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  • Arto PaasilinnaDatum05.04.2005 17:11
    Thema von Don Carvalho im Forum Literatur
    Arto Paasilinna - Der wunderbare Massenselbstmord

    Zum Inhalt:
    Zwei Finnen, der gescheiterte Unternehmer Rellonen und der unzufriedene Oberst Kemppainen kommen sich zufälligerweise bei ihren jeweiligen Selbstmordversuchen in die Quere und freunden sich an. Sie beschließen, das Unternehmen Selbstmord ein wenig professioneller anzugehen und suchen per Zeitungsannonce ("Denkst Du an Selbstmord? Du bist nicht allein!") Mitstreiter. Mehrere hundert Antworten erfordern eine Menge Planung, so dass zunächst die Interessenten zu einem Seminar eingeladen werden, um das weitere Vorgehen zu beratschlagen. Schließlich chartern 30 von ihnen einen Bus, um sich auf eine endgültige Reise zu begeben...

    So fängt es an...
    "Der ärgste Feind der Finnen ist die Melancholie: Trübsal, grenzenlose Apathie. Schwermut lastet auf dem ungewöhnlichen Volk, hat sich im Laufe der Jahrtausende alle Menschen des Landes unterworfen, so dass ihre Seelen düster und ernst sind. Die Wirkung ist so verheerend, dass viele im Tod die einzige Rettung aus der Bedrängnis sehen. Das finstere Gemüt ist ein schlimmerer Feind als einst die Sowjetunion."

    Meine Meinung
    Sicherlich kein literarisch hoch anspruchsvolles Werk, aber ich muss ziemlich oft schmunzeln. Es liest sich ziemlich fix und eignet sich somit für U-Bahnfahrten (die Selbstmörder unter uns dürfen auch Autofahren ) oder die leichte Lektüre in der Badewanne (Dusche ist abzuraten).

    Ich mag es (zumindest bis S. 125), und die Finnen sind sowieso ein tolles Völkchen...

  • AlltagDatum20.05.1970 15:31
    Thema von Don Carvalho im Forum Philosophisches und Gr...
    Alltag

    Ich dachte einst, ich hätte mich vergessen,
    verloren im alltäglichen Verfall,
    denn von den ach so tollen Interessen
    war letztlich nichts geblieben als nur Schall

    und Rauch. Warum sollt ich allein auch anders
    und besser sein als der normale Rest?
    Bin Sklave meines scheiß Terminkalenders,
    der mich nicht außerordentlich sein lässt.

    Nein, nur normal, das ist es was ich bin.
    Und diese unbefriedigende Einsicht
    ist mir fortan nicht wenig Zeitgewinn.
    Hab ich mich (anders als gedacht) dann doch verwirklicht?

    (c) Don Carvalho
    - Dezember 2007
  • Alle Menschen wollen glücklich seinDatum19.05.1970 07:48
    Thema von Don Carvalho im Forum Kurzgeschichten, Erzäh...
    Alle Menschen wollen glücklich sein
    (Aristoteles)


    Herzlichen Glückwunsch!

    Die Auswertung der vergangenen 365 Tage hat ergeben, dass Sie am
    08. Mai des letzten Jahres
    der glücklichste Mensch auf der Welt waren*.

    Wir hoffen, dass Sie diesen Tag genossen haben und wünschen Ihnen noch alles Gute für Ihre weitere Zukunft.

    Institut für Lebensalltagserforschung, Mailand

    *bezogen auf den Tagesmittelwert und bereinigt
    von durch Fremdstoffe oder psychische
    Störungen verursachte Emotionen


    Das Telegramm war bereits völlig zerknittert, so oft hatte er es nun gelesen, und noch immer fühlte er sich bei diesen Zeilen hundeelend. Immerhin konnte er jedoch dem anfänglichen Brechreiz widerstehen und musste nur noch ein leichtes Würgen unterdrücken, das nunmehr mit einem dezenten Schwindelgefühl einherging.

    „Mach einfach Schluss“, war sein erster Gedanke gewesen, als er das Telegramm mit zitternden Händen geöffnet hatte und ihm die bunt blinkenden Buchstaben entgegen sprangen. Begleitet wurde die Lektüre des kurzen Textes von einer fiepsig - elektronischen Marschmusik, die er schon oft im Fernsehen in Reportagen gehört hatte. Der Komponist dieser armseligen Tonfolge war inzwischen Multimillionär – und dies nur, weil sie in diesem Telegramm Verwendung fand.

    Nicht, dass er nicht stets nach einem glücklichen Leben gestrebt hätte und sich bemühte, dieses in Vollkommenheit zu erreichen – doch dass ihm das tatsächlich, wenn auch nur für einen Tag, gelungen sein sollte, ängstigte ihn auf eine für ihn selbst schwer verständliche Weise. Sein Streben nach dem vollkommenen Glück war also von Erfolg gekrönt gewesen, und zwar am 08.05. des letzten Jahres! Aber so sehr er es auch versuchte: er konnte sich einfach nicht daran erinnern, was er an diesem Tag überhaupt getan hatte.

    Natürlich hatte er dieses Datum als erstes anhand seines alten Kalenders überprüft (man hätte meinen können, dass sich hier einmal sein ausgeprägter Hang zur Schluderei auszahlen würde, fand sich – immerhin war es bereits März – sein alter Kalender doch noch immer im Papiermüll hinter der Küchentür; doch wie immer zahlte sich nichts aus). Ein Dienstag. Namenstag hatten Ida und Friedrich, soso. Darunter ließ Laotse noch eine seiner Weisheiten mitteilen: „Nichtstun ist besser als mit aller Mühe nichts schaffen“. Das passte schon irgendwie zu ihm, wirklich hilfreich war es aber nicht. Ansonsten gab es keinen Eintrag, weder ein Geburtstag noch eine amouröse Verabredung waren notiert. Selbst ein Zahnarzttermin wäre ihm an diesem Datum lieb gewesen, hätte er sich womöglich auf diese Weise wenigstens den Tagesablauf in Erinnerung rufen und so dem Grund seines unverschämten Glücks auf die Spur kommen können.

    Vielleicht war er an diesem Tag aber auch nur der glücklichste Mensch, nicht weil er so absonderlich glücklich, sondern weil alle anderen Menschen dieser Erde unglücklicher gewesen waren. Womöglich war etwas passiert, eine Katastrophe globalen Ausmaßes, die ihm entgangen war. Oder der grausame Tod einer Berühmtheit, ein verheerender Brand in einer Altenverwahranstalt, gar der unerwartete Beginn eines Krieges? Er zog seinen Laptop unter einem Haufen dreckiger Teller auf dem Küchentisch hervor und aktivierte ihn. Schnell war er auf die staatliche Nachrichtenseite gesurft und klickte sich durch die verschiedenen Menüs auf die News vom Tage des 08.Mai.

    Ein Tornado war durch Paris gefegt und hatte neben 12 Todesopfern einen Sachschaden in Millionenhöhe verursacht. Naja. Seine Augen sprangen unruhig über die Schlagzeilen: Massenentlassungen bei Globalnetworld, unerwarteter Regierungswechsel in der Panamerikanischen Union, Verseuchung von Trinkwasserreserven bei Venedig... sicher nichts, was einen frohlocken lässt, aber leider auch keine Erklärung für ein weltumspannendes Unglücksgefühl. Als er in den Kurzmitteilungen entdeckte, dass es tatsächlich einen verhängnisvollen Brand in einer Altenverwahranstalt in Passau gegeben hatte, konnte er sich ein kurzes Grinsen nicht verkneifen. Dennoch: all das hier nachzulesende Unglück des 08.05. war leider nicht geeignet, sein eigenes Glück zu erklären.

    Er wollte gerade das Notebook frustriert ausschalten (heute war er sicher kein Kandidat in dieser dämlichen Glücklichkeitserhebung), als er auf der Hauptseite des Newsblogs die Überschrift las: „Heute die glücklichsten Menschen des letzten Jahres bekannt gegeben“. In dem Wissen, dass sich seine schlechten Vorahnungen regelmäßig bestätigten, öffnete er den Artikel für den 08.-Mai-Sieger. Groß, fast das gesamte obere rechte Viertel ausfüllend stürzte sich dem Leser ein Bild von ihm in die Fotorezeptoren; eine etwa 12 Jahre alte Aufnahme von ihm – eigentlich für längst gescheiterte Bewerbungen geschossen - bei der er ein bezaubernd dämliches Lächeln offenbarte, das sogar von seiner grün blinkenden Krawatte abzulenken vermochte. „Da habt ihr euch ja genau das richtige Foto ausgesucht“, knurrte er den Bildschirm an, dabei hatte er sein noch 10 Jahre älteres Führerscheinfoto auf Seite 2 des Artikels noch gar nicht gesehen. Mit einem mulmigen Gefühl überflog er den Text. Sie hatten unangenehm präzise Arbeit beim Verfassen des Artikels geleistet: ausführlich wurde sein Werdegang ausgebreitet, mit dem Elternhaus beginnend über sein schulisches Versagen bis hin zu seinem unbefriedigenden Arbeitsleben und seiner gescheiterten Ehe. Darin ähnelte die Abhandlung vielen Berichten dieser Art und er hatte sich schon oft über die Versager lustig gemacht, die – warum auch immer – an einem Tag in ihrem Leben dann doch das große Los gezogen hatten. Die Zusammenfassung seines eigenen Unvermögens flimmernd auf dem Bildschirm vor Augen geführt zu bekommen, war allerdings erheblich weniger amüsant. Das schlimmste jedoch war, dass sich im gesamten Text nicht ein Hinweis für den Grund seiner Auserwählung finden ließ.

    Er wusste, was als nächstes kommen würde. Bald schon würde sein Videophon nicht mehr still stehen und vor der Tür würde sich die Lokalpresse versammeln. Mit allen möglichen Tricks würde man versuchen, sein Leben bis ins letzte Detail ans Licht zu bringen, Glücksjäger würden ihm die Hand schütteln wollen und vergessene Bekannte zu besten Freunden mutieren, um an seinem kurzlebigen Glanz teilhaben zu können. Doch auf die entscheidende Frage, der er sich bald fortwährend ausgesetzt sehen würde - was denn sein besonderes Glück ausmache - hatte er keine Ahnung. Peinlich.

    Und wenn er einfach untertauchte und sich ein paar Monate irgendwo versteckte? Doch ohne die geeigneten finanziellen Mittel waren die Möglichkeiten begrenzt. Und er wollte nicht, wie einer der glücklichsten Menschen vor einigen Jahren, schließlich verwahrlost in der Kanalisation aufgespürt werden. Diese Art Stories blieben den Leuten noch mehr in Erinnerung als ein langweiliger, erfolgloser Glücksmensch. Vielleicht ließ sich aber aus der Sache sogar etwas Kapital schlagen, er brauchte nur eine gute Geschichte seines Glückstages, etwas, was ihn für die Werbung oder für Spielshows interessant machte. Dabei musste er aber sehr vorsichtig vorgehen, denn es wäre verheerend, wenn schließlich herauskäme, dass er sich den Ablauf des besagten Tages nur ausgedacht hatte. Er brauchte nicht beweisbares Glück, ohne nachprüfbare Zeugen! Und er würde darauf achten müssen, sich mit seinen Erlebnissen für die Zukunft nicht in einer bestimmten Schublade wieder zu finden. Er erinnerte sich noch gut daran, wie einer der Glücklichen, der mit ausschweifenden amourösen Abenteuern auf sich aufmerksam gemacht hatte, letztlich als Werbeträger für ausgefallenes Sexspielzeug endete und sich in schlüpfrigen Fernsehshows mit abgehalfterten Prominenten maß.

    In diesem Augenblick klingelte es schon und er hörte auf dem Hausflur Stimmen. Kurz darauf machte auch sein Videophon blinkend und summend auf sich aufmerksam. Für eine Flucht war es nun ohnehin zu spät. Er würde improvisieren müssen.

    Seufzend erhob er sich und ging zur Tür.


    Zu den Kritiken der Juroren

    (c) Don Carvalho
    - September 2007
  • Projekt: Kurzes für KnirpseDatum18.05.1970 22:40
    Thema von Don Carvalho im Forum Kurzes für Knirpse
    Denkt denn keiner an die Kinder? - Wir schon!

    Deshalb hat sich die Modministration des Tümpels entschlossen, im Rahmen des Projekts "Kurzes für Knirpse" eine Rubrik für Kinderliteratur einzuführen, in der Gedichte und auch Geschichten für Kinder veröffentlicht werden können.

    Meine Frau, die als Erzieherin in dem Kreuzberger Kinderhaus Waldemar arbeitet, wird sich in den nächsten Monaten immer mal wieder Gedichte dieser Rubrik heraussuchen und an ihrer Kindergartengruppe "testen".

    Das heißt, dass z.B. während des Stuhlkreises, in der Kuschelecke oder auch am Mittagstisch einzelne Gedichte den Kindern vorgetragen werden. Dabei wird meine Frau im Vorfeld mit den Kindern besprechen, dass es im Internet ein Treffpunkt für Dichter gibt, die für die Kinder ihrer Gruppe Gedichte schreiben - und die natürlich wissen wollen, ob ihnen die Texte gefallen haben und was gut oder schlecht daran ist.

    Natürlich kann sie nicht garantieren, alle Texte durchzunehmen, gibt aber dem jeweiligen Autor auf jeden Fall eine Rückmeldung, wie das Gedicht bei der Zielgruppe angekommen ist und wird auch Äußerungen/ Kritiken der Kinder mitteilen.

    Die Kinder sind zwischen 2 und 5 Jahre alt, haben durchaus Spaß an Gedichten und dichten - mit Hilfestellung - auch gerne selbst mal. Das sind also durchaus geeignete Opfer.

    Inhaltliche oder formale Vorgaben gibt es nicht. Ich vermute, es ist schwer genug, ein Gedicht zu verfassen, dass Kinder inhaltlich anspricht, sprachlich verständlich ist und vor allem: gut . Wenn sich etwas grundsätzlich nicht eignet, um den Kindern präsentiert zu werden, wird meine bessere Hälfte sicher darauf hinweisen.

    Im Übrigen ist es auch nicht ausgeschlossen, dass meine Frau sich auch die eine oder andere gelungene Kurzgeschichte vornimmt und den Kurzen vorliest, im Zentrum des Projektes stehen jedoch die Gedichte.

    Don Carvalho
    - im Namen des Tümpelteams -

    Nachtrag: Es wäre praktisch, wenn diejenigen Gedichte, die für Kindergartenkinder gedacht sind, entsprechend zB durch eine Altersangabe im Untertitel gekennzeichnet würden. Natürlich kann es aber sein, dass sich meine Frau auch Texte heraussucht, die eigentlich nicht dieser Zielgruppe gewidmet sind, aber dennoch geeignet sind.

    Eine derartige Kennzeichnung verhindert aber bspw., dass meine Frau jemanden erläutert, dass sein Gedicht für 2-5jährige nicht geeignet ist, und sich dann herausstellt, dass es auch gar nicht für diese Altersgruppe konzipiert ist. Und andersherum kann sie bei entsprechenden Gedichten auf Probleme hinweisen, bei denen sie womöglich ansonsten von vornherein davon ausgehen würde, dass die für ältere Kinder geschrieben wurden.

    Don
  • Die letzte Vorstellung (CLXXXVII)Datum17.05.1970 22:58
    Thema von Don Carvalho im Forum Gesellschaft
    Die letzte Vorstellung (CLXXXVII)

    Hast Du gehört, ich wusst es längst:
    er ist verschuldet, Pleite gar!
    Bevor Du ihm Dein Herz verschenkst,
    mit ihm trittst vor den Traualtar,

    zeig ich Dir, wie perfid er ist -
    so falsch, ich hab es stets gewusst,
    und voll von feiger Hinterlist;
    drum geh, er ist Dir kein Verlust!

    Zunächst da wisperte ich leis,
    nun ruf ich’s in die Welt hinaus,
    und erst, wenn jeder davon weiß,
    schließt mein geliebtes Schauspielhaus.

    Don Carvalho
    - Mai 2007
  • Mein SchatzDatum17.05.1970 14:22
    Thema von Don Carvalho im Forum Humor und Fröhliches
    Mein Schatz

    Im Rahmen meiner Möglichkeiten mach ich, was ich kann,
    und denke zweifellos beizeiten an den Haustyrann!
    Versuche mutig auszuschreiten und weiß doch nicht wann
    die Serie blamabler Pleiten letztlich wohl begann.

    Verdammt noch mal, ich war der Mann (in längst vergessnen Zeiten!),
    bevor ich irgendwann begann so kläglich abzugleiten.
    Mein Glück zerrann und sie fing an, mich eisern zuzureiten;
    der Kampf war kurz und sie gewann.
    Nein Schatz, ich will nicht streiten!


    (c) Don Carvalho [13]
    - Mai 2007

    edit: ein paar Kleinigkeiten verändert
  • FingerübungDatum17.05.1970 10:15
    Thema von Don Carvalho im Forum Liebe und Leidenschaft
    Fingerübung

    Ich steck den Finger in das Loch,
    das jene kleine Kugel schlug.
    Glaubst Du tatsächlich immer noch,
    Versprechen wären mir genug,
    die nie gehalten werden sollten?

    Stirbt mir mein Fleisch, dann schneid ichs weg -
    stirbt mir die Liebe, stirbst auch Du.
    Du gabst und nahmst den Dingen Zweck.
    Es ist anscheinend wirklich so,
    dass wir schon immer andres wollten.

    (c) Don Carvalho
    - April 2007
  • EntwicklungsprozesseDatum17.05.1970 10:15
    Thema von Don Carvalho im Forum Düsteres und Trübsinniges
    Entwicklungsprozesse

    Vor die Füße spritzt uns mein Gedärm;
    und wir knien nieder nach uns
    suchend.

    War was? Und wenn ja, dann wo?
    Wir finden nur die Reste unsres Seins,
    verdaut.

    (c) Don Carvalho
    - September 2006
  • BlaupauseDatum17.05.1970 10:15
    Thema von Don Carvalho im Forum Diverse
    Blaupause

    Ich schreibe, also bin ich,
    - und sei es auch ein noch so kläglich Rest -
    solange man mich lässt.

    Ich bleibe und so ring ich
    mit meinem Dämon, meinem Folterknecht
    im stillen Wortgefecht.

    Und was verbleibt, so mein ich,
    ist dennoch nur gedrechselt Missgeschick,
    geblaupaust’ Spiegelblick.

    (c) Don Carvalho
    - Januar 2007
  • Scientia et conscientiaDatum16.05.1970 05:56
    Thema von Don Carvalho im Forum Düsteres und Trübsinniges
    Scientia et conscientia

    Mein Enthusiasmus ist verebbt,
    genauso wie die Zuversicht
    zerschlagen am Gesamtkonzept,
    das letztlich dann auch mich zerbricht.

    Na toll, das hatte ich mir einst
    ganz anders vorgestellt. Die Welt,
    die Du beharrlich nun verneinst,
    lässt mir nur Platz als Antiheld.

    Du meinst, das ist für mich genug
    und mehr als je von Dir gedacht:
    der Rest war immer Selbstbetrug -
    stets one - night - stand, nie Liebesnacht.

    (c) Don Carvalho
    - November 2006
  • KatzenaugeDatum16.05.1970 05:56
    Thema von Don Carvalho im Forum Liebe und Leidenschaft
    Katzenauge

    Einst sah ich in Deine Augen
    im dunklen Gewölbe der Nacht,
    mein Leben schienst Du zu saugen,
    doch Frühling war in mir erwacht.

    Und in meines Körpers Mitte,
    es konnte wohl anders nicht geh'n,
    dort formte sich diese Bitte:
    Ach lass mich dich wiederseh'n!

    So nimm meine Hand und spüre
    das lodernde Feuer in mir.
    Ich hoffe, dass es mich führe,
    zu Dir nur zu Dir nur zu Dir!

    (c) Don Carvalho
    - September 2004


    Zeichung: Donna Carvalho

    reichlich alt und nur zur Vervollständigung meines Archives - vor allem aber wegen der beigefügten Illustration
  • Die BaumschmuckfrageDatum16.05.1970 02:10
    Thema von Don Carvalho im Forum Humor und Fröhliches
    Die Baumschmuckfrage
    aus Katzensicht

    Der Weihnachtsbaum muss doch nicht immer
    zu Kugelkitsch verurteilt werden;
    und das Lametta, noch viel schlimmer,
    verursacht Digestionsbeschwerden
    (als Magengrimmen auch bekannt)!

    Viel schöner wäre doch stattdessen,
    den Baum mit Fisch zu dekorieren:
    man könnte diesen dann gleich essen
    und selbst die Tannenzweige zieren
    (dann trag ich auch ein goldnes Band).

    (c) Don Carvalho
    - Dezember 2006
  • DesintegrationDatum15.05.1970 20:37
    Thema von Don Carvalho im Forum Gesellschaft
    Desintegration
    meng-âmok, in blinder Wut

    Der Abschaum hat es doch verdient,
    dass ich ihn hart bestrafe;
    auf einmal ängstlich, niederkniend
    vorm Herrn, der einstmals Sklave.

    Der Willkür lange ausgesetzt,
    dreh ich den Spieß jetzt um:
    ab heute wird zurückgehetzt
    und Ihr seid Publikum.

    Und Euer Aufschrei schafft, was mir
    noch nie gelingen wollte -
    Respekt und Achtung im Revier,
    die früher niemand zollte.

    (c) Don Carvalho
    - November 2006
  • Meine MeinungDatum15.05.1970 15:52
    Thema von Don Carvalho im Forum Gesellschaft
    Meine Meinung

    Ich habe eine Meinung und die tue ich auch kund,
    vom Fressehalten würde mir mein kleiner Mund ganz wund!
    Ich sage Dir ganz auf die Schnelle, wie was funktioniert,
    ja, wie Du atmest, was Du fickst und wer das Spiel verliert!

    Und wenn ich keine Ahnung habe ist das auch egal,
    Du wirst mich lamentieren hören, hast gar keine Wahl,
    denn wenn ich eine Meinung habe, tu ich die auch kund
    und schwatze, quatsche, plappere, als schlüg die letzte Stund.

    Verteile meine Weisheiten statt grammweise in Pfund,
    ich hab halt eine Meinung und die tue ich auch kund!
    Ich texte, schwafle, plaudere, das kann mir keiner nehmen
    und weiß Bescheid selbst bei den klitzekleinsten Randproblemen.

    Von rätselhaften Phänomenen bin ich schon ein Teil,
    weil ich selbst die extremsten Themen irgendwie noch peil.
    Zu Schweigen gibt es keinen Anlass oder einen Grund:
    Ich habe eine Meinung und die tue ich auch kund!

    (c) Don Carvalho
    - Oktober 2006
  • Der GespensterwaldDatum15.05.1970 10:18
    Thema von Don Carvalho im Forum Diverse
    Der Gespensterwald
    (alternative Version)

    So fürchtet Euch Freunde, die Herzen sind kalt,
    die Schrecken geh'n um im gespenstischen Wald!
    Mein Lächeln ist starr und ich fühle mich alt,
    mein Mut ging verlor'n im gespenstischen Wald!

    Im schwarzen Geäst ist das Unheil verborgen,
    das gierig nach mir seine Klauen ausstreckt.
    Ich fürchte, mein Dasein wird enden vor Morgen;
    nur dürftig verscharrt und von Blättern bedeckt.

    Ich fühle mich einsam und gottesverlassen,
    die Geister der Toten erwarten mein Scheitern,
    sie können ihr elendes Dasein nur hassen,
    sich nur noch am Leiden der andren erheitern.

    Und knorrige Fremde schau'n mir ins Gesicht,
    verhöhnen den Rest meines kläglichen Lebens.
    Ich folge dem schwindenden, dämmrigen Licht,
    die Hoffnung auf Rettung jedoch ist vergebens.

    Ja, fürchtet Euch Freunde, die Herzen sind kalt,
    die Schrecken geh'n um im gespenstischen Wald!
    Mein Lächeln ist starr und ich fühle mich alt,
    mein Mut ging verlor'n im gespenstischen Wald!

    (c) Don Carvalho
    - Oktober 2006
  • Das letzte BeltaneDatum15.05.1970 10:18
    Thema von Don Carvalho im Forum Düsteres und Trübsinniges
    Das letzte Beltane

    In hoffnungsschwangrem Feuersschein
    tanzen unsre nackten Leiber
    alte, gramgebeugte Weiber
    lachen aus zahnlosen Mündern
    zeihen uns gieriges Plündern
    an unserem spröden Gebein.

    In falsch verstandnem Glücksgefühl
    einen wir verborgne Lüste
    schwitzend dampfen trockne Brüste
    führen in wirres Gemenge
    treiben in leidvolle Enge
    und da trifft Dein Blick mich so kühl.

    So wisse: ich weiß nun, dass Du es längst weißt
    und hoffe, Du weißt auch, dass es mich zerreißt.

    (c) Don Carvalho
    - April 2006
  • abgedanktDatum15.05.1970 01:36
    Thema von Don Carvalho im Forum Düsteres und Trübsinniges
    abgedankt

    ausgebootet abserviert
    beinahe schon komisch
    ausgesondert ausrangiert
    lyrisch fast anämisch

    ausgepowert abgewetzt
    autor abgehalftert
    ausgezaubert abgesetzt
    sprachlich überaltert

    ausgeleiert
    amputiert
    abgefeiert
    abmontiert

    ab.

    (c) Don Carvalho

    Gekürzt Dank Margot und Mattes.
    (September 2006)
  • FehldenkenDatum14.05.1970 19:48
    Thema von Don Carvalho im Forum Philosophisches und Gr...
    Fehldenken

    Man sagt mir, das mache mich menschlich,
    und jedermann kann das verstehen.
    Trotz Makel verbliebe ich redlich,
    die Fehler wird niemand mehr sehen.

    Doch soll ich mein Menschsein tatsächlich
    durch Schwächen allein definieren?
    Ja, ist es nicht mehr als nur fraglich,
    sich nur noch mit Lastern zu zieren?

    Wo steh ich, wenn ich mich am Boden
    der Tugend alleine verorte?
    Es machen mich diese Methoden
    zum Menschen der schlechteren Sorte.

    (c) Don Carvalho
    - August 2006
  • BiedermannrassismenDatum14.05.1970 12:12
    Thema von Don Carvalho im Forum Gesellschaft
    Biedermannrassismen

    Schau sich einer den mal an,
    wie er - mit stolz geschwellten Brüsten
    neben sich - es wagen kann
    (als ob wir ihm was zollen müssten,

    Achtung oder gar Respekt)!
    Vergiss es, Alter, nur mehr Mitleid
    hab ich für so ein Subjekt,
    das Liebe antäuscht für die Geilheit.

    Schmale Augen aus Fernost
    sind leicht mit Wohlstand zu bestechen,
    schlucken sogar Durchschnittskost,
    solang Du willig bist zu blechen.

    Unbestreitbar kinderleicht
    sind diese Kataloggeschäfte,
    wenn man die Faktur begleicht,
    dann fließen bald schon Käufers Säfte.

    Doch, dass keiner keinem gibt
    (vielleicht herrscht sogar Sympathie),
    sich womöglich einfach liebt -
    auf den Gedanken kam ich nie.

    (c) Don Carvalho
    - Juni 2006
  • wund geriebenDatum14.05.1970 09:46
    Thema von Don Carvalho im Forum Düsteres und Trübsinniges
    wund gerieben
    oder: Konditioniertes Karma

    Die Ecken, die ihr rund gerieben,
    sind bis heute wund geblieben.
    Kleine feine Nadelstiche
    quälen mich noch heut.

    Mein Lächeln ist nie echt gewesen,
    eure selbstgerechten Thesen
    waren meistens unredliche...
    Schmach, die heut noch dräut!

    Ich wurmgebliebner Jammerlappen
    lass mich dankend dann ertappen,
    wenn die Wunden tief zu schlagen
    - leichtes Spiel für euch!

    Und füge mich in Schicksalsfluchten,
    die mein eignes Karma fruchten.
    Letztlich muss ich so nichts wagen,
    wenn ich euch entfleuch.

    (c) Don Carvalho
    - Juli 2006
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