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#1

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in Philosophisches und Grübeleien 16.08.2007 09:00
von Alexa (gelöscht)
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zuletzt bearbeitet 09.12.2010 10:17 | nach oben

#2

Der Wind, er holt die Träume heim

in Philosophisches und Grübeleien 17.08.2007 08:54
von roux (gelöscht)
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Liebe Alexandra,
dein Gedicht hat eine sehr schöne Sprachmelodie, transportiert die Stimmung und die sanften Küstenurlaubsbilder, lässt den Leser auf romantische Weise Salzluft atmen.

Das Versmaß ist ein klein wenig unregelmäßig.

Der Wind, er holt die Träume heim (8)
und streift die Nacht vom Dach. (6)
Vom Licht geflutet bricht der Deich (8)
der Dunkelheit, der Tag erwacht. (8)


Die Sonnenwinde tanzen Stufen (9)
hinunter an das Meer. (6)
Wo Wellenlippen, in den Buchten, (9)
den Sand umspülen – spurenleer. (8)


Der Wind, er holt die Bilder heim (8)
aus Winkeln meines Traums (6)
und weht sie, wie ein Scherenschnitt, (8)
entlang am Küstensaum. (6)


Ich wende mein Gesicht nach innen (9)
und laufe ihnen hinterher (8)
bis sich das Licht in Brandung krümmt (8)
in Nacht zerfällt es - schattenleer. (8)


Ich zieh die Schultern um mein Herz, (8)
geh heimwärts durch die Winde (7)
doch weiß, wenn ich die Augen schließ, (8)
wo ich die Träume finde.(7)



Du wendest in deinem Gedicht den Paarreim an, was eine beschwingte, leichte Melodie entstehen lässt, setzt die Strophen zusammen aus jeweils zwei (V1 u.2) zu einem Siebenheber zusammengefassten und zwei zu einem Achtheber (V3 u.4) zusammengefassten Versen.
Mir persönlich würde es noch ein wenig besser gefallen, wenn auch eventuell ein bestimmtes Kadenzschema durchgehalten wäre.

In S1 ist der Reim Dach/erwacht nicht ganz rein.
Bei S3 (Traums/Saum) stimmt es ebenfalls nicht ganz, was sich aber z.B. durch die kleine Änderung "entlang des Küstensaums" leicht beheben ließe.
In S2 und S4 hast du die jeweils letzten Vers einander angepasst, keine schlechte Idee. In S 4 wird allerdings nicht ganz klar, was schattenleer zerfällt, das Gesicht oder das Licht.
In S2 wird man ein wenig enttäuscht, weil man erwartet, dass die Wellenlippen küssen oder kosen. Umspülen passt nicht ganz so gut in das lippige Bild.
In S4 schreibst du : in Nacht zerfällt es...
Meinst du hier wirklich in Nacht? Es ist doch die Nacht, die sich gerade auflöst, des Zepter dem Morgen überlässt, in deinen Zeilen.

In S 2 und S 5 nutzt du plötzlich den Plural bei "Winde", in S 1 und S 3 ist nur von einem Wind - und zwar von einem bestimmten - die Rede. Das finde ich in sich nicht ganz stimmig, müsstest du eventuell im Text etwas klarer herausbringen, warum und wie genau du dort differenzierst.

Nur, damit es nicht eventuell falsch rüber kommt:
Ich finde die Stimmung, die Bilder und die Sprachmelodie deines Gedichtes sehr schön.

Liebe Grüße,
roux
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#3

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in Philosophisches und Grübeleien 17.08.2007 09:26
von Alexa (gelöscht)
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sry

zuletzt bearbeitet 09.12.2010 10:17 | nach oben

#4

Der Wind, er holt die Träume heim

in Philosophisches und Grübeleien 17.08.2007 10:25
von roux (gelöscht)
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Liebe Alexa,

warum sollte die Anwendung des Genitivs dort grammatikalisch falsch sein?

Hier wird lediglich, wie auch bei "Traums" , das e weggelassen.
Es hieße ja eigentlich:

aus Winkeln meines Traumes

Beim Saum wäre es bei Anwendung des Genitivs entsprechend:

entlang des Küstensaumes

In deinem Gedicht dann:

entlang des Küstensaums

Diese Elision ist durchaus zulässig und entspricht dem normalen Sprachgebrauch.

Liebe Grüße,
roux
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#5

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in Philosophisches und Grübeleien 17.08.2007 17:37
von Alexa (gelöscht)
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zuletzt bearbeitet 09.12.2010 10:18 | nach oben

#6

Der Wind, er holt die Träume heim

in Philosophisches und Grübeleien 17.08.2007 18:41
von Maya (gelöscht)
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Präposition - entlang:

Genitiv/Dativ/Akkusativ

Wird entlang vorangestellt, regiert es den Gen. oder den Dat., wird entlang nachgestellt, regiert es den Akk.:

Gen.: Entlang des Flusses blühten viele Blumen.

Dat.: Er ging entlang dem Fluss.

Akk.: Er ging den Fluss entlang.

[Quelle: jeklaut, ick weeß net mehr, wo.]
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#7

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in Philosophisches und Grübeleien 18.08.2007 09:23
von Alexa (gelöscht)
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zuletzt bearbeitet 09.12.2010 10:17 | nach oben


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