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  • Thema von gugol im Forum Parodien und Persiflagen

    Owei! Die Frau spricht ganz schön schnell,
    es klingt mir beinah wie Gebell,
    denn Hunde kläffen auch in Eile
    und ziehn das durch, ne ganze Weile.

    Sie füllt uns mit Information,
    und denkt bestimmt, wir folgen schon,
    erschlägt uns bald mit ellenlangen
    und hochkomplexen Zahlenschlangen.

    Fast jede Seite schrieb sie voll,
    so sehr, dass alles überquoll.
    Worauf es ankommt jedoch war
    der Dame scheinbar nicht so klar:

    Dass eine Rede Pausen braucht,
    damit des Hörers Kopf nicht raucht.

  • Die Konferenz: XII Die KaffeepauseDatum08.10.2018 06:46
    Thema von gugol im Forum Parodien und Persiflagen

    Du denkst, man ruht sich aus in Pausen?
    Wie doof wär’s ließe man sie sausen!
    Doch nein, auch rege Diskussion
    ist Sinn der Rekreation.

    Bekannt zu sein mit Hinz und Kunz
    und auch mit Doktor Spitz aus Schruns,
    ein Netzwerk knüpfen, solche Sachen
    sind wichtig zum Sich-Wichtig-Machen.

  • Die Konferenz: XI Der russische RednerDatum08.10.2018 06:45
    Thema von gugol im Forum Parodien und Persiflagen

    Er fängt gleich an mit diesem Spruch:
    „Ich fürrr Verrrrstehen lesen muss!“
    Korrekt! Der Mann liest, was er spricht,
    weil sonst versteht man ihn ja nicht.

    Doch auch mit Lesen klappts nicht gut,
    die ersten nehmen schon den Hut.
    Der Russe rollt das “Ärrr” zu sehr,
    es klingt wie russisch ungefähr.

    Wie inhaltsleer ist, was ich hör,
    als ob den Faden ich verlör,
    weil Rumgeärrrr ich nicht versteh,
    wär’s besser wenn ich auch mal geh.

    Natürlich bleib ich trotzdem hier,
    kann nicht verschwinden, kurz vor vier.
    Wovon der Russe jetzt wohl spricht?
    Ich sag ja: Ich versteh es nicht!

  • Thema von gugol im Forum Parodien und Persiflagen

    Im Gegensatz zum Rest der Leute,
    gefällt mir dieser Herr von heute,
    er redet eloquent und frei,
    die Folie ist ihm einerlei.

    Der Mann spricht alle direkt an,
    ja, reden ist es, was er kann.
    Er spricht auch ziemlich wortgewandt,
    doch dafür ist er ja bekannt.

    Ich leg den Stift nun vor mich hin,
    damit ich ganz beim Vortrag bin.
    Ist so ein Referent am Start,
    dann ist die Tagung feinster Art.

  • Thema von gugol im Forum Parodien und Persiflagen

    Der dürre Mann spricht gut und viel,
    halt im japanisch hohen Stil,
    nur liest er alles ab vom Blatt,
    was unsereiner gar nicht tat.

    Sehr chronologisch, Schritt für Schritt
    teilt er den Gang des Unfalls mit,
    der dort in Japan einst geschah
    im Umkreis von Fukushima.

    Fast minutiös und sehr exakt,
    erklärt er im Minutentakt,
    die schweren Explosionsgefahren
    und welches denn die Gründe waren.

    Er projiziert uns an die Wand,
    wie hoch die dunkle Wolke stand,
    doch nicht ein Wort zur großen Not,
    die Tier und Mensch bis heute droht.

  • Thema von gugol im Forum Parodien und Persiflagen

    Wovon zum Henker faselt er?
    Warum empfinde ich’s so schwer?
    Der weiß genau, von was er spricht,
    nur ich, ich Noob versteh ihn nicht!

    Was meint “inverser Rücktransport”?
    Ich kämpfe schon mit diesem Wort,
    wie soll ich da den Rest verstehen?
    Ich glaub, ich sollte besser gehen.

    Doch ziemt sich so was nicht, oh nein!
    Man muss im Saal zugegen sein.
    So lausche ich dem Fachjargon
    und wünschte mir ein Lexikon.

  • Thema von gugol im Forum Parodien und Persiflagen

    Es fällt wohl einem jeden auf:
    Die Hörer schwänzen schon zuhauf.
    Nur knapp die Hälfte ist noch da,
    von denen, die ich gestern sah.

    Ich kann es mir ja lebhaft denken,
    wohin sie ihre Schritte lenken:
    Paris ist schön, nicht nur zur Nacht,
    es lockt auch tags mit mancher Pracht.

    Ich selber sitze brav im Saal
    und höre schon zum vierten Mal,
    wie wichtig das hier alles sei.
    So bin ich wach, doch träum dabei.

  • Die Konferenz: VI Das MittagessenDatum08.10.2018 06:39
    Thema von gugol im Forum Parodien und Persiflagen

    Es ist, wofür sich all das lohnt,
    wofür mein Magen sich geschont:
    Das magnifique Mittagessen,
    denn darauf bin ich ganz versessen.

    Das Entrée ist von herber Süße
    aus frischem Obst und Rohgemüse,
    verfeinert mit Balsamico,
    was lecker schmeckt, allein schon so.

    Bald kommt dann auch das Hauptmenü
    - juste en minute und nicht zu früh -
    Forelle blau mit Sahnelauch,
    na darauf freute sich mein Bauch.

    Es wird von allen schnell verspeist,
    wonach so mancher heimwärts reist,
    doch das ist schade allemal,
    denn Nachtisch steht ja noch zur Wahl.

  • Thema von gugol im Forum Parodien und Persiflagen

    Wie froh ich bin, es ist vorbei
    mit dieser Referiererei.
    Vielleicht klingt sowas selbstgerecht,
    jedoch kann sein, es war nicht schlecht,

    ich merkte nämlich, als ich sprach:
    Der ein und andre wurde wach
    und schenkte mir sogar ein Ohr;
    nein sowas gab es nie zuvor.

    Dabei war mir der Text egal,
    mich intressierte nicht einmal
    der Inhalt, den ich da erzählte,
    mit dem ich meine Hörer quälte.

    Na jedenfalls bin ich nun froh
    und geh gleich essen, irgendwo,
    gediegen mitten in Paris,
    denn Speisen ist, was ich genieß.

  • Thema von gugol im Forum Parodien und Persiflagen

    Ach so ein Mist, gleich bin ich dran,
    dann muss wohl ich als Redner ran.
    Wie schön war doch die faule Zeit
    in morgendlicher Schläfrigkeit.

    Ermüde wohl auch ich die Leute,
    genauso wie die andern heute?
    Bei dem Gedanken wird mir bang;
    ich fürchte meinen steten Hang

    zum allzu lange Sätze Bilden,
    bewege mich dann in Gefilden
    und schweife ab, so dann und wann,
    wohin mir keiner folgen kann.

    Doch alles Jammern hilft jetzt nicht,
    denn schon steh ich im Rampenlicht.
    Die Menge schnarcht erwartungsvoll,
    perfekte Ausgangslage – toll!

  • Thema von gugol im Forum Parodien und Persiflagen

    Ich finde das ja gar nicht toll,
    denn viel zu bunt und viel zu voll
    mit Text sind seine Folienseiten.
    Wie soll mir sowas Spaß bereiten?

    Er dreht sich, statt zum Publikum,
    nach hinten Richtung Leinwand um,
    liest Wort für Wort, was dort schon steht
    uns vor, erzählt, erzählt…

    Es wär ja gut, wovon er spricht,
    im Grunde mag ich seine Sicht,
    doch sagt er leider gar nicht viel
    von dem, was wer verstehen will.

    Mich hat die Rede nicht betört,
    ich hab ihm kaum noch zugehört,
    vielleicht ist das auch, was er will
    mit seinem ollen Folienmüll.

  • Die Konferenz: II Der PlenarvortragDatum08.10.2018 06:33
    Thema von gugol im Forum Parodien und Persiflagen

    Schon geht es in die nächste Runde:
    Wie üblich in der dritten Stunde
    steht im Programm vom zweiten Tag
    der Haupt-, genannt Plenarvortrag.

    Es ist der Anlass mit Bedeutung,
    erst recht für Herren von der Leitung
    und alles wirkt interessant,
    zumindest mir noch unbekannt.

    Der Gast ist eine Koryphäe,
    wie klar, dass er es nicht gern sähe,
    wenn einer ihn beim Reden stört,
    weil er nur quatscht, statt richtig hört.

  • menschlichDatum06.10.2018 19:22
    Thema von gugol im Forum Kurzgeschichten, Erzäh...

    Er sass allein in der Sonne und blickte über den Fluss. Ob ich mich setzen dürfe, fragte ich zögernd. Man weiss bei alten Männern nie so recht, wie gern sie Gesellschaft mögen. “Sicher”, erwiderte der Alte, und ich liess mich neben ihm nieder, weit genug, um ihn nicht zu bedrängen und doch so nah, dass ein Gespräch möglich wäre.

    Ob ich ihn gesehen hätte, den Eisvogel, wollte er wissen. Ich hatte, oft schon, im Grunde jedes mal, wenn ich an den Fluss kam. Er sei allein, seltsamerweise immer allein, meinte der Mann weiter. Das sei ungewöhnlich, denn Eisvögel seien nicht gern allein. “Aber was heisst schon gern”, korrigierte er sich selber, “gern und ungern, das sind menschliche Kategorien und Tiere sollte man nicht vermenschlichen.” 'Sollte man nicht', dachte ich bei mir selber, sprach es aber nicht aus, denn eben fiel mir ein, wie ich vor wenigen Minuten über die “streitlustigen” Erpel gelacht hatte, die sich um die Entendamen gekabbelt hatten wie picklige Halbwüchsige auf dem Hof des Regionalgymnasiums um die schönsten Mädchen. Streitlustige Jungs, streitlustige Enten – menschliche Kategorien also. “Können Menschen anders als in menschlichen Kategorien denken?” fragte ich. Nein, wenn ich mich recht erinnere, äusserte ich auch diesen Gedanken nicht laut, jedenfalls erhielt ich keine Antwort. So sassen wir eine Weile schweigend da.

    “Sind Sie einsam?” entschlüpfte es mir. Mein Sitznachbar nickte. In seinem Alter sei das ja nicht ungewöhnlich, er sei nicht einsamer als andere alte Menschen. Einsam halt, nicht mehr und nicht weniger. Ob es ihm etwas ausmache, fragte ich weiter. Das Alleinsein habe viele Vorteile. Er könne zum Beispiel ohne Rute hier sitzen, einfach nur sitzen, ohne einen Grund dafür erfinden zu müssen: “Schauen sie die Fischer da drüben”, sein braungefleckter Finger deutete zum anderen Ufer, “keiner hat in der letzten Stunde seine Rute berührt. Sie wollen nur einfach allein dort sitzen. Aber wie sollen sie diesen Wunsch ihren Ehefrauen erklären?” Ich lächelte, denn ich war ja selber eine Ehefrau, und ich sass eben einfach nur da, hätte für solch ein Männerbedürfnis also durchaus Verständnis gehabt. War ich etwa einsam, einsam trotz Ehemann, der für Dinge wie Fischen keine Zeit hatte? Auch der Eisvogel sass nie still und hatte immer “etwas zu tun”. Vielleicht gab es ja doch ein Weibchen, seines, und es sass irgendwo, weil es gern allein sein "wollte"? Wieder Denken in menschlichen Kategorien...

    “Es war nett, Sie getroffen zu haben”, sagte der Mann in die Stille meiner Gedanken hinein. Im selben Moment hörten wir einen scharfen, hohen Pfiff und zwei Eisvögel schossen direkt vor uns pfeilschnell knapp über die Wasseroberfläche.

    [[File:180618_5.JPG|none|250px|250px]]

  • morgenDatum06.10.2018 11:29
    Thema von gugol im Forum Minimallyrik

    nebel und sonne
    weben glitzernde perlen
    ins netz der spinne

    [[File:Netz.JPG|none|250px|250px]]

  • Die Konferenz: I Der EröffnungstagDatum01.10.2018 21:32
    Thema von gugol im Forum Parodien und Persiflagen

    Grundlage dieser Gedichteserie "Die Konferenz" bilden fragmentarische, poetische Notizen von Werner Baumgarten. Ich durfte diese ver- und umarbeiten. Wir haben beide einschlägige Tagungserfahrungen - es ist also eine Art Gemeinschaftswerk und doch nicht. Jedenfalls: Danke Werner für die Ideen und scharfen Detailbeobachtungen!



    Paris am Konferenztag eins:
    Programm mit Inhalt gibt’s noch keins.
    Man trifft sich zwischen halb und zwo
    erst zum Begrüßungs-Apéro,

    um später mal am Infotisch
    das Namensschild und all die frisch
    gedruckten Tagungsunterlagen
    zu fassen. Und für alle Fragen

    gibt’s noch das “Help-You-A-Z”.
    Die Gachets find ich auch ganz nett:
    Ein Headset, ein Erfrischungstuch,
    ein Kugelschreiber und ein Buch.

    Eröffnungsrede ist um drei,
    danach ist dieser Tag vorbei.
    Ich bin auch müde von der Reise
    und leg mich hin, bevor ich speise.

  • FragezeichenDatum30.09.2018 11:40
    Thema von gugol im Forum Düsteres und Trübsinniges

    müde vom warten
    vom bangen und hoffen
    müde sogar vom sich freuen

    kraftlos vom dasein
    vom tragen und stützen
    kraftlos sogar vom verstehen

    am ende verloren
    das handtuch geworfen
    ende - am ende ein anfang?

  • über kurz oder langDatum26.09.2018 18:47
    Thema von gugol im Forum Diverse

    Ständig ist er auf der Flucht,
    weil er halt vor seiner Sucht
    – ja, so ist es, gottverflucht! –
    Tag für Tag das Weite sucht.

    Niemand wünscht ihm das Gericht,
    eine Watsche ins Gesicht,
    dass sein Atem übel riecht
    und der Körper langsam siecht.

    Denn sein Leben hat doch Wert,
    auch wenn’s an den Nerven zerrt,
    weil er Hilfe stets verwehrt
    und von andrer Langmut zehrt.

    Eines Tages bricht der Bann,
    dass er ohne Stoff nicht kann,
    und dann zieht er seine Bahn
    ruhig wie ein Hochseekahn.

  • FreudeDatum24.09.2018 06:53
    Thema von gugol im Forum Humor und Fröhliches

    Ich will mich schnell und immer schneller drehen,
    das Blut vom Körper ins Gehirn mir knallen,
    und nur wenn's wirklich sein muss, bleib ich stehen.

    Es kann mir danach noch so elend gehen,
    ich brauch den Rausch und lass mich angstfrei fallen.
    Ich will mich schnell und immer schneller drehen,

    verlier den Boden unter meinen Zehen.
    Das ist so mega-geil, ich sag’s euch allen!
    Und nur wenn's wirklich sein muss, bleib ich stehen.

    Berauscht kann ich Gefahren nicht mehr sehen,
    beginn in alle Dinge rein zu prallen.
    Ich wollt mich schnell und immer schneller drehen.

    Erschrocken sollt ich wohl um Hilfe flehen
    und schwindeltrunken mich an etwas krallen,
    doch nur wenn's wirklich sein muss, bleib ich stehen.

    Ich kann den Drang geniessen und verstehen,
    bin zwar dem Taumelglücksgefühl verfallen
    –denn will mich schnell und immer schneller drehen –,
    jedoch wenn's wirklich sein muss, kann ich stehen.

    Eine Villanelle von L A F und gugol

  • dreimal adieuDatum23.09.2018 08:04
    Thema von gugol im Forum Natur

    im morgennebel
    hocken rauch- und mehlschwalben
    wie perlenketten

    ***

    rascheln unterm laub
    der igel bezieht quartier
    für den winterschlaf

    ***

    auf der waldlichtung
    ein äsender zwölfender
    PENG! und es ist aus

  • HaustiereDatum22.09.2018 13:00
    Thema von gugol im Forum Humor und Fröhliches

    Unter unsern Betten hausen
    seltsam wuschelgraue “Tiere”
    und die Kleinen haben ihre
    Köpfe voller Wollmausflausen.

    Meistens sind sie ziemlich friedlich;
    immer wenn wir sie betrachten,
    scheinen sie nach uns zu schmachten.
    Ich muss sagen, wirklich niedlich.

    Aber irgendwas ist komisch:
    Jeden Tag hat’s mehr von ihnen,
    Kinder, Enkel und Cousinen,
    die Vermehrung... astronomisch!

    Deshalb will ich das erkunden,
    leg mich also auf die Lauer,
    um die Sache mal genauer
    anzuschaun. Das dauert Stunden,

    doch Geduld wird honoriert:
    Zwischen Mitternacht und Morgen
    kehrt ein jeder Schmutz und Sorgen
    untern Teppich, kultiviert.

    Das ist ein gefundnes Fressen
    für die grauen Flusenviecher,
    und sie haben einen Riecher
    für das Zeugs, sind drauf versessen.

    Diese hüllenlosen Wesen
    – federleicht, und auch Organe
    waren nicht im Schöpfungsplane –
    tanzen frech um meinen Besen,

    reizen Augen, und die Nase
    läuft, gefolgt von wildem Niesen,
    machen derart krank, die Fiesen,
    dass ich jetzt in dieser Phase

    nur an einen Umzug denke:
    Ab in diese Luxuswohnung!
    Dort gibt’s nämlich zur Belohnung
    – free – den Saugroboter Henke!©

    Ein Gemeinschaftswerk von gugol & L.A.F, Juni'18

  • Publikationen der E-LITEratenDatum21.09.2018 21:30
    Foren-Beitrag von gugol im Thema

    Bitte löschen

  • Was für ein Theater!Datum21.09.2018 07:55
    Thema von gugol im Forum Diverse

    Links vom Eingang steht die Bühne,
    kahl gefegt wie eine Glatze.
    Vis à vis, auf der Tribüne,
    liegt ein Handy unterm Platze,
    wo die Schnebels gestern sassen.

    Kurz nach sieben regt sich Leben:
    Erst ne Kippe, zwei Glas Wein,
    schminken und aufs Klo mal eben,
    um danach bereit zu sein,
    die Besucher zu bespassen.

    Gegen neune streben eilig
    eben jene in den Saal.
    Pünktlichkeit ist ihnen heilig,
    kommen nicht zum ersten Mal,
    wissen alle um die Regeln.

    Endlich lüftet sich der Vorhang
    und das Mimenspiel beginnt:
    Einer schlurft bekifft zum Ausgang,
    während schon das Blut gerinnt
    unter seinen Fingernägeln.

    Auf der Bühne hinter Kisten
    eine Leiche - leichenblass,
    gleich daneben die Statisten,
    bleich wie nach dem Aderlass.
    Schaudern zieht sich durch die Ränge.

    Ja, man lässt sich gern belügen,
    zahlt auch gerne gutes Geld
    für das Fantasievergnügen,
    jenseits der realen Welt,
    fern der schnöden Alltagszwänge.

    Weiter geht es Akt für Akt,
    nah dem Höhepunkte schon
    - die Akteure splitternackt -
    klingelt Schnebels Telefon.

  • DrahtseilaktDatum19.09.2018 21:18
    Thema von gugol im Forum Philosophisches und Gr...

    xxxxxxxxxxxxxxxixxxxx
    xxxxxxxxxxxxxxxixxxxx







    xxxxxxxxxxxxxxxixxxxxIch lebe in den Tag hineinxxxxxxxxIch mache immer alles mit System
    xxxxxxxxxxxxxxohne Sorgen und Verpflichtungenxxxxxxxxvom frühen Morgen bis zum Abend spät
    xxxxxxxxxxxxvon einem Vergnügen zum anderenxxxxxxxxmein Leben wurde dadurch sehr bequem
    xxxxxxxxxxxxxxxxxxdarf, will und bekomme allesxxxxxxxxweil niemals etwas aus dem Takt gerät

    xxxxxxxDoch nichts mehr versetzt mir einen KickxxxxxxxxDie Disziplin jedoch macht mich beklommen
    xxixxxxxxxxxxxxxxxxxxxxund alles wurde so ödexxxxxxxxund alle meine Schritte wurden klein
    xxxxxxxxxxxxWie soll ich mir die Zeit vertreiben?xxxxxxxxwie soll ich so nur jemals weiter kommen?

    xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxDas kann’s ja wohl nicht schon gewesen sein
    xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxMir hängt das alles hier zum Hals raus
    xxxxxxxxxAch könnte ich an einem Ort verweilenxxxxxxxxAch müsst’ ich nicht an einem Ort verweilen
    xxxxxund müsste nicht mehr ständig weiter eilenxxxxxxxxund könnte endlich einmal vorwärts eilen
    xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxIch probiere das jetzt aus

    xixxxxxxxxxSo lebt es sich nun also mit StrukturxxxxxxxxSo lebt es sich also ohne Struktur
    xxxxxxMein Spielraum ist auf einmal derart kleinxxxxxxxxIch kann tun und lassen, was ich will
    xxxxxxxDenn alles geht exakt nach Plan und UhrxxxxxxxxAber festhalten kann ich mich nirgendwo
    xVerdammt, das kann es wirklich auch nicht seinxxxxxxxxund verliere den Boden unter den Füssen


    xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxIch brauche offensichtlich diese beiden Seiten:
    xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxDank Ordnung gibt’s nen Ort, wo ich zu Hause bin
    xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxund etwas Chaos hält mich springlebendig jung

    xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxIch muss für’s Gleichgewicht Extreme überwinden
    xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxStrukturen weise mit dem Freiheitsdrang verbinden
    xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxund endlich die für mich gesunde Mitte finden

    Text und Performance: L.A.F. / gugol

  • DoubletteDatum19.09.2018 20:05
    Thema von gugol im Forum Humor und Fröhliches

    “Es gibt für mich nur dich, oh liebste Henriette!”
    Sie, hingerissen, schenkt ihm eine Muschelkette.
    Doch geht's im Bett zur Sache, öffnet kurz vorm Schuss
    sich jedes Mal der blöde Klickverschluss.

    Am nächsten Tag mit einer andern Henriette
    verliert er diese Kette wohl in deren Bette.
    Zurück bei seiner Henriette ‘number one’,
    wirft die ihm vor: "Du bist ja ein Don Juan!"

    In ihrer Aufgebrachtheit klebt ihm Henriette
    erst eine links, dann eine rechts, und beides fette.
    Und ihm wird klar: Von seinen Alibis zieht keins
    so ohne Kette von der Nummer eins.

    Text: L.A.F. / gugol
    Performance: L.A.F.

  • Nein dankeDatum17.09.2018 20:14
    Thema von gugol im Forum Natur

    (Gemeinschafts-Pantun von L.A.F. und gugol)

    Wir haben hier dies etwas andre Kind,
    es ist das Grösste von den sieben Jungen.
    Warum auch wächst es so verdammt geschwind?
    Da ist uns wohl ein Meisterstreich gelungen.

    Es ist das Grösste von den sieben Jungen
    und frisst den andern ständig alles weg.
    Da ist uns doch kein Meisterstreich gelungen.
    Wir hoffen schon, er bringt uns nicht ums Eck!

    Er frisst uns allen ständig alles weg.
    Wir finden ja, er sieht gar anders aus
    und fürchten echt, er bringt uns noch ums Eck;
    wird langsam Zeit, er kommt bald aus dem Haus.

    Wir sehen ja, er sieht nun anders aus.
    Zum Kuckuck mit dem überfetten Flegel;
    wird wirklich Zeit, er kommt jetzt aus dem Haus!
    Wir machen uns des Nachbars Trick zur Regel.

    Hey Kuckuck, nimm den überfetten Flegel,
    nur deine wachsen so verdammt geschwind!
    Wir machen uns mal deinen Trick zur Regel
    und geben dir dies etwas andre Kind.

  • Winter-VillanelleDatum17.09.2018 08:58
    Thema von gugol im Forum Natur

    Sobald sich an den Buchen und den Eichen
    die bunten Blätter unaufhaltsam lichten,
    erkennen wir darin ein klares Zeichen.

    Der Winter kommt und wird so rasch nicht weichen.
    Was Grünes sieht man nur noch an den Fichten,
    jedoch nicht an den Buchen und den Eichen.

    Und wenn die Bäume erst Gerippen gleichen,
    die ihre Knochenfinger auf uns richten,
    erkennen wir darin ein klares Zeichen:

    Der Tod greift jedem einmal in die Speichen.
    Er gönnt uns unsre Lebenskraft mitnichten,
    es geht uns wie den Buchen und den Eichen.

    Wir werden selbst zu kalten Winterleichen
    und müssen auf das warme Licht verzichten.
    Erkennen wir auch dann ein klares Zeichen?

    Ja, eines Tages werden alle bleichen
    Geschöpfe wieder Frühlingssonne sichten.
    Hat’s Knospen an den Buchen und den Eichen,
    erkennen wir darin ein klares Zeichen.

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