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#1

Wertigkeit

in Zwischenwelten 25.06.2008 01:30
von Joame Plebis | 3.368 Beiträge | 3363 Punkte
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#2

Wertigkeit

in Zwischenwelten 25.06.2008 11:37
von Feo | 134 Beiträge | 134 Punkte
Hallo Joame,

eigentlich trimmt man nicht nach sondern sich oder auf (etwas auf Wertigkeit trimmen), was aber im allgemeinen Sprachgebrauch bedeuten würde, dass dieses Getrimmte nur äußerlich und dem Anschein nach auf Wertigkeit ausgerichtet ist. Wolltest du das ausdrücken?

Was genau bedeutet "etzliches"? Ich könnte mir an dieser Stelle "etliches", "ätzendes", "letzteres" oder "letztlich" vorstellen. "Etzliches" ist mir (und dem Duden) unbekannt. Hier wird mir auch nicht richtig klar, auf was sich das "stimmen" bezieht (Satzbezug), was also "etzliches" inhaltlich darstellt.

V10 zeigt eine Inversion. Hier würde im normalen Sprachgebrauch das "leider" vor der "Selbstsucht" stehen, die dann allerdings wohl entweder mit dem bestimmten Artikel oder mit einem vorgestellten "noch" oder "doch" versehen sein würde.

Ließe sich alles verdrängen,
Xx x Xx x Xx
wäre vieles nicht wichtig,
X x Xx x Xx
blieben Sekunden oft hängen,
Xx xXx x Xx
das gefiele mir richtig.
X xXx x Xx

Könnten wir Wichtiges reihen
Xx x Xxx Xx
und nach Wertigkeit trimmen,
X x Xxx Xx
Dummheit entsorgen, entweihen,
Xx xXx xXx
würde etzliches stimmen.
Xx Xxx Xx

Wäre trotz vielem Gegrübel,
Xx x Xx xXx
Selbstsucht leider verblieben,
Xx Xx xXx
sollten wir schnellstens das Übel
Xx x Xx x Xx
in den Sondermüll sieben.
X x Xxx Xx

Nur zur Anregung und aus rein subjektivem Empfinden heraus:
Die Versmelodie, die du auf Anapästen aufbaust, würde noch sehr viel getragener klingen, noch mehr schwingen, wenn auch bei den B-Versen nach dem betonten Versauftakt (wie in den A-Versen) zwei unbetonte Silben folgen würden, man also auch dort XxxXxxXx betonen könnte. Das hätte zudem den Vorteil, dass da noch ein Plätzchen vor der Selbstsucht frei wäre, damit die Syntax sich nicht so krümmen muss. Ich denke, das wäre eine Überlegung wert.

LG, Feo

Edit: RS-Fehler
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#3

Wertigkeit

in Zwischenwelten 25.06.2008 12:02
von Joame Plebis | 3.368 Beiträge | 3363 Punkte
Guten Tag, Feo!

Manchmal lasse ich einige Tropfen in den Tümpel fließen, wenn er mir sehr nahe am Austrocknen scheint. Dabei wurde gestern (zumindest hier)der Stadion-Rasen gut überschwemmt.

Das Wort 'etzliches' wollte ich verwenden, damit es einmal verwendet wird, üblicherweise schreibe ich etliches. (Es ist eine sehr alte Form davon, die den Beigeschmack einer Belustigung haben kann.)

Es beweist Deine Gewissenhaftigkeit, wie Du freundlicherweise, die Hebungen und Senkungen aufzeigst.
Meine Anerkennung dafür. Somit habe ich gleich eine Kontrolle, denn niemand ist vor Fehlern gefeit.

Mit Deiner Anregung zur Versmelodie hast Du wahrscheinlich recht, dem gegenüber stand meine Trägheit bei den gestern äußerst schwülen Temperaturen - und - wie schon erwähnt, schwappte mein Drang nicht über, wurde nicht zum Muß, der ins Schreiben mündete, sondern eher eine Mitleidsgeste, mit der ich mit einigen unwürdigen Tropfen dem Tümpel eher schadete als seine Trockenlegung verzögern konnte.

Schönen Tag wünscht
Joame
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#4

Wertigkeit

in Zwischenwelten 25.06.2008 13:57
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Joame,

formal und sprachlich gefallen mir Deine Verse hier ganz gut. Inhaltlich kann ich allerdings so wenig mit dem lyrischen Ich mitgehen, dass ich beim Lesen ständig widersprechen will.

"Nach Wertigkeit Trimmen" leuchtet mir ein. Das Wichtige wird getrimmt wie ein Rasen, undzwar in verschiedenen Stufen, die durch die Wertigkeit bestimmt werden. Und Trimmen, im Sinne von "Höhe einstellen" geht bei mir als Bild für Priorisierung durch.

Gelesen hab ich's jedenfalls gern, auch wenn mir die dargestellte Sichtweise des Zurechtbiegens, die ich daraus lese, nicht mag.

Grüße,
GW

_____________________________________
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#5

Wertigkeit

in Zwischenwelten 25.06.2008 17:36
von Joame Plebis | 3.368 Beiträge | 3363 Punkte
Guten Tag, GW!

Dein Kommentar und Verstehen freuen mich; große Begeisterung durfte ich nicht erwarten.
Die Gedanken sind einfach und nicht schwer nachzuvollziehen,
sind dahingewunschen, bleiben wirkungslos, was in der Natur des wünschenden Denkens liegt.
Laut Selbstkritik: mäßige Höhe des Anspruchs.Ebenso vermisse ich das Besondere.
Durch Kommentare konnte es zumindest Beachtung erwirken, das ist schon erfreulich. Danke!

Gruß
Joame
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