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#1

Zeit im Raum

in Philosophisches und Grübeleien 02.11.2006 12:37
von Joame Plebis | 3.402 Beiträge | 3363 Punkte
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#2

Zeit im Raum

in Philosophisches und Grübeleien 03.11.2006 12:53
von Maya (gelöscht)
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Hallo Joame!

XxXxXxXx a
XxXxXxXx b
XxXxXxXx c
XxXxXxXx b
XxXxXxXx b
XxXxXxXx c

Formal gibt es nichts auszusetzen, das Reimschema gefällt mir gut.
Inhaltlich gesehen packen mich die Zeilen nicht wirklich, auch wenn ich das Gedicht insgesamt nicht schlecht finde, doch irgendwie fehlt mir da etwas Besonderes, eine Wende oder ein ausgefallener Gedanke. Die Aussage ist mir zu allgemein gehalten, da es aufgrund des „wir“ so klingt, als würden alle Menschen, die über den Tod nachdenken und ihn zu begreifen versuchen, neurotisch werden, weil sie zu keinem Endergebnis kommen. Viele mögen zwar Angst vor dem Tod haben (ich übrigens nicht, hab eher Angst vor dem Leben ), verfallen deshalb aber nicht gleich einer Neurose. Da du in der vorletzten Strophe "Zeit als Raum" kursiv hervorhebst, scheint dir dieser Chronotopos wichtig zu sein (Raumzeit). Nur frage ich mich, warum du als Titel dann "Zeit im Raum" gewählt hast. Soll ersteres auf die Zeit danach verweisen und letzteres auf die Gedanken im Hier und Jetzt, die wir uns über den Tod machen? Ist mir nicht ganz klar geworden.

Grüße, Maya

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#3

Zeit im Raum

in Philosophisches und Grübeleien 03.11.2006 17:51
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
hi Joame,
die Idee mit der Beziehung von Zeit und Raum, von Unendlichkeit (vermeintlicher) und dem Tod als Endlichkeit spricht mich an.
Unendliche Zeit scheinen in unserem begreifbaren Universum die Dinge nicht zu besitzen. (Hawkins) Alles ist endlich, vom Mikrokosmos bis zum Makrokosmos. Alles wird "geboren und alles muss sterben". Auch unser Universum, damit vielleicht wieder ein neues geboren werden kann?.
Gefällt mir,
Gruss
Knud

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#4

Zeit im Raum

in Philosophisches und Grübeleien 08.11.2006 14:48
von Joame Plebis | 3.402 Beiträge | 3363 Punkte
Danke, liebe Maya!

Die Frage, ob sich jemand vor dem Zustand Tod fürchtet oder nicht, wird gar nicht näher aufgeworfen.
Ich betrachte die Hauptaussage:

Klein ist dieses Menschen-Denken,
läßt zwar flüchtig viel begreifen,
aber all das Grenzenlose
nicht verstehend, doch nur streifen.


Wie intensiv sich jemand mit diesem Thema
Zeit und Raum auseinandersetzt, bleibt ihm überlassen.
Wer es aber macht, wird merken,
über eine Bockwurst und Weissbier zu sinnen
ist wesentlich leichter und führt auch zu einem Ergebnis.

Freundlichen Gruß!
Joame

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#5

Zeit im Raum

in Philosophisches und Grübeleien 08.11.2006 14:59
von Joame Plebis | 3.402 Beiträge | 3363 Punkte
Lieber Knud!

Auch Dir meinen Dank für das Lesen und mitdenken.
Ich war früher Fan von Hawkins, ließ weder Biographie noch seine Berechnungen aus, verschlang alle seine Aussagen nahezu wie ein Evangelium. - Eine seiner Berechnungen meinten ja auch, im Universum sei kein Platz für Gott. -
Da enthalte ich mich der Aussage, nur weil ich die Notwendigkeit dieser Feststellung noch nicht bemerkte.

Aufbauend auf der Tatsache, daß nichts vergänglich ist, nur die Form ändert (ob nun materielle oder geistige; letztendlich snd beide Zustände doch nur einer), die Dimension der Zeit zu betrachten, die nur für uns Gültigkeit hat, das sind die Ersten Schritte hin zu großen Fragen, die damit enden könnten, daß Zeit die gleiche Konstante ist wie der Raum und die Berechnung könnte ergeben, daß alles Null ist!

Das immer wieder durchdacht, aber ziemlich intensiv, führt zwangsläufig in eine Neurose. Ist doch im vorhinein schon abzuschätzen, wie wenig unser menschliches Denken für die Beantwortung derartiger Fragen konzipiert ist.

Freundlichen Gruß!
Joame


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#6

Zeit im Raum

in Philosophisches und Grübeleien 08.11.2006 15:22
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
wie sagte Heisenberg einst:

"Zu Beginn trinkt der Naturwissenschaftler begierig aus dem Glas der Erkenntnis und negiert Gott, nicht wissend, dass dieser auf dem Grund des Glases auf ihn wartet."

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#7

Zeit im Raum

in Philosophisches und Grübeleien 08.11.2006 15:31
von Fabian Probst (gelöscht)
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spricht mich auch an.

Eine gelungene Betrachtung von Zeit, Vergänglichkeit und Tod. Gerade dieser Drang, alles vorauszusehen und zu ergründen, wird gut dar gestellt.

In der ersten Strophe würde ich etwas umstellen:

Oftmals lesen wir vom Ende
und versuchen ansatzweise,
dieses uns auch vorzustellen.
Tiefes Denken, wenn auch weise, (warum "auch wenn"?)
es kann nie, zu keinem Preise,
jene Zukunft uns erhellen. ("je" beißt sich mit "nie"


Gruß, Fabian

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#8

Zeit im Raum

in Philosophisches und Grübeleien 08.11.2006 16:12
von Joame Plebis | 3.402 Beiträge | 3363 Punkte
Danke Fabian!

Es ist auch ein faszinierenden, nie endendes Thema, das kreative Menschen zu allen Zeiten schon bewegte; warum also nicht auch mich oder Dich?

Deine Frage:
Zitat:

Tiefes Denken, wenn auch weise, (warum "auch wenn"?)


Aus dem Grund, da tiefes Denken, nicht unbedingt weise sein muß.
Somit: Tiefes Denken, wenn auch weise ...


so meine ich es!

Zitat:

es kann nie, zu keinem Preise,
jene Zukunft uns erhellen. ("je" beißt sich mit "nie"


Ach, ich vermute, zu verstehen, Du meinst je/jemals beinhaltet
schon dieses nie. Da hast Du recht!
Obwohl man es nicht genug betonen könnte, so muß ich hier etwas ändern.
Es bieten sich an:
Es kann doch zu keinem Preise
je die Zukunft uns erhellen.
oder
Es kann nie zu keinem Preise
etwas Zukunft uns erhellen.
(Ich neigte eher zu Version 1

Ehe ich es dahingehend abänder, will ich noch einen Einwand oder eine Zustimmung abwarten, die sich von einer Seite her ergeben könnten.

Danke nochmals!
Freundlichen Gruß!
Joame

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#9

Zeit im Raum

in Philosophisches und Grübeleien 08.11.2006 16:18
von Fabian Probst (gelöscht)
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der Sinn war mit klar, nur nicht die Wortstellungen.

Du schreibst ja "auch wenn" anstelle von "wenn auch". Ich finde, das klingt etwas komisch, wenn man es so stellt.

Stimmt, ich meinte, dass es doppelt gemoppelt wäre, nicht dass es sich beißt. War missverständlich.
Ja, ich finde Version eins auch besser. Sogar besser als meinen Vorschlag.

Gruß, Fabian

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#10

Zeit im Raum

in Philosophisches und Grübeleien 08.11.2006 16:49
von Joame Plebis | 3.402 Beiträge | 3363 Punkte
Danke, Fabian!
Auf Wortstellungen muß ich achten. Oft merke ich es selbst kaum; ich werde als ersten Schritt, keine alten Meister mehr lesen.

Obwohl manchmal eine Stellung bewußt anders gewählt wurde, so ist das nicht jedesmal der Fall.
Es regt zu weiterem Denken an.
Hier ein Beispiel:
1. Auch wenn ich laut grüßte, bliebe ich unbemerkt.
2. Wenn ich laut grüßte, auch dann bliebe ich unbemerkt.
Beide Sätze haben die gleiche Aussage.
Nr. 1 hebt hervor, daß sogar lautet Grüßen nicht zielführend wäre.(Es könnte ja auch Rufen und Springen sein)
Nr. 2 ist näher mit der Folge verbunden, mit diesem Unbemerktsein.

Interessant unsere Sprache - und so viele Möglichkeiten.

Ich sollte mir einmal beim Sprechen zuhören, ob ich nicht auch schon verdreht spreche.
Das wäre durchaus möglich, denn bei meinem letzen Vortrag über die theoretische Anreicherung eines imaginären Nichts mit Quanten, kamen keine Wortmeldungen und die Zuhörer verließen eigenartigen Blickes den Saal.

Gruß von Joame

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#11

Zeit im Raum

in Philosophisches und Grübeleien 08.11.2006 17:43
von Albert Lau (gelöscht)
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guten tag, herr plebis,

wie darf ich mir das ansatzweise vorstellen? Ich kann noch so gescheit über das ende nachdenken, ich werde die zukunft doch nicht vorhersehen? diesem gedankensprung vermag ich ebenso wenig zu folgen, wie ihrer eigenwilligen syntax in strophe 1, da mag ich noch so tief und weise denken, wie ich will. aber das ist gelogen, ich kann weder tief, noch weise denken, ich weiß gar nicht, wie das geht.

in strophe 2 geht es eben so seltsam weiter: jetzt ist das denken weder tief, noch weise, sondern klein. Das mag daran liegen, dass aus dem ende-denken der ersten, ein menschen-denken der zweiten strophe geworden ist. was lerne ich? Während ende-denken wahnsinnig schwer ist, ist menschen-denken viel einfacher, denn obwohl nur flüchtig betrieben, begreife ich viel. was begriffen wird, sagen sie nicht. was nicht begriffen wird, das versuchen sie wenigstens zu sagen: „all das grenzenlose“. Puh, das ist aber auch wirklich viel. ich meine, wenn das grenzenlos ist, dann ist das auch viel verlangt, alles begreifen zu wollen, da ist viel doch schon ganz schön viel, oder nicht? zumindest bei flüchtigem hinsehen. Und all das grenzenlose wird ja auch noch gestreift, also ich bitte sie! ich mache den vorschlag, ein komma hinter das grenzenlose zu setzen und den denkvorgang nicht nur flüchtig, sondern wieder tief und weise ablaufen zu lassen. dann wird da schon noch das eine oder andere grenzenlose bei herauskommen, meinen sie nicht?

jedenfalls mehr, als diese zwei kryptozeilen zum schlechten schluss. aus der schlagwortartigen zeit im raum, die im gedicht auch nicht weiter behandelt wird, wird jetzt nicht minder schlagwortig die zeit als raum, mithin der zeitraum. So weit, so gewöhnlich, jetzt jedoch wird dieser zeitraum in „ewigschleifen“ gestellt und ich weiß wieder nicht, was das ist. und ewig schleifen die zeiten? groundhog day? okay, wenn sich zeiträume wiederholten (bei zeitpunkten wäre es etwas anderes?), dann könnte einen das krank machen, aber auch neurotisch? Ich habe zwar schon gehört, dass der verlust des zeitgefühls ein ziemlich sicherer indikator einer einsetzenden geisteskankheit ist, aber eine neurose ist doch der konflikt des es mit dem über-ich? nein? ist die zeit mein über-ich? der raum? Das kontinuum?

beam me up, scotty, there is no intelligent life down here!
james tiberius kirk

hihihi
sam hawkins

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