschlicherweise (Freud lässt grüssen!) dem User C zu und verfasst einen bösen Kommi. User C nimmt es mit Humor und erklärt, dass er ja nicht Autor eben jenes Gedichts sei. User B löscht im Lauf des Tages seine falsche Anrede, nicht aber den Kommi und dessen Inhalt. Eine Entschuldigung hält er nicht für nötig.

    Dann kommt der Admin ins Spiel und macht den Sack zu:
    Gedicht wird ins Erratum verschoben und User C - der einzige, der sich hier absolut fair verhalten hatte notabene! - wird verwarnt, mit der Begründung, er habe einen fremden Text ins Forum gestellt.
    Wäre es nicht so absurd, wärs zum Heulen....

    Und die Moral von der Geschicht? Viel Sorgfalt waltet mancher hier beim Lesen nicht.

  • Schönheit muss leidenDatum20.11.2018 16:26
    Thema von gugol im Forum Natur

    Seit ich heute früh erwachte, ist die Welt ganz weiss.
    Jeder Baum und alle Sträucher tragen einen Hut,
    meine Pfoten sinken ein, das find ich gar nicht gut!
    Hier, die Spur im tiefen Schnee ist dafür der Beweis.

    Sollte ich… ich hab vergessen, Winterschlaf zu halten!
    Bin ich deppert oder was? Jetzt hab ich den Salat.
    Nein, denn hätte ich Salat, wärs nicht so desolat,
    könnte wenigstens was fressen, statt am bitterkalten

    Eis zu nagen und mir noch den Magen zu verderben.
    Ja was mache ich denn nun? Wie finde ich den Schlaf?
    Meine Fettschicht ist zu dünn, ich hungerte ja brav,
    wollte schlank sein, um den schönsten Igel zu umwerben.

    Und was hab ich jetzt gewonnen? Liess mich doch der olle
    stinkfrech ganz allein und ohne Rücksicht einfach sitzen,
    mich, die tollste Igelin des Waldes, so abblitzen.
    Ach was hab ich für ne Wut im Bauch und eine Wolle!

    Nein, von wegen Wolle - würd ich dann so bitter frieren?
    Nackig bin ich, fühl ich mich zumindest, trotz der Stacheln.
    Hätte gerne einen Ofen mit so warmen Kacheln,
    aber nein, ich musste ja mit Blättern dekorieren.

    Mit Verlaub, ihr könnt mich mal! Ich leg mich einfach nieder,
    rolle meinen Körper ein und zieh die Borsten an,
    steck die Nase in das Laub vom Igel nebendran.
    Irgendwann, ich weiss es sicher, kommt der Frühling wieder.

  • Hey yaya, nein Kommentare stören mich nicht, im Gegenteil. albas Kommi hat mir aber bewusst gemacht, dass das Gedicht für sich allein stehend eine Aussage hat, die so nicht beabsichtigt war. Genau, Oberflächlichkeit und Wahrung des Scheins sind ja Thema des Zyklus. Hier könnte man es aber auch so verstehen, dass Typen wie Lenz (an Büchners Lenz ist er nicht angelehnt, sondern einerseits reimgeschuldet und andererseits halt so ein nichtssagender Name wie Meyer oder Kunz, ein Nobody eben) wirklich minderwertig seien. Dabei geht es, wie du sagst, um die Kritik an dieser oberflächlichen Weltsicht. Fazit: Das Gedicht "funktioniert" allein nicht, muss es auch nicht - eigentlich...
    Merci für deine interessanten Gedanken, gugol

  • Das Gedicht ist allein für sich betrachtet wirklich etwas diskriminierend und mir persönlich ist eh egal, wer was trägt. Aber es ist ja Teil dieser Konferenzserie, wo es eben mit Lachs und Goldrandtellern und hochehrwürdigen Professoren, die für ihre Aktentasche einen eigenen Stuhl beanspruchen, super edel zu und her geht. In so einer Umgebung wirkt die Lenz-Figur eben ziemlich deplatziert. Ich denke, es war ein Fehler, die Konferenz-Gedichte auseinander zu nehmen und einzeln zu posten. LG gugol

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