In mir ist eine Höhle. Groß und hohl und leer. Dort kreisen wie lachende Möwen, spöttisch… Und lachen dabei. Die, wie Möwen. Im Kreis.
Ich sagte „bitte“ – du wandst dich von mir ab. Von deiner Zunge, wie Funken, bellender Spott. Wie sprühende Funken stieg er auf – prallte an der Zimmerdecke ab und kam zurück – schlug ein, in mich.
Zerschmetterte den Umhang, der noch kein Flügel war. Es waren Pseudo-Flügel – War mein Gott. Ach! Wie hatte ich ihn angefleht!
Auf den wunden Schultern, ein Umhang, der eitrige Geschwüre verbarg. Mein kostbarster Besitz – Decke aus Glas.
Tausende von Splittern als sie zerbarst. Ein Regen. Traumregen. Hoffnungsschwanger: ich. Zu früh! Da waren noch keine Flügel.
Abort.
Allein. Von dannen. Ging: ich. Und nahm in mir, sie, wie Möwen, mit.
In mir ist eine Höhle. Groß und hohl und voller Funken. Dort kreisen wie Pfeile, klingenscharf … gefährlich. Sie, wie Klingen. In mir.
Leider, leider kann ich sicherlich nicht den Text hier herein stellen. Das Urheberrecht... (sollte es doch irgendwie erlaubt sein, möge man mich informieren, dann tippse ich es gerne ab)
Bedauerlicherweise ist Herr Kling in 2005 viel zu früh gestorben. Für die Uni habe ich vor kurzem ein Gedicht mit dem schönen Titel Bärengesang interpretiert und ich habe es mit jeder minute der Recherche mehr geliebt. Es gibt inzwischen einen Reclam-Band mit Gedichten von Kling. Darin findet sich auch "Bärengesang": Grandios! (Wenn jemand Interesse hat, ich habe eine ausführliche(!) Interpretation als Handout verschriftlicht.)
Die Meinungen über dieses Buch sind kontrovers. Man liebt es, oder man hasst es. Während die einen in ihren Kindheitserinnerungen schwelgen und manch einer erstaunt anmerkt: "Ach, zu dem Film gibt es auch ein Buch?" argumentieren andere, dass es sich um ein Buch (nein, keinen Roman, irgend etwas anderes... Märchen?) für kleine Mädchen ohne jeglichen literarschen Anspruch handelt.
Ich teile diese Meinung nicht. Ich glaube, dass Peter S. Beagle seine Figuren sehr wohl bedacht hat und habe für die Uni eine These aufgestellt:
Schmendrick, der arme zu Unsterblichkeit verdammte Kerl durchläuft in seiner Entwicklung zwei Phasen. Zuerst kann er nichts und alle seine tricks gehen schief. Am Ende ist er ein echter Zauberer. Da die Zielgruppe Kinder sind, gibt es natürlich Gute und Böse. Der sympathische Schmendrick scheint einer von den Guten zu sein. (Auch wenn er mitunter sehr menschliche, (und das heißt nicht "gutmenschlich"!) Züge zeigt, die ihn fraglich erscheinen lassen. Zum Beispiel handelt er egoistisch und leichtsinnig. Er trotzt auch wie ein eifersüchtiges Kind...)
Neben Schmendrick gibt es weitere Zauberer(INNEN) ;)figuren: Mommy Fortuna, die Hexe im Midnight Carnival. Nikos, den früheren Lehrer Schmendricks, der ihn zur Unsterblichkeit verdammt hat um ihm ausreichend Zeit zu geben sein großes "Magisches Potential" fruchtbar zu nutzen. Und Mabruk, den Hofmagier des (scheinbar?) bösen King Haggard (zur Erinnerung: Das ist der Bursche der die Einhörner alle eingesammelt und ins Meer getrieben hat.)
Meine These lautet nun: Alle zu Magie befähigten Personen stellen ein "negatives" Spiegelbild Schmendricks in seinen beiden Entwicklungsstufen dar. Negativ insofern, dass Schmendrick zu den "Guten" gehört.
Anfangs kann er seine Magie nicht kontrollieren -- Ebenso scheint es Mommy Fortuna zu gehen, der bösen hexe, die das Einhorn fängt. An einer Stelle fragt sie Schmendrick, ob er tatsächlich glaube, dass das Leben das sie im Midnight Carnival führt das ist, wovon sie geträumt hat, als sie jung war. "I cannot touch the grass" sagt sie, und ich deute es so, dass sie es auch nicht schafft sich der Magie zu bemächtigen. Einziger Unterschied zwischen Schmendrick und MF ist also, dass sie zu den Bösen gehört, er zu den Guten. Beide schaffen es nicht ihre Kräfte zu kontrollieren und gezielt zu nutzen. Beide versuchen streckenweise es zu erzwingen: MF hält die Harpie und das Einhorn gefangen, Schmendrick bringt sich immer wieder in Gefahr und prekäre Situationen indem er seine Magie auf den Plan ruft und dann die Plagegeister die er rief nicht mehr los wird.
Nikos dient als Zielvorgabe ;) über ihn wird nicht allzu viel gesagt. Aber er ist eindeutig das Vorbild Schmendricks und das Ideal nach dem er strebt. Man beachte auch die Parallelen zwischen den beiden: Nikos hatte einmal ein Einhorn in einen Mann verwandelt, aber nicht ausreichend Kraft gehabt um ihn zurück zu verwandeln.
Zuletzt bleibt also noch Mabruk, ein echter Zauberer. Seinen Kräften wäre Schmendrick schon beim ersten Zusammentreffen unterlegen gewesen, wenn nicht Lady Amaltheas Kräfte (sie ist das Einhorn in Menschengestalt) seine Zornesattacke hätten abwehren können. Er ist aber ein echter Zauberer und er dient seinem Herren Haggard. Soweit finden sich auch hier Parallelen zu Schmendrick. Die Frage ist jedoch, ob einzig die Tatsache, dass er Haggard dient ihn zu einem "Bösen" macht. Schließlich "kündigt" er ja seine Dienste. hier wird meine Argumentation also brüchig.
Fraglich ist auch, ob nicht die ganze meinen Überlegungen zugrunde liegende Annahme, dass es Gute und Böse gibt, brüchig ist. Denn auch Schmendrick handelt wie oben bereits erwähnt mitunter nicht ausschließlich gut. Er betrinkt sich z.B. und bringt das Einhorn in Gefahr, weil er (und das macht er immer wieder) sich profilieren will. Er versucht immer wieder andere zu beeindrucken. Auch er will das Einhorn für sich haben und reagiert trotzig, als Molly Grue, die tolle Räuberbraut, sich ihm und dem Einhorn anschließen will. Er will das Einhorn und dessen freundschaft und Anwesenheit nicht teilen.
Ist Haggard Böse? Er handelt zwar rücksichtslos, indem er die Einhörner von seinem roten Bullen einsammeln lässt. Aber es wird auch deutlich, dass dies das einzige auf der Welt ist, das ihn kurzzeitig glücklich machen kann. Ist er nicht vielmehr ein alter verbitterter Mann, der sich nichts mehr wünscht, als glücklich zu sein? Ist das Streben nach Glück so verwerflich, dass man ihn als grundsätzlich "Böse" einstufen müsste? Schließlich handelt er aus der Verzwieflung.
Und was Mabruk angeht, ist er auch sofort Böse, wenn er dem alten Mann dient und versucht ihn durch seine Zaubertricks glücklich zu machen? Immerhin fängt er nicht die Einhörner. Er agiert einfach ohne das Handeln von seinem Chef zu hinterfragen, zu bewerten oder verurteilen. Vielleicht ist das einfach der Job eines Magiers.
Am Ende wird also irgendwie klar, dass man gar nicht so genau sagen kann, ob eine Figur Gut ist ober Böse. Gut und Böse werden nur durch das Einhorn und den Red Bull Personifiziert. Wenn man die beiden als konträre Pole betrachtet, kann man zwar sagen, welche Magierfigur näher an welchem Pol steht. Aber die Figuren sind nicht nur das eine oder nur das andere. Auch Schmendrick kann jeden Moment entscheiden ein böser Schurke zu werden. An einer Stelle erklärt er dem Einhorn, dass er sich für die gute Seite und die weiße Magie entschieden hat. Das heißt aber nicht, dass er nicht immer reflektieren muss, wie das Einhorn handeln oder entscheiden würde und der Weg hin zur anderen Seite ist immer nah.
Ich habe also circa 6 Wochen über dieses Buch nachgedacht und das sind die Ergebnisse. Wenn jemand darüber diskutieren möchte, wäre ich hoch erfreut. ich arbeite so ungern für die Schubalde und ich habe auch viel zu wenig Austausch über spannende Sachen wie diese ;) Sollte ich in der falschen Rubrik gelandet sein, bitte verschiebt mich. Ich war nicht sicher. Aber ich suche eine Diskussion über Literatur. Deshalb habe ich diese Rubrik gewählt, auch wenn alle anderen Fäden Rezensionen sind.
Acht Minuten Kartoffelbrei und andere Kuriositäten
In meinem Briefkasten ist ein hellblauer Umschlag. Darauf steht kein Absender und eine Briefmarke klebt auch nicht darauf. Nur mein Name steht da. Noch nicht einmal mein richtiger Name. Da steht „Crazy M.“.
Das ist eine von denen.
Es ist der Teil meiner Persönlichkeit, der sich erst ab zwei Promille Alkoholgehalt im Blut heraus traut. „Crazy M. ist verzogen“, denke ich, und werfe den Brief vorschriftsmäßig wieder in meinen eigenen Briefkasten ein.
So mache ich das seit drei Wochen jeden Tag. Crazy M. leert ihren Briefkasten nicht; aber ich weiß, dass ich mir keine Sorgen um sie machen muss – eines Tages steht sie wieder vor der Tür und heult und sagt, sie würde sich auch benehmen, ich könne doch nicht so kalt sein und sie abweisen, schließlich sei sie doch auch ein Teil von mir und eine Party ohne Crazy M. wäre doch auch keine Party ... und, ob ich denn wirklich für immer in meiner Langeweile ersticken möchte. Sie könnte mir da helfen bla bla bla... Und dann lasse ich sie wieder rein, weil sie ja Recht hat.
Sie zieht dann in das Zimmer neben FrauKrümel, der melancholischen Alten, die sich im Selbstmitleid ertränkt. Es kommt dann schnell zu den alten Streitigkeiten, Crazy M lacht Krümel aus und Krümel steigert sich in ihren empfundenen Minderwert hinein. Es steht alles schon fest, bevor es überhaupt passiert – weil es schon immer so ist. Jedenfalls seit diese Irre Crazy M. zum ersten Mal einen Fuß in mein Haus gesetzt hat.
Eines Tages wird es wahrscheinlich einen Versuch geben, die Streithähne zu versöhnen. Dann zieht vielleicht eine Neue ein. Oder die die schon da sind ziehen alle um – oder eine verlässt fluchtartig das Haus. Das Haus Claudia. Das einzige Spannende daran ist also, wie es am Ende alles ausgeht. Nicht dass es zu viele Möglichkeiten gäbe, aber immerhin gibt es nicht nur eine.
Haus Claudia. Das klingt wie Urlaub – vielleicht am Meer. Nach Möwengeschrei und Strandsand zwischen den Zehen. Das klingt nach Krabben puhlen und Pommes rot-weiß. Das klingt nach Leuchttürmen und Möwenlachen und kalten Füßen. Nach Tote Tante Getränken oder wie sie eben heißen und nach getrockneten Wal-Penissen in skurrilen Seebärenkneipen. Das klingt schön!
Als ich am nächsten Morgen den Briefkasten öffne ist darin wie ich es bereits erwartet hatte ein hellblauer Briefumschlag ohne Briefmarke für Crazy M. Außerdem noch eine Postkarte aus Argentinien. Darauf steht:
„Liebe Claudia. Grüße bitte alle Bewohner des Hauses herzlich, besonders FrauKrümel. Ich bin bald zurück. Ich weiß, dass es dir nicht recht war, es immer so zu übertreiben. Deshalb bin ich für eine Weile in die Antarktis gereist. Ich wohne hier auf einer kleinen Forschungsstation im ewigen Eis. Stell dir mal vor, hier wurden sogar schon Kinder geboren. Mehr dazu bei meiner Rückkehr. Bis dahin, Deine Crazy M. PS: Die Antarktis ist bitter kalt und trotzdem will sie jeder für sich.“
Langsam kommt mir das alles sehr seltsam vor!
Ich nehme die Postkarte aus dem Briefkasten und verfahre mit dem blauen Briefumschlag in der gewohnten Weise.
In Gedanken versunken stampfe ich die Treppen wieder hinauf zu meiner Wohnung im dritten Stock. Heute ist Samstag. Ich habe Kopfschmerzen und bin schlecht gelaunt. Es ist ein scheiß Tag – obwohl ich bis Mittags geschlafen habe. Sonst nichts. Noch nichts gemacht meine ich.
Mir gegenüber wohnt Frau Kartoffelbrei. Frau Kartoffelbrei heißt natürlich eigentlich gar nicht so, das sage ich nur immer, weil sie mir einmal erzählt hat, wie sie ihrem Mann nach dem Krieg immer so viel Kartoffelbrei gekocht hat, weil er das so gerne mochte. Am Ende hat er sie aber doch verlassen. Trotz des ganzen Kartoffelbreis.
Und als sie dann allein war, hat sie weiterhin immer so viel Kartoffelbrei gekocht. Obwohl sie den gar nicht gerne aß. Aber den Heinrich, ihren Mann, den hatte sie geliebt.
Die alte Frau murmelt eigentlich immer so etwas vor sich hin, das nach irgendeiner Art Beschwörungen klingt. Als ich gerade die letzte Stufe erreicht habe öffnet sie die Tür. Und dabei ist sie sehr aufgeregt.
Sie fuchtelt mit den Händen und noch bevor ich „Guten Tag“ sagen kann jault sie laut auf: „Oh Frau Viktualia! Mein Waldi! Mein armer Waldi!“, wie eine Sirene. Jetzt sehe ich, dass sie ausnahmsweise mal nicht ihren dicken Dackel am Bein kauern hat.
„Mein Waldi! Er ist mir davon gelaufen! Im Park. Er wollte doch nur mit den kleinen Entlein spielen und dann ist er davon gelaufen und ich bin doch auch nicht mehr die Jüngste.“
Innerlich lache ich – ich hätte dem dummen Dackel gar nicht zugetraut, dass er die Enten jagt. Aber wahrscheinlich hatte er die ständige Kartoffelbrei-Fresserei satt und wollte auch mal ein richtiges, saftiges Stück Fleisch. Ich hoffe, dass das Kartoffelbrei-Geschoss nicht schnell genug war und die Enten ihm alle entwischen konnten.
„Aber Frau Schultze“ sage ich, denn so heißt die Frau eigentlich. „Beruhigen Sie sich doch erst einmal.“ Und dann verspreche ich ihr, in den Park zu gehen, und nach Waldi zu suchen.
Das werde ich dann unter meinen Random Acts of Kindness verbuchen. Die machen mich immer sehr glücklich. Vielleicht ist es doch gar nicht so ein Scheiß Tag.
Und in diesem Moment beschließe ich auch, endlich den Brief an Crazy M. zu öffnen. Aber erst, wenn ich Waldi wieder eingelesen und bei meiner alten Nachbarin Frau Schultz-Kartoffelbrei abgeliefert habe.
Das ist dann auch gar nicht so schwer. Waldi hatte offensichtlich die Nase voll davon hinter den Enten her zu laufen – die waren auch immer schnell wieder im Wasser und das mag Waldi gar nicht. Als ich zum Teich komme sitzt er hechelnd da und freut sich, dass ich ihn nun mitnehme.
Ich kann also den Dackel bei Frau Kartoffelbrei abgeben und sie weint ein bisschen vor Freude und Erleichterung, dass ihr Waldi nun wieder da ist. Wenn es schon nicht der liebe Heinrich ist, dann doch wenigstens der Waldi. Dann will sie mir noch Geld andrehen und Kuchen aber ich schaffe es, das alles abzulehnen und verabschiede mich.
Ich flitze die Mietshaus-Treppen hinunter zum Briefkasten. Plötzlich bekomme ich Angst, der blaue Umschlag sei nicht mehr da!
Aber als ich die Klappe vorsichtig öffne, liegt er da wie immer. Wie ein Ei in seinem Nest. Ich nehme ihn vorsichtig heraus und irgendwie fühlt er sich dieses Mal ganz anders an als sonst. In meiner Nasenspitze kribbelt es.
Aber so etwas Wichtiges kann man nicht einfach im Treppenhaus erledigen. Deswegen gehe mit dem Brief zurück in meine Wohnung. Dort koche ich mir eine große Tasse Kaffee und dann setze ich mich an den Tisch, atme tief ein und aus und öffne mit zittrigen Händen das Kuvert. Heraus kommt ein teures Briefpapier. Darauf steht in winzig kleinen Buchstaben am Rand: „Ein Farbklecks, Doppelpunkt, Sonnengelb“. Kein Absender.
Ich wundere mich kurz, aber dann weine auch ich ein bisschen, vor Freude und Erleichterung. Denn eigentlich ist es doch egal, wer sonnengelbe Farbkleckse schickt, Hauptsache sie sind da.
(Und Crazy M. braucht wenn sie zurück kommt auch nicht mehr zu betteln. Dieses mal lasse ich sie ganz bestimmt rein, zu ihrem schönen Farbklecks.)
Den Einstieg finde ich ausgesprochen schön aber ein bisschen abgetrennt von Rest. Du könntest das doch einfach am Ende noch einmal aufnehmen?
Ultraschall? Im Kinderzimmer? Ich habe das Gefühl hier kommt vielen zufällig zusammen, weil es einfach gerade sprachlich gepasst hat, ... oder wie sonst kann man erklären, dass es da ausgerechnet Fledermüse gibt und Nachtigallen?
Irgendwie sind das alles Splitter eines Ganzen, das sich mir nicht erschließen will. Es wirkt auf mich unvollständig und willkürlich zusammengewürfelt.
mir gefällt wie du den bogen zum anfang (senil) schließt (vergessen).
Ich habe zu den alten verschiedene Ideen aber habe mich noch nciht entschieden was ich da verstehen will. Ruhekissen assoziiere ich natürlich mit dem Gewissen, aber da es um senilität und vergessen geht können auch einfach erinnerungen gemeint sei. Was beides gut ist -- schliesslich vergisst man auch "schlechtes" und damit das schlechte gewissen. es ist also gleich, ob das lyr ich aus angst vor dem vergessen nicht schlafen kann oder vor schlechtem gewissen, eines tages wird es das vergessen haben und kann wieder schlafen. :D
Schade, dass du nicht für das ganze gedicht geschafft hast, zweideutigkieten bzw. verschiedene lesarten z.B. (starren mich an/an ihnen...) oder ähnliche einzubauen. Oder finde ich die nur nicht? Nun, ich könnte das ganz und gar nicht, aber ich sehe keinen grund das plötzlich anzufangen und nicht durchegehen zu machen, da diese veränderung nicht durch den inhalt gerechtfertigt ist -- und wenn dann wäre das gegenteil, also dies zum ende hin zu "vergessen" logisch, nicht aber das hinzufügen.
Das lyr. ich nimmt ganz schön viel in Kauf, um seinen Traum zu verwirklichen. Es kann auch die Verwirklichung nicht einmal geniessen, weil es ja im Moment des Erreichens schon zu Grunde geht. Oh my! Amerika!
Es scheint leichter zu sein auf einen fremden Stern zu gelangen, als dass dieses Szeniario in der Phantasie des lyr. ich wahr wird. Ich drück ihm trotzdem die Augen!
Es wäre schön, wenn die Anzeige der Threads die man über die Suchfunktion gefunden hat auch "schön" sein könnte -- leider erscheinen diese bei Klicken in Baumstruktur (ungeordnet), jeden einzelnen Beitrag mussd man extra anklicken und die Reihenfolge erst anhand der Zeitangabe am rechten Rand ordnen ... ziemlich umständlich.
danke sehr. Genauso sieht es bei mir aus -- aber wenn ich einen Faden in den Suchergebnissen anklicke, kommt er leider trotzdem als Baum. Sonst habe ich es überall flat, auch die Ergenisse werden "flat" angezeigt, aber wenn ich von dort auf den Faden klicke, dann erscheint nur dieser eine Beitrag aus dem Faden.
Ich finde Gefallen an deinen Worten -- ich sehe Berge und rieche stehende, glühende Sommerluft. Ich warte auf die ersten großen Tropfen des Regens und das Grollen des Donners, das sich schwer über das Motorradjaulen legt.
Und doch: - den Titel finde ich unpassend. Liegewiese passt nicht zur Gebirgsstimmung die in mir durch "tal" entsteht. Da sehe ich Serpentinen etc.
- Du schaffst mit den ersten beiden Versgruppen einen Kontrast: Natur in seiner "Urform" vs. die vom Menschen beeinflusste/ geprägte Natur. Die doppelte Nutzung von Pflanzen in nur vier Zeilen missfällt mir.
Was passiert da eigentlich mit dem Ich? Zuerst liegt es im Wiesenschaum und dann plötzlich entsteht der Eindruck es säße selbst auf einem Motorrad ("bergauf suche ich") -- soll das ein Tagtraum sein? -- dazu passte auch der Schluss: auf der Wiese überholt das Ich niemand. Der Tagtraum vom Rausch auf zwei Rädern ist mir dann zu realistisch dargestellt. Ein In-der-Sonne-auf-der-Wiese-liegen assoziiere ich eher mit einer Gedankefreiheit als solch intensiven Vorstellungen. Üblicherweise hat die Sonne mein Gehirn dazu schon zu weich gekocht. ;)
Ich finde der erste und der zweite/dritte Abschnitt passen nicht so gut zusammen. Einzeln gefallen sie mir gut.
ich bin in der ersten Strophe stecken geblieben. Ein "Punkt-Signal" hinter "unter" hätte mir geholfen. Ansonsten finde ich deine Zeilen sehr gelungen und witzig.
danke sehr für eure Beiträge -- wenn ich auch zugeben muss, dass ich mir insgeheim auch so was wie "zu viele Zeilensprünge" oder so was in der Art erhofft hatte. Aber man kann schließlich nicht alles haben. ;)
Ich schildere dir mal mein Leseerlebnis, denn das war es und nenne anschließend noch, an welchen Stellen es etwas fad war:
Zunächst schrecken mich kleine Buchstaben am zeilenanfang in Kombination mit der eher kompakten Optik ab. Anfänglich hatte ich auch ob der minimalistischen Interpunktion meine Schwierigkeiten. So finde ich, dass am ende von Vers 1 irgendwie klar werden sollte, dass es sich hier nicht um einen Zeilensprung handelt -- wie es ja in der folgenden Zele der Fall ist. Ich lese also hier zunächst übera Zeilenende weg, weil kein Stoppschild o.ä. da ist. In der folgenden Zeile dann habe ich gelernt: Stoppschilder fehlen und stoppe, weil das Ende der Zeile da ist; dann hab ich es schon wieder falsch gemacht und bin frustriert.
Nachdem also ein Neustart nötig war fällt mir auf: ah, das reimt sich ja. Macht es das schon die ganze Zeit oder erst hier? Nein... Blick zurück zeigt, dass schon in den Anfangsversen ein Reim intendiert war. Schade, war mir, wohl wegen der Leseschwierigkeiten?, entgangen.
Gefallen hat das Spiel mit der leichten Schulter, und die "herbstmüde Stadt"; ganz beosnders die sich anschließende "Rutsche" am Anfang von Strophe 2. Rutsche deswegen, weil man hier kein Stoppschild will und es nur so von Wort zu Wort flutscht, wobei die Wörter sich im Vorbeifliegen auflösen und einfach schön klingen. Dort unterscheiden sich in der Tat Laut, Schrift, Klang und Wort kaum! Toll!
Nach diesem Taumelstart in die zweite Strophe stoßen mir die "Sonnenkinder" leider besonders auf. Ich finde diesen Begriff viel zu gewöhnlich und verbraucht. Er passt nicht zum Rest, bsp.-weise der schönen, IMHO innovativen Verwendung von "leichte Schulter" in Str. 1.
Nun frage ich mich, was ein Medizirad sein könnte und Google, mein Freund und Helfer, führt mich zu einer Lösung:
In Antwort auf: Medizinräder sind Kreise aus Steinen - aber vor allem sind sie Orte der Kraft und der Magie. Wenn Menschen an ein Medizinrad treten, werden sie einfach still als ob sie mit einer besonderen Energie in Kontakt träten. Und genau das geschieht auch. Medizinräder sind Spiegel des Universums und Spiegel unserer Seele, und so begegnen wir uns darin selbst ohne die Illusion der Trennung vom Leben. Das Verstehen ist intuitiv und erlaubt uns, uns der ganzen Lebensenergie zu öffnen, sie durch uns fließen zu lassen und ihren Zauber zu entfalten. [...] Die Zahl 4 ist in der nordamerikanisch-indianischen Mythologie die Heilige Zahl und im Medizinrad symbolisiert: Die 4 Richtungen, 4 Elemente, 4 Jahreszeiten, 4 Menschenalter u.a. bilden den Rahmen des Lebens und der Welt.[...] Bei uns wurde das Medizinrad vor allem durch den Chippewa-Medizinmann Sun Bear bekannt, dessen spirituelle Entwicklungshilfe uns erlaubt, wieder zu unseren Wurzeln, zu unserem ureigensten Verständnis vom Leben als Kreis zu kommen. Im Medizinrad, dem Mandala des Lebens herrschen Gleichgewicht, Harmonie Verbundenheit und Vollkommenheit. Wenn wir uns mit diesen positiven Kräften des Lebens verbinden, heilen wir uns, heilen wir die Erde.[...] Ein Medizinrad ist ein Kreis aus Steinen, ein Kraftplatz, ein Spiegel des Universums und unserer Seele, eine Landkarte für unseren Lebensweg, ein Ort der Heilung. Mit dem Legen eines Medizinrades bringen wir im wahrsten Sinn ein Stück Himmel auf die Erde und begeben uns in eine höhere Energie, die auch Einfluß auf uns selbst hat. [...] Quelle: http://www.medizinradgeber.de/ (30.06.2009)
zugegeben, die Quelle ist etwas bedenklich, aber die Informationen reichen mir fürs erste aus, um neue Fragen zu stellen.
Klassisch natürlich: Wer ist "ich" und wer ist "du"? Könnte es in diesem Fall sein, dass das lyr. Ich in der letzten Zeile sich selbst im Imperativ anspricht? Dann ginge es hier um die (spirituelle) Annäherung an das eigene Ich und die Arbeit (Bewegung, durch "komm mir so näher" angedeutete Dauer etc.) im Medizinrad. Die spirituell-esotherische Komponente erklärt dann auch, warum ich zunächst an Drogen gedacht hatte.
Ich finde, von Kleinigkeiten abgesehen, sind diese Zeilen sehr gelungen. Insbes. Beginn Str. 2.
Ich finde du hast die Stimmung an einem überfüllten Kopfbahnhof-Steig gut eingefangen. Es gefällt mir, dass du die Bahnhöfe personalisiert hast (geben sich ablehnend) und so, wie ich finde, ein schmackhaft ironischer Unterton entsteht. Personalisiert sind natürlich auch die verspäteten minuten in einer Weise. Sollte das etwa ein geheimer Hinweis darauf sein, dass man natürlich immer andere für Verspätungen verantwortlich macht?
Schön witzig auch die Parallele: Züge-Bahnhof; Passagiere - Toiletten :D